Die Apokalypse
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Apokalyptische Reiter, Unheil kündende Engel mit Posaunen, der Zorn Gottes in sieben Schalen, Krieg, Geschwüre und Feuersbrunst ... Wenige Bücher können es an rauschhaften Visionen mit der "Offenbarung des Johannes" aufnehmen, diesem bis heute geheimnisvollen Teil des Neuen Testaments. Die vorliegende Neuübersetzung von Kurt Steinmann unterstreicht den literarischen Rang des gewaltigsten aller Endzeitszenarien.
"Die Apokalypse" fasziniert mit einer Bilderwelt von poetischer Schönheit und expressiver Drastik. Wie in einem Fiebertraum verschmelzen Mensch und Tier, stehen Himmel und Erde in
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Produktbeschreibung
Apokalyptische Reiter, Unheil kündende Engel mit Posaunen, der Zorn Gottes in sieben Schalen, Krieg, Geschwüre und Feuersbrunst ... Wenige Bücher können es an rauschhaften Visionen mit der "Offenbarung des Johannes" aufnehmen, diesem bis heute geheimnisvollen Teil des Neuen Testaments. Die vorliegende Neuübersetzung von Kurt Steinmann unterstreicht den literarischen Rang des gewaltigsten aller Endzeitszenarien.

"Die Apokalypse" fasziniert mit einer Bilderwelt von poetischer Schönheit und expressiver Drastik. Wie in einem Fiebertraum verschmelzen Mensch und Tier, stehen Himmel und Erde in Flammen, blasen Engel und göttliche Gestalten zum Gericht über Verfehlungen und Kleinmut. Schaudernd stellt man fest, dass selten blutigere Rache geübt wurde als bei diesem Feldzug gegen Ungläubige. Kurt Steinmann löst sich in seiner Übersetzung von vielen althergebrachten Formulierungen. Ihm gelingt trotz großer philologischer Genauigkeit eine neue "Apokalypse", die uns aufzurütteln und zu erschüttern vermag. Sieben eigens für diese Ausgabe angefertigte farbige Illustrationen machen diesen Prachtband im Schuber zu einem bibliophilen Ereignis.

  • Produktdetails
  • Verlag: Manesse
  • Seitenzahl: 169
  • 2016
  • Ausstattung/Bilder: 2016. 176 S. m. 7 farbigen Illustrationen. 240 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 251mm x 181mm x 30mm
  • Gewicht: 793g
  • ISBN-13: 9783717590286
  • ISBN-10: 3717590286
  • Best.Nr.: 44943818
Autorenporträt
Kurt Steinmann, geb. 1945, arbeitete bis 2003 als Gymnasiallehrer in der Nähe von Luzern. Seit 1978 hat er zahlreiche Übersetzungen aus dem Griechischen und Lateinischen veröffentlicht (bei Reclam, Insel, Diogenes und Manesse). Seine Übersetzungen dienten auch als Grundlage von Theaterinszenierungen, so in Stuttgart, Oberhausen und in München. Am 19. November 2005 erlebte Jossi Wielers Inszenierung der Bakchen des Euripides, übersetzt von Kurt Steinmann, ihre Premiere an den Münchner Kammerspielen. Steinmann arbeitet gegenwärtig an einer Neuübersetzung der Odyssee.
Rezensionen
Besprechung von 17.12.2016
Selig, wer diese prophetischen Worte vorliest
Ein dankbares Lob dem Übersetzer: Kurt Steinmann bringt die Apokalypse des Johannes in verständliches Deutsch

Die apokalyptischen Reiter, das tausendjährige Reich, die Hure Babylon, das Buch mit den sieben Siegeln - die Reihe der Sprachbilder ließe sich beträchtlich erweitern, die ein einziger Text in die Vorstellungswelt des Abendlands eingebracht hat. Die Apokalypse (Enthüllung) des Johannes gehört zu den wichtigen Quellen unseres Bilderhaushalts. Die Übersetzung, die der Schweizer Altphilologe Kurt Steinmann jetzt vorlegt, darf daher auf großes Interesse rechnen. Steinmann zählt zu den bedeutenden Übersetzern antiker Literatur unserer Tage, hat er doch ein breites Spektrum griechischer und lateinischer Texte neu ins Deutsche übertragen.

Die Apokalypse ist ein rätselhaftes und sperriges Buch. Als einziger prophetischer Text ist sie erst im vierten Jahrhundert endgültig in den Kanon des Neuen Testaments aufgenommen worden; sie steht in einer über den Hellenismus zurückreichenden Reihe jüdischer Visionsliteratur, die darauf zielte, durch Ausblicke auf eine Endzeit dem unter dem Druck orientalischer, später hellenistischer Reiche stehenden Judentum das Vertrauen auf die eigene religiöse Tradition zu stärken. Diese Form wurde samt ihrer Bilderwelt vom Christentum übernommen; unter dem Namen des Petrus oder Thomas entstanden neue Offenbarungen, die das junge Christentum über die ausbleibende Rückkehr Christi mit der Verheißung eines baldigen Gottesgerichtes hinwegtrösten sollten.

