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Eike Christian Hirsch unterhält die Leser erneut mit wunderbaren Beobachtungen zu den Maschen und Marotten des neuen Deutsch. Statt «daher» sagen wir heute «von daher» und statt «Regeln» «Regularien», damit alles ein klein wenig pompöser klingt, aber das ist ja letztlich, nein, «letztendlich» egal. Was aber sollen wir von einem «Gipfeltreffen nachwachsender Rohstoff-Experten» oder von «Spezialisten für freilaufende Eier» halten?…mehr

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  • Größe: 3.11MB
Produktbeschreibung
Eike Christian Hirsch unterhält die Leser erneut mit wunderbaren Beobachtungen zu den Maschen und Marotten des neuen Deutsch. Statt «daher» sagen wir heute «von daher» und statt «Regeln» «Regularien», damit alles ein klein wenig pompöser klingt, aber das ist ja letztlich, nein, «letztendlich» egal. Was aber sollen wir von einem «Gipfeltreffen nachwachsender Rohstoff-Experten» oder von «Spezialisten für freilaufende Eier» halten?

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 156
  • Erscheinungstermin: 19.09.2019
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406742286
  • Artikelnr.: 57576779
Autorenporträt
Eike Christian Hirsch war Redakteur im Hörfunk des NDR. Einem breiten Leserkreis ist er durch seine Sprachglossen «Deutsch für Besserwisser» bekannt geworden, die im «Stern» erschienen.
Inhaltsangabe
Inhalt

I. Läuft bei dir

Ich darf ins Wartezimmer- Geht's gut? Alles gut? - Tut ganz schön weh- Häme ausgekübelt - Tiere bitte nicht diskriminieren - Mit Gänsehaut und Schockstarre - Restsonntag - Das allgemeine Du - Er besitzt große Schulden - Die Farben können abweichen

II. Wörtlich betäubt
Dank dem Unwetter, das dafür sorgte ... - Wie das Fräulein abgeschafft wurde- Bürger innenmeister innen - Welten, ein Paralleluniversum - Nachwachsende Rohstoff-Experten - DAS GROßE ESZETT - Hintergrund dieser Entwicklung ist ... - Leipzig ist das neue Berlin - Die Flüchtlinge sorgen mich - Sehen, was einen Sinn macht

III. So was von Deutsch

Mir ist damit unwohl - Die Kosten belasten wir Ihrem Konto - Ein Algorithmus sorgt dafür - Werbung, etwas übertreibend - Eine Katastrophe wie vor drei Jahren verhindern- Fünf Minuten Fahrplanabweichung - Ein dickes Plus im Preis - Stillen schon vor der Geburt - Nicht die Sekunde null- Wechsel der Perspektive

IV. Wie aus der Zeit gefallen

Bei Ausländern beliebte deutsche Wörter - Ihre Privatsphäre war unsere höchste Priorität- Von daher - Sehen gelassen zu haben - Wo ist bei der Zeit hinten? - Hochgelobt oder hoch gelobt? - Beides kann nicht wahr sein - Deutsch-Englisch: Arm, Hand und Finger - Trojaner und Lebensversicherung- Stabiles Fahrwasser

V. Viel Luft nach oben

Glück und Glück - Dem Affen eine Leiter hinstellen - Die Bedarfe von Kindern - Was mir als Fremdwort erschien - Für den saudischen König gesperrt - Das Fehlen von Liebe und Sinnlosigkeit- Wir sollten los - Falsche Bilder- Sakrileg und sakrosankt - Alles teilen, vor allem Fotos

VI. Wortsalat

Authentisch ist echter als echt - Hinter verschlossenen Türen - Amerikanische Redewendungen - Wendungen, von uns selbst erfunden - Vorbehaltlich einer diesbezüglichen Regelung - Recht missverständlich: Common Sense - Wegen meinem Unfall - Warnen oder mahnen - Das schönste deutsche Wort- Noch mehr schönste Wörter

VII. Alles klar. Kein Problem

Sanktionieren - Die Sonne ist schuld. Und der Computer - Ich möchte: Wie ein Verb erfunden wurde - Trennungsgerüchte von seiner Frau - Bayern bei Masern spitze - Doppelpunkt und Gedankenstrich - Bestgehasst - Kant's Werke - Dem großen Adorno geschuldet - Snob, eine irrige Erklärung

VIII. Echt jetzt?

Auf Nummer sicher gehen - Adrenalin in seiner schärfsten Form - Wir gucken auf Bayerns Sieg - Sparen, sparen und sparen - Überladen und angeschärft - Sie drang und sie drängte- Man, bei einigen unbeliebt -Weniger als befürchtet - Segel, aus Blättern gewoben - Wenn sich die Schlagzeilen beißen

IX. Aus dem Wörtersee

Er dementiert, dass er dement ist - Ich mag andere, geistreiche Menschen - Alles klar? - Lieber Herr Hirsch - Okapi sind stark geschrumpft - Beleidigt? Nichts weniger als das! - Eine Kanzlerin, die Krise kann - Anders ist besser - Drei Männer ertranken - Eigentlich ist das verboten- Geschleifte Bänke

