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»Mein Name ist Justyna. Ich komme aus Polen. Ich bin Putzfrau. Ich sehe, wie es wirklich aussieht im Leben der Leute. Und was mir da manchmal begegnet, hätte ich nicht für möglich gehalten …« Täglich macht Justyna Bekanntschaft mit den »schmutzigen Geheimnissen« ihrer Kunden. Sie weiß genau, wer ein teures Auto vor der Tür hat, aber nicht genug im Kühlschrank, um satt zu werden. Wer auf coolen Macho macht, daheim aber in Bärchenwäsche schläft. Oder wer der eigenen Frau den liebevollen Ehemann vorspielt, vor der Putzfrau aber schon mal die Hosen runterlässt. Lange hat Justyna höflich geschwiegen, doch jetzt packt sie aus ……mehr

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Produktbeschreibung
»Mein Name ist Justyna. Ich komme aus Polen. Ich bin Putzfrau. Ich sehe, wie es wirklich aussieht im Leben der Leute. Und was mir da manchmal begegnet, hätte ich nicht für möglich gehalten …« Täglich macht Justyna Bekanntschaft mit den »schmutzigen Geheimnissen« ihrer Kunden. Sie weiß genau, wer ein teures Auto vor der Tür hat, aber nicht genug im Kühlschrank, um satt zu werden. Wer auf coolen Macho macht, daheim aber in Bärchenwäsche schläft. Oder wer der eigenen Frau den liebevollen Ehemann vorspielt, vor der Putzfrau aber schon mal die Hosen runterlässt. Lange hat Justyna höflich geschwiegen, doch jetzt packt sie aus …

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  • Produktdetails
  • Verlag: Knaur eBook
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 11.01.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783426406540
  • Artikelnr.: 37451897
Autorenporträt
Justyna Polanska ist 32 Jahre alt und stammt aus Polen. Um Geld für eine Ausbildung zur Visagistin zu verdienen, ging sie nach Deutschland und arbeitet seitdem als Putzfrau. Möglicherweise putzt sie auch in Ihrer Wohnung.
Rezensionen
"Keine hohe Literatur, aber super, wenn man selber keine Justyna hat und sich kurz mal vom Bügeln drücken will." Eltern, 01.05.2018
Besprechung von 15.03.2011
Die Hausherrin muss schon bitten, und der Gatte hätte da noch ein Anliegen
Rückansichten bürgerlicher Aufgeräumtheit: Eine junge polnische Putzfrau in Deutschland berichtet von ihren ziemlich niederschmetternden Erfahrungen

Das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Putzfrau ist paradox. Sie kennt intime Details unseres Privatlebens, die wir nicht einmal unseren engsten Freunden offenbaren würden. Wir überlassen ihr den Wohnungsschlüssel, gewähren ihr Eintritt zu Schlaf- und Badezimmer, vertrauen ihr die teure Garderobe an. Trotzdem: Zu Kaffee und Kuchen möchten wir sie nicht mit am Tisch haben. Sie darf unser Silber putzen, aber davon essen? Das doch bitte nicht! Außerdem fürchten wir, sie könne uns blamieren, ausplaudern, wie es hinter der blankpolierten Fassade unserer Wohlanständigkeit wirklich aussieht. Das wäre mehr als ein Kündigungsgrund, das wäre eine Katastrophe.

Genau die hat Justyna Polanska riskiert. Die 32-jährige Polin putzt seit elf Jahren in deutschen Haushalten und hat ein Buch darüber geschrieben. "Unter deutschen Betten" zeigt die beachtliche Bandbreite der Widerwärtigkeiten des deutschen Bürgertums, wobei Doppelmoral, Niedertracht und Hochmut noch zu den harmlosesten zählen.

Mit neunzehn entschied sich Justyna für ein Leben in Deutschland, weil es in ihrer Heimatstadt Posen keine Perspektiven für die ehrgeizige Abiturientin gab. Auf eine Anzeige hin geht sie als Au-pair nach Offenbach. Doch statt in eine Familie kommt sie zu einem geschiedenen Arbeitslosen, der sich auf dem zur Neige gehenden Wohlstand seiner großbürgerlichen Mutter ausruht. Es folgen zehn Monate Ausbeutung als Hausmädchen, Babysitterin, Köchin, Putzfrau, in denen der Hausherr sie täglich Hunger leiden lässt und am Ende auch noch um ihren Lohn prellt.

Ein schlechter Einstand im Land ihrer Träume. Doch Justyna lässt sich nicht unterkriegen. Sie nimmt ihr Glück in die eigenen Hände und sattelt auf Putzen um. Ein einträglicher Job, wie sich herausstellt. Zumal sie schwarz arbeitet. Anders ginge es gar nicht, auch wenn sie anfangs danach fragte. Keiner will schließlich Steuern zahlen. Interessanterweise vor allem Richter, Anwälte und Polizisten nicht. Eine Richterin drohte ihr sogar mit einer Anzeige für den Fall, ihre Schwarzarbeit im Richterhaushalt irgendwem gegenüber zu erwähnen. Bei einem Polizisten gehört die Pflege der Hanfzucht mit zu Justynas Aufgaben. Es sei doch Quatsch, beschlagnahmte Sachen wegzuwerfen, sagte er zu ihr. Ein anderer Polizist macht an einem Tag Razzien gegen Schwarzarbeiter auf dem Bau, und am nächsten kommt Justyna.

