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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

In diesem Band kommen Autoren aus den verschiedensten Kontexten zu Wort, die lediglich verbindet, dass sie oder ihre Eltern eingewandert sind. Das ist aber auch ihr einziger gemeinsamer Nenner, findet der Rezensent Detlef Kuhlbrodt, auch wenn die Anthologie andere Ziele suggeriere. Doch das schiebt Kuhlbrodt darauf, dass gerne versucht wird "literarische Angelegenheiten zu politisieren". In diesem Falle versuchten Kinder von Einwanderern "mit dem Ettikett Kanakenliteratur", "gegen alle möglichen Glattheiten ihrer nurdeutschen Altersgenossen zu opponieren". Dieser polemische Ansatz gefällt Kuhlbrodt im großen und ganzen, nur Maxim Billers Kritik an der deutschen Gegenwartsliteratur findet er undifferenziert und "posenhaft" und auch Vito Avanatrios Beitrag steht er etwas skeptisch gegenüber. An den literarischen Texten, die den Großteil der Sammlung ausmachen, hat er aber zumeist Spaß, denn "es gibt schöne Rauschgeschichten mit nächtlich-nassglitzernden Strassen, Frauen und allem, was an Chaotik so dazugehört".

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