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Religion und Naturwissenschaft - ein ewiger Gegensatz? Nein, sagt der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer. Das Gegenteil ist richtig: Religion und Wissenschaft ergänzen sich. Die eine kann nicht ohne die andere. Alle Wissenschaftler - von Thales bis heute - haben gewusst, dass der Glaube an die Götter zu den Menschen gehört. Ernst Peter Fischer nimmt den Leser mit auf einen faszinierenden Gang durch die Geschichte des menschlichen Erkenntnisgewinns: Vom Ursprung der Welt über das Wesen des Menschen bis hin zur Rolle Gottes. Ganz nebenbei erfahren wir mehr über Isaac Newton…mehr

Produktbeschreibung
Religion und Naturwissenschaft - ein ewiger Gegensatz? Nein, sagt der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer. Das Gegenteil ist richtig: Religion und Wissenschaft ergänzen sich. Die eine kann nicht ohne die andere. Alle Wissenschaftler - von Thales bis heute - haben gewusst, dass der Glaube an die Götter zu den Menschen gehört.
Ernst Peter Fischer nimmt den Leser mit auf einen faszinierenden Gang durch die Geschichte des menschlichen Erkenntnisgewinns: Vom Ursprung der Welt über das Wesen des Menschen bis hin zur Rolle Gottes. Ganz nebenbei erfahren wir mehr über Isaac Newton und die Hintergründe seiner Gravitationslehre, wir lernen, warum es ohne Rasiermesser keine Wissenschaft gibt und was es mit dem Maxwell'schen Dämon auf sich hat, wir begleiten den ausgemachten Atheisten Charles Darwin auf die Galapagos-Inseln und erfahren auch, warum Sigmund Freud wahrscheinlich doch nicht recht hatte.
  • Produktdetails
  • Verlag: Herder, Freiburg
  • Seitenzahl: 320
  • 2017
  • Ausstattung/Bilder: 2017. 320 S. m. 4 Abb. 205 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 131mm x 38mm
  • Gewicht: 464g
  • ISBN-13: 9783451329869
  • ISBN-10: 3451329867
  • Best.Nr.: 46593161
Autorenporträt
Ernst Peter Fischer, geboren 1947, ist Naturwissenschaftler und Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Heidelberg. Er ist Autor zahlreicher Bücher, darunter einiger Bestseller. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Preisen geehrt, unter anderem erhielt er den Sartorius-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Rezensionen
Besprechung von 18.03.2017
Dem Rätsel dieser Welt verpflichtet

Nach den Regeln einer guten Sonntagspredigt: Ernst Peter Fischer kämpft für das Zusammenspiel von Religion und Wissenschaft.

Von Sibylle Anderl

Gott und der Urknall - was für ein fulminanter Titel, in dem gleich zwei für den menschlichen Geist unfassbare Entitäten nebeneinanderstehen. Natürlich geht es im neuen Buch von Ernst Peter Fischer nicht allein um den Urknall, sondern um das historische Wechselspiel von Wissenschaft und Religion im Allgemeinen. Der Mythos und der Logos, diese beiden Pole menschlichen Denkens und menschlicher Welterfahrung, eröffnen ein Themenfeld, das an Aktualität nicht verloren hat in einer Zeit, in der die Vormacht des aufgeklärten Denkens verstärkt von Seiten antiwissenschaftlicher Mythenbildung attackiert wird. Dass beide aber zueinander komplementär sind untrennbar zusammengehören, ist die Grundthese von Fischer, der das Wechselspiel von Religion und Wissenschaft von der Antike bis heute verfolgt.

Der Leser begegnet dabei dem griechischen Beginn der Teilung der Welt zwischen Mythologie und Rationalität, dem Wechselspiel von Glauben und Wissen im Mittelalter, dessen Erbe noch auf dem Weg zur modernen Physik - beispielsweise bei Newton - eine Rolle spielt, und schließlich der Abkehr Darwins von theologisch grundierten teleologischen Erklärungen. Sein Leitmotiv der Komplementarität entdeckt Fischer in der (nicht mehr ganz modernen) Interpretation der Quantenmechanik, die durch eine intuitiv unverständliche Verbindung von Gegensätzen wie der Wellen- und Teilchennatur des Lichts das Geheimnisvolle dieser Welt laut Fischer eher noch verstärkt als erhellt.

