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Genetik und künstliche Befruchtung, Robotik, Implantate und Computertechnologie haben nicht nur in der Science-Fiction Cyborgs, Zombies und Klone hervorgebracht. Auch in der Philosophie und in den Humanwissenschaften hat sich seit einigen Jahren eine lebendige Diskussion über die Grenzen und Möglichkeiten des Menschen angesichts moderner Technologien entwickelt. Rosi Braidotti unternimmt eine faszinierende Tour de Force vom Humanismus zum Zeitalter des Posthumanismus, in das technologischer Fortschritt und Kapitalismus uns katapultiert haben: Der humanistische Mensch – männlich, weiß,…mehr

Produktbeschreibung
Genetik und künstliche Befruchtung, Robotik, Implantate und Computertechnologie haben nicht nur in der Science-Fiction Cyborgs, Zombies und Klone hervorgebracht. Auch in der Philosophie und in den Humanwissenschaften hat sich seit einigen Jahren eine lebendige Diskussion über die Grenzen und Möglichkeiten des Menschen angesichts moderner Technologien entwickelt. Rosi Braidotti unternimmt eine faszinierende Tour de Force vom Humanismus zum Zeitalter des Posthumanismus, in das technologischer Fortschritt und Kapitalismus uns katapultiert haben: Der humanistische Mensch – männlich, weiß, rational, selbstbewusst, eurozentrisch – ist nicht mehr Maß aller Dinge und hat heute, so Braidotti, einem nomadischen, nicht-individuellen Subjekt Platz gemacht. Vor der Folie postkolonialer und feministischer Theorie legt das Buch die Grundlage für eine neue Theorie dieses posthumanen Subjekts: Nicht mit sich selbst identisch, kollektiv und kosmopolitisch ist es vielfältig mit anderen Subjekten vernetzt – mit Menschen wie mit Tieren und Dingen. So birgt für Braidotti das Ende des Humanismus eine Utopie: Es eröffnet neue soziale Bindungen und Gemeinschaftlichkeit im globalen Maßstab.
  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 215
  • Erscheinungstermin: Mai 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 141mm x 15mm
  • Gewicht: 285g
  • ISBN-13: 9783593500317
  • ISBN-10: 3593500310
  • Artikelnr.: 39999751
Autorenporträt
Rosi Braidotti ist Professorin für Philosophie an der Universität Utrecht (Niederlande) und dort Gründungsdirektorin des »Centre for the Humanities and Gender Studies«.
Inhaltsangabe
Inhalt

