Madame Lai - Brando, Marlon; Cammell, Donald
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Hongkong 1927: Brandos Alter Ego, Kapitän Anatole "Annie" Doultry, sitzt eine sechsmonatige Gefängnisstrafe ab. Im Knast lernt er den chinesischen Piraten Hai Cheng kennen. Dieser dient unter Madame Lai, der berüchtigsten, durchtriebensten und schönsten Verbrecherin, die je auf dem chinesischen Meer ihr Unwesen getrieben hat. Hai Cheng droht die Todesstrafe, doch Annie gibt ihn als seinen Schiffskoch aus und rettet ihm damit das Leben. Kaum ist Annie wieder auf freiem Fuß, bietet ihm Madame Lai ihre Komplizenschaft an beim wagemutigsten Überfall ihrer Piratenkarriere. Der Coup gelingt, und die…mehr

Produktbeschreibung
Hongkong 1927: Brandos Alter Ego, Kapitän Anatole "Annie" Doultry, sitzt eine sechsmonatige Gefängnisstrafe ab. Im Knast lernt er den chinesischen Piraten Hai Cheng kennen. Dieser dient unter Madame Lai, der berüchtigsten, durchtriebensten und schönsten Verbrecherin, die je auf dem chinesischen Meer ihr Unwesen getrieben hat. Hai Cheng droht die Todesstrafe, doch Annie gibt ihn als seinen Schiffskoch aus und rettet ihm damit das Leben.
Kaum ist Annie wieder auf freiem Fuß, bietet ihm Madame Lai ihre Komplizenschaft an beim wagemutigsten Überfall ihrer Piratenkarriere. Der Coup gelingt, und die beiden erbeuten 300 Perlen im Wert von 400 000 Dollar. Da zeigt sich Madame Lai als gefährliche Verbündete eine Frau mit ebenso großer Macht wie bezwingenden Reizen. Doch nur zu gern lässt sich Annie auf ein Spiel mit dem Feuer ein.
  • Produktdetails
  • Verlag: Mareverlag
  • 1., Aufl.
  • Seitenzahl: 432
  • Erscheinungstermin: März 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 39mm x 137mm x 210mm
  • Gewicht: 594g
  • ISBN-13: 9783866480582
  • ISBN-10: 386648058X
  • Artikelnr.: 20949614
Autorenporträt
Marlon Brando, Jahrgang 1924,ist einer der bedeutendsten Charakter-darsteller des 20. Jahrhunderts. Mit Filmen wie Meuterei auf der Bounty, Der Pate und Der letzte Tango in Paris bleibt er unvergessen auch nach seinem Tod im Jahr 2004, bei dem er nicht nur ein Vermögen von ungefähr 20 Millionen Dollar und eine Inselkette in der Südsee hinterließ, sondern auch einen Roman.

