Natur als gesellschaftliches Verhältnis - Schultz, Stefanie
54,99 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Versandfertig in 6-10 Tagen
0 °P sammeln

    Broschiertes Buch

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Reichweite der von Hans Immler entwik kelten Naturwerttheorie (vgl. insbesondere 1985 und 1989)1 fiir die adaquate gesell schaftstheoretische Reflexion des sog. Mensch-Natur-Verhaltnisses zu priifen. Imrnler behauptet, daB auch die Natur, so wie die Arbeit, an der Wertbildung beteiligt sei, und daB das Ignorieren dieses Sachverhaltes (nicht zuletzt seitens der 'abstrakten' Oko nomie) als Ursache der okologischen Krise anzusehen sei. Immler knupft damit an (z.T. von ihm selbst gefiihrte) Diskussionen der siebziger 2 Jahre an, in denen der UmweltOkonomie…mehr

Produktbeschreibung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Reichweite der von Hans Immler entwik kelten Naturwerttheorie (vgl. insbesondere 1985 und 1989)1 fiir die adaquate gesell schaftstheoretische Reflexion des sog. Mensch-Natur-Verhaltnisses zu priifen. Imrnler behauptet, daB auch die Natur, so wie die Arbeit, an der Wertbildung beteiligt sei, und daB das Ignorieren dieses Sachverhaltes (nicht zuletzt seitens der 'abstrakten' Oko nomie) als Ursache der okologischen Krise anzusehen sei. Immler knupft damit an (z.T. von ihm selbst gefiihrte) Diskussionen der siebziger 2 Jahre an, in denen der UmweltOkonomie von der marxistischen Kritik vorgeworfen wurde, sie entwickele Instrumente zur Bekampfung der Umweltkrise, die genau der Rationalitat folgten, die die Krise hervorgebracht habe (vgl. Hassenpflug 1975,790). Den Monetarisierungs- bzw. Bewertungskonzepten der Umweltokonomie und der Landschaftsplanung ist in diesem Kontext vorgeworfen worden, die abstrakte Ratio nalitat der Wertform abzubilden. Diese abstrakte Rationalitat, die die Form des kapi talistischen Umgangs mit den Naturressourcen kennzeichne, habe die Umweltzersto rung hervorgebracht, da sie aufgrund der Orientierung an der Verwertung des Werts dem Tauschwert Vorrang vor dem Gebrauchswert einraume. Sie abstrahiere daher von aller Stofflichkeit und verhalte sich 'blind' (vgl. Immler 1975, 825) und grenzenlos ausbeutend gegenuber den Naturgrundlagen (vgl. Immler 1973, 649).
  • Produktdetails
  • Verlag: Deutscher Universitätsverlag
  • 1993.
  • Seitenzahl: 268
  • Erscheinungstermin: 1. Januar 1993
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 148mm x 14mm
  • Gewicht: 342g
  • ISBN-13: 9783824441365
  • ISBN-10: 3824441365
  • Artikelnr.: 24157537
Inhaltsangabe
1 Einleitung.- 2 Die Leugnung und Nutzung der Produktivität der Natur als Ursache der Umweltkrise.- 2.1 Die Trennung von Gesellschaf t und Natur.- 2.1.1 Der Prozeß der Abspaltung des Menschen von der Natur in Immlers Zivilisationstheorie.- 2.1.2 Die Abspaltung der Gesellschaft von der Natur in den 'technologischen Revolutionsmodellen'.- 2.2 Die falsche Form der Einheit von Gesellschaft und Natur.- 2.2.1 Zum Verhältnis von biologischer und sozialökonomischer Evolution - Das Überschreiten der Grenzen der Natur.- 2.2.2 Die Externalisierung des Menschen in die Natur - die gescheiterte Humanisierung der Natur.- 2.3 Die Wertform als Zivilisationsprinzip: Leugnung der Produktivität der Natur als Form der Ausbeutung.- 2.3.1 Die altorientalische Produktionsweise als Modell der Konstitution von 'Natur' als gesellschaftlich nicht anerkannte Produktivität.- 2.3.2 Die 'orientalische Form' der Konstitution von 'Natur' innerhalb der industriekapitalistischen Produktionsweise.- 2.3.3 Ausgangspunkt bei der Vergesellschaftung: Loslösung von der Natur als Form der Einbindung.- 2.3.4 Exkurs über Widersprüche.- 3 Naturwerttheorie kontra 'Arbeitswertlehre'.- 3.1 Der Ausschluß der Natur von der Wertbildung in Marx' Wertlehre.- 3.2 Die Beteiligung der Natur an der Wertbildung.- 3.2.1 Die Natur als 'Partnerin' der Arbeit.- 3.2.2 Drei Formen der Beteiligung der Natur an der Wertbüdung.- 3.3 Die Natur ist als 'reproduktives System' an der Wertbildung beteiligt.- 3.3.1 Zwei Ausbeutungsrelationen: Arbeit und Natur.- 3.3.2 Die ökologische Natur als reproduktives System.- 3.3.3 Die 'Mystifikation' der Naturproduktivität in der Arbeitsproduktivität.- 3.3.3.1 Die Rückführung der Naturwerte auf Arbeitswert.- 3.3.3.2 Zum Unterschied von Gebrauchswert der Arbeit und Gebrauchswert der Natur.- 3.3.4 Wert und Wertform.- 4 Zur Kritik der 'Ökologischen Ökonomie'.- 4.1 Die Naturwerttheorie als Basis einer 'Ökologischen Ökonomie'.- 4.2 Ökologische Ökonomie als Einheit von wertmäßiger und physischer Ökonomie.- 4.2.1 Die Ökonomie der 'Nettoproduktivität'.- 4.2.2 'Wertmäßige' und 'qualitative' Aspekte der Reproduktion der Natur.- 4.2.3 Programmatische Skizze zur ökologischen Reform.- 4.2.4 Exkurs: Die Darstellung weiterer naturwerttheoretisch orientierter Theoriekonzepte.- 4.2.4.1 Pechan: Naturwerttheoretische Bewertungskonzepte in der ehemaligen DDR.- 4.2.4.2 Hofmeister: Das physische Bilanz-Prinzip.- 4.3 Die 'Erzeugung der Natur' als erneute Subsumtion der Natur unter das Kapital.- 4.3.1 Die Naturwerttheorie als' subjektive Wertlehre'.- 4.3.2 Die ökonomische und die technologische Wertform der Natur.- 4.3.3 Formelle und reelle Subsumtion der Natur unter das Kapital.- 4.3.4 Der ökologische Umbau der Industriegesellschaft ereignet sich bereits.- 5 Schluß: Die gesellschaftstheoretische und erkenntnistheoretische Dimension der 'Erzeugung der Natur'.- 5.1 Die Natur als produktive und als produzierte.- 5.1.1 Luhmann: "Die Umwelt ist, was sie ist.".- 5.1.2 Immler: "Die reformatorische Operation besteht darin, die Natur von Umwelt in System zu transferieren.".- 5.1.3 'Ökologische Rationalität'.- 5.2 Natur als erkennbare und erkannte.- 5.2.1 Exkurs: Zur Erkenntnistheorie des Peirceschen Pragmatismus - Vermittlung von 'äußerem Ding' und Subjekt im Natur-Begriff.- 5.2.2 Im 'richtigen' Begriff von Natur spiegelt sich die 'falsche' Gesellschaft.- 5.3 Natur als produzierte und konstituierte.- 6 Zusammenfassung.- Nachbemerkung.