Produktdetails
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  • Verlag: DuMont
  • ISBN-13: 9783770153657
  • ISBN-10: 3770153650
  • Best.Nr.: 08911240
Rezensionen
Besprechung von 12.08.2000
Schmeckt es euch nicht?
Julia Francks Geschichten von den erogenen Kampfzonen · Von Thomas Wirtz

Wo jedes Kleidungsstück zum Hindernis, jeder Schnürsenkel zur unlösbaren Verstrickung wird, zählen die Sekunden. Die Sache, zu der der Sex kommen will, duldet keinen Aufschub. Dieser kriegerisch gerade Zugriff hat wenig Sinn für Umwege. Dort aber verläuft sich statt dessen die Literatur. Was ihre Sache angeht, so leidet sie unter einer ausgesprochenen Beirrbarkeit. Denn die Literatur ist eine ausgeklügelte Sachverhinderungstechnik, die an Wortstolperfallen und Satzverschlingungen nicht genug bekommen kann. Ihr Sinn für gerade Leib- und Leberhaken ist schwach entwickelt, das festgezurrte Schnürsenkelknäuel ihre liebste Zeitverschwendung. So stehen Literatur und die nichts als körperliche Liebe am anderen Ende der Beschleunigungsskala, umständlich und selbstverliebt die eine, zielstrebig und fremdverlangend die andere.

Nach ihrem Roman "Liebediener" aus dem letzten Jahr hat Julia Franck nun acht kurze Erzählungen veröffentlicht, "Geschichten zum Anfassen", wie der Untertitel droht. Und tatsächlich geht es derart handgreiflich zur körperlichen Sache, als solle das Unvereinbare vereinigt werden: Es scheint in diesen kleinen Szeneporträts um den Versuch zu gehen, Sex zu schreiben. Schon auf den ersten Zeilen duftet es in Armbeugen verführerisch nach "Mädchenschweiß", Zungenspitzen stoßen vorwitzig gegen blendende Zahnreihen, "weiße runde Hügel" bieten sich zur Landvermessung an. Kaum ein Körperteil bleibt unbeobachtet, alles reckt und streckt sich dem Auge entgegen, keine einzelne Nase reicht aus, um den aus Ecken und Enden strömenden Geruch aufzufangen. Nichts ist unverfänglich, alles ein Anlaß, mit der Nase in die Geruchsquelle einzutauchen. Diese Geschichten scheinen erotischen Bonbons zu gleichen, deren klebrige Süße schon im ersten Moment unangenehm wird. Man empfindet schnellen Widerwillen gegen das unraffinierte Lustangebot, glaubt die künstlichen Geschmacksverstärker herauszuschmecken und fühlt sich durch ein Wort wie "Lecken" ein wenig beleidigt, das man nicht gern in Augennähe leidet.

Spuckt der Leser dieses Erzählbonbon aber nicht gleich aus, kann er nachhaltigere Geschmackserfahrungen machen. Zuerst fällt auf, daß nicht nur an unbekleideten Körpern der Zungenschlag versucht wird. Vielmehr erklären die acht weiblichen Ich-Erzählerinnen ihren gesamten Alltag zur erogenen Kampfzone. Das Gespräch mit dem Barmann suchen sie, weil die "Lust zu sprechen" sie überfällt; der gestrige Abend war nicht etwa unterhaltsam, sondern "versüßt": Jedes Ding, jedes Tun erscheint hier kitsch-sexualisiert, als könne es anders nicht erfahren werden. Blicke tasten spürbar auf der Haut und lösen chemische Reaktionen aus, Schweiß perlt, Poren schnappen nach Luft, Härchen richten sich steil strebend auf. Der Alltag ist jederzeit geschlechtsbereit und muß nicht lange nach Gelegenheit suchen, weil alles Gelegenheit ist. Diese Frauenkörper ähneln empfindlichen Sensoren, Hochleistungsapparaturen der Sinnlichkeit, die vor lauter Reiz mit ihren Reflexen nicht mehr an sich halten können.