Fischers Sympathie gilt deutlich erkennbar dem Ringen mit den Verrücktheiten des Mikrokosmos, das man aus den Schriften der religiös geprägten und philosophisch reflektierenden Physiker wie Planck, Bohr, Heisenberg und Einstein Anfang des vergangenen Jahrhunderts herauslesen kann. Obwohl sich heute, von Fischer kaum erwähnt, die meisten Physiker einer Metaphysierung der Quantenphysik verschließen und der Begriff der Komplementarität stark an Popularität verloren hat, profitiert die gesamte Zunft der Physiker in Fischers Buch von dem Sympathiebonus, den ihre Vorgänger vor hundert Jahren erwerben konnten. Weit weniger gut kommen im Vergleich "gottlose" und "großspurige" Molekularbiologen wie Jacques Monod oder Francis Crick davon, die sich der Anerkennung des Zufalls verschrieben haben und damit in Fischers Augen das Geheimnis des Lebens negieren. Wissenschaft und Religion können nicht ohne einander, meint Fischer. Wer das nicht so sieht, und davon gab und gibt es einige, hat demnach leider nichts verstanden.

Entsprechend begegnet man auf dem Weg durch die Jahrhunderte immer wieder massiven Seitenhieben auf andere Autoren, die sich offenbar erfolglos mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Sei es Max Weber, der "nahezu nichts" von der Wissenschaft verstanden hat, als er die Wendung von der "Entzauberung der Welt" prägte, oder auch die Soziologen als solche, die "keinerlei Einsicht in die Natur der Dinge haben"; und als Schande diagnostiziert Fischer, dass man leichter an Schriften Heideggers und Adornos gelange als an die weltanschaulichen Schriften Max Plancks. Selbst Immanuel Kant zählt zu seinen Opfern, wenn Fischer ihm unterstellt, Kants "oft dunkel bleibende" "Kritik der reinen Vernunft" sei nur als Antwort auf die Newtonsche Physik geschrieben worden. Was wiederum darauf hinweisen könnte, dass es zumindest viel leichter ist, an Plancks Schriften zu gelangen, als in der Kritik der reinen Vernunft weiter als bis zur transzendentalen Ästhetik zu lesen.

Fischers Buch löst ein, was eine gute Sonntagspredigt verspricht: Es liefert eine einleuchtende Grundthese, dazu vielfältige, wenn auch nicht immer sehr tiefenscharfe inhaltliche Anregungen, denen bündige Interpretationen immer gleich beigegeben ist, zudem große assoziative Bögen und Denkfiguren, die einprägsam genug sind, um vom Leser weitergesponnen werden zu können. Und das alles ist noch gespickt mit eingestreuten Polemiken, damit auch die Leser auf den hinteren Kirchenbänken immer wieder einmal aufgeschreckt werden.

Ernst Peter Fischer: "Gott und der Urknall". Religion und Wissenschaft im Wechselspiel der Geschichte.

Herder Verlag, Freiburg 2017. 320 S., geb., 24,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Dem Rätsel dieser Welt verpflichtet

Nach den Regeln einer guten Sonntagspredigt: Ernst Peter Fischer kämpft für das Zusammenspiel von Religion und Wissenschaft.

Von Sibylle Anderl

Gott und der Urknall - was für ein fulminanter Titel, in dem gleich zwei für den menschlichen Geist unfassbare Entitäten nebeneinanderstehen. Natürlich geht es im neuen Buch von Ernst Peter Fischer nicht allein um den Urknall, sondern um das historische Wechselspiel von Wissenschaft und Religion im Allgemeinen. Der Mythos und der Logos, diese beiden Pole menschlichen Denkens und menschlicher Welterfahrung, eröffnen ein Themenfeld, das an Aktualität nicht verloren hat in einer Zeit, in der die Vormacht des aufgeklärten Denkens verstärkt von Seiten antiwissenschaftlicher Mythenbildung attackiert wird. Dass beide aber zueinander komplementär sind untrennbar zusammengehören, ist die Grundthese von Fischer, der das Wechselspiel von Religion und Wissenschaft von der Antike bis heute verfolgt.

