Kurt Eisner - Grau, Bernhard
22,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Broschiertes Buch

Vor 1914 war Kurt Eisner als Redakteur des Parteiorgans "Vorwärts" einer der führenden Intellektuellen der SPD. Dass der brillante Journalist versuchte, der deutschen Sozialdemokratie in theoretischer wie taktischer Hinsicht neue Wege aufzuzeigen, zeugte nicht nur von großem Selbstbewusstsein, sondern zugleich von einem höchst eigenständigen politischen Kopf. Im Ersten Weltkrieg sagte sich der Pazifist von seiner ehemaligen Partei los und zählte zu denjenigen, die in die USPD übertraten. Eisner kämpfte für Völkerverständigung und Demokratie und übte als politischer Redner eine charismatische…mehr

Produktbeschreibung
Vor 1914 war Kurt Eisner als Redakteur des Parteiorgans "Vorwärts" einer
der führenden Intellektuellen der SPD. Dass der brillante Journalist versuchte,
der deutschen Sozialdemokratie in theoretischer wie taktischer
Hinsicht neue Wege aufzuzeigen, zeugte nicht nur von großem Selbstbewusstsein,
sondern zugleich von einem höchst eigenständigen politischen
Kopf. Im Ersten Weltkrieg sagte sich der Pazifist von seiner ehemaligen
Partei los und zählte zu denjenigen, die in die USPD übertraten. Eisner
kämpfte für Völkerverständigung und Demokratie und übte als politischer
Redner eine charismatische Anziehung auf seine Mitmenschen aus. So war
es kein Zufall, dass er zum Anführer der Novemberrevolution in Bayern
wurde. In der Nacht zum 8.November 1918 rief er die Republik Bayern
aus, wobei er den Begriff "Freistaat" prägte. Als erster bayerischer Ministerpräsident
veröffentlichte er u. a. Dokumente, die den deutschen Anteil
am Ausbruch des Krieges belegten, womit er die uneinsichtige deutsche
Rechte weiter gegen sich aufbrachte. Den Mut, auch unbequeme Wahrheiten
offen auszusprechen, musste er am 21. Februar 1919 mit seinem
Leben bezahlen, als er nach der verlorenen Landtagswahl auf demWeg ins
Parlament war, um seinen Rücktritt zu erklären. Bernhard Graus große
Biographie setzt diesem übel diffamierten, großen Deutschen sein verdientes
Denkmal.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 651
  • Erscheinungstermin: 18. Mai 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 141mm x 43mm
  • Gewicht: 804g
  • ISBN-13: 9783406714948
  • ISBN-10: 3406714943
  • Artikelnr.: 48001159
Autorenporträt
Bernhard Grau, geb. 1963, ist Archivrat beimBayerischen Hauptstaatsarchiv in München. Seine wissenschaftlichen Hauptgebiete sind die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, die Bayerische Verfassungsgeschichte und die Münchner Stadt- und Stadtteilgeschichte.
Inhaltsangabe
I. Einleitung
II. Kindheit und Jugend: Eisners weltanschauliche Grundlagen
1. Bürgerliche Sozialisation
2. Gegenwelten
3. Abschied von der Jugend
III. Berufliche Anfänge
1. Vom Zeitungsschreiber zum Redakteur: Erste Erfahrungen mit dem bürgerlichen Pressegewerbe
2. Politischer Journalismus in der Provinz: Eisners Marburger Jahre (1893-1898)
IV. Marx oder Kant? - Kurt Eisner und der Marburger Neukantianismus
1. Vom «Gemütssocialisten» zum «Klassenkämpfer» 
2. Hermann Cohen und Paul Natorp: Der Marburger Neukantianismus und seine politischen Konsequenzen
3. Kurt Eisner, Karl Vorländer und Franz Staudinger: Der Versuch einer Synthese von Kant und Marx
V. Kurt Eisner und die deutsche Sozialdemokratie
1. In Diensten der sozialdemokratischen Presse
2. Theorie und Taktik. Eisners Standort innerhalb der deutschen Sozialdemokratie 
3. Der «Vorwärts»-Konflikt des Jahres 1905
VI. Neuanfänge 
1. Von Berlin nach München: Eisners beruflicher Werdegang von 1905-1914 
2. Das Ringen um ein politisches Mandat
3. Elitenschulung oder Breitenbildung - Eisners Bildungskonzept 
4. Die Entdeckung der Außenpolitik: Kurt Eisner und die Marokkokrisen der Jahre 1905 und 1911
5. Kurt Eisner und die bayerische Sozialdemokratie - Ein Mißverständnis?
VII. Die Geburtsstunde des Revolutionärs: Kurt Eisner und der Erste Weltkrieg
1. Die Bewährungsprobe: Kurt Eisner und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs
2. Der Gang in die Opposition
3. Die Organisation des Widerstandes
4. Der Januarstreik des Jahres 1918 
5. Die Revolution
6 Inhalt
VIII. Eisner als Ministerpräsident 
1. Die politische Konstellation 
2. Das Regierungsprogramm
3. Die Eckpfeiler des neuen politischen Kurses 
4. Die Bilanz nach 100 Tagen im Amt 
IX. Verkannt, verachtet, verklärt - Facetten einer sperrigen Persönlichkeit
 
