Jacques Devaulx. Nautical Works - Hébert, Élisabeth
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500 Jahre nach der Gründung des französischen Seehafens Le Havre präsentiert TASCHEN einen Nachdruck der illuminierten Handschrift Les premières oeuvres de Jacques Devaulx, pilote en la marine, die der aus Le Havre stammende Jacques Devaulx (um 1557-1597) 1583 vollendete. Als Seefahrer, Hydrograf, Kosmograf und "Seelotse des Königs" fasste Devaulx in diesem wunderbar illustrierten Werk all das zusammen, was seine an neuen Entdeckungen so reiche Zeit über die Ausdehnung der Kontinente und Ozeane, über Nautik und die Kunst der Navigation wusste. Dabei konnte er auf umfangreiche Notizen,…mehr

Produktbeschreibung
500 Jahre nach der Gründung des französischen Seehafens Le Havre präsentiert TASCHEN einen Nachdruck der illuminierten Handschrift Les premières oeuvres de Jacques Devaulx, pilote en la marine, die der aus Le Havre stammende Jacques Devaulx (um 1557-1597) 1583 vollendete. Als Seefahrer, Hydrograf, Kosmograf und "Seelotse des Königs" fasste Devaulx in diesem wunderbar illustrierten Werk all das zusammen, was seine an neuen Entdeckungen so reiche Zeit über die Ausdehnung der Kontinente und Ozeane, über Nautik und die Kunst der Navigation wusste. Dabei konnte er auf umfangreiche Notizen, Aufzeichnungen und Beobachtungen zurückgreifen, die er von eigenen Seereisen nach Amerika mit zurückgebracht hatte.Gedacht als illustriertes Nachschlagewerk für Seefahrer, das nautische Alltagspraxis mit dem aktuellen Wissensstand in Astronomie, Kartografie, Geografie und Trigonometrie kombiniert, aber auch als kostbares Repräsentationsobjekt für seine königlichen Auftraggeber, erläutert Devaulx in seiner aufwendig kommentierten und dekorierten Handschrift den Aufbau und die Funktionsweise nautischer Instrumente wie Astrolab und Jakobsstab und Methoden der Gezeitenrechnung, zeigt Hafenansichten und präsentiert detaillierte Weltkarten und Karten des Atlantischen Ozeans sowie astrologische Tabellen und Messungen des Sonnenstands. Ebenfalls enthalten sind Devaulx' Volvellen, bewegliche Drehscheiben, die heute als frühe Vorläufer des Papieranalogrechners gelten. Alles in allem fassen die Folioblätter den Wissensstand der damaligen Zeit zusammen, als Seefahrer an die Grenzen der Meereserforschung grundlegend erweiterten.TASCHENs Nachdruck von Les premières oeuvres de Jacques Devaulx, pilote en la marine gibt die aus 31 Folioblättern bestehende Handschrift vollständig wieder und zeigt eindrucksvoll Devaulx' farbenprächtige Illuminationen, insbesondere der Volvellen. Der Band enthält zwei einführende Essays von Jean-Yves Sarazin und Gerhard Holzer sowie erläuternde Kommentartexte von einem Expertenteam geleitet von Élisabeth Hébert und Véronique Hauguel-Thill, die das Werk von Devaulx in seinen historischen Kontext einordnen und faszinierende Einblicke in das Leben der Seeleute und Forschungsreisenden des 16. Jahrhunderts bieten.
  • Produktdetails
  • Verlag: TASCHEN / Taschen Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 01158
  • Nachdr.
  • Seitenzahl: 264
  • Erscheinungstermin: 16. November 2018
  • Deutsch, Englisch, Französisch
  • Abmessung: 461mm x 204mm x 48mm
  • Gewicht: 3126g
  • ISBN-13: 9783836539234
  • ISBN-10: 3836539233
  • Artikelnr.: 52889374
Autorenporträt
Hébert, Élisabeth§Élisabeth Hébert ist Mathematikerin und Historikerin. Sie ist Autorin von Instruments Scientifiques à Travers l'Histoire (2004) über den Einsatz wissenschaftlicher, geometrischer und nautischer Instrumente in der Geschichte sowie von Le Traité de Navigation de Jean-Baptiste Denoville (2008), der Analyse und Kommentierung eines Nachdrucks von Denovilles nautischem Manuskript aus dem Jahr 1760, das 2009 bei den Nuit du Livre-Buchpreisen in Paris ausgezeichnet wurde. Sie ist Präsidentin der Mathematischen Gesellschaft Association Sciences en Seine et Patrimoine (ASSP) in Rouen und Professor em. für Mathematik am IREM (Institut de Recherche sur l'Enseignement des Mathématiques) der Universität Rouen.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 21.02.2019