Donald Cammell, geboren 1934, trug als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent mit Filmen wie Performance (mit Mick Jagger), Demon Seed und Wild Side maßgeblich zur Entwicklung des Genrekinos bei. Cammell nahm sich 1996 das Leben.
Rezensionen
Besprechung von 28.11.2007
DAS HÖRBUCH
Kakerlaken ködern
Thomas Fritsch liest Marlon Brandos Piraten-Roman
Marlon Brando hat einen Roman geschrieben? Nicht allein. Und herausgegeben hat ihn posthum China Kong, die Tochter einer früheren Geliebten und Witwe seines Freundes Donald Cammell, des zweiten Autors. In der Einführung erzählt China Kong von der Entstehung des Werkes: Die beiden Freunde verfassten ihn 1982 auf Brandos Südseeinsel Teti’aroa bei Tahiti. Erst frühstückten sie im Inselparadies mit französischem Koch jeden Morgen Papaya und Mango und dann schrieben sie, spielten auf dem Flugplatz der Insel Szenen nach, machten Aufnahmen und erweckten Figuren zum Leben. Das muss lustig gewesen sein.
Der Schauspieler Thomas Fritsch scheint nun auch rechte Freude an dem Roman gehabt zu haben, denn zum Vergnügen des Hörers zelebriert er seine Inbrunst in der Darstellung von Insektensport über Piratenfolter und Mord bis Pornographie: Gleich eingangs werden wir Zeuge einer Köderjagd nach Kakerlaken in einem Gefängnis in Hong Kong im Jahre 1927. Und als der kräftige, jugendlich frische Kakerlak dem Ingwerduft folgt über die bereits durch andere Kakerlaken von Hornhaut und Hühneraugen entknabberten Füße, welche den „Anschein würdevollen Überdrusses” erwecken und dem Romanhelden Kapitän Anatol „Annie” Doultry gehören, dann über dessen verdreckte Leinenhose bis ins „Lendental” gelangen und der Sprecher jetzt tief, stark, a tempo, voll und weich die Worte „feuchter Brodem”, welcher aus dem Lendental dem Kakerlak entgegenschlage, ausspricht, dann ereilt den Hörer ein wonniges Gruseln, das ihn, wohl auch wegen der feinen deutschen Sprache des Übersetzers Gregor Hens, bis zum letzten Wort fesseln wird.
Zusammen mit einem Gliedmaß wird der Kakerlak in einer alten Tasse gefangen und stellt eine neuerliche Wendung in des Kapitäns Leben in Aussicht, denn zu diesem Zeitpunkt hatte Annie alle Kakerlakenrennen verloren und war arm.
Immerhin ist er noch Schiffseigner. Kurz nach seiner Entlassung wird Annie erst in geschäftliche Beziehungen zu einer halbchinesischen Großpiratin treten, dabei Zeuge von Abtrennungsakten einer menschlichen Zehe und eines Kopfes an Bord der zeitgemäß mit automatischen Waffen bestückten Piratendschunke, dann wird er einen ordentlichen Überfall mit ihr veranstalten und am Ende die Beziehung zu ihr so eng werden lassen, dass erst sie eine neue Variante von Billard in ihm spielt und danach seine beiden Pranken in zwei Öffnungen ihres Leibes stecken und dort Perlen aneinander reiben.
Der Text ist ordentlich mit überraschenden Wendungen ausgestattet, es fliegen Kugeln, es raucht das Pulver und es schimmert das Meer.
Thomas Fritsch ist die denkbar beste Besetzung für so einen pistolenartigen Stoff. Sein voluminöser Bass reicht tief hinab in diese perlenbesetzten Schlünde der Piraterie. Wie er die absurdesten Vorgänge stimmlich ausweidet, ist eine prachtvolle Unterrichtung in genussvollem Lesen. MARTIN Z. SCHRÖDER
MARLON BRANDO, DONALD CAMMELL: Madame Lai. Roman. Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens. Gelesen von Thomas Fritsch. Hoffmann und Campe 2007, 3 CD, 22,95 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Marlon Brando möchte der Rezensent dann doch lieber als Schaupieler in Erinnerung behalten, nicht als Räsoneur oder Romanautor. Muss er auch nicht unbedingt, stammt diese Geschichte "auf Groschenroman-Niveau" doch zu allererst von Donald Cammell und ein bisschen von dem Filmkritiker David Thomson, der auch ein "sachliches" Nachwort beisteuert, wie Hans Ulrich Gumbrecht anmerkt. Gumbrecht erscheint der Text als einzige Qual. Er nennt es ein "Gebräu", dessen passagenweise "angestrengte Intellektualität" ihm ebenso Mühe bereitet wie sein Ton, dessen überzeugende Übertragung ins Deutsche er allerdings für eine kleine Sensation hält. Was von dieser Ganoven-Klamotte aus Fernost auch immer von Brando stammen mag - rühmlich ist es nicht. Da ist sich Gumbrecht sicher.

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