Der Leser begegnet dabei dem griechischen Beginn der Teilung der Welt zwischen Mythologie und Rationalität, dem Wechselspiel von Glauben und Wissen im Mittelalter, dessen Erbe noch auf dem Weg zur modernen Physik - beispielsweise bei Newton - eine Rolle spielt, und schließlich der Abkehr Darwins von theologisch grundierten teleologischen Erklärungen. Sein Leitmotiv der Komplementarität entdeckt Fischer in der (nicht mehr ganz modernen) Interpretation der Quantenmechanik, die durch eine intuitiv unverständliche Verbindung von Gegensätzen wie der Wellen- und Teilchennatur des Lichts das Geheimnisvolle dieser Welt laut Fischer eher noch verstärkt als erhellt.

Fischers Sympathie gilt deutlich erkennbar dem Ringen mit den Verrücktheiten des Mikrokosmos, das man aus den Schriften der religiös geprägten und philosophisch reflektierenden Physiker wie Planck, Bohr, Heisenberg und Einstein Anfang des vergangenen Jahrhunderts herauslesen kann. Obwohl sich heute, von Fischer kaum erwähnt, die meisten Physiker einer Metaphysierung der Quantenphysik verschließen und der Begriff der Komplementarität stark an Popularität verloren hat, profitiert die gesamte Zunft der Physiker in Fischers Buch von dem Sympathiebonus, den ihre Vorgänger vor hundert Jahren erwerben konnten. Weit weniger gut kommen im Vergleich "gottlose" und "großspurige" Molekularbiologen wie Jacques Monod oder Francis Crick davon, die sich der Anerkennung des Zufalls verschrieben haben und damit in Fischers Augen das Geheimnis des Lebens negieren. Wissenschaft und Religion können nicht ohne einander, meint Fischer. Wer das nicht so sieht, und davon gab und gibt es einige, hat demnach leider nichts verstanden.

Entsprechend begegnet man auf dem Weg durch die Jahrhunderte immer wieder massiven Seitenhieben auf andere Autoren, die sich offenbar erfolglos mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Sei es Max Weber, der "nahezu nichts" von der Wissenschaft verstanden hat, als er die Wendung von der "Entzauberung der Welt" prägte, oder auch die Soziologen als solche, die "keinerlei Einsicht in die Natur der Dinge haben"; und als Schande diagnostiziert Fischer, dass man leichter an Schriften Heideggers und Adornos gelange als an die weltanschaulichen Schriften Max Plancks. Selbst Immanuel Kant zählt zu seinen Opfern, wenn Fischer ihm unterstellt, Kants "oft dunkel bleibende" "Kritik der reinen Vernunft" sei nur als Antwort auf die Newtonsche Physik geschrieben worden. Was wiederum darauf hinweisen könnte, dass es zumindest viel leichter ist, an Plancks Schriften zu gelangen, als in der Kritik der reinen Vernunft weiter als bis zur transzendentalen Ästhetik zu lesen.

Fischers Buch löst ein, was eine gute Sonntagspredigt verspricht: Es liefert eine einleuchtende Grundthese, dazu vielfältige, wenn auch nicht immer sehr tiefenscharfe inhaltliche Anregungen, denen bündige Interpretationen immer gleich beigegeben ist, zudem große assoziative Bögen und Denkfiguren, die einprägsam genug sind, um vom Leser weitergesponnen werden zu können. Und das alles ist noch gespickt mit eingestreuten Polemiken, damit auch die Leser auf den hinteren Kirchenbänken immer wieder einmal aufgeschreckt werden.

Ernst Peter Fischer: "Gott und der Urknall". Religion und Wissenschaft im Wechselspiel der Geschichte.

Herder Verlag, Freiburg 2017. 320 S., geb., 24,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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