Weil gut Ding hier keine Weile hat und die Körper sich nie entspannen, antworten sie mit Überforderung. Es scheint, als lägen sie auf der Folterbank des Alltags, während ihnen Ziegen den salzigen Mädchenschweiß von den Fußsohlen - lecken. Deshalb ist Ekel die geschwisterliche Begleiterin dieser Dauerlust. In der Erzählung "Schmeckt es euch nicht?" wünscht sich der krebskranke Großvater vor seinem Ableben noch eine letzte Henkersmahlzeit. Obwohl er strengste Diät halten müßte, stopft er sich - gerade hat die Enkelin in der Küche ihre Brust dem Neffen "vorsichtig entgegengewölbt" - die fettigen Kartoffeln mit beiden Händen in den Mund. Im gierigen Griff zermatscht er sie bereits, als wolle er jetzt schon mit ihrer unmöglichen Verdauung beginnen. Als er in den Hausflur erbricht, ist das ungesunde Werk getan. Soviel Lust ist unerträglich und muß ausgespien werden. Der Körper arbeitet an seiner Selbstzerstörung, er will immer mehr von dem haben, womit er schon lange übersättigt ist: ein Trupp von Bulimisten der Sinnlichkeit.

Julia Francks Geschichten - und das macht sie auf den zweiten Blick interessant - sind so lieblos wie eine Hormonausschüttung. Im Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb las sie vor wenigen Wochen "Mir nichts, dir nichts" und gewann damit den 3sat-Preis. Tatsächlich gelingt es dieser Geschichte am sichersten, Sex und Grausamkeit zusammenzubringen. Noch spürt die Ich-Erzählerin Pauls Zunge auf ihren Flimmerhärchen, als ihre beste und Pauls eigentliche Freundin Emily völlig verzweifelt vor ihrer Haustür steht. Sie sucht ihren flüchtigen Liebhaber, der die Nacht über verschwunden ist und dem sie eine selbstgebackene Sahnetorte durch den Sommertag hinterherträgt. Während der Ich-Körper noch von Vereinigungsgerüchen überflutet wird, muß er die Freundin mit kalter Lüge abwimmeln. Was der Körper spürt, ist gewissenloser Lustekel: Seine Maschine kennt keinen Schmerz. Wer an der Erregung schaudern will, dem wird von Julia Francks eiskaltem Liebesengel eine Lektion bereitwillig erteilt. Von einer, die sich auszieht, das Gruseln zu lehren: Wer sich in diesen acht Geschichten auf seine Nase verläßt, wird an ihr herumgeführt.

Julia Franck: "Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen". DuMont Buchverlag, Köln 2000. 111 S., geb., 29,80 DM.

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Besprechung von 25.07.2000
Alle Macht geht von den Körpern aus
Julia Franck, die in Klagenfurt einen Preis gewann, legt nach zwei stark beachteten Romanen einen Band mit Erzählungen vor
Ein zuckendes, verheultes Bündel; „eine Plastiktüte in der einen Hand, eine Zigarette in der anderen”, steht vor der Tür der besten Freundin, die einen Augenblick lang gehofft hatte, es sei noch einmal der Mann, mit dem sie eine wilde Liebesnacht verbracht hat, und nun enttäuscht ist oder vielmehr entsetzt. Das Bündel, Emily sein Name, fordert Trost, Lügen, Zärtlichkeit, denn Paul, ihr Liebster, war nicht zuhause, die ganze Nacht: „Emilys Atem steht, ich drücke sie an mich, damit sie das Atmen nicht vergisst, sie wird Paul unter meinen Haaren riechen, seine Nacktheit, seine Lust, ein Verlangen, das vor wenigen Wochen noch ihr galt, vielleicht, vielleicht noch nie. ”
Emily und Paul und die beste Freundin: Das ist eine von den ganz alten Geschichten, die bestürzend neu immer nur für die Involvierten sind, mehr oder minder traurig-banal hingegen für ihre Zuhörer. Manchmal aber bekommen wir sie so aufwühlend anders dargeboten, dass sie scharfe Keile in unsere Gewissheiten über das Leben und die Liebe treiben. So etwa wie von der besten Freundin, der Verräterin, in der Erzählung „Mir nichts, dir nichts”, für die der Berliner Autorin Julia Franck bei den Klagenfurter „Tagen der deutschen Literatur” der 3sat-Preis zuerkannt worden ist.
