Sisyphos - Eichloff, Wolfgang

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Sisyphos rollte jeden Tag einen riesigen Stein den Berg hinauf. Strafe der Götter! Zumindest besser als Steinigung oder Scheiterhaufen! Heute hätten die 'Oberen' ihn vielleicht die Mülltonnen leeren lassen oder ihm einen Virus auf s Smartphone geschickt. Doch für Sisyphos ging es jeden Tag bergauf. Die Luft wurde dünn und sein Blut dick. Trotzdem bezwang er täglich ohne Murren den Berg - und damit sich selbst. Am Gipfel angekommen, fiel ihm der Stein leider nicht vom Herzen, sondern auf die Füße und dann immer wieder den Berg hinunter. C'est la vie. So war sein Leben - und meines seit fast…mehr

Produktbeschreibung
Sisyphos rollte jeden Tag einen riesigen Stein den Berg hinauf. Strafe der Götter! Zumindest besser als Steinigung oder Scheiterhaufen! Heute hätten die 'Oberen' ihn vielleicht die Mülltonnen leeren lassen oder ihm einen Virus auf s Smartphone geschickt. Doch für Sisyphos ging es jeden Tag bergauf. Die Luft wurde dünn und sein Blut dick. Trotzdem bezwang er täglich ohne Murren den Berg - und damit sich selbst. Am Gipfel angekommen, fiel ihm der Stein leider nicht vom Herzen, sondern auf die Füße und dann immer wieder den Berg hinunter. C'est la vie. So war sein Leben - und meines seit fast sieben Jahrzehnten auch. Albert Camus bezeichnete diese göttliche Strafe als 'Absurdität des Seins'. Aus den mir ständig in den Weg gelegten Steinen baute ich etwas ganz wichtiges, keine Datsche, keine Mitläuferkarriere, sondern mich selbst. 'You can t always get what you want'! Allein schon mit dieser Erkenntnis der 'Rolling Stones' hatte ich für mich den Stein der Weisen gefunden. Aber gerade
deshalb bestraften mich die neuen Götter. Berufsverbot! Absurdität des Seins. Ich durfte nicht machen, was ich liebte. Deshalb musste ich lieben, was ich machte. Das klingt sehr nach Askese und Marxens 'Einsicht in die Notwendigkeit'. Und genau das ist es auch! Aus dem gleichen Grunde lächeln mich nämlich auch meine ausländischen Müllmänner immer freundlich an, nicht nur, wenn ich ihnen zu Weihnachten ein Scheinchen zustecke. Sie sind froh, ein wichtiger Teil unseres Ganzen sein zu dürfen, nicht anders als die fleißige Honigbiene, die bis zu ihrem letzten Flügelschlag für andere Honig sammelt oder sie befruchtet - und damit die Welt im Innersten zusammenhält! Nicht jede Bienenbrut kann Königin werden und nicht jede Schmetterlings-Puppe ein wunderschönes 'Pfauenauge' oder irgendeine andere Schönheitskönigin. You can t always get what you want! Hören wir also auf die 'Stones' und rollen wir wie Sisyphos diesen 'Stein der Weisen' - oder auch die Mülltonnen - immer wieder den Berg hinauf...
  • Produktdetails
  • Verlag: Epubli
  • 5. Aufl.
  • Seitenzahl: 92
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 148mm x 5mm
  • Gewicht: 154g
  • ISBN-13: 9783745012422
  • ISBN-10: 3745012429
  • Artikelnr.: 48945353
Autorenporträt
Eichloff, Wolfgang
Der Autor ist ein Kind der Nachkriegszeit. Durch den Fleiß und die Aufopferung seiner Eltern hatte er das nie spüren müssen. Große Dankbarkeit! Doch die Eltern selber waren, wie ihre gesamte Generation, zerstört, waren ihrer Kindheit beraubt, ihrer Jugend, ihres so einmaligen Lebens... Die Wahrscheinlichkeit, als genau dieses Wesen, in welches man ungefragt mittels Geburt hineingezwängt wird, je in's Universum eintreten zu dürfen, ist im Prinzip Null. Trotz ständigen Drehens um sich selbst hatte also ursprünglich niemand von uns eine reale Chance. Trilliarden mal Trilliarden Zufälle, beginnend schon lange vor dem ersten Einzeller, führten zur Gnade unserer Geburt. Nutzen wir also dieses riesige anonyme Geschenk - und wenn es zum Verfassen von Prosagedichten gegen die Scheinheiligen ist...