Bühnen der Altermundialität (eBook, PDF) - Gabriel, Leon
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Mit dem 20. Jahrhundert ist die Idee der Welt als einer Einheit, die 'dem' Menschen bildhaft ansichtig werden könnte, ins Wanken geraten und im beginnenden 21. Jahrhundert in eine Krise gerutscht. Scheinbar paradoxerweise geht dies mit der Globalisierung und zunehmenden Vereinheitlichung globaler Zusammenhänge einher. Das hat auch Auswirkungen auf szenische Künste, ihre Darstellungsweisen und ihren politischen Anspruch. Bereits die Annahme, dass Erfahrungen zu einem Bild der Welt zusammengefasst werden können, das dann als Welt als solche aufgefasst werden kann, ging mit der Konstruktion…mehr

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Produktbeschreibung
Mit dem 20. Jahrhundert ist die Idee der Welt als einer Einheit, die 'dem' Menschen bildhaft ansichtig werden könnte, ins Wanken geraten und im beginnenden 21. Jahrhundert in eine Krise gerutscht. Scheinbar paradoxerweise geht dies mit der Globalisierung und zunehmenden Vereinheitlichung globaler Zusammenhänge einher. Das hat auch Auswirkungen auf szenische Künste, ihre Darstellungsweisen und ihren politischen Anspruch. Bereits die Annahme, dass Erfahrungen zu einem Bild der Welt zusammengefasst werden können, das dann als Welt als solche aufgefasst werden kann, ging mit der Konstruktion neuzeitlicher Schauanlagen einher. Im Gegensatz zur Rede vom "Welttheater" - d.¿h. dem Theater als Ort eines weltweiten Kanons wie auch der Bühne als Spiegel der Welt - verlangen insbesondere szenische Arbeiten der letzten zehn Jahre, anders über die Welt und die Bühne nachzudenken. Bühnen der Altermundialität untersucht diese Verschiebung von bildhafter Darstellung hin zu räumlichen Praktiken im Zeichen des Globalen sowie die damit verbundenen Fragen: Wie wird diese Vor- und Darstellung der Welt als Einheit erzeugt, durchbrochen, verändert? Was findet in der vereinheitlichenden Annahme keinen Platz? Wie findet dieses Ausgeschlossene mit seinen je spezifischen Ansprüchen ebenso Raum? Welche anderen Weltzugänge und -verhältnisse entgehen uns und wie können diese erfahrbar werden? Wie ließe sich ein Gemeinsames, Geteiltes dennoch zeigen, ohne falsche Rückschlüsse zu einem fixen Bild und allgemeingültigen Behauptungen zu summieren? Anhand von detaillierten Studien herausragender exemplarischer Inszenierungen (von Antonia Baehr, Romeo Castellucci, Kate McIntosh, Rimini Protokoll, Walid Raad und Tino Sehgal) im Dialog mit philosophischen Positionen wird sowohl ein Denken der Vielheit an Welt(en) entwickelt als auch das Potenzial gegenwärtiger szenischer Künste aufgezeigt. Denn Bühnen stehen nicht als Bild der Welt vor uns, sondern gehen uns als plurale und veränderliche Welten anders an: als Berührung, Affizierung, Verhandlung über das Bezugnehmen selbst.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Neofelis Verlag
  • Seitenzahl: 400
  • Erscheinungstermin: 31.03.2021
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783958083790
  • Artikelnr.: 60764417
Autorenporträt
Leon Gabriel forscht im Schnittbereich von Theater, Medien, Performance, Installation und Philosophie. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Theater und Globalisierung, Darstellungspolitik, Räumliche Künste, Dramaturgie und künstlerische Arbeitsweisen. Seit 2018 ist er als Post-Doc am Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum tätig, zuvor war er Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main.