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Als Glückskinder oder fast Glückskinder – denn sie hatten alles verloren außer dem Leben – können die Mitglieder der weitverzweigten Familie Wolffsohn bezeichnet werden, die dem Holocaust entkommen sind, nach Palästina, später Israel, oder in andere Gegenden der Welt. Einige kehrten sogar nach Deutschland zurück, trotz allem, so wie Michael Wolffsohns Großvater Karl Wolffsohn mit seiner Frau Recha. Was sie erlebten, wie sie vorher, im Exil und nachher lebten und liebten, wie ihr Erleben Kinder und Kindeskinder prägte, davon erzählt Michael Wolffsohn pointiert und ohne jede Schönfärberei.…mehr

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Produktbeschreibung
Der Bestseller jetzt im Taschenbuch

Als Glückskinder oder fast Glückskinder – denn sie hatten alles verloren außer dem Leben – können die Mitglieder der weitverzweigten Familie Wolffsohn bezeichnet werden, die dem Holocaust entkommen sind, nach Palästina, später Israel, oder in andere Gegenden der Welt. Einige kehrten sogar nach Deutschland zurück, trotz allem, so wie Michael Wolffsohns Großvater Karl Wolffsohn mit seiner Frau Recha. Was sie erlebten, wie sie vorher, im Exil und nachher lebten und liebten, wie ihr Erleben Kinder und Kindeskinder prägte, davon erzählt Michael Wolffsohn pointiert und ohne jede Schönfärberei.

