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Jenny Aaron war Mitglied einer international operierenden Eliteeinheit der Polizei – hochintelligent, tödlich effektiv. Doch vor fünf Jahren endete ein Einsatz in Barcelona mit einer Katastrophe. Seitdem ist Aaron blind. Damals dachte sie, es sei der schlimmste Tag ihres Lebens. Sie hat sich geirrt. Der schlimmste Tag ihres Lebens ist heute.
Seit Jenny Aaron bei einem missglückten Einsatz vor fünf Jahren das Augenlicht verlor, arbeitet sie als Verhörspezialistin beim BKA. Sie versteht es perfekt, zwischen den Worten zu tasten und das dahinter Verborgene zu erspüren. Als ihre früheren
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Produktbeschreibung
Jenny Aaron war Mitglied einer international operierenden Eliteeinheit der Polizei – hochintelligent, tödlich effektiv. Doch vor fünf Jahren endete ein Einsatz in Barcelona mit einer Katastrophe. Seitdem ist Aaron blind. Damals dachte sie, es sei der schlimmste Tag ihres Lebens. Sie hat sich geirrt. Der schlimmste Tag ihres Lebens ist heute.

Seit Jenny Aaron bei einem missglückten Einsatz vor fünf Jahren das Augenlicht verlor, arbeitet sie als Verhörspezialistin beim BKA. Sie versteht es perfekt, zwischen den Worten zu tasten und das dahinter Verborgene zu erspüren. Als ihre früheren Berliner Kollegen sie bei einem Mordfall um Mithilfe bitten, wird Aaron jäh in ihre Vergangenheit gerissen: Reinhold Boenisch, für dessen Verurteilung sie als junge Polizistin sorgte, soll im Gefängnis eine Psychologin getötet haben. Aaron nimmt den Fall an und muss schon bald erkennen, dass Boenisch nur der Anfang ist – eine Schachfigur in einem Komplott. Nach und nach wird ihr offenbar, dass ihr bisheriges Leben eine einzige Vorbereitung auf die folgenden beiden Tage war. Um dieses Leben wird Aaron kämpfen müssen wie nie zuvor.


Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, D, F, GB, L ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp Verlag
  • Seitenzahl: 459
  • Erscheinungstermin: 07.03.2016
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783518744925
  • Artikelnr.: 44274736
Autorenporträt
<p>Andreas Pflüger wurde 1957 in Thüringen geboren. Er wuchs im Saarland auf und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Zu seinen Werken gehören Theaterstücke, Drehbücher für Kino- und Fernsehfilme, Hörspiele und Romane. <em>Niemals</em> ist der zweite Band seiner Trilogie um die blinde Polizistin Jenny Aaron.</p>
Rezensionen
»Perfekte Technik. Andreas Pflüger punktet mit einer gehandicapten Ermittlerin. ... Das hat es so noch nicht gegeben.«
Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.02.2016

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Action aufs Papier zu bringen ist schwierig, weiß Rezensent Tobias Gohlis. Umso beeindruckter ist er von Andreas Pflügers Thriller "Endgültig". Die Spezialagentin Jenny Aron verliert durch einen Kopfschuss ihr Augenlicht, sticht aber noch als blinde Verhörspezialistin ihre Kollegen im Feld in Sachen Schießen und Verfolgungsjagden aus, berichtet der Rezensent. Die eingeschränkte Wahrnehmung erweist sich als großartiger dramaturgischer Kniff, um Spannung zu erzeugen, lobt Gohlis und die partielle Amnesie der Heldin, die sich an die Umstände ihrer Erblindung kaum erinnert, lässt den Rezensenten auf eine Fortsetzung hoffen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 29.02.2016
Die blinde Seherin
Perfekte Technik: Andreas Pflüger punktet mit einer gehandicapten Ermittlerin

Herausforderungen der besonderen Art gehören berufsbedingt zum Leben von Jenny Aaron. Die härteste Prüfung erlebt die Ermittlerin bei einem Einsatz in Barcelona: Dort soll sie sich mit einem gewissen Holm treffen, der ein geraubtes Chagall-Gemälde verkaufen will. Doch das Treffen erweist sich als Hinterhalt, es kommt zu einem Blutbad, in dessen Verlauf mehrere Polizisten sterben. Zwar kann die verletzte Jenny Aaron in letzter Sekunde flüchten. Doch lässt sie nicht nur ihren am Boden liegenden Kollegen zurück. Sie verliert, von einer Kugel am Kopf getroffen, auch ihr Augenlicht. Seither ist Jenny Aaron, die akribische Spurenleserin und einstige Berühmtheit jener Berliner Sondereinheit, die so besonders ist, dass sie nicht einmal einen Namen trägt, blind.

