Vergeben und vergessen - Ramirez, Sergio
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In einem nicaraguanischen Dorf verprasst eine ganze Familie auf unerhörte Weise das Erbe des Vaters. Stasi-Chef Mielke bringt den republikflüchtigen Fussballstar Lutz Eigendorf zur Strecke. In Kolumbien wird ein Fussballstar umgebracht, weil er im entscheidenden Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft ein Eigentor schiesst. Das Schicksal beschert einer jungen Nicaraguanerin nach vielen Jahren die verlorene Mutter zurück, doch es ist zu spät für einen Neuanfang. Ein Rechtsanwalt bringt den vermeintlichen Liebhaber seiner Frau um, um im Moment der Tat festzustellen, dass er in eine Falle…mehr

Produktbeschreibung
In einem nicaraguanischen Dorf verprasst eine ganze Familie auf unerhörte Weise das Erbe des Vaters. Stasi-Chef Mielke bringt den republikflüchtigen Fussballstar Lutz Eigendorf zur Strecke. In Kolumbien wird ein Fussballstar umgebracht, weil er im entscheidenden Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft ein Eigentor schiesst. Das Schicksal beschert einer jungen Nicaraguanerin nach vielen Jahren die verlorene Mutter zurück, doch es ist zu spät für einen Neuanfang. Ein Rechtsanwalt bringt den vermeintlichen Liebhaber seiner Frau um, um im Moment der Tat festzustellen, dass er in eine Falle getappt ist. Ein prall gefüllter Nachttopf mit Männerschaum schafft Aufruhr im Haus einer ehrbaren Witwe. Ein ehemaliger Baseballstar verbringt sein Leben als Sektenprediger und wartet darauf, dass ihn sein grosses Trainervorbild in den Baseballhimmel holt. Ein Filmemacher erfährt nach vielen Jahren, dass sein Vater nicht sein Vater ist, ihn aber umso mehr geliebt haben muss.
  • Produktdetails
  • Reihe Durian
  • Verlag: edition 8
  • Originaltitel: Catalina &y Catalina
  • Seitenzahl: 202
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm
  • Gewicht: 328g
  • ISBN-13: 9783859900103
  • ISBN-10: 3859900102
  • Artikelnr.: 12501672
Autorenporträt
Sergio Ramírez, geboren 1942 in Masatepe/Nicaragua, ist Schriftsteller und Professor für Literatur; zwischen 1973 und 1975 war er Stipendiat des Künstlerprogramms des DAAD in Berlin, Mitbegründer von EDUCA, des Verlags der Mittelamerikanischen Universitäten in Costa Rica, er war Mitglied der 'Gruppe der Zwölf', einer politisch-diplomatischen Gruppierung von nicaraguanischen Persönlichkeiten, die die sandinistische Befreiungsfront FSLN im Kampf gegen Diktator Somoza unterstütze; nach dem Fall der Diktatur wurde er Mitglied der Regierung seines Landes und war von 1984 bis 1990 Vizepräsident. Verschiedene Gastprofessuren in den USA, Spanien und in Deutschland. In den 70er-Jahren erschienen von ihm mehrere Romane und Erzählungen in deutscher Übersetzung ('Vom Vergnügen des Präsidenten', 'Chronik des Spitals von San Juan de Dios', 'Die Spur des Caballeros'), 1984 die Biografie 'Viva Sandino!', 1998 der Roman 'Maskentanz', 2001 'Adiós Muchachos', seine Erinnerungen an die sandinistische Revolution. Für den Roman 'Margarita está linda la mar' erhielt er 1998 in Spanien den 'Premio Alfguara'.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Diese Erzählsammlung, so Rezensent Gerhard Dilger, lässt erahnen, warum Sergio Ramirez in Lateinamerika als großer Literat gefeiert wird. In der Tat ziehe er hier "alle Register des 'realistischen Realismus' ", wie er seinen Erzählstil einmal genannt habe, in Abgrenzung zum Schlagwort des "magischen Realismus", das sonst die Leseerwartung in puncto lateinamerikanische Literatur bestimmt. "Scheinbar präzise", anhand von genauen Zeitangaben und Ortsnamen, verorte Ramirez "außergewöhnliche Begebenheiten" in der jüngeren Geschichte, doch dies diene nur dazu, den Anschein der "Authentizität" zu erwecken. Besondere Erwähnung findet unter anderem die Geschichte um den Fußballspieler, der eines Eigentors wegen ermordet wird (Vorlage ist hier die wahre Begebenheit um den kolumbianischen Fußballer Andres Escobar), die Ramirez in der Manier der "altgriechischen Tragödie" aufziehe, indem er alle Ereignisse schicksalhaft auf den Mord zulaufen lasse. Trotz mancher "heiter satirischer" Einschläge, so der angetane Rezensent, herrscht bei Ramirez ein "melancholischer, illusionsloser Grundton" vor, seine Helden sind sowie "Helden des Alltags", die "zum Opfer ihrer eigenen Unzulänglichkeiten oder der schlaglichtartig beleuchteten gesellschaftlichen Verhältnisse werden".

© Perlentaucher Medien GmbH…mehr