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Technische Angaben: Bildformat:4:3 Sprachen / Tonformate: Deutsch (Mono) Ländercode: 2
Sie waren die Scharfschützen im Äther und unentbehrlicher Bestandteil für die Kommunikation aller Truppenteile. Funkortung, Funkaufklärung oder das Herstellen von Fernschreibverbindungen gehörte genauso zu ihrem umfangreichen Aufgabenbereich, wie der Aufbau von Richtfunkstationen und die perfekte Bedienung der vielfältigen Technik unter allen Gefechtbedingungen.…mehr

Produktbeschreibung
Technische Angaben:
Bildformat:4:3
Sprachen / Tonformate: Deutsch (Mono)
Ländercode: 2
Sie waren die Scharfschützen im Äther und unentbehrlicher Bestandteil für die Kommunikation aller Truppenteile. Funkortung, Funkaufklärung oder das Herstellen von Fernschreibverbindungen gehörte genauso zu ihrem umfangreichen Aufgabenbereich, wie der Aufbau von Richtfunkstationen und die perfekte Bedienung der vielfältigen Technik unter allen Gefechtbedingungen.
  • Produktdetails
  • Hersteller: UAP Video
  • Gesamtlaufzeit: 200 Min.
  • Erscheinungstermin: Februar 2011
  • FSK: ohne Alterseinschränkung gemäß §14 JuSchG
  • EAN: 4250015780923
  • Artikelnr.: 33192751
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.04.2019

Gewalt ohne Aktion
Krzysztof Zanussis "Äther" hat bei Go East Premiere

Der Doktor, der kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs mit der narkotisierenden Wirkung des Äthers experimentiert, hält sich für einen Wohltäter. Doch seine erste Patientin will er zum eigenen Wohl wehrlos machen und verabreicht ihr zudem eine Überdosis. Krzysztof Zanussis Drama "Äther" beginnt im russischen Teil Polens und setzt sich fort jenseits der Grenze zum österreichisch-ungarischen Kaiserreich, wo namentlich das Militär Verwendung für Talente wie die des Arztes hat.

In seinem jüngsten Film entwirft Zanussi eine Variante der vertrauten Kinofigur des "mad scientist". Anders als Kollege Frankenstein holt sein Doktor sich das Experimentiermaterial nicht auf den Friedhöfen. Er findet es im Spital, in der Kaserne, im Bordell und im Kloster. Mit einer Mischung aus ärztlicher Autorität und Kungelei mit kommandierenden Offizieren baut er seine Machtposition aus und verschafft sich den Freiraum für Forschung ohne Rücksicht auf Verluste.

Der voriges Jahr gedrehte Film, der jetzt bei Go East, dem Festival des mittel- und osteuropäischen Films, in Wiesbaden zu sehen war, besticht durch die Ästhetik seiner von jeder historischen Patina freien Schauplätze und eine Besetzung, deren Spiel neben dem Habitus der damaligen Zeit auch die Denkmuster der Epoche sichtbar macht. Was bei einer anderen Handlung wie ein pittoreskes Genrebild hätte wirken können, verwandelt sich durch das extreme Geschehen zuverlässig in eine Folge ernüchternder Erlebnisse.

Der 1939 in Warschau geborene Regisseur stellt das in der Ukraine gedrehte Zwei-Stunden-Opus im Museum Wiesbaden als Beispiel für europäische Kooperation mit Partnern von Litauen bis Frankreich vor. Und stimmt sein Publikum auf die Gratwanderung der Wissenschaft zwischen Physik und Metaphysik ein. Im Werkstattgespräch nach der Vorführung geht es ihm darum, welche Erkenntnisse und technischen Möglichkeiten es an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert alle schon gab.

Zur damaligen Realität gehörte eine Bereitwilligkeit des einzelnen Bürgers zur staatlich entfesselten Gewalt, die der Gegenwart kaum noch nachvollziebar erscheint. Deshalb findet Zanussi unseren Blick auf die archaischen Exzesse des Weltkriegs nicht ganz objektiv. Sein möglichst unverstellter Blick jedoch bringt jenen Pessimismus hervor, der auch in "Äther" keinerlei Hoffnung auf das für Hollywood obligatorische sinnhafte Ende zulässt.

Zanussi zählt fast schon zur zweiten Generation der jungen polnischen Filmemacher, die in Werken wie Andrzej Wajdas "Kanal" und "Nachtzug" von Jerzy Kawalerowicz ihre persönliche Herkunft zusammen mit der ihrer Nation erkundeten. Die folgende Phase der polnischen neuen Welle brachte die Wendung zu mehr Innerlichkeit. Da aber wurden Werke aus Polen in Deutschland nicht mehr vergleichbar intensiv wahrgenommen.

Was dem Zuschauer dabei entgeht, auch dem am Bildschirm, hat das Festival mit einer Hommage an den Regisseur deutlich gemacht, beginnend 1965 mit seiner Hochschulabschlussarbeit "Tod eines Provinzials" als Vorfilm zum ersten Spielfilm "Struktur des Kristalls". Liegt die mangelnde Bekanntheit daran, dass Zanussi das Böse wie in "Äther" nicht mit Action und Power entfaltet? Setzten er und seine Landsleute auf die falschen Themen? Mit seinen 27 Filmen hat er sich zahlreiche Festivalpreise von Locarno bis Valladolid und von Cannes bis Tokio verdient, und die sprechen eigentlich dagegen.

JÜRGEN RICHTER

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