43,99 €
versandkostenfrei*


inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
22 °P sammeln

    Broschiertes Buch

Im 20. Jahrhundert trat die Sowjetunion mit dem Anspruch auf, Mensch und Raum neu zu definieren. Die Literatur als Medium kultureller Vermittlung sollte diese Absichten verwirklichen helfen. Wie literarische Texte auf eine solche Einschränkung ihrer Darstellungsautonomie reagieren, wird an ausgewählten Textbeispielen der Autoren Charms (1905-1942), Bulgakov (1891-1940), Trifonov (1925-1981) und Pelevin (geboren 1962) deutlich: In ihren Texten entwerfen diese eigene Raumwelten, die innerhalb aktueller Lebenswirklichkeiten mit Hilfe teils tradierter, teils höchst innovativer Formen literarischer…mehr

Produktbeschreibung
Im 20. Jahrhundert trat die Sowjetunion mit dem Anspruch auf, Mensch und Raum neu zu definieren. Die Literatur als Medium kultureller Vermittlung sollte diese Absichten verwirklichen helfen.
Wie literarische Texte auf eine solche Einschränkung ihrer Darstellungsautonomie reagieren, wird an ausgewählten Textbeispielen der Autoren Charms (1905-1942), Bulgakov (1891-1940), Trifonov (1925-1981) und Pelevin (geboren 1962) deutlich: In ihren Texten entwerfen diese eigene Raumwelten, die innerhalb aktueller Lebenswirklichkeiten mit Hilfe teils tradierter, teils höchst innovativer Formen literarischer Raumentwicklung das semiotische Potential des Raums subtil zurückerobern. Parallel zur Entschlüsselung textspezifischer Raumcodes verbindet die Autorin gängige mit weniger bekannten Theorien zur literarischen Raumdarstellung und -semantisierung und vertieft damit den Zugang zu einem schwer greifbaren Aspekt literarischer Ästhetik.
Die Untersuchung räumlicher Aspekte erlaubt eine innovative Synthese kultur- und literaturspezifischer Methoden. Besonders brisant wird diese Betrachtungsweise, wenn das semantische Potenzial des Raums kulturell instrumentalisiert wird.
  • Produktdetails
  • Sprach- und Literaturwissenschaften Bd.33
  • Verlag: Utz Verlag
  • Seitenzahl: 325
  • Erscheinungstermin: Dezember 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 207mm x 146mm x 22mm
  • Gewicht: 415g
  • ISBN-13: 9783831609505
  • ISBN-10: 3831609500
  • Artikelnr.: 28635780
Autorenporträt
Irene Lamberz, geboren 1972 in Thessaloniki, studierte in München Slavistik, Interkulturelle Kommunikation und Psycholinguistik. Anschließend absolvierte sie einen Studiengang Erwachsenenbildung an der Hochschule für Philosophie. 2003 bis 2008 promovierte sie im Rahmen des Internationalen Promotionsprogramm Literatur und Kulturwissenschaft (IPP/DAAD) an der Justus-Liebig-Universität Gießen und baute parallel dazu im Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften (GGK/GCSC) dessen Career Service auf.
Inhaltsangabe
1;Inhaltsverzeichnis;8 2;VORWORT;10 3;1. Raum als zentraler Aspekt der Selbst- und Fremdwahrnehmung in der russischen Kultur;11 3.1;1.1. "Wir verwandeln die ganze Welt in einen blühenden Garten" - die Sakralisierung des Alltagsraumes und die Rolle der Literatur;16 3.2;1.2. Die Literatur als Medium des Neuen Raums und als Ort zwischen den Zeilen;17 3.3;1.3. Raummythen als Grundlage der Raumsemantisierung;23 3.4;1.4. Das kulturspezifische 'Raumvermögen.. der russischen Literatur;36 4;2. Raum als literatur- und kulturwissenschaftlicher Parameter;39 4.1;2.1. Methodische