The Ticket to Freedom - Berg, Manfred
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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 2. Die politische Diskriminierung der Afro-Amerikaner 3. Wahlrechtskampf und afro-amerikanische Interessenvertretung, 1910- 1940 3.1. Die Gründung und Konsolidierung der NAACP 3.2. Wahlrechtsfrage und politischer Diskurs 3.3. Wählermobilisierung und Parteipolitik 3.4. Auf der "Jagd nach dem Regenbogen"? - Die Wahlrechtsfrage vor Gericht 4. Rassenfrage und politischer Wandel, 1940-1955 4.1. Protest und Loyalität: Die NAACP im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg 4.2. Die Kampagne gegen die Kopfsteuer und Ende der weißen Vorwahl 4.3. Die…mehr

Produktbeschreibung
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 2. Die politische Diskriminierung der Afro-Amerikaner 3. Wahlrechtskampf und afro-amerikanische Interessenvertretung, 1910- 1940 3.1. Die Gründung und Konsolidierung der NAACP 3.2. Wahlrechtsfrage und politischer Diskurs 3.3. Wählermobilisierung und Parteipolitik 3.4. Auf der "Jagd nach dem Regenbogen"? - Die Wahlrechtsfrage vor Gericht 4. Rassenfrage und politischer Wandel, 1940-1955 4.1. Protest und Loyalität: Die NAACP im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg 4.2. Die Kampagne gegen die Kopfsteuer und Ende der weißen Vorwahl 4.3. Die Registrierungskampagnen der NAACP in den Südstaaten, 1940-1955 4.4. Auf dem Weg zur Balance of Power? 5. Politische Reform und soziale Bewegung, 1955-1970 5.1. Gewaltlose Aktion und Wählerregistrierung 5.2. "The unglamorous Work" - Die Wählerregistrierung der NAACP, 1956-1970 5.3. Die NAACP und die nationale Bürgerrechtspolitik, 1956-1965 5.4.Black Power - White Backlash 6. Schlußbetrachtungen: "The Ticket to Freedom"?
  • Produktdetails
  • Nordamerikastudien Bd.13
  • Verlag: Campus Verlag
  • 2000.
  • Seitenzahl: 499
  • 2000
  • Ausstattung/Bilder: 499 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm
  • Gewicht: 618g
  • ISBN-13: 9783593365343
  • ISBN-10: 3593365340
  • Best.Nr.: 08835926
Autorenporträt
Manfred Berg, Jahrgang 1954, Gartenbautechniker, in der Biologischen Bundesanstalt Berlin-Dahlem im Versuchswesen tätig, hat bereits im Kindesalter heimische Spinnen und Insekten in ihren natürlichen Lebensräumen regelmäßig beobachtet. Sein besonderes Interesse für Mantis religiosa.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:

1. Einleitung

2. Die politische Diskriminierung der Afro-Amerikaner

3. Wahlrechtskampf und afro-amerikanische Interessenvertretung, 1910- 1940
3.1. Die Gründung und Konsolidierung der NAACP
3.2. Wahlrechtsfrage und politischer Diskurs
3.3. Wählermobilisierung und Parteipolitik
3.4. Auf der "Jagd nach dem Regenbogen"? - Die Wahlrechtsfrage vor Gericht

4. Rassenfrage und politischer Wandel, 1940-1955
4.1. Protest und Loyalität: Die NAACP im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg
4.2. Die Kampagne gegen die Kopfsteuer und Ende der weißen Vorwahl
4.3. Die Registrierungskampagnen der NAACP in den Südstaaten, 1940-1955
4.4. Auf dem Weg zur Balance of Power?

5. Politische Reform und soziale Bewegung, 1955-1970
5.1. Gewaltlose Aktion und Wählerregistrierung
5.2. "The unglamorous Work" - Die Wählerregistrierung der NAACP, 1956-1970
5.3. Die NAACP und die nationale Bürgerrechtspolitik, 1956-1965
5.4.Black Power - White Backlash

6. Schlu ßbetrachtungen: "The Ticket to Freedom"?
Rezensionen
Besprechung von 21.10.2000
Fahrkarte in die Freiheit
Kampf der Afroamerikaner um Wahlrecht und Gleichberechtigung

Manfred Berg: The Ticket to Freedom. Die NAACP und das Wahlrecht der Afroamerikaner. Campus Verlag, Frankfurt am Main und New York 2000. 499 Seiten, 124,- Mark.

Die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten wird häufig auf die politische Biographie Martin Luther Kings, also auf die Jahre 1955 bis 1968, eingeengt. Manfred Berg macht sich dagegen eine weite Perspektive zu eigen. Im Zentrum seiner Studie steht die - 1909 von weißen Sozialreformern und afroamerikanischen Intellektuellen gegründete - National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), die älteste und größte Bürgerrechtsorganisation der Vereinigten Staaten. Sie gilt vielen Historikern im Kontrast zu Kings religiös inspirierten Moralismus oder zur radikalen "Black Panther Party" als eine eher langweilige, zu sehr auf den Instanzenweg und die Kongreß-Lobby fixierte Organisation.