Der Verfasser Johannes ist lange Zeit mit dem Evangelisten Johannes oder dem Apostel Johannes gleichgesetzt worden; die historische Theologie schließt dies mit guten Gründen aus. Der Kirchenvater Irenäus von Lyon gibt an, dass das Buch in den letzten Regierungsjahren des Kaisers Domitian abgefasst wurde - das führt auf etwa das Jahr 95 nach Christus, ein Ansatz, der von der modernen Forschung weitgehend akzeptiert ist.

Der Text selbst ist ein Brief oder Sendschreiben, das Johannes an sieben - diese Zahl durchzieht das gesamte Buch - christliche Gemeinden in Kleinasien richtet, denen er die Vision, die ihm Gott auf der Insel Patmos eröffnet habe, mitteilt. Jede dieser sieben Gemeinden erhält in der Offenbarung einen auf ihre spezifische Situation abgestellten "Brief im Brief", hierauf folgt die Schilderung der Vision, die den Hauptteil des Werkes bildet. Johannes beschreibt in einer gewaltigen Szene den Thron Gottes, an dem an das Lamm eine Buchrolle mit sieben Siegeln übergeben wird, die einzeln gebrochen werden, worauf die "apokalyptischen Reiter" erscheinen; es folgen sieben Engel mit sieben Posaunen, die sieben Katastrophen über die Welt bringen. Hieran schließen sich die Vision des Kampfes Satans gegen das Volk Gottes, das Gericht Gottes und die neue Welt Gottes an.

Die Bildgewalt des Textes stellt den Übersetzer vor große Anforderungen, die dadurch erhöht sind, dass das Griechische, das Johannes benutzt, in Vokabular und Syntax einfach zu sein scheint, bei der Übertragung jedoch oft ein Sinn nur durch interpretierende Zusätze entsteht, die die Bilder bisweilen wieder abschwächen. Steinmann bewältigt dieses Problem durch erklärende Anmerkungen, denen die der Übersetzung gegenüberliegende Seite reserviert ist. So entsteht ein les- und vor allem verstehbarer, dem heutigen Standard-Deutsch entsprechender Text.

Dazu einige Beispiele im Vergleich mit der Luther-Übersetzung, die immer noch hinter den neueren Übertragungen als Vorbild steht. Luther übertrug den Abschluss der Vorrede (1,3) wie folgt: "Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe." Der innere Zusammenhang dieser Anweisungen - zwischen dem Lesenden und dem Hörenden sowie der "Zeit" - wird hier nicht klar. Bedenkt man, dass in der Antike Lesen in der Regel Laut-Lesen bedeutet, ist evident, dass die, die hören, auf den Lesenden hören. Steinmann übersetzt daher sinngemäß korrekt: "Selig, wer diese prophetischen Worte vorliest, und selig, die sie hören und unverfälscht bewahren". Luthers mattes "behalten" wird dem hier verwendeten griechischen Wort, das "bewachen" bedeutet, nicht gerecht. Steinmanns "unverfälscht bewahren" gibt dem Ausdruck das notwendige Gewicht. Luthers "Zeit" soll das griechische "kairos" wiedergeben, den "rechten, günstigen Zeitpunkt". Steinmann schreibt daher: "Denn der Zeitpunkt der Entscheidung ist nahe."

An einigen Stellen macht Steinmanns Übersetzung erst deutlich, was der griechische Text meint. In 12,16 wird die Gemeinde in Pergamon - der berühmte Altar wird hier als "Thron des Satan" angesprochen - aufgefordert: metanoeson. Luther: "Tue Buße", Steinmann, wörtlich und korrekt: "Ändere dein Denken". Zwar verliert Steinmann die Nuance des "Bereuens", die auch im griechischen Wort enthalten ist, doch betont seine Version die intellektuelle Leistung, die der Text von den Christen Pergamons fordert. An anderen Stellen stellt die Luther-Übertragung den Leser vor Rätsel, die der griechische Text nicht bietet. So in 6,14: "Und der Himmel entwich wie ein zusammengerolltes Buch." Steinmann: "Der Himmel spaltete sich und schrumpfte wie eine Buchrolle, die man zusammengerollt hat."

Der Übersetzer unserer Tage macht die Vorgänge, die die lapidaren griechischen Worte mehr andeuten als ausführen, in einer verdeutlichenden Übersetzung kenntlich. Der deutsche Leser versteht damit den Text wie der griechische Hörer. Steinmanns Übertragung lässt die Offenbarung dem Leser dort verständlich erscheinen, wo sie auch im Original verständlich ist. Genug Rätsel bleiben ja ohnehin.

MARTIN HOSE

"Die Apokalypse".

Neu übersetzt und kommentiert von Kurt Steinmann. Nachwort von Jürgen Kaube. Mit sieben Illustrationen von Daniel Egnéus.

Manesse Verlag, Zürich 2016. 175 S., geb., 49,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Mir ging es nahe, wie die steinmann’sche Sprache mir diesen Text vor Augen stellt. ... Ein Erschrecken über die Urgründe der eigenen Kultur.«