Vorüberlegungen zum Umgang mit künstlerischem Raum;42 4.2;2.2. Raum als Erinnerungsmedium der Literatur;44 4.3;2.3. Überblick über einige zentrale literatur- und kulturwissenschaftliche Betrachtungsweisen des Raums;46 5;3. Daniil Charms absurde Erzählungen als poetologische Transzendierung und 'Umkehrung' einer verkehrten Welt164;102 5.1;3.1. Der Petersburger Raum als 'heterologischer (Hetero)Topos'?;102 5.2;3.2. Ob..riutische Konzepte von Gegenstand und Raum;108 5.3;3.3. Weitere zeitgenössische Raumwahrnehmungen und Konzeptualisierungen;110 5.4;3.3. Charms philosophisches Raumkonzept als (meta)fiktionale Grundierung;123 5.5;3.4. Die sakrale Transformation des Raumes in Starucha;130 5.6;3.5. Zeitloser Raum in Starucha?;133 5.7;3.6. Die (umgekehrte/ inverse) Perspektivenstruktur in Starucha;137 5.8;3.7. Wunder und Transzendierung des (Alltags-)Raumes;146 5.9;4. Die topologische Unbeherrschbarkeit des Raums als Semantisierungs-strategie;163 5.10;in Michail Bulgakovs Master i Margarita;163 5.11;4.1. Moskau und Jerusalem als Antipoden;168 5.12;4.2. Fragmentarisierungen und Synthetisierungen des Raums;173 5.13;4.3. Die Karnevalisierung als 'teuflische Infektion' und subversive Grenzauflösung;176 5.14;4.4. (Mind)Mapping - fiktionalisierte Raumerinnerung als dialogische Überblendung;189 5.15;4.5. Wohnung, Haus, Heimat - die Reintegration des Privaten;191 5.16;4.6. Bulgakovs phantastische Raumerweiterung als Subversion;195 5.17;4.7. Die Resakralisierung des sowjetischen Raums im Sinne des Gottesnarren-tums;199 5.18;('jurodstvo');199 6;5. Vom semantisierten Raumkontext zum semantischen Textraum: Moskau als 'stiller Winkel' in den Romanen Jurij Trifonovs;205 6.1;5.1. Moskau als ideologischer und als lebensweltlicher Chronotopos bei Jurij Trifonov;206 6.2;5.2. Überformung des sozial(real)istischen Chronotopos bei Trifonov;213 6.3;5.3. Der erinnerte Raum als Gegendiskurs: Erinnerung statt Prospektivität;222 6.4;5.4. Raum am Anfang und am Ende: Ränder als 'human mapping';225 6.5;5.5. Der Roman als Ort der Grenzüberschreitung und der 'Norm(al)isierung';229 6.6;5.6. Moskau als Zentrum des Sozialismus und als 'stiller Winkel';234 6.7;5.7. Trifonovs Raumdarstellung als Evokation und als Provokation;237 7;6. Viktor Pelevins multiple und virtuelle Räume als Ausdruck eines neuen (Anti-)Bewusstseins;244 7.1;6.4. Raummythen der Vergangenheit als halluzinogene Zwischenräume: Hyperspace und Hyperbewusstsein;248 7.2;6.2. ..apaev i Pustota als Archiv fiktionaler und kultureller Räume und Raumtypen;255 7.3;6.3. Die metafiktionale Rahmung als 'Interspace' ?;256 7.4;6.5. Leere, Wüste, Nirwana, Nichts - Konzeptionalisierung vs. Semantisierung?;261 7.5;6.6. Die Frage nach dem virtuellen Raum - nach der Utopie - nach Russland;265 7.6;6.7. Das Spiel mit den Raumerwartungen: fiktionalisierte Chronotopoi und Meta- bzw. Hybrid-Räume;267 7.7;6.8. Die Halluzination als Verfahren - Dekonstruktionen des mythisierten Raumes;269 7.8;6.9. Russland als Psychotop oder als Durchgangsstation auf dem Weg der Initiation?;272 8;7. Schlussbemerkungen: Die Ausspielung des fiktiven gegen den realen Raum;278 8.1;7.1. Chronotopisierung vs. Auflösung des Chronotopos;278 8.2;7.2. Das Ende der Heterotopie vs. unerschöpfliche Gegenwelt Literatur;280 8.3;7.2. Dimensionen zwischen den Zeilen - Raum als (mehrdimenisonales) Zeichen;284 8.4;7.4. Die (Re)Sak