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Als die fünfjährige Augusta mit ihrer Mutter Barbara ihr Zuhause verlässt, ahnt sie nicht, dass dies ein Abschied von ihrem bisherigen Leben ist. Den Ort, an dem sie bald darauf wohnen, mag sie nicht. Genauso wenig wie Eduard, den Freund der Mutter. Doch Barbara verschweigt ihrer Tochter die Wahrheit. Auf Augustas Frage, wann sie endlich wieder nach Hause fahren, antwortet sie stets nur mit einem unbestimmten "Bald". Dieses Wort gibt Augusta Zuversicht, doch an ihrem sechsten Geburtstag muss sie erkennen, dass sie nie mehr zu ihrem Vater zurückkehren werden. Augusta läuft davon.
Während die
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Produktbeschreibung
Als die fünfjährige Augusta mit ihrer Mutter Barbara ihr Zuhause verlässt, ahnt sie nicht, dass dies ein Abschied von ihrem bisherigen Leben ist. Den Ort, an dem sie bald darauf wohnen, mag sie nicht. Genauso wenig wie Eduard, den Freund der Mutter. Doch Barbara verschweigt ihrer Tochter die Wahrheit. Auf Augustas Frage, wann sie endlich wieder nach Hause fahren, antwortet sie stets nur mit einem unbestimmten "Bald". Dieses Wort gibt Augusta Zuversicht, doch an ihrem sechsten Geburtstag muss sie erkennen, dass sie nie mehr zu ihrem Vater zurückkehren werden. Augusta läuft davon.

Während die Polizei nach dem Kind sucht, wird die Mutter in ihrer Angst auf sich selbst zurückgeworfen. Es zeigt sich, dass ihr Leben schon immer von Flucht und der verzweifelten Suche nach Halt geprägt war. Auf fatale Weise hat Barbara die Fehler ihrer Familie wiederholt - und wird damit das Leben ihrer Tochter für immer verändern.

'Augustas Garten' ist die ebenso poetische wie aufwühlende Geschichte einer Trennung und eines ersehnten Neubeginns, eine Geschichte über das Verschwinden und über die tragischen Folgen, die aus zu langem Schweigen erwachsen können. Ein Roman, der zu Herzen geht.
  • Produktdetails
  • DuMont Taschenbücher Nr.6389
  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • Seitenzahl: 224
  • Erscheinungstermin: 19. Juli 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 123mm x 20mm
  • Gewicht: 256g
  • ISBN-13: 9783832163891
  • ISBN-10: 3832163891
  • Artikelnr.: 44952125
Autorenporträt
Andrea Heuser, geboren 1972 in Köln, lebt heute mit ihrer Familie in München. Sie studierte Germanistik, Politik und Vergleichende Religionswissenschaften in Köln und Bonn. Promotion 2008 mit einer Studie zur deutsch--jüdischen Literatur. Literarische Arbeiten im Bereich Lyrik, Prosa, Libretti und Musiktheater. 2008 erschien ihr Lyrik-Debüt 'vor dem verschwinden', für das sie u. a. mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis des Literarischen März Darmstadt ausgezeichnet wurde. 2012 war sie unter den Finalisten für den Lyrikpreis Meran. 'Augustas Garten' ist Andrea Heusers erster Roman. Für die Arbeit an ihrem nächsten Roman erhielt sie 2016 das Literaturstipendium des Freistaats Bayern.
Rezensionen
"Ein vielschichtiger, kluger Debütroman"
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

"'Augustas Garten' ist ein poetischer, aufwühlender Roman einer Trennung und eines ersehnten Neubeginns sowie eine Geschichte über die tragischen Folgen, die aus zu langem Schweigen erwachsen können."
BUCH AKTUELL

"Heuser beschreibt [...] so fein und psychologisch nuanciert, dass die geballte Tragik menschlicher Beziehungen [...] offenbar wird."
Kerstin Meier, KÖLNER STADT-ANZEIGER

"Ein vielschichtiges, sehr sensibles Buch."
FREUNDIN

"'Augustas Garten' besitzt eine anrührende Zartheit, der schwer zu widerstehen ist."
Ruth Dickhoven, WDR5 SCALA

"Ein starkes Stück Literatur, dieses Debüt"
BÜCHERMARKT DEUTSCHLANDRADIO

"Ein atmosphärisch dichter Roman über Schweigen und Sprachlosigkeit, über Liebe und Verlust [...] Der Abschied von der bedingungslos vertrauenden Perspektive des Kindes."
Angelika Otto, MÜNCHNER FEUILLETON
"'Augustas Garten' ist ein poetischer, aufwühlender Roman einer Trennung und eines ersehnten Neubeginns sowie eine Geschichte über die tragischen Folgen, die aus zu langem Schweigen erwachsen können." -- BUCH AKTUELL