Das hat es so noch nicht gegeben. Selbst im Fernsehen, wo man auf kaum eine Profilvariante bei Kommissaren verzichtet, ist die Idee einer blinden Kommissarin bisher über den Versuch nie hinausgekommen. Tatsächlich gehören die Beschreibungen eines extremen Lebens in der Dunkelheit zum Interessantesten in diesem an Erschießungen, Entführungen und Verfolgungsjagden nicht eben armen Thriller von Andreas Pflüger. Zu erblinden, das sei so endgültig wie der Tod eines geliebten Menschen, heißt es an einer Stelle. Minutiös beschreibt der Autor zunächst die Stadien der Angst, die seine Heldin nach ihrer Erblindung durchläuft, ehe sie beschließt, ihr Schicksal zu akzeptieren.

Angeleitet von ihrem Vater, einem ehemaligen GSG-9-Kämpfer, der bei der Entführung der Lufthansa-Maschine in Mogadischu als Erster das Flugzeug stürmte, lernt sie buchstäblich alles neu. Ganz so, wie es in Frischs Roman "Mein Name sei Gantenbein" heißt, dass jeder Mensch früher oder später eine Geschichte erfinden müsse, die er für sein Leben halte, muss auch die eiserne Aaron ein neues Leben finden, um nicht ausgelöscht zu werden.

Seither ist sie nicht nur in asiatischem Kampfsport versiert, sondern kommt im Bundeskriminalamt Wiesbaden, wohin sie sich nach der Tragödie von Barcelona versetzen ließ, immer dann als Befragerin zum Einsatz, wenn die Kollegen in Verhören nicht mehr weiterkommen. Die Blinde hat ihre restlichen Sinne derart geschärft, dass sie anhand kleinster Regungen wahrnehmen kann, was den sendenden Kollegen, durch den Augenschein abgelenkt, oft genug entgeht.

Andreas Pflüger hat für seinen Thriller gründlich recherchiert. Die verblüffenden Tricks und Kniffe, derer sich Jenny Aaron bedient, um sich ihre Umwelt zu erschließen, finden so auch in der Wirklichkeit Anwendung. Dass sie Angstschweiß ebenso riecht wie sie Blumen anhand ihres Dufts erkennt, versteht sich von selbst. Aber Jenny Aaron trägt anders als früher inzwischen auch nur noch Stöckelschuhe, um anhand des Klackens der Absätze die Beschaffenheit des Bodens zu erkennen. Und dass sie unentwegt mit der Zunge schnalzt, hält nur ihre sehende Umwelt für eine Marotte. In Wahrheit verschafft sie sich über diesen für sie mitunter überlebenswichtigen Klicksonar einen räumlichen Eindruck.

Das bürgerliche Wiesbaden zwischen Neroberg und Gründerzeitpracht ist für die Perfektionistin mit Handicap zum Ort des Vergessens geworden. Zu ihrem ehemaligen Geliebten, jenem damals totgeglaubten Kollegen, hat sie so wenig Kontakt wie zum Rest der Mannschaft von einst. Umso überraschter ist sie, als sie von ihrer früheren Einheit angefordert wird, eine Befragung in einem Berliner Gefängnis durchzuführen. Sie ahnt nicht, dass diese Dienstreise alles andere als Zufall ist, sondern in direktem Zusammenhang mit den Ereignissen von Barcelona steht. Es ist ihr Gegenspieler von damals, der hochintelligente Borderliner Holm, der sie wie eine Marionette über unsichtbare Fäden nach Berlin gelenkt hat. Ihm hat sie, ohne es zu wissen, das Liebste genommen.

Nicht so sehr das reißerische Finale, dessen Showdown über Landstraßen, in verlassene Gehöfte und tiefe Gewässer führt, bleibt von diesem Thriller im Gedächtnis, sondern die Kunst seiner blinden Heldin, Sehende hinters Licht zu führen. Dabei gerät am Ende auch sie, die längst nicht mehr am Überqueren einer Straße scheitert, ins Stolpern. Denn ihre eigene Geschichte sieht sie plötzlich in einem anderen Licht.

SANDRA KEGEL

Andreas Pflüger: "Endgültig". Thriller.

Suhrkamp Verlag, Berlin 2016. 459 S., geb., 19,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Endgültig von Andreas Pflüger ist ein genialer Krimi für alle, die es lieben, wenn die Spannung langsam steigt, und die außerdem auch sprachlich nicht verdursten wollen."
Karin Trappe, Hessischer Rundfunk 03.03.2016
"Es ist wirklich lange her, dass ich ein Buch mit derart nägelkauender Spannung gelesen habe." Tobias Gohlis, DIE ZEIT - über "Endgültig" von Andreas Pflüger