Der Gefühlsstau - Maaz, Hans-Joachim
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"20 Jahre nach dem Mauerfall ähneln die Krankheitssymptome des 'real existierenden Kapitalismus' denen des 'real existierenden Sozialismus' auf erschreckende Weise. Es ist vor allem die Unfähigkeit, die Ursachen einer krisenhaften Fehlentwicklung zu erkennen und dementsprechend umzusteuern. Der Sozialismus ist gescheitert, weil die Menschen mehr haben wollten, als zur Verfügung stand. Der Kapitalismus scheitert, weil die Menschen mehr konsumieren und in Anspruch nehmen, als sie verdienen. Die Menschen der DDR sind von einem Leben organisierten Mangels in ein Leben organisierter Schulden…mehr

Produktbeschreibung
"20 Jahre nach dem Mauerfall ähneln die Krankheitssymptome des 'real existierenden Kapitalismus' denen des 'real existierenden Sozialismus' auf erschreckende Weise. Es ist vor allem die Unfähigkeit, die Ursachen einer krisenhaften Fehlentwicklung zu erkennen und dementsprechend umzusteuern. Der Sozialismus ist gescheitert, weil die Menschen mehr haben wollten, als zur Verfügung stand. Der Kapitalismus scheitert, weil die Menschen mehr konsumieren und in Anspruch nehmen, als sie verdienen. Die Menschen der DDR sind von einem Leben organisierten Mangels in ein Leben organisierter Schulden übergewechselt. Das sind nur zwei Seiten der gleichen Medaille. Und die Medaille heißt: Narzissmus."

Dies schreibt der bekannte Psychiater Hans-Joachim Maaz im fulminanten Vorwort zur Neuauflage seines 1990 zum ersten Mal erschienenen Bestsellers Der Gefühlsstau. Seine Analyse, dass elementare seelische Blockierungen auch unfreie Gesellschaften hervorbringen, die entweder repressive Strukturen begünstigen oder einer illusionären Wachstumsideologie nachhängen, hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 272
  • Erscheinungstermin: Dezember 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 195mm x 123mm x 19mm
  • Gewicht: 266g
  • ISBN-13: 9783406673269
  • ISBN-10: 3406673260
  • Artikelnr.: 41629800
Autorenporträt
Hans-Joachim Maaz, Psychiater und Psychoanalytiker, ist Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Diakoniekrankenhauses Halle.
Inhaltsangabe
Zwanzig Jahre danach

Der "real existierende Sozialismus" als repressives System

Wir sind alle betroffen

Die staatliche Repression

Die führende Rolle der Partei

Die Macht der Staatssicherheit

Die Repression durch die Justiz

Die repressive staatliche Erziehung

Die familiäre Repression

Die repressive Medizin

Die autoritäre Entbindung

Die kirchliche Repression

Zusammenfassung

Die Folgen der Repression

Das Mangelsyndrom und der Gefühlsstau als Folge der
Repression

Die Folgen des Mangelsyndroms

Die Kompensationsbemühungen gegen das Mangelsyndrom

Die allgemeine Lebensweise als Kompensation

Die Charakterdeformierungen

Die sozialen Rollen als Möglichkeiten der Kompensation

Zur Psychologie der "Wende"

Die sozialpsychologischen Vorbedingungen

Die situative Krise

Der Ablauf der "friedlichen Revolution" aus psychologischer Sicht

Das Scheitern eines eigenständigen Weges der Demokratisierung

Die Grenzöffnung - "Deutschland eilig Vaterland"

Zur psychologischen Deutung des Wahlergebnisses

Die psychischen Folgen der "Wende"

Nachtrag zum Problem der "Gewaltfreiheit"

Der Vereinigungsprozess der beiden deutschen Staaten als
sozialpsychologisches Problem

Die psychologische Bedeutung der Spaltung Deutschlands

Der Vereinigungsprozess als psychischer Abwehrvorgang

Die psychischen Gefahren der Vereinigung

Die Psychotherapie im Dienste der "psychischen Revolution"

Die Psychotherapie der DDR zwischen "Anpassungs- und
Veränderungstherapie"

Unsere Therapieerfahrungen

Die "therapeutische Kultur"

Die Kultur des Zusammenlebens

Die natürliche Geburt

Begleiten statt Erziehen

Ganzheitliche Medizin

Wider die autoritäre Religion

Schlusswort

Von mir