Der Mond über Soho - Brecht, Bertolt
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Bleiben wird von Bertolt Brecht vornehmlich die Lyrik", prophezeit Marcel Reich-Ranicki. Die in diesem Band versammelten und chronologisch geordneten Brecht-Gedichte werden von Schriftstellern, Kritikern und Literaturwissenschaftlern lebendig und packend kommentiert. Die kurz gehaltenen, informativen Kommentare von Interpreten wie Peter Demetz, Barbara Frischmuth, Robert Gernhardt, Ludwig Harig, Joachim Kaiser, Ruth Klüger, Günter Kunert, Peter von Matt, Doris Runge, Peter Rühmkorf, Peter Wapnewski und Gabriele Wohmann machen die Gedichtlektüre zu einem abwechslungsreichen Leseerlebnis.…mehr

Produktbeschreibung
Bleiben wird von Bertolt Brecht vornehmlich die Lyrik", prophezeit Marcel Reich-Ranicki. Die in diesem Band versammelten und chronologisch geordneten Brecht-Gedichte werden von Schriftstellern, Kritikern und Literaturwissenschaftlern lebendig und packend kommentiert.
Die kurz gehaltenen, informativen Kommentare von Interpreten wie Peter Demetz, Barbara Frischmuth, Robert Gernhardt, Ludwig Harig, Joachim Kaiser, Ruth Klüger, Günter Kunert, Peter von Matt, Doris Runge, Peter Rühmkorf, Peter Wapnewski und Gabriele Wohmann machen die Gedichtlektüre zu einem abwechslungsreichen Leseerlebnis.
  • Produktdetails
  • Insel Taschenbücher Bd.3207
  • Verlag: Insel Verlag
  • Seitenzahl: 277
  • Erscheinungstermin: Juli 2006
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 110mm x 20mm
  • Gewicht: 170g
  • ISBN-13: 9783458349075
  • ISBN-10: 3458349073
  • Artikelnr.: 20774314
Autorenporträt
Brecht, Bertolt
Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Neben Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war.

Reich-Ranicki, Marcel
Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Wloclawek / Polen geboren. Sein Vater, David Reich, war ein polnischer Jude, seine Mutter, Helene eine deutsche Jüdin. Die Familie siedelte 1929 nach Berlin um. Dort besuchte er das Gymnasium. Im Herbst 1938, kurz nach dem Abitur, wurde er verhaftet und nach Polen deportiert, wo er ab 1940 im Warschauer Getto leben musste. Anfang 1943 gelang ihm zusammen mit seiner Frau Teofila die Flucht aus dem Getto in den Warschauer Untergrund. Seine Eltern und sein Bruder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Zunächst im Polnischen Diplomatischen Dienst tätig, fand er seine Berufung schließlich in der Literatur. Er arbeitete für Zeitungen, im Rundfunk und als Übersetzer. 1958 siedelte Reich-Ranicki in die Bundesrepublik Deutschland über. Er lebte von 1959 bis 1973 in Hamburg, dann zog er nach Frankfurt am Main. Er war für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Die Welt und die Wochenzeitung Die Zeit als Literaturkritiker tätig und gehörte von 1958 bis 1967 als solcher der Gruppe 47 an. 1968 war er Gastprofessor für deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts an der Washington University in St. Louis (USA) und 1969 am Middlebury College (USA). Von 1971 bis 1975 lehrte er als ständiger Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten Stockholm und Uppsala. Ab 1974 war er Honorarprofessor an der Universität Tübingen, in den Jahren 1991/92 bekleidete er die Heinrich Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Marcel Reich-Ranicki war Ehrendoktor der Universitäten Uppsala (1972), Augsburg (1992), Bamberg (1992), Düsseldorf (1997), Utrecht (2001) und München (2002). Nachdem er 1988 die Leitung des Literaturteils der FAZ abgegeben hatte, schrieb er weiter Kritiken in verschiedenen Zeitungen und wirkte von nun an auch im Fernsehen: Von 1988 bis 2001 leitete er das Literarische Quartett im ZDF. Reich-Ranicki wurde mit zahlreichen Preisen geehrt und galt als einer der bedeutendsten Literaturkritiker Deutschlands. Er starb am 18. September 2013 im Alter von 93 Jahren.
Inhaltsangabe
Auslassungen eines Märtyrers (Robert Gernhardt) - Gegen Verführung (Horst Krüger) - Apfelböck oder die Lilie auf dem Felde (Ruth Klüger) - Das Schiff (Siegfried Melchinger) - Vom ertrunkenen Mädchen (Hans-Ulrich Treichel) - Erinnerung an die Maria A. (Marcel Reich-Ranicki) - Deutschland, du Blondes, Bleiches (Hanspeter Brode) - Meiner Mutter (Walter Hinck) - Großer Dankchoral (Thomas Anz) - Von den verführten Mädchen (Doris Runge) - Von der Freundlichkeit der Welt (Thomas Anz) - Vom armen B. B. (Peter Demetz) - Maria (Hermann Kurzke) - Weihnachtslegende (Barbara Frischmuth) - Sonett (Harald Hartung) - Entdeckung an einer jungen Frau (Joseph Anton Kruse) - Walter Jens (Die gute Nacht) - Von der Willfährigkeit der Natur (Hans-Harald Müller) - Der Gast (Wolfgang Rothe) - Die Liebenden (Peter Wapnewski) - Lied der Mutter über den Heldentod des Feiglings Wessowtischikow (Reinhard Baumgart) - O Falladah, du Du hangest! (Hilde Spiel) - Das erste Sonett (Eckhard Heftrich) - Das zehnte Sonett (Werner Fuld) - Der dreizehnte Sonett (Eckart Klessmann) - Der Pflaumenbaum (Wolfgang Brenneisen) - Fragen (Peter Rühmkorf) - Fragen eines lesenden Arbeiters (Jürgen Theobaldy) - Über das Lehren ohne Schüler (Günter Kunert) - An den Schwankenden ( Jost Hermand) - Morgens und abends zu lesen (Klara Obermüller) - Zufluchtsstätte (Walter Hinck) - Der Kirschdieb (Werner Ross) - Die Krücken (Rainer Kirsch) - Über Goethes Gedicht "Der Gott und die Bajadere" (Norbert Mecklenburg) - Über Kleists Stück "Der Prinz von Homburg" (Joachim Kaiser) - Über Schillers Gedicht "Die Bürgschaft" (Helmut Koopmann) - Lob der Vergeßlichkeit (Jürgen Jacobs) - Über induktive Liebe (Reinhold Grimm) - Schlechte Zeit für Lyrik (Kurt Drawert) - Die Maske des Bösen (Ludwig Harig) - Die Rückkehr (Wulf Segebrecht) - Vom Sprengen des Gartens (Walter Hinderer) - Das Lied von der Moldau (Elisabeth Borchers) - Gemeinsame Erinnerung (Günter Kunert) - Der Bauch Laughtons (Peter von Matt) - O Lust des Beginnens (Reinhold Grimm) - Ein neues Haus (Helmut Koopmann) - An meine Landsleute (Wolfgang Werth) - Als ich nachher von dir ging (Marcel Reich-Ranicki) - Sieben Rosen hat der Strauch (Sibylle Wirsing) - Kinderhymne (Iring Fetscher) - Die Pappel vom Karlsplatz (Walter Hinck) - Auf einen chinesischen Theewurzellöwen (Wulf Segebrecht) - Deutschland 1952 (Friedrich Dieckmann) - Glücklicher Vorgang (Harald Weinrich) - Der Blumengarten (Wulf Segebrecht) - Der Rauch (Gabriele Wohmann) - Tannen (Volker Bohn) - Die Musen (Jan Knopf) - Die Wahrheit einigt (Wolfgang Werth) - Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen? - Vergnügungen (Harald Weinrich) - Wechsel der Dinge (Iring Fetscher) - Als ich in weißem Krankenzimmer der Charité (Michael Hamburger)
Rezensionen
Besprechung von 11.08.2006
Hinweis

