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Der Schrecken aller Schreibenden: die leere weiße Seite. Aber wie bringt man nur den ersten Satz zustande? Und woran erkennt man, dass es eben der erste Satz ist, der die Gedankenarbeit dergestalt antreibt, dass alle weiteren Sätze wie von selbst hervorsprudeln?
Der renommierte Philosoph Konrad Paul Liessmann schreibt über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben. Er vertritt die These, dass die Gedanken als Kern und Ziel nichtfiktionalen Schreibens erst während des Schreibprozesses entstehen.
Das Schreiben selbst ist eine Form des Denkens.
Zudem gibt Liessmann einen
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Produktbeschreibung
Der Schrecken aller Schreibenden: die leere weiße Seite. Aber wie bringt man nur den ersten Satz zustande? Und woran erkennt man, dass es eben der erste Satz ist, der die Gedankenarbeit dergestalt antreibt, dass alle weiteren Sätze wie von selbst hervorsprudeln?

Der renommierte Philosoph Konrad Paul Liessmann schreibt über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben. Er vertritt die These, dass die Gedanken als Kern und Ziel nichtfiktionalen Schreibens erst während des Schreibprozesses entstehen.

Das Schreiben selbst ist eine Form des Denkens.

Zudem gibt Liessmann einen Einblick in die Stilkunde nichtfiktionalen Schreibens. Er zeigt sich dabei als Verfechter der stilistischen Offenheit. Denn verbunden mit individuellen Ausdrucksmöglichkeiten trage diese zu einer besseren Debattenkultur bei.

Abschließend nimmt er das sachgerechte und adressatenorientierte Schreiben unter die Lupe. Für wen schreibt man eigentlich? Und für wen schreibt man wie? Will man bloß etwas mitteilen oder vielmehr etwas bewirken? Und wie findet man eine Sprache, die dem Gegenstand angemessen ist?
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.04.2020

Vorsicht bei Polemik

Wer ohne große Erwartungen nach Büchern zur Kunst des Schreibens sucht, wird sich über das breitgefächerte Angebot wundern. Unzählige Ratgeber richten sich an angehende Journalisten, Krimi- oder Drehbuchautoren. Häufig suggerieren sie, die Niederschrift eines Texts sei nichts weiter als ein handwerklicher Akt und mit Hilfe von Regeln zu lernen. Dabei bleibt die, mit Peter Janich gesprochen, mundwerkliche Seite des Schreibens - also Begriffsbildung und Theorie - meist ausgeklammert.

Insofern lohnt ein Blick in das neue Buch des Philosophen Konrad Paul Liessmann, weil er darin erörtert, was es bedeutet, nichtfiktional zu schreiben. Wie entsteht ein Text, und wo kommen die Ideen her, die ihm eine Richtung geben? In Anlehnung an Überlegungen von Armin Nassehi und Heinrich von Kleists Aufsatz "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" entwickelt Liessmann seine zentrale Frage: "Könnte es nicht sein, dass wir den Prozess des Schreibens benötigen, um in unsere Gedanken überhaupt erst einmal eine gewisse Ordnung zu bringen?"

Davon ausgehend, sinniert er im zweiten Abschnitt über Stilfragen am Beispiel des Essays, der "jetzt gültig und doch auch von Dauer sein" wolle. Er tauge als Ausdrucksform des Intellektuellen, nicht des Wissenschaftlers oder Künstlers. Zum Schluss geht es, das sollte bei diesem angriffslustigen Autor nicht überraschen, um die Polemik. Sie sei eine Waffe, die nur mit Vorsicht eingesetzt werden dürfe, da sie auf die Vernichtung des Gegners ziele. Als Belegmaterial dient jener Streit, den Theodor W. Adorno und Günther Anders in einem bis heute unveröffentlichten Briefwechsel ausgetragen haben. Insgesamt erfahren wir in dem schmalen Bändchen nicht viel Neues, denn Liessmann zitiert laufend aus eigenen, bereits vorliegenden Texten. Das ist jedoch kein Manko, denn unterhaltsam schreiben kann er allemal.

span.

Konrad Paul Liessmann: "Das alles sind bösartige Übertreibungen und Unterstellungen". Text. Stil. Polemik. Literaturverlag Droschl, Graz 2020. 120 S., br., 15,- [Euro]

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