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Wie ein Lamm zur Schlachtbank.
Im Park Schönbusch in Aschaffenburg wird eine Leiche gefunden: ein alter Mann, nackt, gefesselt und mit aufgeschnittenen Pulsadern. Der Tote war Pfarrer. Kurz darauf schlägt der Täter ein weiteres Mal zu. Das Opfer: ein Mönch. Ein Rachefeldzug gegen Geistliche? Kommissar Basler ist sich sicher: Es wird weitere Tote geben. Doch er ahnt noch nicht, dass das letzte Opfer ein ganz besonderes sein wird.…mehr

Produktbeschreibung
Wie ein Lamm zur Schlachtbank.

Im Park Schönbusch in Aschaffenburg wird eine Leiche gefunden: ein alter Mann, nackt, gefesselt und mit aufgeschnittenen Pulsadern. Der Tote war Pfarrer. Kurz darauf schlägt der Täter ein weiteres Mal zu. Das Opfer: ein Mönch. Ein Rachefeldzug gegen Geistliche? Kommissar Basler ist sich sicher: Es wird weitere Tote geben. Doch er ahnt noch nicht, dass das letzte Opfer ein ganz besonderes sein wird.
  • Produktdetails
  • rororo Taschenbücher Nr.25361
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • Seitenzahl: 272
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 272 S. 190 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 115mm
  • Gewicht: 227g
  • ISBN-13: 9783499253614
  • ISBN-10: 3499253615
  • Best.Nr.: 27956880
Autorenporträt
Nach Beendigung seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre arbeitete der 1965 in Aschaffenburg geborene Alexander Köhl zuerst in einer internationalen Werbeagentur in Frankfurt. 1995 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit mit der Gründung eines eigenen Handelsunternehmens. Vor einigen Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für das Schreiben.
Rezensionen
Besprechung von 07.09.2010
Mord im Irrgarten
Alexander Köhls Krimi "Opfertier" spielt in Aschaffenburg und im Spessart

hob. ASCHAFFENBURG. Eigentlich ist es ein schöner, friedlicher Ort. Aus dem Irrgarten sind Kinderstimmen zu hören, der Speisesaal, den der Hofarchitekt Joseph von Herigoyen 1788 errichten lies, liegt in der Abendsonne, auf dem kleinen See zieht ein Schwan vorüber. Und doch gelingt es Alexander Köhl, aus dem Park Schönbusch eine Stätte des Grauens zu machen. Im Irrgarten ist eine nackte Leiche an ein Geländer gefesselt, die Kleidung des Toten liegt auf den Sandsteinstufen des Speisesaals. "Opfertier" lautet der Titel seines zweiten Romans mit Kommissar Basler, der dieser Tage erschienen ist. Kommissar Basler sucht den Mörder eines Pfarrers und eines Mönchs. Seine Ermittlungen führen ihn auch in abgelegene Spessartdörfer.

Vor eineinhalb Jahren veröffentlichte Köhl seinen ersten Roman bei Rowohlt. In "Wundmale" geht es um ein dunkles Familiengeheimnis, um Aberglauben und religiösen Fanatismus. Der Autor hat sich von einem authentischen Fall inspirieren lassen, dem Tod der Klingenbergerin Anneliese Michel, die 1976 nach einer Teufelsaustreibung starb. Autobiographisches versucht er in seinen Romanen zu vermeiden. Er erfindet Charaktere, Ähnlichkeiten mit sich, Freunden und Bekannten schließt er weitgehend aus.

Obwohl sein Kommissar in einem abgelegenen Forsthaus im Spessart lebt, ist er kein schrulliger Eigenbrötler, sondern ein warmherziger, fürsorglicher Zeitgenosse. "Mein Kommissar soll auch eine Liebesbeziehung haben." Basler wohnt mit seiner Kollegin und Lebensgefährtin Nina, seinem erwachsenen, blinden Sohn Dani und der Katze Mina zusammen.

Geistliche spielen in "Wundmale" und "Opfertier" große Rollen - als religiöse Eiferer und als Mordopfer. Dennoch rechnet Köhl, der in seiner Jugend auf einem kirchlichen Internat war, nicht mit der Kirche ab. "Ich bin sogar noch in der Kirche." Auch wenn der Leser das vermuten könnte, sagt der Autor, dass er als Internatsschüler keine schlechten Erfahrungen gemacht habe, wenn auch die täglichen Gottesdienste und Morgenandachten doch eher lästig gewesen seien.

Köhl, der 1965 in Aschaffenburg geboren wurde und im benachbarten Mainaschaff lebt, arbeitet seit drei Jahren als freier Schriftsteller. Mit dem Schreiben hat er vor mehr als zehn Jahren begonnen und seine beiden ersten Krimis veröffentlicht, in denen Kommissar Basler aber noch nicht ermittelt.

Seine Kriminalromane spielen zwar in seiner Heimatstadt und in der Umgebung, dennoch passen sie nicht in die Schublade "Aschaffenburg-Krimi". Die Basler-Romane sollen nicht nur Eingeweihte, die jeden Winkel kennen und mit dem Dialekt vertraut sind, verstehen. Köhl möchte sich nicht so einschränken. Auch Krimifans aus Norddeutschland sollen Lust haben, mit seinem Kommissar in Aschaffenburg und im Spessart auf Tätersuche zu gehen.

Im dritten Basler-Roman, der noch in Arbeit ist, wird der Aschaffenburger Hafen einer der Schauplätze sein. Mehr will Köhl, der nach dem Studium der Betriebswirtschaft zunächst in einer Werbeagentur und dann als Unternehmer tätig war, nicht verraten. Vielleicht hat ihn der Blick von seinem Schreibtisch auf den Main und die vorbeifahrenden Schiffe inspiriert. Er fängt morgens um 7 Uhr an zu arbeiten und schreibt fünf bis sechs Stunden am Tag.

Manchmal müsse er sich auch an den Schreibtisch zwingen. Wenn er mal ins Stocken gerät, vertieft er sich abermals in seine Recherche, liest manches nach oder sucht noch einmal Schauplätze auf und lässt die Atmosphäre auf sich wirken. Die Texte sollen schließlich nicht blutleer sein.

An Ideen fehlt es ihm nicht. "Ich stolpere täglich über Geschichten", sagt Köhl. Seine Lehrer bescheinigten dem verträumten Schüler eine rege Phantasie. In einem Ordner mit der Aufschrift "Figuren" sammelt Köhl Charaktere. Gerne sieht er sich Krimis an, der "Tatort" müsse schon sein. Wenn es um die Täterpsyche und die Polizeiarbeit geht, ist das Fernsehen nicht die einzige Informationsquelle. Köhl lässt sich von einem Psychotherapeuten, einem ehemaligen Kriminalhauptkommissar und einer Staatsanwältin beraten. Er besichtigte mit dem Syndikat, in dem sich mehr als 600 deutschsprachige Krimiautoren zusammengeschlossen haben, ein Bestattungsmuseum, und demnächst wird er bei einer Obduktion dabei sein.

Da das Schreiben ein einsamer Prozess ist, pflegt Köhl über das Syndikat Kontakte zu anderen Autoren. 2012 wird er im Rahmen der Criminale der Jury des Friedrich-Glauser-Preises, mit dem der beste deutschsprachige Krimi des Jahres ausgezeichnet wird, angehören. Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bietet sich außerdem am 6. Oktober, wenn Köhl in der Reihe "Literaturbahnhof" im Frankfurter Hauptbahnhof aus "Opfertier" lesen wird. Weitere Lesungen sind unter anderem am 21. September um 20 Uhr in der Buchhandlung Diekmann, Steingasse 2 in Aschaffenburg, und am 4. November um 20 Uhr im Künstlerkeller im Schloss Darmstadt.

Informationen im Internet unter der Adresse www.alexander-koehl.de

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