X. Genau!

Kalifornien, ein Kalifat - Der wahre Arbeitgeber - Begriffe, die nach Namen heißen - Was den Sprechenden nicht gut bekam- Empathie und Frustration - Menschen als Zahlen- Ein Denkmal der Schande - Verbrechen gegen die Menschheit - Kindesmissbrauch - Holocaust
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 08.10.2019

NEUE TASCHENBÜCHER
Deutsch
kann allemal weg
Mit boshafter Präzision analysiert Eike Christian Hirsch die Ausgeburten des „neuen Deutsch“ – in einer erschöpfenden Litanei aufgespießt die Fundstücke lässiger bis schludriger Sprech- und Sprachgewohnheiten, wie sie sich eingebürgert haben in den Echoräumen der Medien und der Politik, in Redensarten vieler Menschen. Der Autor, mehrfach mit „Deutschkritik“ instruktiv hervorgetreten, kann sich auf seine durchweg beklemmende Beobachtung notorischer Sprachverklemmungen verlassen. Beispielsweise, wenn er den Aufstieg des Begriffs „authentisch“ mit dem Niedergang von „echt“ kurzschließt, also im Dunstkreis der Politiker: „Die sind nur authentisch, wenn sie ein wahres, richtiges Leben führen. Etwas viel verlangt. Unverstellt, ehrlich und natürlich reicht nicht mehr.“ Der frühere Rundfunkredakteur kennt die „radikale Übertreibung“ in den Werbesprachen: „Auto überschlägt sich: Insassen im Glück“ – hat er einmal gelesen: Klar ist ihm der hier verwischte Unterschied von „Glück gehabt“ und „mein Glück gefunden“. Die Engländer besäßen dafür ja zwei Wörter: luck und happiness. Sie tun sich, wenigstens darin, leichter als die Deutschen. WOLFGANG SCHREIBER
Eike Christian Hirsch:
Ist das Deutsch oder kann das weg? Die schönsten Einfälle des neuen Deutsch. C. H. Beck,
München 2019.
156 Seiten, 12,95 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.11.2019

Triftige Sprachkritik

Eike Christian Hirsch ist ein aufmerksamer Hinhörer auf die Sprache, und die richtige Einstellung hat er auch - denn er eifert nicht. Zum Beispiel, wenn sich etwas aus dem Englischen zeigt. So stellt er in seinem neuen Buch eine Liste von deutschen Wendungen, die aus dem Englischen übernommen sind, zusammen und hat nichts gegen sie einzuwenden - auch nicht gegen das oft geschmähte "das macht Sinn". Und ist es nicht auch absurd, etwas abzulehnen, nur weil es Entsprechendes auch im Englischen gibt? Es geht also um Sprachkritik. Und gerade als Sprachwissenschaftler begrüßt das der Rezensent, umso mehr, als sich die Sprachwissenschaft kaum für Sprachkritik interessiert. Denn sie will nur wissen, wie eine bestimmte Sprache aufgebaut ist, wie sie sich herausgebildet hat.

Doch Vernunft gibt es auch außerhalb der Wissenschaft, und Hirsch bringt sie gut in Anschlag. Er breitet eine Fülle von ganz verschiedenen, triftigen Beispielen, von "Sprachunfällen", wie er auch sagt, aus von dem harmlosen, aber doch eigentlich etwas unangebrachten "Sie dürfen sich noch ins Wartezimmer setzen!" der Arzthelferin bis hin (und dies ist nun wahrlich ernst) zum im Grunde skandalösen Gebrauch des Wortes "Holokaust". Ursprünglich meinte dieses griechische Wort, das ein hebräisches des Alten Testaments übersetzt, eine fromme Handlung, nämlich die Gott als gefälliges Opfer dargebrachte "Gesamtverbrennung" eines Tiers. Dass dieses Wort zur Bezeichnung für das Verbrechen der Judenvernichtung werden konnte, geht darauf zurück, dass es im Englischen früh die Bedeutung "Katastrophe" erhielt. Aber es gibt ja neben ihm, das ebenfalls gebräuchliche, direkt dem Hebräischen entlehnte Wort "Schoa", das von vorneherein - und zwar im Bild eines verderblichen Sturms - "Katastrophe" bedeutete.

Der Rezensent hat dies übrigens schon vor Jahren dargelegt und freut sich über die Übereinstimmung. Und er findet auch sonst, von wenigem abgesehen, in diesem für Sprachfreunde sehr lesenswerten und auch unterhaltsamen Buch kaum Anlässe zum Widerspruch. Darlegungen wie die zu "Holokaust" stoßen auf den richtigen Einwand, dass man eine üblich gewordene Redeweise kaum mehr wieder loswird. Richtig ist aber auch, dass zumindest der Einzelne sich weigern kann, Dinge so zu sagen, wie sie die meisten sagen. Dies gerade gehört zur Freiheit von Sprechern.

HANS-MARTIN GAUGER.

Eike Christian Hirsch: "Ist das Deutsch oder kann das weg?"

Die schönsten Einfälle des neuen Deutsch.

C. H. Beck Verlag, München 2019. 156 S., br., 12,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Sehr lesenswert und auch unterhaltsam." Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hans-Martin Gauger