Wie Berg auf breiter Quellenbasis zeigt, eröffnet eine Untersuchung der NAACP neue und wichtige Einblicke in die amerikanische Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Akribisch und umsichtig zeichnet er den Kampf der Assoziation um die "Fahrkarte in die Freiheit", um Wahlrecht und politische Gleichberechtigung der schwarzen Amerikaner nach. Geschickt verknüpft er seine Darstellung der NAACP-Aktivitäten mit den grundlegenden historischen Veränderungen, welche die Vereinigten Staaten erlebten: der Aufstieg zur Weltmacht, die Herausbildung einer starken Bundesregierung, Urbanisierung, die Migration der afroamerikanischen Bevölkerung aus den Südstaaten in die Industriezentren des Nordens und Westens sowie die wirtschaftliche Modernisierung des Südens.

Bei ihren Bestrebungen, die amerikanische Gesellschaft zu reformieren, orientierte sich die NAACP stets an den institutionellen Vorgaben des politischen Systems. Ziviler Ungehorsam und gewaltlose Massenproteste wurden als legitime Druckmittel akzeptiert und fanden gelegentlich Anwendung. Jedoch blieben der Rechtsweg und der politische Prozeß die stets favorisierten Methoden. Bereits rasch nach ihrer Gründung entwickelte sich die NAACP zur wichtigsten Verteidigerin der Bürgerrechte und der Afroamerikaner im Land. Sie attackierte rassistische Gesetze vor Gericht. Ihre Zeitschrift "Crisis" mobilisierte die schwarzen Massen sowohl für öffentlichkeitswirksame Aktionen als auch für den Druck auf Politiker, endlich effiziente Bundesgesetze gegen das Lynchen zu erlassen. An der Segregation, der Armut in den Ghettos und der Verschuldung und Abhängigkeit der "sharecroppers" auf dem flachen Land änderte das zunächst aber kaum etwas. Die Assoziation, die 1914 50 Zweigstellen mit rund 6000 Mitgliedern hatte, kümmerte sich wesentlich intensiver um die aufstrebenden Afroamerikaner in den Städten als um die im Elend lebenden Pächter, obwohl 80 Prozent aller Schwarzen 1920 im Süden lebten.

Im Kampf für das unbeschränkte Wahlrecht vermochte die NAACP in den ersten dreißig Jahren kaum zählbare Erfolge zu erringen. 1940 waren allenfalls fünf Prozent der Afroamerikaner im Süden als Wähler registriert. Gleichwohl hielt die Organisation unbeirrt an ihrem Ziel fest, die institutionellen Grundlagen der weißen Vorherrschaft mit allen politisch und rechtlich zu Gebote stehenden Mitteln herauszufordern. Die Rahmenbedingungen verbesserten sich in den Jahren des Zweiten Weltkriegs beträchtlich. Die Mitgliederstärke des NAACP verachtfachte sich und betrug 1946 nahezu 400 000 Personen. Dieses beeindruckende Wachstum war Ausdruck der durch den Krieg stimulierten Militanz der Afroamerikaner und das Ergebnis der in jahrzehntelanger Arbeit erworbenen Reputation der Assoziation als radikaler Bürgerrechtsorganisation.

Die NAACP intensivierte fortan ihre Registrierungskampagnen in den Südstaaten. Dort mußte die lokale schwarze Bevölkerung davon überzeugt werden, daß sich Wählerregistrierung und Stimmabgabe sowie die damit oft verbundenen persönlichen Risiken lohnten. Die Aktionen waren mancherorts erfolgreich, doch in den späten fünfziger Jahren übten immer noch drei Viertel der schwarzen Bevölkerung das Wahlrecht nicht aus, die große Mehrheit davon unfreiwillig. Die auf Wahlen und politische Allianzen gestützte Strategie der Assoziation schien in einer Sackgasse zu stecken. Im Kontext der sich radikalisierenden Bürgerrechtsbewegung und des Schlachtrufs "Black Power" verlor die liberale NAACP dann an politischem Gewicht. Sie wurde immer mehr als herkömmliche Interessengruppe denn als Teil einer sozialen Bewegung wahrgenommen.

Die NAACP durchlitt seither schwere finanzielle und personelle Krisen, scheint sich aber nun auf dem Konsolidierungskurs zu befinden. Das von ihr noch immer proklamierte Ideal einer "farbenblinden" Gesellschaft hat dagegen deutlich an Attraktivität verloren. Separatismus-Parolen radikaler Afroamerikaner gewinnen an Gewicht. Das Verhältnis zwischen Weiß und Schwarz wird noch lange ein neuralgischer Punkt der amerikanischen Gesellschaft bleiben.

ANDREAS ECKERT

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Neue und wichtige Einblicke in die amerikanische Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts, lobt Andreas Eckert, würden durch diese Untersuchung eröffnet, deren breite Quellenbasis der Kritiker besonders hervorhebt. "Akribisch und umsichtig" werde der Kampf der 1909 gegründeten NAACP (National Association for the Advancement of Coloured People) um politische Gleichberechtigung der schwarzen Amerikaner nachgezeichnet. "Geschickt" deren Darstellung mit den "grundlegenden historischen Veränderungen" in den USA verknüpft. Normalerweise werde die schwarze Bürgerrechtsbewegung auf die Geschichte Martin Luther Kings oder der "Black Panther-Bewegung eingeengt. Hier kommt nun nach Kritikeransicht eine Organisation zu ihrem Recht, die den wohl größten Einfluss beim Kampf um schwarze Bürgerrechte hatte.

© Perlentaucher Medien GmbH
21.10.2000, Frankfurter Allgemeine, Fahrkarte in die Freiheit: "Neue und wichtige Einblicke in die amerikanische Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts."