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Der Regressionsbegriff gehört zu den psychotherapeutischen Standardbegriffen. Ursprünglich von Freud ausgehend vom Traumprozess und zur Beschreibung seelischer Vorgänge eingeführt, hat dieser Begriff mittlerweile Eingang in viele psychotherapeutische Methoden genommen, wie in die Gestalttherapie, in die Hypnose, in das Katathyme Bilderleben, in die Körpertherapien und in die Integrative Therapie. Einerseits scheint sich der Regressionsbegriff gut zur Beschreibung bestimmter seelischer Prozesse zu eignen, andererseits fällt auf, dass er keineswegs einheitlich verwendet wird, sondern je nach…mehr

Produktbeschreibung
Der Regressionsbegriff gehört zu den psychotherapeutischen Standardbegriffen. Ursprünglich von Freud ausgehend vom Traumprozess und zur Beschreibung seelischer Vorgänge eingeführt, hat dieser Begriff mittlerweile Eingang in viele psychotherapeutische Methoden genommen, wie in die Gestalttherapie, in die Hypnose, in das Katathyme Bilderleben, in die Körpertherapien und in die Integrative Therapie. Einerseits scheint sich der Regressionsbegriff gut zur Beschreibung bestimmter seelischer Prozesse zu eignen, andererseits fällt auf, dass er keineswegs einheitlich verwendet wird, sondern je nach therapeutischer Ausrichtung im Detail unterschiedliche Vorgänge zu erfassen versucht. Betrachtet man den psychotherapeutischen Prozess aus wissenschaftlicher Perspektive als sehr komplexen Prozess des Austausches und Aushandelns sehr unterschiedlicher Informationen auf vielen Ebenen, wird es immer schwieriger, von einer einfachen Regression des Patienten auf schon Überwundenes auszugehen, sodass die Validität dieses Begriffs in Frage zu stellen ist. Nimmt man darüber hinaus die Säuglings- und Kleinkindforschung, daraus abgeleitete Entwicklungsmodelle sowie ein sich dadurch änderndes Säuglings- und auch Menschenbild ernst, drängt sich der Schluss auf, dass es sich beim Regressionsbegriff um eine vielleicht auch weiterhin nützliche Metapher handelt - jedoch sollte vielleicht seine metatheoretische Bedeutung aufgegeben werden. Argumente für oder gegen eine Beibehaltung des Regressionsbegriffs werden in dieser Arbeit auf dem Hintergrund der neuen Entwicklungspsychologien und der Auseinandersetzung zwischen Psychoanalyse und analytischer Körperpsychotherapie diskutiert.
  • Produktdetails
  • Bibliothek der Psychoanalyse
  • Verlag: Psychosozial-Verlag
  • Seitenzahl: 336
  • Erscheinungstermin: 1. Februar 2001
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 148mm x 23mm
  • Gewicht: 485g
  • ISBN-13: 9783898061261
  • ISBN-10: 3898061264
  • Artikelnr.: 10213848
Autorenporträt
Peter Geißler war ursprünglich Praktischer Arzt und ist seit 1982 Psychotherapeut in freier Praxis in Wien und Neu-Oberhausen/Groß-Enzersdorf (NÖ), Supervisor, Psychodiagnostiker, Veranstalter des Wiener Symposiums »Psychoanalyse und Körper« und Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift, sowie Herausgeber des Lehrbuchs »Psychoanalyse der Lebensbewegungen« (gemeinsam mit G. Heisterkamp). Wichtigste Stationen im Leben: Als wichtigste Stationen in meinem Leben sehe ich das Aufwachsen in meiner Ursprungsfamilie in Wien, mit den Eltern und den drei jüngeren Brüdern (Werner, Klaus und Christian); dann die Begegnung mit Christine, meiner Frau, sowie die Geburt unserer drei Kinder - Daniel, Andreas und Angelika; die Zeit der vielen Selbsterfahrungsgruppen, die meinem Leben eine