Danksagung
Anhang
Anmerkungen
Abkürzungsverzeichnis
Quellen und Literatur
I. Ungedruckte Quellen
II. Zeitungen und Zeitschriften
III. Selbständige Veröffentlichungen Kurt Eisners
IV. Gedruckte Quellen, Memoirenwerke und zeitgenössische Literatur
V. Sekundärliteratur
Bildnachweis 
Register 
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 07.06.2017

NEUE TASCHENBÜCHER
Eine neue Sicht–
Bernhard Graus Kurt Eisner-Biografie
Wer ein Stimmungsbild der Ereignisse im München von 1918/ 19 erhalten möchte, greife zu Oskar Maria Graf. „Unschlüssig stand die gestaute Masse da. Es hieß, Eisner würde im Saal sprechen. Die Revolution hatte gesiegt“, schreibt er in seinem gehetzten Bekenntnis „Wir sind Gefangene“.
Wer aber in ruhigem, sachlichem Ton erfahren will, wie es zum Sturz der Monarchie gekommen ist und welche Rolle Kurt Eisner zunächst als Anführer der Novemberrevolution und dann als erster Ministerpräsident gespielt hat bis zu seiner Ermordung durch Anton Graf von Arco auf Valley vier Monate später, der lese Bernhard Graus quellensatte Kurt Eisner-Biografe.
Erstmals 2001 erschienen, ist sie bis heute das Standardwerk über den Journalisten und Politiker, der fast zwei Jahrzehnte lang Mitglied der SPD war, ehe er 1917 der USPD beitrat. Nun liegt es als Taschenbuch vor, allerdings ohne Berücksichtigung der neuesten Forschungsliteratur.
Grau erzählt die Geschichte Eisners nicht vom Ende her. Er erklärt dessen politisches Handeln aus dem Lebenslauf und löst ein, was er als Prämisse so umreißt: „Erst wenn man sich vor Augen führt, welch enorme Bedeutung Eisner in der sozialdemokratischen Presse zukam und welch wichtige Rolle er bei den innerparteilichen Richtungsstreitigkeiten nach der Jahrhundertwende gespielt hat, dürfte es möglich sein, auch sein Wirken als Ministerpräsident in neuem Licht zu betrachten.“
Man liest über Eisners bürgerlich-jüdische Sozialisation ebenso ausführlich wie über den Versuch, Kant und Marx zusammenzudenken. Und Grau würdigt den Journalisten Eisner. Dieser lernte das Handwerk von der Pike auf, ehe er 1898 zum „Vorwärts“ kam, den er modernisierte, bis er ihn 1905 im Streit verließ. So leistet die Biografie Erhebliches: Das verzerrte Bild eines weltfremden Utopisten mit Rauschebart weicht endgültig dem Bild eines Mannes, der durchaus in der Lage war, realpolitisch zu denken und zu handeln. Zeit, dies unter Beweis zu stellen, ließ man ihm jedoch keine. FLORIAN WELLE
Bernhard Grau: Kurt Eisner 1867-1919. Eine Biographie. C.H. Beck Verlag, München 2017. 651 Seiten, 22 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
…mehr