MARCEL REICH-RANICKI schreibt in seinem Vorwort zu seinem Auswahlband von Brechts Gedichten: "Bleiben wird von Bertolt Brecht vornehmlich die Lyrik ... Den Lesern, die den Rilkeschen Rhythmus im Blute hatten und die Georgesche Melodie im Ohr, vermochte Brecht zu beweisen, daß der Gesang vernünftig und die Vernunft poetisch sein kann." Der Band, der jetzt auch als Taschenbuch erhältlich ist, bietet 66 Gedichte von Brecht, die alle neu gelesen und neu kommentiert wurden - unter anderen von Thomas Anz, Reinhard Baumgart, Peter Demetz, Robert Gernhardt, Ludwig Harig, Joachim Kaiser, Günter Kunert, Peter Rühmkorf, Doris Runge, Hilde Spiel, Peter Wapnewski und Gabriele Wohmann. (Bertolt Brecht: "Der Mond über Soho". 66 Gedichte mit Interpretationen. Herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki. Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 2006. 278 S., br., 9,- [Euro].)

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ein bisschen belustigt äußert sich Rezensent Wolfgang Lange über Marcel Reich-Ranickis unermüdliche "Arbeit am Kanon", in die seiner Meinung nach auch Reich-Ranickis hier geleistete herausgeberische Tätigkeit fällt: "Erhärtet und abgesichert werden soll, was wir von Reich-Ranicki wiederholt bereits vernommen haben". Versammelt hat er Gedichte von Bertolt Brecht, da er dessen lyrische Arbeiten sowieso als relevantesten Teil seines Gesamtwerkes empfindet. Und obwohl der Rezensent mit so einigem, was der Herausgeber in seinem Vorwort schreibt, inhaltlich nicht einverstanden ist - zum Beispiel glaubt Lange nicht an die große öffentliche Begeisterung für Brechtscher Liebeslyrik - und auch nicht findet, dass in dem Vorwort irgendetwas steht, was man Reich-Ranicki nicht auch schon an anderer Stelle gehört hat, gesteht er dem Band einiges an Wirkungspotenzial zu: "Als eine auf das breite Publikum berechnete Einführung in die Lyrik Brechts taugt der Band gleichwohl", lautet sein Fazit.

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