Einigkeit und Recht und Freiheit . . . - Lojewski, Günther von
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'Es war ein glückliches deutsches Leben in Freiheit und Frieden!' Wieder vereint - und der Autor war dabei. 30 Jahre lang hat er als Journalist die deutsche Innenpolitik begleitet: von Konrad Adenauer bis Gerhard Schröder, von der Einbindung der jungen Bundesrepublik in die Bündnisse der freien westlichen Welt bis zur Osterweiterung der Europäischen Union. Als Karl Schiller zurücktrat und Willy Brandt seine Mehrheit im Bundestag verlor, als Helmut Kohls Amnestie für Vergehen bei der Parteienfinanzierung scheiterte und Otto Schily bei der doppelten Staatsbürgerschaft verlor. Als Deutsvchland…mehr

Produktbeschreibung
'Es war ein glückliches deutsches Leben in Freiheit und Frieden!' Wieder vereint - und der Autor war dabei. 30 Jahre lang hat er als Journalist die deutsche Innenpolitik begleitet: von Konrad Adenauer bis Gerhard Schröder, von der Einbindung der jungen Bundesrepublik in die Bündnisse der freien westlichen Welt bis zur Osterweiterung der Europäischen Union. Als Karl Schiller zurücktrat und Willy Brandt seine Mehrheit im Bundestag verlor, als Helmut Kohls Amnestie für Vergehen bei der Parteienfinanzierung scheiterte und Otto Schily bei der doppelten Staatsbürgerschaft verlor. Als Deutsvchland wieder vereint wurde, da war er als Intendant des Senders Freies Berlin in der Politik mittendrin ... Der ehrliche Report eines viel kritisierten, aber auch hoch gelobten Journalisten, der an der Neuordnung des Rundfunks in den neuen Bundesländern mitgewirkt und dabei die Probleme der deutschen Wiedervereinigung wie in einem Mikrokosmos hautnah erfahren hat. Eines der ersten Bücher von und für eine Generation, die Werden und Wachsen der Bundesrepublik zur Gänze miterlebt hat.
  • Produktdetails
  • Verlag: Herbig
  • Seitenzahl: 352
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm
  • Gewicht: 552g
  • ISBN-13: 9783776622065
  • ISBN-10: 3776622067
  • Artikelnr.: 09276265
Autorenporträt
Prof. Dr. Günther von Lojewski, geboren 1935 in Berlin, besuchte in Pößneck, Thüringen und in Berlin-Steglitz die Volksschule, anschließend in Berlin, Hamburg und Bonn das Gymnasium. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Staatswissenschaften in Bonn und Innsbruck arbeitete er als Universitätsassistent. 1960 begann er seine journalistische Karriere als Volontär bei der 'Hannoverschen Allgemeinen'. Von 1964 bis 1969 war er innenpolitischer Redakteur bei der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'. Beim ZDF wurde er 1969 Leiter der Nachrichtenredaktion, 1977 Chef und Moderator der Report-Redaktion des Bayerischen Rundfunks. Am 18. April 1989 wurde er zum neuen Intendanten des Senders Freies Berlin (SFB) gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1997 inne. Seit 1997 ist er Honorarprofessor für Kommunikationspolitik und Medienrechte an der FU Berlin. Günther von Lojewski erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. das Bundesverdienstkreuz.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 18.04.2001

Überhaupt nicht verwandt
Der langjährige SFB-Intendant Günther von Lojewski blickt zurück

Günther von Lojewski: Einigkeit und Recht und Freiheit . . . "Report" eines deutschen Lebens. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2000. 352 Seiten, 39,90 Mark.

Rund vier Jahrzehnte lang hat Günther von Lojewski als Journalist die deutsche Innenpolitik begleitet. Als einer vom Geburtsjahrgang 1935 gehört er zu der Generation jener, die den Nationalsozialismus nur als Kind erlebt, ihre geistige und politische Prägung im Deutschland der Nachkriegszeit - und zwar in dessen westlichem Teil - erfahren haben. Nach einem 1960 begonnenen Volontariat bei der "Hannoverschen Allgemeinen" war er von 1964 bis 1969 Nachrichtenredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dann wechselte er zum Fernsehen: Leiter der Nachrichtenredaktion des ZDF, 1977 Chef der "Report"-Redaktion des Bayerischen Rundfunks, 1989 bis zu seinem Rücktritt 1997 Intendant des "Senders Freies Berlin" (SFB).

Zwei Ereignisse haben den Sohn des Journalisten Werner von Lojewski, der Sprecher des CDU-Vorsitzenden Adenauer und des EWG-Kommissionspräsidenten Hallstein gewesen war, nachhaltig beeinflußt: Der Frankfurter Auschwitz-Prozeß 1964/65 setzte Maßstäbe für seine berufliche Arbeit. Der Fall der Mauer im Herbst 1989 machte ihn zu einem engagierten Streiter für die Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkwesens in Deutschland.

Über den Auschwitz-Prozeß hat der F.A.Z.-Redakteur Lojewski als Gehilfe des "Chefberichterstatters" Bernd Naumann ein paarmal berichtet. Mit diesem Mammut-Prozeß vor dem Frankfurter Schwurgericht brach das Grauen der verdrängten und beschwiegenen Vergangenheit mit voller Wucht über die an Wiederaufbau und Wirtschaftswunder orientierte deutsche Nachkriegsgesellschaft herein, die die "Bewältigung der Vergangenheit" als Sache der alliierten Siegermächte verstand. Jetzt stellte die junge Generation drängende Fragen an die Generation der Väter. Doch die Väter schwiegen. Lojewski schreibt dazu: "Auf diese Sprachlosigkeit folgte der ,Generationenkonflikt'. Der wiederum trug nicht wenig zum Aufstand der 68er bei."