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 19.02.2015

Das flüchtige Glück
Die Münchner Autorin Andrea Heuser und ihr vielschichtiger Debütroman „Augustas Garten“
München – „Als Augusta fünf Jahre alt war, schaute sie zum ersten Mal zurück.“ Wer Bücher nach ihren ersten Sätzen bewertet, wird anerkennen: Das ist ein starker Anfang. Und er passt, denn das Kind, das in diesem Roman eine Hauptrolle spielt, muss ungefragt in ein neues Leben aufbrechen. Augusta wird von der Mutter in ein Auto gesetzt und sieht den Vater durch die Fensterscheiben immer kleiner werden: Die Mutter zieht mit ihr fort, hin zu einem neuen Mann. Und Augusta, schwer getroffen, versteht nicht, wie ihr geschieht.
  Die Münchner Schriftstellerin Andrea Heuser macht in ihrem Debütroman „Augustas Garten“, der vor einigen Monaten bei Dumont erschienen ist, die Probleme einer Patchwork-Familie zum Thema. Heute ist das keine Seltenheit mehr; der autobiografisch inspirierte Roman der 43-Jährigen spielt jedoch in den Siebzigerjahren. Damals wurde in dem Kölner Vorort, in dem Heuser aufwuchs, über die Nachbarn noch „geflüstert, und in der Kirche wurde gewispert“.
  Für sie sei die Trennung der Eltern damals ein „Riesenschock“ gewesen, erzählt Heuser bei einem Treffen im Stadtcafé. Anders als heute hätten Kinderpsychologen ihrer Mutter den Rat gegeben, dem Kind die Wahrheit nur schrittweise nahezubringen – eine verheerende Taktik: „Man klammert sich an ein Wort“, erinnert sich Heuser an ihre damaligen Hoffnungen auf Rückkehr, „ein Wort wird zu einer ganzen Welt, während die Sachen schon in den Schränken verschwinden“.
  Diese für sie wie für viele Kinder heute „sehr elementare Erfahrung“ umkreist Heuser in ihrem vielschichtigen Roman aus mehreren Perspektiven: Zum einen schreibt sie – ein ungewöhnlicher Kunstgriff – aus Augustas naturgemäß eingeschränkter Kinderperspektive, zum anderen aus der Sicht der Mutter Barbara. Aus diesen beiden Blickwinkeln erzählt sie abwechselnd, wie sich die Situation in der Familie dramatisch zuspitzt: Denn als Augusta sechs Jahre alt wird und ihre Hoffnung auf eine Rückkehr zum Vater immer noch nicht wahr geworden ist, beschließt sie kurzerhand wegzulaufen.
  Und so wird auch das Flucht-Motiv zu einem bestimmenden Thema dieses Buches: Die Flucht von Augusta wird gespiegelt von den Erinnerungen ihrer Mutter, die selbst im Zweiten Weltkrieg auf der Flucht geboren wurde und die auch als Erwachsene immer wieder flüchten wird. Auch wenn Heuser nicht die Bücher der Autorin Sabine Bode gelesen hat, die die von den „Kriegskindern“ an die „Kriegsenkel“ weitergegebenen Traumata analysiert hat, so beschreibt sie in ihrem Roman doch sehr anschaulich, welche Botschaften in vielen Familien über die letzten Generationen hinweg weitergegeben wurden: Die Mutter Barbara habe „kein Muster für Beziehungen, für Liebe mitbekommen“, sagt Heuser. Über vieles habe man in den Familien nicht geredet – und sei daher vom Ungesagten weiterhin beherrscht worden: „Diese Barbara ist eine Ringende, eine Suchende, mit blinden Flecken.“
  Heuser will in ihrem Roman, der mit Stipendien des Deutschen Literaturfonds und der Stadt München gefördert wurde, die „Topografie einer Erinnerungslandschaft“ entwerfen. Es ist ein Thema, das sie stark beschäftigt: Ein zweiter Roman, der über drei Generationen reichen soll, ist bereits in Planung.
  Auch zuvor hat sie sich immer wieder mit verschiedenen Facetten von Erinnerung, von Vergangenheit beschäftigt. Die Germanistin hat in ihrer Promotion die Ausprägungen jüdischer Identität in der Literatur analysiert, außerdem hat sie Libretti zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben; darüber hat sie übrigens auch ihren Mann kennengelernt, den Komponisten Moritz Eggert, für den sie vor vielen Jahren nach München gezogen ist.
  Vor allem aber hat sich Andrea Heuser bereits als Lyrikerin und als Lyrik-Vermittlerin einen Namen gemacht; auch in ihrem 2008 erschienenen Gedichtband „vor dem verschwinden“ ging es ihr um die Vergänglichkeit, um „Dinge, die sich entziehen“. Andrea Heuser versucht in ihren Texten, diese Dinge „festzuhalten, bevor sie einem entgleiten“. Und auch wenn ein Roman wie „Augustas Garten“ autobiografisch motiviert sein mag, so geht es Heuser doch erkennbar neben dem Inhalt immer um die Form: um die Transformation durch Sprache, um „das Unterströmige“ von Literatur, wie sie sagt: „Die Sprache schafft eine neue Wirklichkeit.“
  Auch für das Kind Augusta schafft die Sprache eine neue Wirklichkeit, und diese Wirklichkeit ist ziemlich komplex. Hieß Heusers Gedichtband noch „vor dem verschwinden“, geht es jetzt um die dramatischen Konsequenzen des Verschwindens. Man könnte als Schlusssatz dieses Romans daher durchaus eine Kapitelüberschrift des Lyrikbandes wählen: „glück, ich ging weiter“ heißt sie, in schöner, böser Mehrdeutigkeit.
ANTJE WEBER
Andrea Heuser hat bislang vor allem Lyrik geschrieben.
Foto: Catherina Hess
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