Julia Franck, 1970 in Ost-Berlin geboren, im Alter von acht Jahren mit ihrer Mutter und zwei Schwestern nach Schleswig-Holstein ausgereist und als 13-Jährige auf eigene Faust nach (West-)Berlin umgezogen, wo sie zuerst bei Freunden der Mutter lebte, ist keine Unbekannte mehr: 1997 erschien ihr erster Roman „Der neue Koch”, 1999 folgte, viel beachtet, Liebediener”. Den großen Themen, die in beiden Romanen angeschlagen werden, bleibt sie auch in den acht Geschichten des Erzählbandes Bauchlandung” treu, in den der prämierte Text eingegangen ist: der Liebe, der Lust und dem Tod, der Menschen Hörigkeit und den Verlassenheiten der mit Coolness und Scharfsicht Gepanzerten.
Kompromisslos orientiert am Kardiogramm der Sinne zwischen Wimpernschlag und Wimpernschlag setzt sich Julia Franck der vermutlich einzigen Wahrheit auf die Spur, über die sich verlässlich Auskunft geben lässt: der Wahrheit des Augenblicks. In „Mir nichts, dir nichts” wird diese Wahrheit mit spitzen Stacheln aufgerichtet gegen die Verblendungen des Liebeswahns, in dessen Kreisläufen die arme Emily gefangen ist. Dass sie nichts ahnt von dem Eiertanz, den ihre Freundin vollführt, um mögliche Spuren der Nacht zu verwischen, sich nicht zu verplappern und während ihrer Anwesenheit noch ein Treffen mit Paul zu arrangieren, der sie ausschließlich als Sexualobjekt interessiert: Das alles ist hier nicht Selbstzweck, sondern dient der komischen Brechung eines ganz über die Sinne geführten Beziehungsprotokolls, in dem die großen Gefühle mangelnder Genauigkeit überführt werden. Anflüge von Gewissensnot angesichts des Liebesverrats erscheinen in ihm als Versuchungen einer moralischen Konvention, deren Erfüllung ohne Heuchelei nicht zu leisten ist. „Das Große zwischen ihnen”, heißt es über Paul und Emily, „war mir von Anfang an unerträglich. ”
Den emotionalen Filter der Erzählerin passiert allein – als wahr, authentisch, bis ins Innerste ergreifend – was die Körper sprechen und was sie zu- und voneinander treibt. Hier vollzieht sich das Drama des Herzens, hier wird die spöttische Leichtigkeit, mit der sich der Text über die Regularien von Freundschaft und Liebe hinwegsetzt, gebrochen. Der Körper Emilys, der verratenen Freundin, für einige Stunden bedrängend nah, vertraut aus vielen Berührungen und dem weit zurückliegenden Versuch eines Liebesspiels, ist die Folie, an der sich alle Gefühlsschwankungen der Erzählerin festmachen. Ein Körper, der weiß, noch bevor der Kopf es sich eingestehen will, dass er nicht mehr begehrt wird, und infolge dessen all seine Selbstlust und Ausstrahlung verloren hat. Ekel, Wut und Verachtung werden aufgefahren gegen die Anklage, die Emilys hilfloser, eckiger, verschämter Körper darstellt, und doch bietet das alles nur unvollkommenen Schutz gegen die Rührung, die Sorge, den Beschützerinstinkt der Freundin, die sie mit ihrem Freund betrügt. Und dieser Paul? Ein Nichts, unwürdig Emilys, aber begabt als Liebhaber für eine begabte Liebhaberin. Die Erzählerin wird ihn sich nicht nehmen lassen, auch nicht von ihr, dem Menschen, dem in Wahrheit ihre ummauerte Zärtlichkeit gehört.
