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Noch heute betrachten viele Sportfunktionäre und Sportpolitiker die Kinder- und Jugendsportschulen der DDR als vorbildlich und nachahmenswert für das vereinigte Deutschland. In der DDR galten sie als wichtiger Baustein des "Sportwunderlandes" mit seinen außergewöhnlichen Erfolgen bei Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften. René Wiese liegt mit diesem Buch die erste umfassende, wissenschaftliche Studie zu den Strukturen, Mechanismen und Konflikten der sagemumworbenen Sportschulen auf der Basis bislang unausgewerteter Quellen vor.…mehr

Produktbeschreibung
Noch heute betrachten viele Sportfunktionäre und Sportpolitiker die Kinder- und Jugendsportschulen der DDR als vorbildlich und nachahmenswert für das vereinigte Deutschland. In der DDR galten sie als wichtiger Baustein des "Sportwunderlandes" mit seinen außergewöhnlichen Erfolgen bei Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften.
René Wiese liegt mit diesem Buch die erste umfassende, wissenschaftliche Studie zu den Strukturen, Mechanismen und Konflikten der sagemumworbenen Sportschulen auf der Basis bislang unausgewerteter Quellen vor.
  • Produktdetails
  • Verlag: Arete
  • 1., Auflage
  • Seitenzahl: 629
  • Erscheinungstermin: März 2012
  • Deutsch
  • Abmessung: 242mm x 171mm x 41mm
  • Gewicht: 1175g
  • ISBN-13: 9783942468046
  • ISBN-10: 3942468042
  • Artikelnr.: 35031840
Autorenporträt
René Wiese wuchs in Ostdeutschland auf und besuchte von 1980 bis 1984 als Schwimmtalent die Kinder- und Jugendsportschule in Potsdam. Seit 2004 leitet er zusammen mit Dr. Jutta Braun das mehrfach ausgezeichnete Zentrum für deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg.
Inhaltsangabe
Einleitung 10 Methode: mehr als eine Organisationsgeschichte 13 Gliederung und Schwerpunktbildung 16 Einordnung in den Forschungsstand 19 Quellenlage 22 1. Entwicklungsphase 1950
1957: Die Genese der Kinder
und Jugendsportschulen 25 1.1 Der Ursprung der Kinder
und Jugendsportschulen
ein sowjetisches Modell? (1949
1951) 25 1.1.1 Die Anfänge der Kinder
und Jugendsportschulen der UdSSR (1934
1954) 25 1.1.2 Erste Konfrontation mit dem SU
Modell 28 1.1.3 KJS
Pioniere und Verantwortungsträger des Kinder
und Jugendsportes 30 1.1.4 Auf der Suche nach dem geeigneten Modell 34 1.1.5 Das Projekt "Zentrale Jugendsportschule Nordhausen" 37 1.1.6 Die Planung von Kindersportschulen in der DDR 39 1.2 Aufbau des KJS
Netzes
Testphase (1952
1953) 41 1.2.1 Vorbereitung und Eröffnung der ersten Kindersportschulen der DDR 1952 41 1.2.2 Von der Werbung zur Sichtung (Baustein I): Das schwierige Werben für das Testprojekt 46 1.2.3 Die Organisationsstruktur auf dem Prüfstand 48 1.2.4 Das Stako betritt die Bühne
erste Geplänkel mit dem MfV 53 1.2.5 Die Errichtung von Jugendsportschulen 58 1.2.6 Die Funktionsweise der Kinder
und Jugendsportschulen 62 1.2.7 Problemfelder 65 1.3 Die Erweiterung und Ausformung des KJS
Netzes
Schulen, Internate und Sportclubs (1954
1957) 68 1.3.1 Ein flächendeckendes Netz 68 1.3.2 Weichenstellungen im DDR
Leistungssport und die KJS 71 1.3.3 Internate 78 1.3.4 Die Lebenswelt an den Kinder
und Jugendsportschulen in den 1950er Jahren 84 1.3.5 Folgen der erhöhten Belastungen
die KJS zwischen Allgemeinbildung und Sport 96 1.3.6 Exkurs "KJS
Typ": Die KJS in der "Provinz"
das "autonome" Erfolgsmodell Bad Blankenburg 100 Portrait Erwin Schwarz (Direktor der KJS Bad Blankenburg 1955
1971) 104 2. Entwicklungsphase 1958
1968: Die leistungssportliche Umgestaltung der Kinder