Einleitung 7

Erstes Kapitel

Posthumanismus: Leben jenseits des Selbst 19

Antihumanismus 22

Tod "des" Menschen, Dekonstruktion der Frau 31

Die postsäkulare Wende 36

Die posthumane Herausforderung 42

Kritischer Posthumanismus 50

Schluss 55

Zweites Kapitel

Post-Anthropozentrismus: Leben jenseits der Art 61

Global Warning 63

Das Posthumane als Tierwerdung 72

Kompensatorischer Humanismus 81

Das Posthumane als Erdwerdung 85

Das Posthumane als Maschinenwerdung 94

Differenz als Prinzip des Nicht-Einen 100

Schluss 105

Drittes Kapitel

Das Inhumane: Leben jenseits des Todes 109

Formen des Sterbens 114

Jenseits der Biopolitik 119

Forensische Gesellschaftstheorie 123

Zur heutigen Nekropolitik 125

Posthumane Theorie des Todes 133

Tod eines Subjekts 136

Unwahrnehmbarwerden 139

Schluss: Zur posthumanen Ethik 141

Viertes Kapitel

Posthumane Humanwissenschaften: Leben jenseits der Theorie 147

Institutionelle Dissonanzen 154

Die Geisteswissenschaften im 21. Jahrhundert 157

Posthumane kritische Theorie 167

Das "wirkliche" Subjekt der Geisteswissenschaften ist nicht "der Mensch" 172

Die globale "Multiversität" 176

Schluss 189

Posthumane Subjektivität 190

Posthumane Ethik 193

Affirmative Politik 195

Postmenschlich, allzu menschlich 197

Literatur 201

Dank 215
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der "männlich, weiß, rational, selbstbewusst und eurozentrisch" codierte Mensch ist schon länger keine verlässliche Bezugsgröße mehr, weiß Manuela Lenzen, und die technischen Neuerungen der Gegenwart weichen kontinuierlich auch andere Kategorien auf, die Menschen ihrem Selbstverständnis zugrundelegen. Eine Rückbesinnung auf einen alten Humanismus reicht laut Rosi Braidotti deshalb nicht mehr, um die Gegenwart noch angemessen zu reflektieren, stattdessen breitet sie das Programm eines kritischen "Posthumanismus" aus, so die Rezensentin. Der begreife Kategorien von vorneherein im Werden und verstehe die Technik als erweiterten Möglichkeitshorizont, statt ihn als Bedrohung zu empfinden, und komme darüber hinaus auch ohne statische Identitäten aus, fasst Lenzen zusammen. Die normative Grundlage des Ganzen erscheint der Rezensentin wacklig, oder wenigstens wenig spektakulär: die müsse gemeinsam ausgehandelt werden.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 18.07.2014
Wir Hybriden
Rosi Braidotti freut sich auf den neuen Menschen

Es geht um Orientierung: "Der Mensch" - männlich, weiß, rational, selbstbewusst und eurozentrisch - ist schon lange nicht mehr das Maß aller Dinge, nun kommen weitere Erosionen dazu. Gentechnologie und Mensch-Maschine-Hybriden rütteln an den letzten Fundamenten, auf denen eine Orientierung noch beruhen könnte, dem Körper, den Artgrenzen. Wir erleben eine "unerbittliche Konsumierung alles Lebendigen", so Rosi Braidotti, Professorin für Philosophie zu Utrecht, in der auch der letzte Grashalm noch zur Energiegewinnung herhalten muss und die Genome längst zur Ausbeutung freigegeben sind. In diese Kategorie gehören für die Autorin aber ebenso die Frauen und Kinder der globalen Sexindustrie, die billiger zu haben seien als exotische Vögel.

Die aus diesen "Aufgewühltheiten und Schrecken" resultierende Verunsicherung hält uns in einem gedanklichen Jetlag fest, so Braidotti. Diesen mentalen Durchhänger könne keine nostalgische Rückbesinnung auf "den Menschen" überwinden. An ihre Stelle setzt die Autorin ihr Programm des kritischen Posthumanismus: ein mutiges und neugieriges Experimentieren mit unseren "ungeheuerlichen neuen Möglichkeiten" als "nicht-einheitliche", "nomadische", vernetzte und verkörperte Subjekte, die sich Roboter- und Biotechnologien zunutze machen und sich vor allem als im Werden begriffen betrachten.

Die neuen Technologien selbst sind erst einmal normativ neutral, so die Autorin, die sich selbst als technophil beschreibt. Entsprechend sind für sie die in Auflösung befindlichen Grenzen zwischen Mensch, Tier und Maschine weniger Grund zur Sorge als Ausdruck neuer Möglichkeiten. Möglichkeiten freilich, die unsere moralischen Intuitionen, die doch eher auf Individuen als auf vernetzte Hybriden aller Art eingestellt sind, auf eine harte Probe stellen. Braidottis optimistischer Zugriff beeindruckt: Bange machen gilt nicht. Was uns mit unseren neuen Handlungsmöglichkeiten bevorsteht, sind nicht die "schlimmsten Albträume der Moderne". Es ist nur eine neue Situation, aus der wir etwas machen können. Wie die posthumanen Subjekte sich über die Auswertung ihrer mutigen Experimente verständigen sollen, geht aber leider in der ausführlichen Diskussion zahlreicher Humanismen, Kolonialismen, Kommunismen, Universalismen und Feminismen unter. Am Ende steht dann wenig Spektakuläres: Wir sitzen alle im selben Boot und müssen gemeinsame Bezugspunkte und Werte identifizieren.

MANUELA LENZEN

Rosi Braidotti: "Posthumanismus". Leben jenseits des Menschen.

Aus dem Englischen von Thomas Laugstien. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2014. 215 S., br., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Braidottis System ist von langer Hand ausgearbeitet, scheut keine metaphysische Frage und ist ein Versuch, anders als in herkömmlichen Kategorien zu denken. Hier wird Philosophie zur Science-Fiction. Angesichts des rasanten naturwissenschaftlich-technischen Fortschritts, dem die Geisteswissenschaften oft nur ratlos hinterherschauen, gebührt solcher Theorie durchaus Aufmerksamkeit." Andrea Roedig, NZZ Online, 17.07.2014 "Braidottis optimistischer Zugiff beeindruckt." Manuela Lenzen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2014 "Ein guter Überblick über Braidottis Denken, der Ausführungen zu (Post-)Humanismus mit neo-materialistischen Debatten verbindet.", WeiberDiwan, 26.11.2015