„Mir nichts, dir nichts” ist ein vieldeutig schimmerndes Gewebe aus lebendiger Rede, Wahrnehmungs-Mikrogrammen und scharfsinniger Reflexion, dem keine unausgesprochene Regung entfällt. Die Unbedingtheit, mit der hier die Wahrheit des Augenblicks gegen alles eingelernte Fühlen geltend gemacht wird, zeichnet auch alle anderen Erzählungen des Bandes aus, auch wenn nicht jede so sehr aus einem Ton ist, über alle Brechungen hinweg, wie dieses kleine Meisterstück.
In allen geht alle Macht von Körpern und Sinnen aus, evoziert ein Geruch, ein Geschmack, eine Berührung, ein Blick auf die Haut die verschiedensten Kontaminationen von Lust, Abwehr, Anziehung, Empathie. Im Bann des Ekels, eines gleichsam synästhetischen Horrors, zeigt sich die Protokollantin einer endlosen Zugfahrt, deren Gegenüber, ein Mann in mittleren Jahren, allein durch die gnadenlose Selbstgewissheit, mit der er seine schüttere Körperlichkeit zelebriert, seinen Waschpulvergeruch verbreitet, ihr ein Leberwurstbrot aufzudrängen versucht, die Bastionen ihres Widerwillens niederzureißen droht. In dem Maße, wie sich der zudringliche Mitfahrer unter dem bösen Blick der Erzählerin diskreditiert, scheint seine Macht zu wachsen; und wenn sie sich im letzten Moment seinen nachgerade obszönen Aufforderungen zu gemeinschaftlichem Tortenverzehr zu entziehen vermag, ist das nicht mehr als ein Pyrrhussieg: Sie verbringt den Rest der Fahrt auf dem Gang. „Zugfahrt” ist ein Dramolett auf der winzigen Bühne eines voll besetzten Abteils, das noch die Spannungsverhältnisse unter den übrigen Reisenden einbezieht und dabei immer heiter von Bildern der vorüberziehenden Landschaft umspielt ist, Prosaminiaturen, wie man noch einige mehr von dieser Autorin lesen möchte.
Im übrigen stellt das Cluster der Abneigung, zu dem sich hier die fragmentierten Wahrnehmungen des Erzähler-Ichs – es ist in allen Erzählungen ein weibliches – verfestigen, die Ausnahme dar. Die gespenstische Völlerei eines sterbenden alten Mannes („Schmeckt es euch nicht?”), in der seine lebenslange Angst „zu kurz zu kommen” noch einmal kulminiert und seine Todesfurcht sich betäubt, lösen in der Enkelin eine Welle des Verstehens aus; sein Erbrechen, der süßliche Geruch im Zimmer, der kalte Schweiß auf seiner Stirn sind Zeichen, die ihren Drang nach innigsten Berührungen verstärken: die Zeit wird knapp. Nichts von alledem verursacht ihr Ekel, und in dem einzigen Zusammenhang, in dem er sich einstellt, geschieht dies gleichsam auf Widerruf, abhängig davon, ob sie seine Ursache einem ungeliebten Menschen zuordnen kann: „Bei näherer Betrachtung meinte ich, es müssten Remus’ Füße sein, die rochen. Lucius gefiel mir. ” In ihre Antipathie wiederum gegen eine der Töchter des Sterbenden, die Nonne ist, mischt sich „das Bedürfnis”, „ihre Wangen zu berühren, ich wollte fühlen, ob die Haut so weich war, wie sie aussah”.
