And Nothing Hurt - Spiritualized
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Das achte Album fand keinen einfachen Weg ans Licht. So spricht Jason Pierce aka J. Spaceman, der das Album im Alleingang in London aufnahm, von einem oft frustrierenden, mitunter schmerzhaften Prozess, der vor allem von den reduzierten Aufnahmebedingungen am Laptop herrührte. Pierce, der die Arbeit im Studio zu früheren Alben als feste Instanz empfand, musste für "And Nothing Hurt" alle Tricks digitaler Aufnahmetechnologien von der Pike auf erlernen. Seinem Perfektionismus ist es zu verdanken, dass mit "And Nothing Hurt", sechs Jahre nach dem letzten Werk, neun Songs entstanden, die…mehr

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Produktbeschreibung
Das achte Album fand keinen einfachen Weg ans Licht. So spricht Jason Pierce aka J. Spaceman, der das Album im Alleingang in London aufnahm, von einem oft frustrierenden, mitunter schmerzhaften Prozess, der vor allem von den reduzierten Aufnahmebedingungen am Laptop herrührte. Pierce, der die Arbeit im Studio zu früheren Alben als feste Instanz empfand, musste für "And Nothing Hurt" alle Tricks digitaler Aufnahmetechnologien von der Pike auf erlernen. Seinem Perfektionismus ist es zu verdanken, dass mit "And Nothing Hurt", sechs Jahre nach dem letzten Werk, neun Songs entstanden, die vorangegangenen Veröffentlichungen in nichts nachstehen und den grenzenlosen, musikalischen Kosmos widerspiegeln, den Spiritualized seit jeher verkörpern. Formate: - CD im Digisleeve, 16-seitiges Booklet - LP, schwarzes Vinyl, bedruckte Innenhülle, inkl. DL
Trackliste
CD
1A perfect miracle00:04:46
2I'm your man00:04:28
3Here it comes (The road) Let's go00:04:41
4Let's dance00:05:11
5On the sunshine00:05:00
6Damaged00:04:57
7The morning after00:07:42
8The prize00:05:24
9Sail on through00:06:00
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 10.12.2018

Ruhelos zur Nacht grübelt der Ostfriese

Bei evangelischer Kirchenmusik des siebzehnten Jahrhunderts im Ostseeraum würde man den französischen Countertenor Philippe Jaroussky nicht so ohne weiteres vermuten. Doch Christina Pluhar, die Leiterin des Ensembles "L'Arpeggiata", mit der Jaroussky sich gut versteht, hat ihn für ihre neueste CD "Himmelsmusik" (Erato/Warner) dazu gewinnen können. Ein Gewinn ist das auch für die Hörer. Jaroussky singt in konturenscharfem Deutsch und mit herber Eindringlichkeit eine Vertonung des 69. Psalms durch Johann Theile: "Gott, hilf mir, denn das Wasser gehet mir bis an die Kehle". Das ist erschütternde Musik eines seinerzeit namhaften Meisters - er wirkte an der Nikolaikirche in Berlin, aber auch in Pommerns Hauptstadt Stettin - und packendes Zeugnis eines gelingenden Wechsels von Jaroussky vom lyrischen ins Charakterfach. Seine Duette mit der belgischen Sopranistin Céline Scheen sind von schönster Homogenität im Timbre. Die ganze CD, eher düster und mit einem nur zaghaften Blick auf den Stern von Bethlehem, hält erstaunliche Entdeckungen ausdrucksstarker Musik bereit, darunter auch ruhelose Grübeleien des Ostfriesen Crato Bütner.

jbm.

