Von Polen her. Europa denken - Hirte, Ronald; Klinnggräff, Fritz von

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Zwischen Warschau, Lodz, Lublin und Danzig erkunden Ronald Hirte und Fritz von Klinggräff in über zwanzig Interviews das Geschichtsgefühl und Erinnerungspotential unserer östlichen Nachbarn für eine gemeinsame europäische Zukunft. Was in Paris vor vier Jahren mit lebensgeschichtlichen Gesprächen für den ersten Band 'Von Buchenwald(,) nach Europa' begann, findet hier nun mit drei polnischen Generationen seine Fortsetzung. Herausgekommen ist eine Langzeitrecherche nach dem, was uns im Weimarer Dreieck zwischen Polen, Deutschland und Frankreich zu geschichtlichen Wesen macht: Das Nachdenken…mehr

Produktbeschreibung
Zwischen Warschau, Lodz, Lublin und Danzig erkunden Ronald Hirte und Fritz von Klinggräff in über zwanzig Interviews das Geschichtsgefühl und Erinnerungspotential unserer östlichen Nachbarn für eine gemeinsame europäische Zukunft. Was in Paris vor vier Jahren mit lebensgeschichtlichen Gesprächen für den ersten Band 'Von Buchenwald(,) nach Europa' begann, findet hier nun mit drei polnischen Generationen seine Fortsetzung. Herausgekommen ist eine Langzeitrecherche nach dem, was uns im Weimarer Dreieck zwischen Polen, Deutschland und Frankreich zu geschichtlichen Wesen macht: Das Nachdenken dreier Generationen über hundert Jahre erinnerter Gegenwart. Im Mittelpunkt steht nun die erste Generation der Nachgeborenen (die 'zweite Generation') - allen Gesprächspartnern gemeinsam aber ist, dass sie sich mit ihren Erwartungen und Hoffnungen zentral auf den Erfahrungshorizont der NS-Zeit beziehen, auf den Kulminationspunkt der europäischen Gewaltgeschichte im 20. Jahrhundert.
Facettenreich und längst nicht immer mit einer Zunge erzählen sie von Polens Mythen und von Polens Geschichten - in einer Dialektik der Selbstaufklärung, die sich nicht nur in einer inzwischen einmaligen europäischen Museumslandschaft niederschlägt, sondern auch mitten hinein führt in Barrosos theatralisches Brüssel des 21. Jahrhunderts.
  • Produktdetails
  • Edition Europa Bd.2
  • Verlag: Weimarer Verlagsgesellschaft
  • Artikelnr. des Verlages: 626-60170
  • 1. Aufl.
  • Seitenzahl: 407
  • Erscheinungstermin: März 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 157mm x 40mm
  • Gewicht: 760g
  • ISBN-13: 9783737402255
  • ISBN-10: 3737402256
  • Artikelnr.: 42312040
Autorenporträt
Ronald Hirte, Historiker und Archäologe, Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Veröffentlichungen u.a.: 'Offene Befunde. Zeitgeschichtliche Archäologie und Erinnerungskultur.' (Goslar 2000). Friedrich von Klinggräff, freier Autor und Journalist in Genf. Leiter des Goethe-Prüfungszentrums in der Westschweiz. Zuvor Pressesprecher der Stadt Weimar und stellv. Generalsekretär des Komitees zur Förderung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit (Weimarer Dreieck) e.V. Veröffentlichungen u.a.: 'Auf der Suche nach der verlorenen Revolution' (Berlin 1989).
Inhaltsangabe
GRUSSWORT EINLEITUNG GESPRÄCHE WARSCHAUS HERZOGIN D?BRÓWKA VON BÖHMEN UND POLEN.Danuta Brzosko-M?dryk wuchs mit Habsburgs Herrlichkeit, Rabelais und der altgriechischen Bilderwelt auf. Ihr Abitur macht sie unter deutscher Besatzung im Untergrund und kommt dafür ins Gefängnis und später ins Konzentrationslager Majdanek. AUF DEM BALKON VON KAZIMIERZ ALBIN. Zu Füssen von Kazimierz Albin entstand die westdeutsche Ikone des europäischen Wandels durch Annäherung: Willy Brandts Kniefall am Warschauer Ghetto-Denkmal. Seinen Staatshandel mit Westeuropa betrieb Albin aus Ostberlin. MITTELEUROPA, AM MEER. Die Erzählungen Zofia Posmysz' siedeln zwischen Krakau und Auschwitz. Manchmal führen Sie dabei tief ins Habsburgerreich und mit ihrer "Passagierin" weit hinaus aufs offene Meer."HALLO, HALLO, HIER IST RADIO