Ins Blaue
Jacques Devaulx’ „Nautische Werke“
von 1583 geben Einblicke in die Seefahrt, als
sie noch kein touristisches Vergnügen war
VON STEFAN FISCHER
Jacques Devaulx war ein Stratege. Nicht nur zur See, auch an Land. Dort also, wo Politik gemacht wird. Seine Handschrift „Les premières œuvres de Jacques Devaulx, pillote en marine“, veröffentlicht 1583, hat er Anne de Joyeuse gewidmet, Großadmiral der französischen Marine und zugleich Statthalter des Königs in der Normandie. Im Jahr darauf wurde er auch Statthalter von Devaulx’ Heimatstadt Le Havre – und der Autor des prunkvollen nautischen Kompendiums stieg auf zum königlichen Seelotsen.
Ein Ziel Devaulx’ wahr sicherlich, den Statthalter mit „Les premières œuvres“ zu beeindrucken durch die opulente Ästhetik ebenso wie das versammelte Wissen. Jean-Yves Sarazin, bis zu seinem Tod Direktor der Abteilung Karten und Pläne der französischen Nationalbibliothek und Initiator des kommentierten Nachdrucks von Devaulx’ Werk unter dem Titel „Nautische Werke“, sah darin sogar den Hauptzweck: Als Unterrichtsmittel hätten „Les premières œuvres“ mehr Stringenz aufweisen müssen, als Zusammenfassung des bestehenden Wissens mehr Genauigkeit.
Doch darum ging es in der Handschrift schon auch: ein gelehrtes Werk vorzulegen, das Seeleuten verständlich ist, selbst wenn sie nicht oder kaum lesen und rechnen können. „Les premières œuvres“ enthält Karten sowie Anweisungen für den Gebrauch nautischer Geräte, es ist Länderkunde, astronomisches Handbuch und befasst sich mit mathematischer Geografie. Devaulx hat vor allem auf die Überzeugungskraft der Bilder vertraut, die er großteils aus anderen Werken übernommen hatte. Für einen Laien sind sie kaum verständlich, was sie auch für heutige Leser nur schwer interpretierbar macht. Umso wichtiger ist die ausführliche erläuternde Aufbereitung durch Jean-Yves Sarazin, Elisabeth Hébert und deren Team.
Der kluge und aufwendig ausgestaltete Band „Nautische Werke“ gibt Einblicke in eine spannende Epoche der Seefahrt. Das späte 16. Jahrhundert war für die Nautik eine Phase großer Umbrüche. Umstürzend neues Wissen existierte neben den tradierten Kenntnissen. So war das geozentrische Weltbild bereits widerlegt, als Grundlage kosmischer Darstellungen und daraus resultierender astronomischer Berechnungen aber nach wie vor stark verbreitet. Das Problem, wie man den Winkel zwischen geografischem und magnetischem Nordpol misst und darstellt, war noch ungelöst, das Konzept der geografischen Länge noch weitgehend unvertraut. Devaulx hat dazu mehrere Tabellen veröffentlicht sowie Beispiele, wie Grade in Seemeilen umzurechnen sind.
Kein halbes Jahr vor Erscheinen von „Les premières œuvres“ ist überdies der Gregorianische Kalender in den katholischen Ländern eingeführt worden. Die Berechnung der Mondphasen und daraus abgeleitet der Gezeiten hat Devaulx bereits nach ihm vorgenommen. Als Leser heute navigiert man mit „Nautische Werke“ neugierig durch Weltbilder und die Wissenschaftsgeschichte, basierend auf dem Denken eines Pragmatikers.
Jacques Devaulx: Nautical Works – Œuvres Nautiques – Nautische Werke. Editiert von Jean-Yves Sarazin in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hébert. Taschen Verlag, Köln 2018. 264 Seiten, 100 Euro.
Abbildungen: TASCHEN / Bibliothèque nationale de France
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 14.03.2019

Navigare necesse est

Wie man nach Amerika kommt, erklärte 1583 Jacques Devaulx' nautisches Handbuch.

