Sind wir denn nur in Cordbettwäsche etwas wert? - Max Goldt
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Rezensionen
Besprechung von 21.12.2012
KURZKRITIK
Wortkleinkunst
Ein typografisches Kleinod von
Max Goldt in limitierter Auflage
Wieder haben der Schriftsteller Max Goldt und der Schriftsetzer Martin Z. Schröder zu einem Werk typografischer Wortkleinkunst zusammengefunden, dem heiteren Unternehmen, Schriftsinn und Schriftgestalt aufeinander zu beziehen. Der Titel – „Sind wir denn nur in Cordbettwäsche etwas wert?“ – ist ein Musterstück für das, was die Philologie „rhetorische Frage“ nennt. Wer sie stellt, dem möchte man übers Haar streichen oder eine runterhauen, jedenfalls muss das Hauptwort der Frage auch äußerlich den Retrolook der Bettwäsche annehmen. Unser Beispiel spricht für sich: Besinnlich bringt es das globale Megathema von Sparen und Verschwendung auf den Umfang einer Handfläche. „Verschwendung: Große Versalien“ und zwar in der Schrift „Grotesk Pfeiler“, typisch Zwanzigerjahre. Dazu aber, verschwenderisch, noch überflüssige Ornamentik.
G.S.
Max Goldt: Sind wir denn nur in Cordbettwäsche etwas wert? Typografisch arrangiert von Martin Z. Schröder. Letterpressberlin.com, Berlin 2012. 32 aufwendig gestaltete Seiten, 28 Euro.
Besinnliches in Bleisatz, passend zur Bettwäsche.
FOTO: OH
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Andreas Platthaus fühlt sich veräppelt. Max Goldt scheint ihm schwer gealtert in dieser Publikation (neuerdings geht sogar Schlüpfriges!), wenn nicht gar ersetzt durch seinen Setzer. Dass der mitten in die Texte hineinplatzt mit seltenen Schriften und typografischen Sperenzien, macht Platthaus fuchsig, zumal die meisten von Goldts Beobachtungen, Notizen, Aphorismen das nicht nötig haben, wie er meint. So aber wird das Buch für Platthaus bestenfalls zum typografischen Kompendium, schlimmstenfalls zur Geschmacksverirrung.

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