und Jugendsportschulen
vom Milchtrinker zum Spitzensportler 115 2.1 Die konzeptionellen Jahre
Die KJS werden "Spezialschulen" für den Leistungssport (1958
1961/62) 115 2.1.1 Erste Phase der Umgestaltung (Februar 1958
Dezember 1959)
der erste Angriff der "DDR
Sportführung" auf die KJS 115 2.1.2 Die beginnende Modernisierung der KJS
Sportartenspezialisierung und Synchronisierung 123 2.1.3 Exkurs "KJS
Typ": Die Spezial
KJS "Eissport" in Berlin 129 2.1.4 Die polytechnische "Spezialschule" 134 2.1.5 Olympia im Visier
das leistungssportliche Wettkampfsystem der KJS 137 Porträt Karin Beyer (KJS Halle)
der erste Weltrekord für die KJS 142 2.1.6 Zweite Phase der Umgestaltung (Dezember 1959 bis Januar 1962) 143 2.1.7 Die neue KJS
Struktur und Funktion 146 2.1.8 Erziehungskonzeption 150 2.2 Das machtpolitische Gefüge (1958
1968) 155 2.2.1 Neuaufstellung des MfV 155 Portrait Manfred Reichenbach (Abteilungsleiter Sport im MfV 1961
1978) 156 2.2.2 Versuch der Neuordnung und Synchronitätsbestrebungen 158 2.2.3 Der Einfluß der SED auf den DDR
Leistungssport 163 2.2.4 Die KJS im Politbüro
Machtstrategien Ewalds 168 2.2.5 "Die BL sollte sich hier einschalten."
Die SED
Bezirksleitung zwischen Kontrolle und Eigeninitiative 172 2.2.6 Die Leistungssportkommissionen, das MfV und die KJS 177 2.3 Die dynamischen Jahre
die forcierte Umgestaltung der KJS (1962
1968) 187 2.3.1 Strukturentscheidungen 1963
Die KJS im Schlepptau der SED
Leistungssportpolitik 187 2.3.2 "Planwirtschaft ohne Plan"
Entwicklungen und Fehlentwicklungen 195 2.3.3 Exkurs "KJS
Typ": Der KJS
Standort Berlin 204 2.3.4 Der sportpolitische Paradigmenwechsel
die Impulse des Jahres 1965 210 2.3.5 Machtkämpfe I
das MfV positioniert sich 214 2.3.6 Machtkämpfe II
das MfV wehrt sich 219 2.3.7 Wissenschaftlicher Fortschritt in Unterricht und Training 223 2.4 Die olympischen Jahre
zwischen Rom und Mexiko (1960
1968) 232 2.4.1 Die KJS auf olympischer Bühne 232 2.4.2 Unterricht und Erziehung im Zeichen Olympias I
Sonderwege 238 2.4.3 Unterricht und Erziehung im Zeichen Olympias II
"Diplomaten im Trainingsanzug" 243 2.4.4 Unterricht und Erziehung im Zeichen Olympias III
Internate als Erziehungsstätten 250 2.4.5 Exkurs: Die Deutschen Turn
und Sportfeste und die KJS 254 2.4.6 Der Ausbau der SED
Strukturen an den KJS 258 2.4.7 Von der Werbung zur Sichtung (Baustein II): das Spartakiadesystem
die "Kinder
Olympiade" 263 3. Entwicklungsphase 1969
1980: "Bei uns war immer Olympia"
Effektivitätsdruck im Olympiazyklus 275 3.1 Konzentration und Investition (1969
1974/75) 275 3.1.1 Im Planungsgleichschritt in das neue Jahrzehnt
die KJS in den ZK
Beschlüssen der Jahre 1969/70 275 3.1.2 Der DDR
Leistungssport rüstet sich für das nächste Jahrzehnt
die Verdoppelung der KJS
Kapazitäten 282 3.1.3 Der Aufstieg zu einer führednen olympischen Sportnation
die Ausdehnung des Sportkanons an den KJS 286 3.1.4 Exkurs "KJS
Typ": Die "nichtzivilen" KJS
ein Sonderweg 294 3.1.5 Von der Werbung zur Sichtung (Baustein III): die Trainingszentren als Talentbecken der KJS 321 3.1.6 Viel Training und wenig Unterricht
Die neue Erleichterungen des Schulalltages 338 Portrait Hartmut Flöckner (KJS "Ernst Grube" Berlin)
Einzelkämpfer im Trainingsbecken und Klassenraum 350 3.1.7 Die "Effektivität der politisch
ideologischen Bildungs
und Erziehungsarbeit"
der gemeinsame Führungsplan von KJS und Sportclub 352 3.2 Kontrolle und Überwachung (1969
1980) 360 3.2.1 Die Hypertrophie der SED
die Partei macht sich in den bezirklichen und regionalen Leistungssportstrukturen breit 360 3.2.2 "Würdig vertreten!"