Von Freddy Langer

Schneller ging es nun wirklich nicht. Am 14. April des Jahres 1583 erhielt Jacques Devaulx vom Herzog und Admiral Anne de Joyeuse den Auftrag, in einem Buch die Grundkenntnisse in Nautik und Kartographie zusammenzustellen, wie sie ein Seefahrer besitzen sollte, der den Atlantik überqueren will. Schon am 1. Mai konnte er das Werk präsentieren: die Handschrift "Les premières oeuvres de Jacques Devaulx, pilote en la marine" - ein Konvolut von gut sechzig Seiten, in dem das nautisch-astronomisch-kartographische Wissen jener Zeit auf künstlerisch vollendete Weise dargestellt war. Es war ein prächtiges Werk, das ebenso die Instrumente zur Berechnung von Position und Richtung eines Schiffes auf hoher See beschrieb, wie es die damals bekannten Küstenverläufe aller Kontinente nachzeichnete - und darüber hinaus auch einige erfundene.

Noch heute gehen einem die Augen über angesichts der bunten, mit Gold verzierten Abbildungen, auf denen winzige Karavellen in die Endlosigkeit der See stechen, mal begleitet von einer Schule vergnügt aus dem Wasser springender Delphine, mal bedroht von Seeungeheuern mit weit aufgerissenem Maul. Daneben finden sich Bauanleitungen etwa für eine Sternuhr aus drei übereinanderliegenden Scheiben, die gegeneinander gedreht werden können. All das ergänzt um länglich ausgebreitete Erklärungen, von denen etliche allerdings so kompliziert sind, dass von ihnen gesagt wird, sie seien bis heute nur schwer zu dechiffrieren. Mitunter scheint ihnen nicht einmal Jacques Devaulx getraut zu haben, denn mehr als einmal enden sie mit dem Satz: "Es folgt nun eine kleine Demonstration." Gemeint sind damit detailliert gezeichnete Bildstreifen, auf denen kleine Männchen die Handhabung solcher Hilfsmittel wie Kreuzstab und Kanometer auf Klippen, unter Bäumen und vor Schlössern vorführen.

Der Taschen Verlag hat das Werk nun als Faksimile neu herausgegeben, eingebettet in eine üppig illustrierte Geschichte der Kartographie, der Kosmographie, der Ikonographie früher wissenschaftlicher Abbildungen sowie mit so vielen technischen Angaben versehen, dass man sich als Leser irgendwann einbildet, für den eigenen Segeltörn nach Amerika ausreichend vorbereitet zu sein. Vokabeln wie Alhidade und Astrolabium gehen einem dann so leicht über die Lippen wie Rektifizierung und Rumbe.

Auch Jacques Devaulx wollte den Atlantik überqueren, wozu er sich vom Herzog und Admiral Anne de Joyeuse, zugleich der Gouverneur der Normandie, das Amt des königlichen Seelotsen bestätigen lassen musste - und vermutlich tut man ihm nicht Unrecht, zu glauben, dass darin der wesentliche Antrieb für die schnelle Produktion des Buchs gelegen hat. Reichlich Helfer hatte er obendrein, die für ihn mit dem Material aus den Archiven in Le Havre alle für die Hochseeschifffahrt nötigen Wissensbereiche aufarbeiteten. Die Stadt war 1517 als Überseehafen gegründet worden und erlebte einen raschen Aufschwung. Zielgebiete einer französischen Expansion waren vor allem Brasilien, die Karibik sowie die Ostküste Nordamerikas und die Gegenden entlang des Sankt-Lorenz-Stroms, die Jacques Devaulx in seinen Ausarbeitungen denn auch besonders hervorhob. Im Jahr 1584 wurde Devaulx, über dessen Leben nur wenige Einzelheiten bekannt sind, das ersehnte Amt übertragen, und er begleitete in den kommenden drei Jahren Kapitän de Pompierre bei dessen Entdeckungsreise in die Neue Welt. So viel aber ist sicher: Ein zweiter Band ist "Les premières oeuvres" nie gefolgt.

"Jacques Devaulx. Nautische Werke", herausgegeben von Jean-Yves Sarazin und Élisabeth Hébert sowie Texten von Gerhard Holzer, Véronique Hauguel-Thill, Marie-Thérèse Castanet, Françoise Doray und Josette Méasson. Taschen Verlag, Köln 2018. 264 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Gebunden, 100 Euro.

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