Tiarnia - Saarikoski, Pentti
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Der Tiarnia-Zyklus, eine Folge von drei Gedichtbänden, liegt hier erstmals komplett in deutscher Sprache vor. Auf der Insel Tjörn geschrieben, bilden die Texte das Spätwerk des postmodernen Klassikers der finnischen Poesie und kreisen um zwei Metaphern der griechischen Mythologie: Labyrinth und Tanz. Das Labyrinth beherbergt den Minotauros, halb Mensch, halb Stier, Sinnbild für Schreckensherrschaft und Tyrannei, "Herz und Symbol der Technokratie", "Symbol der Weltbank, die sich von Menschenherzen nährt" (Mia Berner). Der Tanz, mit dem die Rückkehr aus dem Labyrinth gefeiert wird, steht für…mehr

Produktbeschreibung
Der Tiarnia-Zyklus, eine Folge von drei Gedichtbänden, liegt hier erstmals komplett in deutscher Sprache vor. Auf der Insel Tjörn geschrieben, bilden die Texte das Spätwerk des postmodernen Klassikers der finnischen Poesie und kreisen um zwei Metaphern der griechischen Mythologie: Labyrinth und Tanz. Das Labyrinth beherbergt den Minotauros, halb Mensch, halb Stier, Sinnbild für Schreckensherrschaft und Tyrannei, "Herz und Symbol der Technokratie", "Symbol der Weltbank, die sich von Menschenherzen nährt" (Mia Berner). Der Tanz, mit dem die Rückkehr aus dem Labyrinth gefeiert wird, steht für Formen der Kommunikation, die zur Überwindung bestehender Hierarchien führen. Dieses Buch versammelt Texte von faszinierender Musikalität. Saarikoski gilt als der Allan Ginsberg Finnlands. Hier hat alles Platz, was sich sprechen läßt. "Semrau ist es gelungen, einen deutschen Text herzustellen, über den sich genauso sprechen läßt wie über das finnische Original." (Stefan Moster, Dt.-Finn. Jahrbuch 2003)
  • Produktdetails
  • Verlag: Leipziger Literaturverlag
  • Seitenzahl: 376
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 376 S. 1 Farbabb., 2 SW-Abb. 21.
  • Deutsch, Finnisch
  • Abmessung: 218mm x 155mm x 24mm
  • Gewicht: 587g
  • ISBN-13: 9783934015609
  • ISBN-10: 3934015603
  • Artikelnr.: 13247411
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Schlüsselwörter wie "Bahro", "Biermann" oder Dubcek" findet Thomas Kling zuhauf in Pentti Saarikoskis aus drei Zyklen bestehendem Spätwerk, und bestürzt fragt er: "Wer soll das jetzt lesen?" Die Übertragung des Finnen ins Deutsche geschehe "locker" zwanzig Jahre zu spät, die Gedichte seien nun mal ein "typisches Erzeugnis aus dem leidigen Geist der 70er Jahre". Mit dieser Alltagslyrik kann zumindest der hier rezensierende Dichter nichts mehr anfangen, mit dem Gefühl der "Schlechtdraufität", das damals in beiden Teilen Deutschlands vorherrschte, noch weniger. Vom Altphilologen Saarikoski hätte er sich auch mehr Überzeitlichkeit erwartet, die Ansätze, Antikes ins Werk einzuflechten, bleiben aber zu "raunend-unentschlossen". Und so verharre der Lyriker in seiner "larmoyant wirkenden Selbstinszenierung als finnischer Ovid im Exil".

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