Lojewski wurde wie viele seiner Generation, die nach dem Krieg durch die Schule der Demokratie und des Rechtsstaates gegangen waren, nicht zum "68er". Er diskutiert in seinem Buch auch nicht mit ihnen über Motive, Voraussetzungen und Grenzen des Widerstandsrechts. Er stellt statt dessen Fragen: "War es möglich, daß sich Extremisten mitten in der Bundesrepublik außerhalb aller Gesetze stellten, ihr eigenes Recht konstituierten und nahmen? Konnte, schon wieder, eine radikale Minderheit der Mehrheit der Bürger ihren Willen aufzuzwingen versuchen?" Fortan galt Lojewski als "Konservativer" oder gar als "schlichter Reaktionär" (Günter Grass und andere). In seinem Buch bemüht er sich um den Nachweis, daß diese Etiketten auf ihn nicht passen.

Als in Berlin die Mauer fiel, war Lojewski - von dem einflußreichen Berliner CDU-Fraktionsvorsitzenden und Bankdirektor Landowsky erfolgreich ins Spiel gebracht - seit einem halben Jahr Intendant des SFB und damit nicht nur "vor Ort" verantwortlich für die Fernsehberichterstattung über den Mauerfall, seine Vorgeschichte und seine Folgen.

Ihm oblag es vor allem, seinen kleinen West-Berliner Sender zur Landesrundfunkanstalt des wiedervereinigten Berlins mit einem neuen Profil zu entwickeln beziehungsweise dafür Sorge zu tragen, daß durch eine Neuordnung der Rundfunklandschaft im vereinten Deutschland der SFB aus der Isolation herauskomme und sich Berlin, die künftige Hauptstadt Deutschlands, zu einem Medienstandort entwickeln könne. In der zweiten Hälfte seines Buches schildert Lojewski die Chancen und Risiken der Wiedervereinigung auf dem Gebiet des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Es sind sicher die spannendsten Kapitel des Buches, in denen der bis 1997 amtierende Intendant als Zeitzeuge aus dem Nähkästchen der ARD ebenso wie über "Berliner Träume" und "Berliner Realitäten" berichtet. Dabei geht es nicht zuletzt um die Frage, was aus Rundfunk und Fernsehen der DDR, die ja im Ostteil der Stadt konzentriert waren, im vereinten Deutschland werden sollte. Sollten sie als "ARD-Ost" fortleben? Sollten sie zur Beute von "Geschäftemachern und Karrieristen, von Goldgräbern und Landnehmern" werden?

Günther von Lojewski schildert die Schwierigkeiten und das Ergebnis der Arbeit des Rundfunkbeauftragten Rudolf Mühlfenzl, dem es seinem Auftrag gemäß gelang, Rundfunk und Fernsehen der DDR - die "Einrichtung" - bis zum 31. Dezember 1991 voll senden und in neuen Anstalten zur selben Zeit den Sendebetrieb aufnehmen zu lassen.

Bewundernd schreibt Lojewski, daß es Mühlfenzl damals gelungen sei, einerseits belastete Strukturen aufzulösen und sich von belasteten Mitarbeitern zu trennen, andererseits bei den Intendanten von ARD und ZDF, den Gründungsvätern der Landesrundfunkanstalten in den neuen Ländern, und bei kommerziellen Medienunternehmen dafür zu sorgen, daß etwa zwei Drittel seiner Mitarbeiter aus der "Einrichtung" nicht arbeitslos wurden, sondern neue Arbeitsplätze erhielten.

Bei aller subjektiv gefärbten Darstellung der Ereignisse durch den vormaligen SFB-Intendanten, nicht zuletzt seiner Bemühungen um eine Nordostdeutsche Rundfunkanstalt (NORA) aus Brandenburg und Berlin sowie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt: Seine Erinnerungen sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte der Neuordnung des Rundfunkwesens im Zuge der Vereinigung Deutschlands, ihrer Chancen und Versäumnisse.

Zum Schluß seines Buches legt der Autor Wert auf die Feststellung, daß er mit Wolf von Lojewski vom "heute-journal" des ZDF "überhaupt nicht" verwandt ist.

PETER JOCHEN WINTERS

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Peter Jochen Winters würdigt das Buch des langjährigen SFB-Intendanten und Chefs der "Report"-Redaktion als einen wichtigen Beitrag zur "Geschichte der Neuordnung des Rundfunkwesens" nach der Wiedervereinigung. Als die "spannendsten" Kapitel hebt er die Schilderungen aus dem "Nähkästchen der ARD" hervor, wie auch die Passagen, die sich mit der Frage einer Umstrukturierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR nach der Vereinigung beschäftigen. Doch auch der erste Teil des Buches, der über das Schlüsselerlebnis des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt 1964/65 berichtet und sich mit den 68ern auseinandersetzt, erregt das Interesse des Rezensenten. Denn so "subjektiv gefärbt" die Darstellungen im Buch auch sind, lobt der Rezensent abschließend, Lojewskis Erinnerungen sind doch ein "wichtiger Bestandteil" der Rundfunk- und Fernsehgeschichte.

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