Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945
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Eine kritische Reflexion über den Zeitzeugen als Phänomen der öffentlichen Geschichtskultur.

Produktbeschreibung
Eine kritische Reflexion über den Zeitzeugen als Phänomen der öffentlichen Geschichtskultur.
  • Produktdetails
  • Geschichte der Gegenwart Bd.4
  • Verlag: Wallstein
  • Seitenzahl: 376
  • Erscheinungstermin: Juni 2012
  • Deutsch
  • Abmessung: 228mm x 151mm x 33mm
  • Gewicht: 634g
  • ISBN-13: 9783835310360
  • ISBN-10: 3835310364
  • Artikelnr.: 34539289
Autorenporträt
Die Herausgeber: Martin Sabrow, geb. 1954, ist Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der HU Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zur politischen Kulturgeschichte der Weimarer Republik, der DDR-Geschichte sowie der Geschichtskultur und der deutschen Erinnerungspolitik nach 1989. Norbert Frei, geb. 1955, Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena, Leiter des 'Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts'. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Nationalsozialismus, zur Vergangenheitspolitik nach 1945 in Deutschland und Europa sowie zur Medien- und Unternehmensgeschichte.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:
Martin Sabrow: Der Zeitzeuge als Wanderer zwischen zwei Welten
Harald Welzer: Vorschläge zur Modernisierung der Erinnerungskultur
Rainer Gries: Zeitzeugen in den Medien
Achim Saupe: Historischer und juridischer Zeuge vor dem "Zeitzeugen"
José Brunner: Die medialisierte Zeugenschaft
Laura Jockusch: Zur Entwicklung jüdischer Zeugenschaft vor und nach dem Holocaust
Sybille Steinbacher: Zeitzeugenschaft und die Etablierung der Zeitgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland
Jolande Withuis: Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden
Hanna Yablonka: Die Bedeutung der Zeugenaussagen im Prozess gegen Adolf Eichmann
Silke Satjukow: Erinnerung an den Nationalsozialismus in der DDR
Judith Keilbach: Entwurf einer Mediengeschichte der Zeitzeugen
Christoph Classen: Überlegungen zum Verhältnis von Medialisierung und Erinnerungskultur
Wulf Kansteiner: Aufstieg und Abschied der NS-Zeitzeugen in den Geschichtsdokumentationen des ZDF
Hanno Loewy: Zweideutige Zeugen: DieWiederkehr der Opfer als Überlebende
Filippo Focardi: Zeitzeugen und die Resistenza in Italien
Irina Scherbakowa: Der Zeitzeuge aus russischer Sicht
Rezensionen
»Wer sich über das Phänomen des Zeitzeugen aus wissenschaftlicher Perspektive informieren möchte, findet in dem vorliegenden Buch zahlreiche Anregungen.« (Otto Langels, Andruck-Das Magazin für Politische Literatur, 20.08.2012) »Die Texte dieses Bandes stehen für eine Historisierung des Phänomens »Zeitzeuge« und ermöglichen seine kritische Reflexion, auch dort, wo sie die Debatten über die Zeugenschaft der Überlebenden und ihr drohendes Ende gelegentlich allzu leicht hinter sich lassen.« (Katharina Stengel, Einsicht 08, Herbst 2012)»Verdienst ist es, Entwicklungslinien und markante Veränderungen im Umgang mit dem komplexen Thema aufzuzeigen.« (Dietrich Kreidt, SWR 2, 01.10.2012)

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Aufmerksam hat Rezensent Hermann Theissen das nun von Martin Sabrow und Norbert Frei herausgegebene Buch über "Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945" gelesen. Er erfährt hier etwa, dass der Zeitzeuge erstmals im Jahre 1961 beim Eichmann-Prozess in Jerusalem in Erscheinung trat, als der Generalstaatsanwalt Gideon Hausner 112 repräsentative Zeugen ausgewählt hatte, deren Berichte, so Theissen, die "erhoffte nationale Erschütterung" in Israel auslösten. Während vom 1949 gegründeten Institut für Zeitgeschichte ein "Zeugenschrifttum mit Zeugnissen von Personen, die während der NS-Zeit "politische, administrative und militärische Positionen" besessen hatten, angelegt worden sei, sei später der Wunsch nach "Authentizität" immer größer geworden: Die seit den achtziger Jahren regelmäßig vor Schulklassen, in Gedenkstätten und Medien auftretenden Zeitzeugen hätten bald allerdings eine vorwiegend "affirmative Rolle" eingenommen, berichtet der Kritiker, der den Zeitzeugenbericht zwar bereichernd findet, jedoch auch hier stets eine kritische Quellenanalyse fordert.

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