gänzlich neue Wendung gab (1976-1979), die Begegnung mit der Bioenergetischen Analyse und der DÖK, der Deutschen und Österreichischen Gesellschaft für Bioenergetische Analyse/Körperbezogene Psychotherapie, und mit meinem damaligen bioenergetischen Lehrtherapeuten, Waldefried Pechtl (1979); sowie die gemeinsame supervisorische Arbeit mit Jacques Berliner aus Belgien (1991-1996), in einer kleinen Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, die in die Gründung des AKP, des Arbeitskreises für analytische körperbezogene Psychotherapie, mündete. Veröffentlichungen u.a.: 2007: Psychoanalyse der Lebensbewegungen. Zum körperlichen Geschehen in der psychoanalytischen Therapie - ein Lehrbuch. (gem. mit Günter Heisterkamp). Wien New/York (Springer-Verlag). 1999: Mediation: Einblicke in Theorie und Praxis professioneller Konfliktreglung. (gem. mit Gerda Klammer). Wien (Falter-Verlag). 1998: Analytische Körperpsychotherapie in der Praxis. Leben lernen 127. München (Pfeiffer bei Klett-Cotta). 1997: Analytische Körperpsychotherapie. Bioenergetische und psychoanalytische Grundlagen und aktuelle Trends. Wien (Facultas). 1996: Neue Entwicklungen in der Bioenergetischen Analyse. Materialien zur analytischen körperbezogenen Psychotherapie. Frankfurt am Main (Peter Lang). 1994: Psychoanalyse und Bioenergetische Analyse im Spannungsfeld zwischen Abgrenzung und Integration. Frankfurt am Main (Peter Lang).
Inhaltsangabe
Inhalt Herkunft und Definition des Regressionsbegriffs Regression in der Psychoanalyse 1. Der Regressionsbegriff bei Freud und Breuer 1.1. Regression als Traumvorgang 1.2. Regression und die psychoanalytische Vorstellungs
und Denkwelt 1.3. Die Wandlung des Regressionsbegriffs bei Freud 1.4. Charakteristika der topischen, zeitlichen und formalen Regression 1.5. Triebgebundene (libidinöse) Regression 1.6. Freuds Bewertung der Regression im psychoanalytischen Prozeß 2. Andere psychoanalytische Autoren
eine unsystematische Auswahl 2.1. Kris: Allgemeine Merkmale regressiven Geschehens 2.2. Ich
Regression und Ich
Stärke 2.3. Fenichel: Regression und Fixierung, Regression als Abwehrmechanismus 2.4. Brenner: Regression als Eigenschaft des Trieblebens und Regression als Entneutralisierung 2.5. Abraham: Regression und Stadien der Libidoentwicklung 2.6. Ammon: Schwere Grade von Regression 2.7. Sind schwere Formen von Regression biologisch angelegte Instinktmuster? 2.8. Danzinger: Schizophrenogene Regression 2.9. Hirsch: Regressive Prozesse bei Eßstörungen 2.10. Rosen: Phasen prägenitaler Regression 2.11. Strotzka: Regression als zentrales Problem in jeder Neurose 2.12. Regression und Übertragungsentwicklung 2.13. Regression und Primärvorgang 2.14. Primärvorgang und Regression im Dienste des Ich bei künstlerischen Phänomenen 2.15. Psychosomatische Regression 2.16. Loch: Regression und sekundäre Verarbeitungsformen 2.17. Regression als gesunder und normaler Vorgang 2.18. Leuner: Regression als intrapsychischer und interpersoneller Vorgang und ihre Bedeutung für die psychoanalytische Behandlung 2.19. Dührssen: Die Bedeutung von therapeutischer Regression bei Patienten ist uneinheitlich 2.20. Kohut: Regression des Selbst und Fragmentierung 2.21. Blanck: Regressionspotential als diagnostisches Kriterium 2.22. Slavson: Therapeutische, pathologische, parapathologische und induzierte Regression 2.23. Kernberg: Gegenübertragung und Diagnose des Regressionsgrades 2.24. Regression als Gruppen