Was die Autorin unter deutschen Betten hervorkehrt, löst Brechreiz aus: ein ganzer abgefallener Nagel des großen Zehs, die mumifizierten Überreste eines seit Wochen vermissten Hamsters, benutzte Kondome, Tampons mit Zeichen der Verrottung, ein halbes Hähnchen, Hundekotze, zwei frisch entfernte Weisheitszähne vom Vortag und Milchpackungen mit vergorenem Inhalt. Doch das eigentlich Erschütternde sind nicht die Relikte bürgerlicher Messiehaftigkeit, sondern die abscheulichen Verhaltensweisen, die die Auftraggeber ihrer Putzfrau gegenüber an den Tag legen.

Um Gründlichkeit und Ehrlichkeit ihrer Hilfe zu überprüfen, lassen sich die Damen des Hauses - auch im 21. Jahrhundert ist die Einstellung und Überwachung des Personals Aufgabe der Hausherrin - einiges einfallen. Sie legen Centstücke auf Bilderrahmen, kleben Schubladen mit Haaren zu, verstecken Geldscheine zwischen Sofakissen oder schmieren Exkremente unter die Klobrille. Justyna lässt alles über sich ergehen, doch ihre Ehrlichkeit wird mit rassistischen Äußerungen belohnt: Sie sei ja gar keine richtige Polin, wenn sie noch nichts geklaut habe.

Für viele Frauen ist die Putzfrau ein niederes Wesen, an der sie ohne Konsequenzen ihre Psychosen auslassen können, erzählt Justyna. Dafür werde sie schließlich bezahlt, bekommt sie zu hören. Trinkt die Familie bei brütender Hitze kühlen Eistee, bekommt die schrubbende Putze natürlich nichts ab. Aber den leeren Krug darf sie spülen. Auch mit der täglichen Portion Sexismus lernt Justyna umzugehen. Oft sind es gerade die ehrenwerten Herren Anwälte, die glauben, sie könnten von der adretten Reinemachfrau für zehn Euro die Stunde auch sexuelle Dienste verlangen. Nicht selten wird Justyna bei Einstellungsgesprächen nach Busengröße, Alter und Haarfarbe gefragt. Einer ihrer Arbeitgeber schämte sich nicht, eben noch seiner Frau den liebevollen Ehemann vorzuspielen und im nächsten Augenblick vor der Putzfrau die Hosen runterzulassen.

Ganz hakelig wird es, wenn es ans Bezahlen geht. Plötzlich ist "gerade kein Geld" im Haus, es wird penibel im Viertelstundentakt abgerechnet oder der Stundensatz fürs Staubwischen willkürlich nach unten gesetzt. Die dreisteste Ausrede tischte jedoch eine Unternehmensberaterin und Richtergattin auf. Sie könne leider gerade nicht zahlen, sie habe doch diesen schrecklichen "Kaufzwang" und heute schon 700 Euro für eine Hose ausgegeben.

Für die Angesprochenen mag die Offenbarung solcher Peinlichkeiten ein Affront sein. Doch dieser Bericht ist nicht die Abrechnung einer missmutigen Putzfrau, die sich mit schmutzigen Details aus dem Privatleben an ihren undankbaren Arbeitgebern rächen will. Justyna Polanska geht es um Respekt. Und den sollten wir ihr zollen. Denn das ist schließlich die einzig angemessene Verhaltensweise gegenüber einer Frau, die zu Hause für andere die Drecksarbeit erledigt.

SARAH ELSING

Justyna Polanska: "Unter deutschen Betten". Eine polnische Putzfrau packt aus.

Verlagsgruppe Droemer Knaur, München 2011. 224 S., br., 8,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sarah Elsing möchte der Autorin ihren Respekt zollen. Justyna Polanska ist eine polnische Putzfrau, die ihre Erlebnisse in deutschen Haushalten aufgeschrieben hat, und dies nicht als Anklage oder Abrechnung, wie Elsing erläutert, sondern als Aufruf - eben zu mehr Respekt. Obwohl es Gründe genug gäbe, den Moralbürgern, bei denen Polanska arbeitet und die privat buchstäblich die Hosen runterlassen, den Marsch zu blasen. So sieht es aus: Da kommt jemand mit den ehrlichsten Absichten und gerät in einen Sumpf aus Exkrementen, benutzten Kondomen und schimmelnden Hühnerkeulen unterm Bett. Dass die Autorin darüber ehrlich geblieben ist und das Elend recht nüchtern dokumentiert, findet Elsing höchst anständig.

© Perlentaucher Medien GmbH