Frauen für die Front - Killius, Rosemarie
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Geschichte offenbart sich im vielschichtigen persönlichen Ton - bewegend und aktueller denn je. Eine halbe Million deutscher Frauen zog im Gefolge der Wehrmacht in den Zweiten Weltkrieg.Ob als "Blitzmädchen" bei der Fernmeldetruppe, Hilfskanoniere an der Flak oder Bürokräfte im Stabsdienst wurden sie in ganz Europa eingesetzt. Einige von ihnen hofften auf das große Abenteuer, andere wiederum folgten stolz dem Aufruf, "einen Soldaten für die Front frei zu machen". Sie wollten helfen, den Krieg zu gewinnen.Nach dem Ende des "Dritten Reiches" herrschte sowohl bei den Überlebenden als auch in der…mehr

Produktbeschreibung
Geschichte offenbart sich im vielschichtigen persönlichen Ton - bewegend und aktueller denn je.
Eine halbe Million deutscher Frauen zog im Gefolge der Wehrmacht in den Zweiten Weltkrieg.Ob als "Blitzmädchen" bei der Fernmeldetruppe, Hilfskanoniere an der Flak oder Bürokräfte im Stabsdienst wurden sie in ganz Europa eingesetzt. Einige von ihnen hofften auf das große Abenteuer, andere wiederum folgten stolz dem Aufruf, "einen Soldaten für die Front frei zu machen". Sie wollten helfen, den Krieg zu gewinnen.Nach dem Ende des "Dritten Reiches" herrschte sowohl bei den Überlebenden als auch in der Forschung Schweigen über diesen Lebensabschnitt. Die Enttäuschung darüber, einem verbrecherischen Regime gedient zu haben, konnten viele ehemalige Wehrmachtshelferinnen nicht verarbeiten. So verdrängten sie die belastenden Erinnerungen.
Rosemarie Killius gelingt es, die Frauen auf subtile Weise zum Sprechen zu bringen, so dass bewegende Schicksale sichtbar werden. Elisabeth M. saß im Gefängnis, weil ihre Kameradin den "Führer" beleidigte. Hilde S. erzählt von ihrer Liebe zu einem SS-Mann, Eugenie S. war als Stabshelferin bei der Kosakeneinheit und Ilse H. berichtet von ihrer Karriere bei der Wehrmacht. Die unterschiedlichen Schilderungen verraten viel vom Alltag an der Front, den Beobachtungen und Befindlichkeiten in einer männlich dominierten Umgebung. Die Mehrzahl der Frauen erlitt den Krieg nicht passiv, sondern fühlte sich für ihr Tun ganz bewusst verantwortlich.
Die Interviews mit den Zeitzeuginnen sind ein unverfälschtes und längst überfälliges Zeitdokument.
  • Produktdetails
  • Verlag: Militzke
  • Seitenzahl: 190
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 190 S. m. Abb.
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm
  • Gewicht: 376g
  • ISBN-13: 9783861892960
  • ISBN-10: 3861892960
  • Artikelnr.: 11908778
Autorenporträt
Rosemarie Killius, 1943 in Karlsruhe geb., studierte Geschichte und Romanistik, langjährige Gymnasiallehrerin, Historikerin mit dem Forschungsschwerpunkt "Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg" unter historischen, didaktischen und sozialpsychologischen Perspektiven, zahlreiche Publikationen zu diesem Thema, nimmt an internationalen Kongressen teil und moderiert Zeitzeugengespräche, zur Zeit tätig an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt a. M.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

In diesem Band von Rosemarie Killius erzählen viele Frauen, berichtet Sirku Plötner, "mit mädchenhaftem Stolz von der 'schicken' Uniform", die die Nachrichtenhelferinnen der Wehrmacht trugen. Sie gehörten zu etwa einer halben Million Frauen, die, wie man erfährt, ab 1939 als ebensolche oder als Stabs-, Flak- und Luftwaffenhelferinnen in allen Teilen Europas für die Wehrmacht tätig waren. Dass die Geschichte dieser Frauen von der historischen Forschung bislang kaum beachtet wurde, findet die Rezensentin erstaunlich. Und so lobt sie zunächst als Verdienst des Buches, auf ein Defizit der Forschung aufmerksam zu machen; und auch, dass das Material, das Killius hier "zu Tage gefördert" hat, durchaus "spannende Aspekte" berge. Im gleichen Atemzug bemängelt sie allerdings, dass Killius diese Interviews nicht mit den Methoden der Oral History kritisch zu interpretieren und zu rahmen versucht hat; insbesondere, weil es sich hier um Texte handele, in deren Entstehung der Befrager stark eingegriffen hat. Auf diese Weise, so die Rezensentin, würden die Texte nun in der Luft schweben, von den vorausgeschickten Worten der Herausgeberin bleibe nur "ein etwas fahler, pädagogischer Nachgeschmack". Und in der kurzen Einleitung von Margarete Mitscherlich würden "psychoanalytische Kategorien aus den siebziger Jahren" anklingen, die heute "etwas fragwürdig erscheinen".

© Perlentaucher Medien GmbH
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