MAJDANEK."Erzählungen von Matylda, Wanda, Antonina - und Danuta Brzosko-M?dryk. EINE FRAGE DER INNEREN WAHL. Paula Sawicka wächst in der jungen Volksrepublik Polen auf und gründet als 14jährige mit Adam Michnik ihren ersten Diskussionszirkel. Bei 'Solidarno??' trifft sie auf Marek Edelman und weiß so einiges von den multikulturellen Europa-Ideen des Bundes zu berichten."AUCH IN DIESER HINSICHT ÄHNELT POLEN ISRAEL."Micha? Sobelman ist Polens dialektischer Beobachter. Seit über zwanzig Jahren lebt der gebürtige Pole als Sprecher der israelischen Botschaft in Warschau und mischt sich in das Kulturleben ein. DIE SIAMESISCHEN ZWILLINGE. Unablässig ist Adam Krzemi?ski, 'homme de lettres' der deutschpolnischen Beziehungen, zwischen Warschau und Berlin unterwegs. Noch einmal beschreibt er die Preußen und Polen auf ihrem langen Weg ... zur vierten Gründung Europas im 21. Jahrhundert. Jetzt. DAS EUROPÄISCHE GEDÄCHTNIS ALS BÜRDE. Keine Aufregung, erklärt in ?ód? der Soziologe Andrzej Piotrowski: Europa bildet bald einen Rahmen, der uns bei unserer Suche nach praktischer Orientierung weiterhilft. Die Ausstellung"United States of Europe" gab dafür den Überbau. Von Solidarität ist eher nicht die Rede. UNTERWEGS IN POLNISCHEN LEBENSWELTEN. Eine Reise von Radom über Be??yce nach Lublin. Mit Joanna Z?tar im Stadttor Brama Grodzka vor wieder gefundenen Zeichen jüdischen Lebens. Und mit Arek Zi?tek und Micha? Wolny über den Dächern der Stadt."IDEALE STADT" UND "NEUORDNUNG EUROPAS."In der südostpolnischen Stadt Zamo?? arbeiten Menschen wie Andrzej Urba?ski und Jerzy Tyburski an der Bewahrung eines doppelten Gedächtnisses: Von der "idealen Stadt" des europäischen Humanismus aus wollten die Nazis ihr "Neues Europa" durchsetzen. EUROPAS GERAUBTER URSPRUNG. Der Danziger Schriftsteller Stefan Chwin schreibt Deutschlands Geschichte im Osten aus polnischer Sicht. Und er erinnert daran, dass die Mauer quer durch Europa eigentlich schon während der Streiks auf der Gda?sker Lenin-Werft ihre ersten entscheidenden Risse bekam."HABERMAS HATTE EINFACH UNRECHT."Mit dem neuen Europäischen 'Solidarno??'-Zentrum in Gda?sk wird sich Basil Kerski künftig von Polen aus in die Diskussionen über die Zukunft des Kontinents einmischen. Denn Polens Entwicklung der letzten 25 Jahre, findet der Politologe, sei "viel mehr als nur eine nachholende Modernisierung"."DIE EUROPÄISCHE IDENTITÄT DRAMATISIEREN!"Für den konservativen Staatsphilosophen Marek Cichocki sind"Opferbereitschaft" und "Familie" die zentralen Werte für ein neues Europa. DER PREIS WAR MITTELEUROPA. Mit dem Museum des Warschauer Aufstands zeigt Polen, dass seine nationale Identität auch seine europäische Identität ist, sagt sein Leiter Pawe? Ukielski. Ein Gespräch und vier Nachfragen. DAS MUSEUM DER GESCHICHTE DER POLNISCHEN JUDEN. Ein Monolog von Barbara Kirshenblatt-Gimblett."DIE POLEN SIND VIEL EUROPÄISIERTER, ALS SIE DENKEN."Der Diplomat und Sicherheitsexperte Adam Rotfeld pflegt seit Jahrzehnten politische Netzwerke in Ost und West. Er setzt auf die junge, erste gesamteuropäische Generation und be
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Arno Widmann betont die Wichtigkeit des von Ronald Hirte und Fritz von Klinggräff herausgegebenen Bandes. Dass die 23 Gespräche mit Polen über Europa, die die Herausgeber zwischen 2013 und 2014 geführt haben, in großen Teilen von der Nazizeit handeln, scheint Widmann nachvollziehbar. Wie man in Polen Europa betrachtet, lernt er daraus allemal. Es scheint ihm auch sinnvoll, wenn hier auf ein bereits vergangenes Europa geschaut wird: das der Istanbuler Proteste und der Griechenlandkrise. So erkennt der Rezensent die Veränderungen besser. Das Interesse daran, wie die anderen Europa sehen, steht für Widmann am Beginn einer funktionierenden europäischen Gemeinschaft.

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