Marktplatzangebote
5 Angebote ab € 15,00 €

    Gebundenes Buch

1 Kundenbewertung

Kay Peter Jankrift lädt ein zu einer unvergesslichen Begegnung mit reichen Goldschmieden wie zerlumpten Bettlern, unheimlichen Scharfrichtern und weiteren mittelalterlichen Zeitgenossen. Ein spannender Spaziergang durch den städtischen Alltag von der Zeit des Schwarzen Todes bis zum Beginn der Reformation am Beispiel der Stadt Augsburg.
Das Gerücht verbreitete sich in Windeseile: Der städtische Wundarzt Ulrich Prunning habe einem Müllerssohn ohne Not das Bein amputiert, raunte man. Die üble Nachrede traf den Augsburger Heilkundigen bis ins Mark. In diesem Herbst des Jahres 1453 hatte er
…mehr

Produktbeschreibung
Kay Peter Jankrift lädt ein zu einer unvergesslichen Begegnung mit reichen Goldschmieden wie zerlumpten Bettlern, unheimlichen Scharfrichtern und weiteren mittelalterlichen Zeitgenossen. Ein spannender Spaziergang durch den städtischen Alltag von der Zeit des Schwarzen Todes bis zum Beginn der Reformation am Beispiel der Stadt Augsburg.

Das Gerücht verbreitete sich in Windeseile: Der städtische Wundarzt Ulrich Prunning habe einem Müllerssohn ohne Not das Bein amputiert, raunte man. Die üble Nachrede traf den Augsburger Heilkundigen bis ins Mark. In diesem Herbst des Jahres 1453 hatte er sich gerade um die lukrative Anstellung eines Stadtwundarztes in München bemüht. Plötzlich waren die ausgezeichneten Referenzschreiben das Papier nicht wert, auf dem sie standen. Prunning musste umgehend handeln, um seine Unschuld zu beweisen. Er hegte den Verdacht, dass ein missgünstiger Konkurrent die Verleumdungen gestreut hatte und verklagte den Bader Hans Speyser vor dem Rat. Im Februar 1454begann der Prozess ...

