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Nach dem Ende der sozialliberalen Koalition und dem Regierungswechsel von 1982 verfolgten führende Sozialdemokraten die Absicht, aus der Opposition heraus eine eigene Deutschland- und Außenpolitik zu gestalten. Durch sie sollten die Errungenschaften der "neuen Ostpolitik" seit den späten 1960er-Jahren bewahrt werden. Dabei konnte die SPD-Führung um Willy Brandt nicht nur auf alte Verbindungen über Parteikanäle nach Moskau bauen, sondern ebenso auf langjährige persönliche Kontakte. Bereits die erste Begegnung Brandts mit dem 1985 gewählten neuen Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU,…mehr

Produktbeschreibung
Nach dem Ende der sozialliberalen Koalition und dem Regierungswechsel von 1982 verfolgten führende Sozialdemokraten die Absicht, aus der Opposition heraus eine eigene Deutschland- und Außenpolitik zu gestalten. Durch sie sollten die Errungenschaften der "neuen Ostpolitik" seit den späten 1960er-Jahren bewahrt werden. Dabei konnte die SPD-Führung um Willy Brandt nicht nur auf alte Verbindungen über Parteikanäle nach Moskau bauen, sondern ebenso auf langjährige persönliche Kontakte. Bereits die erste Begegnung Brandts mit dem 1985 gewählten neuen Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Michail Gorbatschow, war gekennzeichnet von Aufgeschlossenheit, Sympathie und Wertschätzung. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit eine enge Verbundenheit. Stefan Creuzberger beschreibt die Entstehung und die historischen Hintergründe der persönlichen Freundschaft zwischen den beiden Staatsmännern Brandt und Gorbatschow. Anhand neu freigegebener Dokumente verweist er auf die Leistungen, aber auch auf die Grenzen der sozialdemokratischen "Nebenaußenpolitik " in den 1980er-Jahren.
  • Produktdetails
  • Ernst-Reuter-Hefte Bd.5
  • Verlag: Be.Bra Verlag
  • Seitenzahl: 56
  • Erscheinungstermin: 11. Dezember 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 149mm x 5mm
  • Gewicht: 94g
  • ISBN-13: 9783954100415
  • ISBN-10: 395410041X
  • Artikelnr.: 40858766
Autorenporträt
Stefan Creuzberger, Dr. phil., Privatdozent für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Potsdam. Lehrbeauftragter für Europastudien an der RWTH Aachen; Gastprofessuren an den Universitäten Plovdiv, Bulgarien (2000, 2001), Bologna, Italien (2006) und Western Ontario, London/Kanada (2007).
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 06.01.2015

Der Bonner Eisbrecher
Brandt bei Gorbatschow

Nach dreizehn Regierungsjahren musste sich die SPD im Herbst 1982 in der Opposition zurechtfinden. Ihr Parteivorsitzender Willy Brandt, Ostpolitik-Veteran und Bundeskanzler von 1969 bis 1974, machte im "zweiten Kalten Krieg" den Versuch, einen Kontakt mit dem im März 1985 ins Amt gewählten KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow aufzunehmen. Bereits am 27. Mai kam es zu einem Treffen in Moskau. Nicht Helmut Kohl als "Bundeskanzler der in Bonn regierenden konservativ-liberalen Koalition oder gar ein führender westlicher Regierungschef bekam die Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem mächtigsten Mann der östlichen Supermacht, sondern ein westdeutscher Oppositionspolitiker", schreibt Stefan Creuzberger. Er geht der Entstehung der "persönlichen Freundschaft" zwischen dem Bonner und dem Moskauer Politiker durch neu zugängliche Dokumente akribisch nach. Beim ihrem zweiten Kreml-Treffen am 5. April 1988 spielten die bilateralen Beziehungen keine Rolle mehr, weil Kohl längst Gorbatschows Vertrauen gewonnen hatte und "die auf Moskau fixierte Nebenaußenpolitik der SPD an ihre Grenzen gestoßen war". Brandt, mittlerweile SPD-Ehrenvorsitzender, bezeichnete am 14. September 1988 die Wiedervereinigung als "Lebenslüge der zweiten Deutschen Republik". Ein Jahr später befürwortete er aber eine Lösung der deutschen Frage, ja reihte sich nach der Maueröffnung vom November "mit größter Überzeugung in das Lager der Einheitsbefürworter" ein. Gorbatschow soll darüber enttäuscht gewesen sein, jedoch gehofft haben, in Brandt einen "Fürsprecher" zu besitzen, der "seine ganze Reputation" darauf verwenden würde, die deutsche Einheit "nicht allzu sehr" auf Moskaus Kosten erfolgen zu lassen.

RAINER BLASIUS

Stefan Creuzberger: Willy Brandt und Michail Gorbatschow. Bemühungen um eine zweite ,Neue Ostpolitik' 1985-1990. be.bra Verlag, Berlin 2015. 55 S., 5,- [Euro].

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