Das Abenteuer Kunst - Kretschmer, Hildegard
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Woran denken wir, wenn wir das Wort Sommer hören? An Sonne, bunte Blumenwiesen, Baden im Fluss oder die Arbeit der Bauern auf dem Feld? Oder wie der italienische Maler Arcimboldo an eine Frau, deren Gesicht aus den Blumen und Früchten des Sommers besteht? Auf sehr unterschiedliche Weise haben die Maler in früheren Zeiten den Sommer dargestellt. Dieses Buch erzählt von gemalten Bildern, von denen viele aus einer Zeit stammen, als Bilder noch etwas Besonderes waren - als es Fernsehen, Video oder Plakate noch nicht gab und Gemälde noch nicht in Museen hingen.…mehr

Produktbeschreibung
Woran denken wir, wenn wir das Wort Sommer hören? An Sonne, bunte Blumenwiesen, Baden im Fluss oder die Arbeit der Bauern auf dem Feld? Oder wie der italienische Maler Arcimboldo an eine Frau, deren Gesicht aus den Blumen und Früchten des Sommers besteht? Auf sehr unterschiedliche Weise haben die Maler in früheren Zeiten den Sommer dargestellt. Dieses Buch erzählt von gemalten Bildern, von denen viele aus einer Zeit stammen, als Bilder noch etwas Besonderes waren - als es Fernsehen, Video oder Plakate noch nicht gab und Gemälde noch nicht in Museen hingen.
  • Produktdetails
  • Verlag: PRESTEL
  • Seitenzahl: 141
  • Altersempfehlung: 10 bis 12 Jahre
  • Deutsch
  • Abmessung: 245mm
  • Gewicht: 532g
  • ISBN-13: 9783791334639
  • ISBN-10: 3791334638
  • Artikelnr.: 14253455
Rezensionen
Besprechung von 22.06.2002
Kein Abenteuer
Aber eine Kunstgeschichte

Kein Abenteuer wird Kindern für gewöhnlich so schlecht erzählt wie das Abenteuer Kunst. Ernst Gombrichs vor mehr als fünfzig Jahren veröffentlichte "Story of Art" bleibt bis heute die überragende Ausnahme. Gombrich beherrschte die Technik der Erzählung, die Kindheit war für ihn kein verlorenes Paradies. Daß er sich als Kunsthistoriker auch mit seinem Stoff auskannte, war ein weiterer glücklicher Umstand. Hildegard Kretschmer scheint Gombrichs Werk nicht zu kennen - sie beschränkt sich auf das korrekte Aufspannen historischer Fakten: "Was ist überhaupt ein Bild?" fragt sie im ersten Kapitel und gibt zur Antwort: "Ein Bild ist nicht die Wirklichkeit." Von Abenteuer keine Spur.

Was Hildegard Kretschmers "Einführung in die Geschichte der Malerei für junge Leser" bei aller editorischen Sorgfalt und der großzügigen und liebevollen Gestaltung so beschwerlich macht, ist der aus jedem Bildhintergrund herausgeschälte pädagogische Anspruch, den Gombrich mit großartiger Beiläufigkeit ganz leicht ins Spiel brachte. Hildegard Kretschmer folgt in ihrer Kinder-Kunstgeschichte keiner Chronologie, erfindet aber auch keinen alternativen Erzählstrang; sie zerteilt die Geschichte der Kunst nur in neun thematische Abschnitte, in denen der zunehmend verwirrte Leser einer phantasielosen Sprache folgt und dabei immerzu etwas lernen soll.

Nicolas Poussin, so lernen wir zum Beispiel, hat den Sommer gemalt und Claude Monet zweihundert Jahre später auch; Pferde - "Galopp, Galopp - aber im Gleichschritt!", in einem anderen kurzatmigen Kapitel - gibt es auf Bildern seit Jahr und Tag: "Wir sehen dabei auch", so Hildegard Kretschmer mit akademischem Eifer bei einer Betrachtung, der das Wesentliche leider entgeht, "daß es keinen geradlinigen Fortschritt von einfachen Strichzeichnungen bis zur kunstvollen Nachahmung der sichtbaren Wirklichkeit gab." Das klingt zwar durchaus abenteuerlich, aber wohl auf andere Weise, als es soll. Zum Glück wird es nicht viele Kinder geben, die derart trübe Augen haben, daß sie nicht merken, wie dünn der Text ist in diesem ansonsten prachtvoll aufgemachten Bilder-Buch.

THOMAS DAVID

Hildegard Kretschmer: "Das Abenteuer Kunst". Einführung in die Geschichte der Malerei für junge Leser. Prestel Verlag, München 2001. 144 S., geb., 19,95 [Euro]. Ab 10 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

""Von Abenteuer keine Spur", befindet Rezensent Thomas David. Die vorliegende Kunstgeschichte für Kinder misst er an Ernst Gombrichs vor fünfzig Jahren erschienenen "Story of Art", für ihn noch immer die "überragende Ausnahme" unter den vielen glanzlosen und misslungenen Versuchen, Kindern Kunst zu vermitteln. Besonders der "aus jeden Bildhintergrund herausgeschälte pädagogische Anspruch" machte für den Rezensenten die Lektüre beschwerlich. Dem akademischen Eifer bei der Betrachtung der Bilder entgeht seiner Ansicht nach gelegentlich das Wesentliche. Auch, dass die Autorin keiner Chronologie folgt, aber auch keinen alternativen Erzählstrang erfindet, stört den Rezensenten. Schlicht als "dünn" wird der Text schließlich bewertet. Das - dem Rezensenten zufolge - mit "editorischer Sorgfalt", großzügig und liebevoll gestaltete Buch wird aber immerhin als "prachtvoll aufgemachtes Bilderbuch" empfohlen.

© Perlentaucher Medien GmbH"