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Autorenporträt
Nele Neuhaus, geb. 1967 in Münster/Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Heute lebt die begeisterte Pferdenärrin mit Mann und Hund im Vordertaunus. Mit ihren Krimis um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff hat sich Nele Neuhaus eine begeisterte Fangemeinde geschaffen.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Ein gefährlich gemächlicher Finanzthriller – so müsste man Nele Neuhaus‘ ersten Roman eigentlich untertiteln. Die Bestseller-Autorin sogenannter Taunus-Krimis meistert nämlich auch die große Form, wenngleich ihre Sucht nach Suspense nicht zu verbergen ist. Was im Buch durchaus noch als gewisse Länglichkeit daherkommt – diese sich erst allmählich und eher spät steigernde Anspannung – wird in der Hörbuchfassung zum erstaunlichen Wandel von entspannter Ausgangslage zu prickelnder Thrillerstimmung, und ist damit von Anfang an ein Hinhörer.

Oliver Siebeck liest die Geschichte der schleichenden Verwandlung einer strebsamen Investmentbankerin namens Sontheimer in eine skrupellose, keine Tricks scheuende Heuschrecke mit der entspannten Grandezza eines Puzo’schen Paten. Es sind die rasend schnellen 90er Jahre, das Geld scheint sich an der Wall Street selber zu vermehren. Genüsslich schraubt Siebeck selbst in verliebte Dialoge bösartige Untertöne ein, ein Greinen, ein gemeiner Singsang der Skrupellosigkeit. Wer einen so unfassbar monströsen Kosmos der Korruption bis hinein in die höchsten Richter- und Staatsämter so allmählich und so ausweglos entfalten darf, kann sich beim Vorlesen alle Zeit lassen.

© BÜCHERmagazin, Bettina Emmerich (be)