die KJS
Absolventen als sportliche "Diplomaten" 364 3.2.3 Frischer Wind durch neue Köpfe
die Personalpolitik an den KJS 374 3.2.4 Im Blick der Stasi (I): Einfluss und Kontrolle des MfS an den KJS in den 1970er Jahren 383 3.2.5 Exkurs: Als die drei Buchstaben "KJS" aus der Öffentlichkeit verschwanden
die Geheimhaltung um die KJS 397 3.3 Modernisierung und Innovationen (1974
1980) 407 3.3.1 Der lange Weg zur räumlichen Ordnung
Standortverlagerungen und "Komplexbildung" (1968
1979) 401 3.3.2 Letzte Weichenstellungen
der ZK
Beschluss von 1977 419 3.3.3 Der Verlust des persönlichen Freiraums
die Verschärfung der politisch
ideologischen Erziehung im Internat 427 3.3.4 Exkurs "KJS
Typ": das Quartett der Wintersport
KJS 436 4. Entwicklungsphase 1981
1990: im kritischen Blick der DDR
Gesellschaft
zwischen Optimierung, Stagnation und Rückzug 455 4.1 Die Mobilisierung der letzten Reserven
das KJS
System zwischen 1980 und 1989 455 4.2 Letzte Gefechte zwischen DTSB und MfV 463 4.3 Die Pervertierung des Systems
Minderjährigendoping an den KJS 470 Porträt Brigitte Michel
KJS
Schülerin und Dopingopfer ??? 4.4 Im Blick der Stasi (II): FIM
Systeme und "Schlüssel"
IM an den KJS in den 1980er Jahren 487 4.5 "Kinder der Republik"?
Die Elternsicht im Wandel 498 4.6 Exkurs: Von der Werbung zur Sichtung (Baustein IV): die kaderpolitische Auslese und Nachsichtung der Talente 505 4.7 Das turbulente Jahr 1989/90 und ein kalter Neustart in die Einheit 515 Zusammenfassung 531 Anhang und Verzeichnisse 555 Quellen
und Literaturverzeichnis 555 Verzeichnis der geführten Interviews 585 Tabellenverzeichnis 588 Abbildungsverzeichnis 589 Kartenverzeichnis 590 Abkürzungsverzeichnis 590 Piktogramme 594 Anlagen 595 Bildnachweis 628
Rezensionen
In der Sportgeschichte waren die KJS bisher ein weißer Fleck. Nun endlich hat der Sporthistoriker René Wiese mit seiner Dissertation "Kaderschmieden des Sportwunderlandes" diese Leerstelle gefüllt. Er wolle damit die sportwissenschaftlichen und historischen Dimensionen des Themas eröffnen, hat Wiese als Ziel seiner Arbeit formuliert. "Die Rolle und Bedeutung der Kinder- und Jugendsportschulen als 'Nukleus' des DDR-Leistungssportsystems", schreibt er, "bedarf einer aufklärenden und entmythologisierenden Aufarbeitung". Diese Aufarbeitung ist ihm grandios gelungen. (Deutschlandfunk, 1.9.2012)