*

Ob J. Spaceman in seiner Umlaufbahn weitab von allem Irdischen wohl mitbekommen hat, dass der sogenannte Prog-Rock wieder schwer gefragt ist? Jemand wie er, der von seiner Heroin-Sucht hoffentlich genesen und dem Tod schon mehrmals von der Schippe gesprungen ist, hat andere Sorgen als die, gerade in Mode zu sein. Nach sechs Jahren ist jetzt wieder ein Album seines Band-, in Wahrheit natürlich Ein-Mann-Projekts Spiritualized erschienen, angeblich das letzte unter diesem Namen. "And Nothing Hurt" (Bella Union) beschließt somit eine Ära, die für Jason Pierce persönlich zwar nie viel Geld abwarf, aber musikalisch doch zu den bemerkenswertesten der jüngeren britischen Poprockgeschichte zählt. Niemand machte so wehleidige und brutale, so empfindsame und üppige Musik wie er, maßlos oft schon in den Längen, nie harmlos, sondern zum Tode verführerisch, aus vielen Einzelimprovisationen über manche finanzielle und seelische Durststrecke hinweg aufgetürmt zu einem symphonischen Format, nach deren bisweilen unendlichen, von klirrenden Gitarren oder bloßem Krach bisweilen jäh unterbrochenen Melodien man süchtig werden kann. Die Schlussplatte kommt an die absoluten Meisterwerke "Ladies And Gentlemen We Are Floating In Space" (1997) und "Amazing Grace" (F.A.Z. vom 15. November 2003) nicht ganz heran, aber es ist, vergleichsweise, die bündigste, zugänglichste seiner Karriere.

edo.

*

Er wird nach wie vor belächelt für seine Musik: Carl Philipp Emanuel Bach, der Empfindsame. Dabei gehört er zu den großen Rhetorikern unter den Komponisten und mit seiner oft ungebundenen Rede zu den unwiderstehlichen Tagträumern. Ein Stück wie die Clavierfantasie fis-Moll mit dem stolzen wie offenherzigen Titel "C.P. E. Bachs Empfindungen" bewegt sich, hört man hier Ricardo Magnus spielen vom Ensemble "Klangschmelze", in aufregender Manier irgendwo zwischen einer freien Toccata seines Vaters Johann Sebastian, einer späten Sonate von Ludwig van Beethoven und, der Atmosphäre nach, einem Nocturne von Frédéric Chopin. Einer gleichsam privaten, aller Auftragsarbeit fernen Seite des Komponisten gehen die Musiker des auf historischen Instrumenten spielenden Ensembles auf die Spur auch in den drei Quartetten für Viola, Flöte und Klavier (hier Fortepiano), seinem letzten Werk. Sie tun es, auf ihrem Album "für mich" (Ambitus), mit natürlich zusprechendem, frei atmenden Spiel, bei dem die Klangschönheit nie unter der rhetorischen Darstellung leidet. Eine höchst charmante, überzeugende Einladung, den Bach-Sohn neu zu entdecken.

clha

*

Nicht nur Bill Frisell lässt sich gern von Country-Klängen inspirieren. Auch sein amerikanischer Gitarristenkollege Joel Harrison kehrt immer wieder zu den archaischen Songs zurück, mittlerweile hat er das Album "Angel Band - Free Country Volume 3" (HighNote/Zyx) fertiggestellt. Mit seiner illustren Band, zu der etwa der Saxophonist David Binney, der Pianist Uri Caine und der Schlagzeuger Brian Blade gehören, spielt er vornehmlich Material aus den Siebzigern, darunter "Blue Eyes Cryin' in the Rain" (berühmt geworden durch Willie Nelson), "Wichita Lineman" (die ultimative Fassung stammt von Glen Campbell) und "Jerusalem Ridge" des Bluegrass-Königs Bill Monroe - Bluegrass ist ja aufgrund der atemberaubenden Virtuosität sowieso die Jazz-Abteilung der Country-Szene. Und dann ist da noch eine majestätische Fassung von Johnny Cashs "Ring of Fire", durch Jon Cowherds Hammondorgel tief soulgetränkt und durch die Stimme von Alecia Chakour erotisch aufgeladen. Den Uralt-Titel "Angel Band", den Harrisons Band knapp zehn Minuten lang genüsslich auskostet, hat der Gitarrist übrigens selbst einmal den The-Band-Schlagzeuger Levon Helm bei einem Solokonzert spielen sehen, begleitet nur von Helms Mandoline, die Stimme bereits brüchig vom Krebs - da wusste Harrison, wie er sein neues Album nennen wollte.

roth

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