Dieser Rechtsstreit ist nur eine von vielen wahren Begebenheiten aus dem Alltag einer spätmittelalterlichen Stadt, von denen Kay Peter Jankrift erzählt. Im Spiegel der alten Handschriften werden die Menschen wieder lebendig, die den Gestank der Gossen und die Wohlgerüche von Bienenwachskerzen kannten, den Lärm bunten Markttreibens und die Stille bei der Bestattung von Pesttoten, die Grauen des Krieges und die Freuden ausgelassener Feste.
  • Produktdetails
  • Verlag: Klett-Cotta
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 235
  • Erscheinungstermin: 29. September 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 232mm x 160mm x 25mm
  • Gewicht: 560g
  • ISBN-13: 9783608941401
  • ISBN-10: 3608941401
  • Artikelnr.: 23871389
Autorenporträt
Kay Peter Jankrift studierte in Münster und Tel Aviv Mittlere und Neuere Geschichte, Semitistik und Islamwissenschaft und habilitierte sich im Jahr 2002. Er lehrt mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Münster und Bochum.
Inhaltsangabe
Vorwort ZUR EINFÜRUNG: STREIFZÜGE DURCH EINE MITTELALTERLICHE STADT Eine Frage der Quellen Die schönste Stadt der Provinz Raetien Die Spitzen des Eisbergs Am Anfang stand das Recht DIE ERBEN ROMS Ein Sarg aus Blei und "Sieben Kindlein" Sechshundert Jahre nach der Sintflut ... DER TRIUMPH DES TODES Schlechte Nachrichten und üble Gerüchte Blutiger Sabbat Die Seuche, die nicht stattfand Leiden wie Christus DER KLANG DER STURMGLOCKE Feuer in der Stadt Ein Zechgelage mit Folgen Mordbrand und böser Spuk. Ein Feuerteufel geht um Feuerstrahl mit Blitz und Donner Flammen auf dem Wasserturm Das große Wasser zu Augsburg DIE MACHT DER ZÜNFTE Der Rat und die zwölf Apostel Kriegerische Aufrüstung mit Folgen Des Morgens auf dem Perlach Im Namen des Geschäfts EINE STADT IM KRIEG Pulverdampf unter neuem Banner Waffenbrüder BURKHARD ZINK (1396-1474/75) DAS LEBEN EINES AUGSBURGER FERNHANDELSKAUFMANNS IM 15. JAHRHUNDERT Bilder aus Kindertagen Ein langer Weg Folgenschwere Entscheidung Ein Scholar auf Wanderschaft Von der Schule auf den Marktplatz Auf Freiersfüßen Ein spätmittelalterlicher Schreiber bei der Arbeit Ein aufstrebender Kaufmann und seine Familie Der Handelsherr IN DUNKLEN KELLERN ODER AUGSBURG BEI NACHT. VON KETZERN, GEISTERN, SANKT GALLUSLEUTEN UND DEM "MEISTER DER HOHEN WERKE" Feste feiern oder Vergnügungen jenseits des Alltags Meister der hohen Werke. Der Scharfrichter bei der Arbeit Der Scharfrichter - ein stättischer Bediensteter zwischenöffentlichkeit und Tabuisierung Mit Schwert und Galgenstrick. Panoptikum des Schreckens Zwischen Kleinkriminalität und Elend - die Sankt Gallusleute Vonägypten undäthiopien an den Lech Heinrich der Ketzermeister, ein Inquisitor in Augsburg Geisterreiter und eine Totenmesse MITTEN IM LEBEN VOM TOD UMGEBEN Tote in der Welt der Lebenden Das Gro ß e Sterben. Die Pest in Augsburg Flöhe, Beulen und blutiger Husten Hoffen auf die Barmherzigkeit des Herrn Eine Stadt in Angst Die Pest im Hause Zink Die Kranken im Brechhaus In Stra ß en voller Unrat Brunnen und ihre Meister "Elende, unschuldige Kinder" Selbstmörder und Delinquenten Gottesacker, Ort der Toten und ein Kirchhof, der keiner ist EHEWEIBER, KUPPLERINNEN UND "HÜBSCHE FRAUEN" SEXUALITÄT IN DER SPÄTMITTELALTERLICHEN STADT Die Angst des Joehlin Schoenmann oder Eine gefährliche Intrige und ihr unschuldiges Opfer Das Nachspiel Erpressung macht Schule Zwischen "schönen Frauen" und "Arschverkäuferinnen" Die "Franzosen" in Augsburg Wider alle Sitten. Sexualdelikte in der spätmittelalterlichen Stadt Die stumme Sünde wider die Natur Szenen einer Ehe oder Gehörnte Ehemänner, Eifersuchtsdramen und prunkvolle Hochzeiten MIT URINGLAS UND SALBENTOPF Ein medizinischer Markt im späten Mittelalter Wolf von Augsburg. Ein jüdischer Heilkundiger am Ende des 14. Jahrhunderts Der Spiegel der Seele NEUE ZEITEN Grabsteine im Glockenturm Das gedruckte Wort des Herrn "Da hinab" oder Ein Reformator auf der Flucht ANMERKUNGEN AUSWAHLBIBLIOGRAPHIE ZEITTAFEL LISTE DER AUGSBURGER BISCH?E BILDNACHWEIS DER FARBTAFELN ORTSREGISTER
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ausgesprochen gern hat Dirk Schümer diesen Band gelesen, daran besteht angesichts seiner Rezension gar kein Zweifel. Souverän findet er den Zugang des Mediävisten Kay Peter Jankrift, der sich auch Verallgemeinerungen zutraut, die das Vergangene mit dem Gegenwärtigen in ein nie vereinfachendes Verhältnis setzen. Konzentriert ist das Buch auf die Stadt Augsburg, aus der außergewöhnlich zahlreiche Dokumente überliefert sind. Man erfährt vieles - und fast stets sehr Interessantes, so Schümer - über durchaus unterschiedliche Umgangsweisen mit Homosexuellen, über Geschäfte des Henkens und Hörnens und über vergessene Riten und Praktiken aller Art. Gewiss, es gebe hier und da "Unachtsamkeiten", die aber werden allemal wettgemacht, schwärmt der Rezensent, dadurch dass Jankrift "sehr lesbar, streckenweise flott" zu erzählen verstehe.

© Perlentaucher Medien GmbH