und Massenphänomen 2.25. Regression und Traumaforschung 2.26. Hohage: Steuerung der Regression in pychoanalytischer Therapie 2.27. Fürstenau: Steuerung der Regression und Kritik an der Psychoanalyse 2.28. Körner und Rosin: Eine aktuelle Sichtweise von Regression: die strukturelle Regression 2.29. Strukturelle Regression 3. Kritische Äußerungen von Psychoanalytikern zum Regressionsbegriff 3.1. Kritik von Thomä und Kächele an der Verwendung des Regressionsbegriffs am Beispiel der psychosomatischen Erkrankungen 3.2. Lochs Kritik und Versuch einer Verbindung mit den neuen Entwicklungspsychologien Regression in anderen Therapieschulen 1. Regression in tiefenpsychologischen Schulen 1.1. Der Regressionsbegriff bei Adler 1.2. Der Regressionsbegriff bei Jung 1.3. Regression in der psychoanalytischen Regressionstherapie 1.4. Regression in der tiefenpsychologischen Transaktionsanalyse 1.5. Der Regressionsbegriff in der analytischen Paartherapie 2. Der Regressionsbegriff in den Körpertherapien 2.1. Der Regressionsbegriff bei Reich 2.2. Der Regressionsbegriff in der Bioenergetik 2.3. Regression in der Biosynthese 2.4. Regression im Holotropen Atmen 2.5. Regression bei anderen Vertretern körpertherapeutischer Zugänge 3. Der Regressionsbegriff in imaginativen und hypnoiden Verfahren 4. Der Regressionsbegriff in der Initiatischen Therapie Dürckheims 5. Der Regressionsbegriff in der Klientenzentrierten Psychotherapie 6. Der Regressionsbegriff in der Integrativen Gestalttherapie 7. Der Regressionsbegriff in der Gestalttherapie Das subjektive Erleben von Babys und Kleinkindern 1. Das Entwicklungsmodell von Daniel Stern 1.1. Das auftauchende Selbstempfinden
die Welt der Gefühle 1.2. Das Kernselbstempfinden
die Welt der direkten Kontakte 1.3. Das subjektive Selbstempfinden
die Welt der Gedanken 1.4. Das verbale Selbstempfinden
die Welt der Worte 1.5. Das narrative Selbstempfinden
die Welt der Geschichte 1.6. Die Erlebenswelt des Kindes und die Regression des Patienten Vorläufer der analytischen Körperpsychotherapie 1. Sandor Ferenczi 1.1. Umgangsformen mit der Regression: der Fall 'R. N.' 1.2. Kommentar von Ermann zu Ferenczis Experimenten 1.3. Ferenczis Verständnis der Regression 1.4. Ferenczi und Reich: Ein Vergleich 2. Michael Balint 2.1. Benigne und maligne Regression 2.2. Angstlust und Regression 3. Donald Winnicott 3.1. Die Fähigkeit zu spielen 4. Georg Groddeck Regression bei modernen Vertretern analytischer Körperpsychotherapie 1. Regressionsverständnis bei Tilmann Moser, Günter Heisterkamp, Gisela Worm und Jörg Scharff 2. Die 'Körperregression' bei George Downing Überlegungen zum Menschenbild 1. Die 'klassische' heroische Position 2. Die 'nicht
klassische' romantische Position Zusammenfassung, Diskussion und Kritik am Regressionsbegriff 1. Unterschiedliche Gebrauchsweisen des Regressionsbegriffs in einer Zusammenschau 2. Drei Perspektiven von Regression 2.1. Regression als Vorgang im Patienten 2.2. Regression aus dem Blickwinkel von regressionsfördern den Maßnahmen auf Seiten des Therapeuten 2.3. Regression als interaktioneller Vorgang 3. Beiträge des Säuglings zur frühen Beziehungsgestaltung 4. Kritik am Regressionsverständnis und
begriff Vorschläge für künftige Erweiterungen in der Theoriebildung analytischer Körperpsychotherapie 1. Überlegungen zum prozeduralen Unbewussten 2. Überlegungen zum Präsentischen Verstehen 3. 'Now
moments', existentielle Erfahrungen, transzendentes, spirituelles sowie Sinnerleben als eigenständige Erfahrungsdimension