Als freie Koalitionäre des Gefühls erscheinen die sinnlichen Affekte in dieser Geschichte vom Sterben (deren Wirkung durch einen zusätzlichen Verdichtungsschritt und die Entlastung von ihrer etwas überanstrengten Namenssymbolik und Milieukonstruktion noch größer hätte sein können). In der Erzählung „Bäuchlings”, einem erotischen Kammerstück, das ein verschwiegenerer (und weiblicher) Bataille verfasst haben könnte, flottieren sie frei zwischen einer jungen Frau, ihrer vergötterten großen Schwester und einem von deren abgelegten Liebhabern. Ganz über das Riechen und Schmecken, über Augen- und Berührungslust geführt sind in „Der Hausfreund” die Genese und die Irritationen des kindlichen Vertrauens in die Welt. Ein einziges Werben um die körperliche Zuwendung einer schönen Mama scheint dieser Text, jedes Distanzmoment wird von der Tochter beunruhigt registriert, und zunehmend macht sich ein abrupter Wechsel von Innigkeit und nervöser Abwehr im Verhalten der Mutter irritierend bemerkbar. Was dem Kind entgeht, ist das große Geschehen, in das es verwickelt ist: eine Flucht von Ost nach West.
„Der Hausfreund” ist ein kleines Wunder der allmählichen Verfertigung einer Geschichte aus ihrem Subtext. Dass nicht jede Erzählung jederzeit die gleiche hohe Augenblicks-Präsenz an den Tag legt (am wenigsten die etwas erkünstelte und plakative erotische Fantasie „Strandbad”, eine Verirrung in die Gefilde der Prosecco-Prosa von Lifestyle-Magazinen), kann den Eindruck, der von diesem schmalen Buch ausgeht, nicht mindern. In ihren stärksten Momenten nämlich rührt Julia Francks Erzählkunst an den geheimnisvollen Untergrund menschlicher Triebe, Gefühle und Affektlagen: an den wirbelnden Partikelstrom unter allen Regungen, in dem Liebe und Hass, Lust und Ekel, Furcht und Vertrauen nichts sind als Momente einer Allsinnlichkeit, in der es keinen Aggregatzustand gibt, der nicht zur äußersten Leidenschaft und Wahrheit eines Augenblicks werden könnte.
ANDREAS NENTWICH
JULIA FRANCK: Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen. DuMont Buchverlag, Köln 2000. 112 Seiten, 29,80 Mark.
Julia Franck. Mit der Erzählung „Mir nichts, dir nichts” aus dem soeben erschienenen Band „Bauchlandung” hat sich die Berliner Autorin erfolgreich am jüngstenWettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis beteiligt.
Foto: Jürgen Bauer
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Was für ein Prädikat: "Körperprosa". Und doch ist es bei Beatrice von Matt positiv gemeint. Denn mit dem programmatischen feministischen Schreiben von Autorinnen, die vielleicht Ähnliches in den 70er Jahren angestrebt haben, hat die Autorin nichts zu tun, befindet die Rezensentin. Die junge Berliner Schriftstellerin, die bereits zwei Romane vorgelegt hat, definiert ihre Figuren, so von Matt, über ihre Körper, über deren physiologische Veränderungen, chemische Reaktionen und Interaktionen. Dies sei zwar einerseits eine Art Wahrnehmungsverengung, schreibt von Matt, die aber gleichzeitig die Perspektive auf bisher Nicht-Beschriebenes, Unerhörtes weite. Eine Art literarischer Voyeurismus, der moralische, psychologische oder soziale Argumente außen vor lässt. Die körperliche Direktheit, die sich so faszinierend in Literatur niederschlagende Körpersprache, konzidiert die Rezensentin, würde als einziges Gütekriterium nicht reichen: aber zudem sei eine enorme erzählerische Phantasie mit stilistischem Geschick bei der Arbeit gewesen.

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"Sehr sexy."