So schön beiseit - Morlang, Werner
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Während viereinhalb Jahren gaben sich in Werner Morlangs viel beachteter Kolumne 'So schön beiseit' in der Kulturzeitschrift 'du' die Größen einer 'anderen' Literaturgeschichte ein Stelldichein. Diese Kolumnen sind nun in einem Band versammelt. Vom Kaffeehausliteraten Peter Altenberg bis zur künstlerischen Grenzgängerin Unica Zürn, von der japanischen Hofdame Sei Shonagon bis zum weltläufigen 'Provinzler' Gerhard Meier reicht die Liste der Schriftsteller, die Werner Morlang zu einem einzigartigen Gegenkanon der Weltliteratur versammelt.…mehr

Produktbeschreibung
Während viereinhalb Jahren gaben sich in Werner Morlangs viel beachteter Kolumne 'So schön beiseit' in der Kulturzeitschrift 'du' die Größen einer 'anderen' Literaturgeschichte ein Stelldichein. Diese Kolumnen sind nun in einem Band versammelt. Vom Kaffeehausliteraten Peter Altenberg bis zur künstlerischen Grenzgängerin Unica Zürn, von der japanischen Hofdame Sei Shonagon bis zum weltläufigen 'Provinzler' Gerhard Meier reicht die Liste der Schriftsteller, die Werner Morlang zu einem einzigartigen Gegenkanon der Weltliteratur versammelt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Nagel & Kimche / Nagel & Kimche AG, Verlag, Zrich
  • Artikelnr. des Verlages: 547/00287
  • 2. Auflage
  • Seitenzahl: 230
  • Erscheinungstermin: 16. August 2001
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 134mm x 22mm
  • Gewicht: 385g
  • ISBN-13: 9783312002870
  • ISBN-10: 3312002877
  • Artikelnr.: 09863080
Autorenporträt
Werner Morlang, geboren 1949 in Olten, gestorben 2015 in Zürich, lebte als freischaffender Germanist, Literaturkritiker, Übersetzer (Frank Budgen, Arthur Power, Eric Ambler, Robert Billigmeier und John Cowper Powys) und Buchautor in Zürich. Morlang war Leiter des Zürcher Robert-Walser-Achivs und Mitherausgeber von Walsers mikrographischem Nachlass. Sein editorisches und literarisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 27.12.2001

Punkte auf dem i
Morlangs literarische Sonderlinge

Erfolgsgeschichten hört man häufig und manchmal auch ganz gern. Doch die Geschichten, die unvergeßlich bleiben, sind die eines grandiosen Scheiterns. Denn es sind die Querköpfe, Eigenbrötler, Außenseiter, die uns interessieren, in Erinnerung bleiben und in Rage bringen. Wobei sich seit dem Aufkommen des romantischen Geniekults die Literatur als besonders geeignetes Biotop für trotzige Bruchpiloten erwiesen hat. Die "prekäre Randexistenz" bleibt faszinierend, wie der Schweizer Germanist Werner Morlang weiß. Morlang, der seit seiner Edition der Mikrogramme Robert Walsers als Spezialist für das literarisch Randständige gilt, nimmt sich unter dem Walser-Titel "So schön beiseit" von ihm geschätzter "Sonderlinge und Sonderfälle der Weltliteratur" an. Ohne den Anspruch auf einen Gegenkanon zu erheben, führt er im Schlenkergestus 52 Autoren vor, quer durch die Epochen und Genres.

Da erfährt man dann etwa, daß Victor Auburtin Anfang des letzten Jahrhunderts in seiner Eigenschaft als Redakteur des "Berliner Tageblatts" die Entdeckung des Südpols gerade einmal mit einer Kurzmeldung bedachte. Schließlich, so der überzeugte Dandy, habe es sich bei der Tour "doch lediglich um das Pünktchen auf einem längst bekannten i" gehandelt.

Wohltuend an Morlangs Lektüreauswahl ist der unangestrengte Tonfall. Zwei, höchstens drei Seiten plaudert er spannend und unprätentiös über seine Lieblinge, unter denen sich neben völlig Unbekannten auch prominente Namen wie Anna Seghers und Jean Paul finden oder eher Liebhabern vertraute wie Dominique Vivant Denon. Die Kategorie des Erfolges spielt im Blick des Sammlers keine Rolle, und Erfolglosigkeit bedarf bei ihm auch keiner Rehabilitierung. Morlang ist es allein um den Charme des Widerständigen zu tun, der sich "unabhängig von Moden dem dichterischen Naturell verpflichtet" fühlt. Gerade dadurch aber liefert sein Kompendium (alle Einträge waren vorab als Kolumne in der Zeitschrift "Du" abgedruckt) einen beeindruckenden Beweis dafür, daß die Literaturgeschichte natürlich, wie jede Historie, auch ganz anders hätte geschrieben werden können.

GISA FUNCK

Werner Morlang: "So schön beiseit". Sonderlinge und Sonderfälle der Weltliteratur. Verlag Nagel & Kimche, Zürich 2001. 232 S., geb., 39,80 DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nach ebenso kurzweiliger wie tiefsinniger Lektüre klingt, was Rezensentin Gisa Funk von ihrer Begegnung mit diesem Buch berichtet. Der Schweizer Germanist, seit der Edition von Robert Walsers Mikrogrammen anerkannter Spezialist für "das literarisch Randständige" habe sich hier der von ihm geschätzten "Sonderlinge" in der Weltliteratur" angenommen. Wohltuend unangestrengt plaudere er über jeden seiner Favoriten wenige Seiten lang -  und das laut Rezensentin ebenso spannend wie unprätentiös. Neben Unbekannten fand Funk auch bekannte Autoren wie Anna Seghers. Erfreut hat sie Rezensentin auch Morlangs Grundhaltung: Erfolglosikeit ist kein Kriterium für den Sammler und keine Schande für den Autor.

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