Autorenporträt
<b>Michael Wolffsohn</b>, Prof. Dr., geb. 1947 in Tel Aviv, stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie, die 1939 nach Palästina fliehen musste. Seine Eltern kehrten 1954 nach Deutschland zurück. Von 1981 bis 2012 war er Professor für Neuere Geschichte an der Bundeswehruniversität München. Michael Wolffsohn veröffentlicht regelmäßig in nationalen und internationalen Medien und hat über 30 Bücher vorgelegt, unter anderem ›Wem gehört das Heilige Land?‹ (11. Aufl. 2014). Zuletzt bei dtv: ›Zum Weltfrieden. Ein politischer Entwurf‹, ›Zivilcourage. Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt‹. 2017 wurde Michael Wolffsohn als »Hochschullehrer« des Jahres ausgezeichnet.
Rezensionen
»Michael Wolffsohn wuchert wunderbar mit seinem Pfund: Ganz Israeli, ganz Deutscher und ein gebranntes Weltkind. Und dabei ganz und gar, wie die Jidden es nennen: »... a Mentsch!‹«
Wolf Biermann 26. Februar 2017
Besprechung von 17.05.2017
Vom Geist der Lichtburg
Der Historiker Michael Wolffsohn erzählt die „Weltgeschichte seiner Familie“. An diesem Mittwoch feiert er seinen 70. Geburtstag
„Notgemeinschaft für eine freie Universität“, stand 1970 auf Flugblättern in einem Hörsaal in Berlin-Dahlem. Farbe und Papierqualität fielen auf, vor allem überzeugte der Text den Studenten Michael Wolffsohn. Er fragte einen Kommilitonen, was es mit dieser Notgemeinschaft, der Nofu, auf sich habe. Das seien Nazis, war die Antwort und die Angelegenheit damit vorerst erledigt. Doch Wolffsohn hörte sich um, erfuhr Näheres über den Westberliner Ableger des „Bundes Freiheit der Wissenschaft“. Später wurde er studentisches Mitglied im Nofu-Vorstand. Bund wie Notgemeinschaft hatten den Ruf, „finster reaktionär und braun“ zu sein. Aber Wolffsohn wusste es längst genauer. Zu den Gründern des Bundes, der sich sozialistischen und kommunistischen Studentengruppen entgegenstellte, gehörte etwa der Politikwissenschaftler Richard Löwenthal, von 1926 bis 129 KPD-Mitglied, 1935 vor den Nazis über Prag und Paris nach London geflohen, später SPD-Mitglied und Berater Willy Brandts. Neben Löwenthal gab es den Politikwissenschaftler Ernst Fraenkel, auch er ein deutscher Jude, 1918 Mitglied eines Soldanterats, Sozialdemokrat seit 1921, 1938 in die USA entkommen.
Wolffsohn selber war 1947 in Tel Aviv geboren worden, in einer deutschjüdischen Familie, die 1939 nach Palästina hatte fliehen müssen. Bevor er im November 1970 das Flugblatt fand, hatte er freiwillig in der israelischen Armee gedient. Er sah die Welt mit guten Gründen anders als viele der 68er, die damals an der Freien Universität den Ton angaben. In seinem neuen Buch berichtet er knapp über das Flugblatt, das Gerede von den „finsteren Gestalten“. Aber er vermeidet Häme und späten Triumph, nur leisen Spott kann er sich nicht verkneifen. Er hat Wichtigeres vor, als alte Rechnungen zu begleichen. Er erzählt die Geschichte seiner Familie, auch um zu zeigen, „dass nach allem und trotz allem im Mikrobereich ein deutsch-jüdisches Wir möglich war und ist“.
Michael Wolffsohn hat von 1981 bis 2012 Neuere Geschichte an der Bundeswehruniversität in München gelehrt. Er ist ein bekannter Historiker, dank seiner Bücher zur Zeitgeschichte, dank seiner öffentlichen Auftritte, dank seines Widerspruchsgeistes, der ihm den Unwillen mehrerer Verteidigungsminister eingetragen hat. Als Erzähler seiner Familiengeschichte bündelt Wolffsohn Anekdoten, Gedanken, Erinnerungen zu thematischen Kapiteln. Es geht um den Glauben, die Liebe, um Bildung, Geld und Geschichte. Indem er Episoden aus verschiedenen Zeiten nebeneinander setzt, das eigene Handeln oft selbstironisch kommentiert, demonstriert Wolffsohn auch, welche Tugenden ihm in einer offenen Gesellschaft, für ein zivilisiertes Miteinander wünschenswert, ja notwendig erscheinen. Menschlichkeit, Tatkraft, Wahrheitsliebe stehen obenan,
Der „Über-Wolffsohn“ hieß Karl und kam aus dem Regierungsbezirk Posen. Er machte sich auf den Weg nach Westen, gen Berlin, absolvierte eine Druckerlehre bei Ullstein und gründete dann mit zwei Brüdern einen eigenen Verlag nebst Druckerei. 1910 übernahm die „Gebrüder Wolffsohn GmbH“ die Filmzeitschrift Lichtbildbühne. Damit war eine Richtung gefunden. Bald druckte man Programmhefte für Filmtheater. Eigene Kinos kamen hinzu und schließlich die Gartenstadt Atlantic, 1925 bis 1927 errichtet im Berliner Wedding, dem proletarischsten aller proletarischen Viertel Berlins. Deren kulturelles Zentrum war die Lichtburg. Vermögen und Besitz wurden Karl und seiner Frau Recha Wolffsohn geraubt, abgepresst. Sie konnten das Leben retten, wurden aber in Palästina, auch im späteren Israel nicht recht heimisch. So kehrten sie, „auf Zeit“, wie sie sich selbst vormachten, nach Berlin zurück. Es brauchte Geduld und Zähigkeit, bis die Wolffsohns ihr arisiertes Eigentum wenigstens teilweise zurückerhielten. Michael Wolffsohn hat gemeinsam mit seiner Frau und gegen Widerstände nach 2001 die Gartenstadt Atlantic, eine der Berliner Siedlungen aus dem Reformgeist der Zwanzigerjahre, das Familienerbe, sanieren lassen. Die Lichtburg war nach dem Krieg als Corso-Theater weiter betrieben worden, nach dem Mauerbau lag es im Abseits, die Ostberliner Besucher fehlten, man riss das Haus 1970 ab.
Karl Wolffsohn, schreibt sein Enkel, habe bis zu seiner Vertreibung versucht „das Leben der ,kleinen Leute’ schöner und menschlicher zu gestalten“, und das nicht durch Phrasendrescherei, sondern durch Unternehmertum. In Tel Aviv bespritzte Karl Wolffsohn einmal diskutierende, streikende sozialistisch-zionistische Lehrer mit einem Gartenschlauch. Die Rechthaberei, der Lärm, die Fruchtlosigkeit dieses Streits nervten ihn. Indem er aus dem Leben des Großvaters erzählt, erklärt der Enkel den Unmut, ohne sich über die Bespritzten zu erheben.
Dieses Buch besticht nicht nur durch Gerechtigkeitssinn und eine klare Prosa. Es behandelt am Beispiel vieler Lebensläufe die Frage nach der Heimat, dem Zuhausesein. Es gebe in der offenen Gesellschaft zum ersten Mal die Gelegenheit, „die Fesseln der Herkunft zu sprengen – oder sie nicht als Fesseln, sondern als Stützen zu betrachten“. Unter den vielen Büchern des deutschjüdischen Patrioten Michael Wolffsohn ist dieses wohl das versöhnlichste, auf berührende Weise heiter. An diesem Mittwoch wird er 70 Jahre alt.
JENS BISKY
Die Fesseln der Herkunft
kann man sprengen
Michael Wolffsohn, Geschichtsschreiber seiner eigenen Familie.
Foto: WolffsoHN
Michael Wolffsohn: Deutschjüdische Glückskinder. Eine Weltgeschichte meiner Familie. dtv Verlagsgesellschaft. München 2017.
440 Seiten, 26 Euro.
E-Book 21,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Besprechung von 17.05.2017
Nur Verzicht macht den Weg zur Versöhnung frei
Alltagstauglich ohne Bindestrich: Zu seinem Siebzigsten schreibt der Historiker Michael Wolffsohn die Geschichte seiner Familie

Als Michael Wolffsohn heute vor siebzig Jahren in Tel Aviv geboren wurde, gab es noch kein Israel, das wurde erst ein Jahr später gegründet. Seine Muttersprache blieb Deutsch, was damals auch unter deutschen Emigranten unüblich war. Sie waren Israelis, ein Teil sogar revolutionäre Zionisten, und konnten von Deutschland doch nicht lassen. Schon 1949 zieht der Großvater Karl, der "Über-Wolffsohn", nach Berlin zurück. "Von Berlin nach Israel und trotz allem zurück nach Berlin", so steht es auf seinem Grab. Ein Großbürger, der ein Firmenimperium aufgebaut hatte, enteignet und ins Exil getrieben wurde und an der beschämenden Prozedur, an den zu oft verlorenen "Rückerstattungskriegen" zerbrach, die sein Enkel Michael akribisch recherchiert und (für den Leser oft schockierend) im Buch dokumentiert.

Der Filmpionier Karl Wolffsohn hatte seit den zwanziger Jahren eines der größten Archive der Filmwissenschaft aufgebaut, besaß Großkinos nicht nur in Berlin, betrieb mit Partnern die größten Varietés. Das Grundstück der im Krieg zerbombten Scala wurde in den Sechzigern, obwohl der "Eigentümerwechsel" mit dem Jahr 1933 unmissverständlich war, an Ignatz Bubis verkauft. Unfein, finden die Wolffsohns noch immer. Die jüdische Welt, daran lässt der Autor keinen Zweifel, die noch Eltern und Großeltern prägte, sie ist unwiederbringlich untergegangen.

In die Jetztzeit haben Karl und Max Wolffsohns Erben ihre Unternehmensphilosophie gerettet, die sich heute in der großartig sanierten Gartenstadt Atlantic in Berlin-Gesundbrunnen zeigt. Bezahlbare gute Wohnungen und gute Unterhaltung, das waren die Motive der Erbauer dieses Ensembles der Architekturmoderne. Zwar hatte die Gartenstadt durch ihre Lage gleich hinter der Mauer im Westen gelitten, war ihr Zustand so prekär wie die Lebensverhältnisse der meisten Mieter. Aber sie nahmen das Erbe an, bauten auf und aus, mit Kita und Lernwerkstätten, und verzichteten gleichzeitig faktisch auf ein Vermögen, auch auf noch ausstehendes Raubgut. Dass diese jüdisch-mäzenatische Geste kaum wahrgenommen wurde, ihnen stattdessen zuweilen Misstrauen entgegenschlug, hat sie enttäuscht, aber nicht verbittert.

Michael Wolffsohn, der Enkel, der diese fulminante Familiengeschichte aufschreibt, sie ins Große, in die Welt, vor allem in zwei Jahrtausende jüdische Weltgeschichte einordnet, will nicht nur Lebenswege beschreiben. Es geht ihm um das jüdische Selbstverständnis nach dem Krieg, in Israel und in Deutschland, um das Kollektiv, in das man hineingeboren wird und das zu verlassen jedem freisteht, nur ganz entkommen wird er ihm nicht, wie Wolffsohn beharrt. Der Historiker sucht sich auch für dieses Projekt seinen gewohnten Platz, zwischen den wohlgeordneten Stuhlreihen, die "Geschichtspolitiker" einem wie ihm gern zugewiesen hätten. Hier schreibt ein streitbarer Geist, ein Querdenker, der gern gepflegte Klischees mit zuweilen bissigem Humor seziert, der Grauzonen ausleuchtet und vermeintliche Moralität gewohnt scharf geißelt.

Die einen bewundern ihn dafür schon immer, andere lehnen ihn umso heftiger ab. Er kann mit Funktionären wenig anfangen, auch nicht mit jüdischen, was irgendwann darin gipfelte, dass ihm ein berühmter Mann das Jüdischsein aberkannte. Dass so etwas nicht möglich ist und warum, auch davon erzählt er in diesem Buch mit hinreißenden Geschichten und verblüffenden Schlussfolgerungen.

Die Rechtsradikalen werden ihn noch weniger mögen, das Vorurteil sitzt und hat ihn immer wieder Hassattacken ausgesetzt, auch weil er Jahrzehnte an der Bundeswehruniversität lehrte und Denken und Fühlen deutscher Offiziere "verseucht" haben soll. Von links wiederum wurde ihm immer wieder unterstellt, er verbreite den "aggressiven, imperialistischen, zionistisch-israelischen Terrorgeist". Man fand es verdächtig, dass er und seine Familie die Opferrolle verweigerten, dass er nach Schuld, Umkehr und Sühne Versöhnung für ein erstrebenswertes Ziel hält. Das sei nur zu erreichen, wenn die selbstzugeschriebenen, fragwürdigen Rollen von Opfern und Tätern unter den Nachgeborenen endlich aufgegeben würden, schreibt er.

Das Ächten der Mörder und Räuber gehört für Wolffsohn dazu, wie ein "Kainsmal" sollen Gedenktafeln und Gedenkorte für immer daran erinnern, was geschah. Zum Schluss formuliert er noch einmal, was ihm schon viel Ärger eingebracht hat: Er empfiehlt jenen Nachgeborenen, denen es gutgeht, in der dritten Generation, auf das einst Geraubte und bisher nicht erstattete Familieneigentum zu verzichten, weil dieser Verzicht den Weg zur Versöhnung, zum Frieden frei machen könnte. Das neu nach der Katastrophe entstandene Judentum müsse alltagstauglich werden, sagt Michael Wolffsohn. Zum ersten Mal seit Jahrtausenden hätten Juden hier die Chance, gemeinsam mit Nichtjuden eine offene Gesellschaft zu gestalten, die auch deutschjüdisch ist, ohne Bindestrich, wie er mit dem Buchtitel betont.

REGINA MÖNCH

Michael Wolffsohn: "Deutschjüdische Glückskinder". Eine Weltgeschichte meiner Familie.

Deutscher Taschenbuchverlag, München 2017. 440 S., Abb., geb., 26,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Michael Wolffsohn wuchert wunderbar mit seinem Pfund: Ganz Israeli, ganz Deutscher und ein gebranntes Weltkind. Und dabei ganz und gar, wie die Jidden es nennen: "... a Mentsch!'"
Wolf Biermann 26. Februar 2017

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Michael Wolffsohn hat seine Autobiografie als Familiengeschichte getarnt, verrät Stefana Sabin. In "Deutschjüdische Glückskinder" geht es zwar am Rande um Verwandte, um die Familie die vor den Nazis nach Tel Aviv flieht und später trotz allem nach Deutschland zurückkehrt, aber im Grunde erzählt Wolffsohn von sich, von seinem akademischen Werdegang, seiner Karriere, seinen Streits in und mit den Medien und von seinem unverbrüchlichen Recht auf Dissens, so die Rezensentin. Dass ein engagierter Intellektueller mit patriotisch motiviertem Hang zur Ungemütlichkeit viel Spannendes zu erzählen weiß, wundert Sabin nicht, ihr fehlt allerdings ein wenig Feingefühl in der Tonlage. Und auf die "Weltgeschichte" im Untertitel hätte sie angesichts des Ichfokus gut und gerne verzichten können.

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