Der Verein der Linkshänder, 1 MP3-CD - Nesser, Hakan
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Van Veeteren und Barbarotti - das einmalige Zusammentreffen der zwei bekanntesten Ermittler aus den Krimis von Håkan Nesser
Noch während Marten Winckelstroop und Rejmus Fiste in die Kleine Schule von Oosterby gehen, gründen sie den Verein der Linkshänder. Jahrzehnte später brennt eine alte Pension bis auf die Grundmauern nieder, und einige Menschen kommen dabei ums Leben. Das eine hängt mit dem anderen zusammen, aber es lebt keiner mehr, der erklären könnte wie. Fast keiner.
Seit dem Erscheinen des letzten Krimis über Kommissar Van Veeteren sind fünfzehn Jahre vergangen. Sechs Jahre sind
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Produktbeschreibung
Van Veeteren und Barbarotti - das einmalige Zusammentreffen der zwei bekanntesten Ermittler aus den Krimis von Håkan Nesser

Noch während Marten Winckelstroop und Rejmus Fiste in die Kleine Schule von Oosterby gehen, gründen sie den Verein der Linkshänder. Jahrzehnte später brennt eine alte Pension bis auf die Grundmauern nieder, und einige Menschen kommen dabei ums Leben. Das eine hängt mit dem anderen zusammen, aber es lebt keiner mehr, der erklären könnte wie. Fast keiner.

Seit dem Erscheinen des letzten Krimis über Kommissar Van Veeteren sind fünfzehn Jahre vergangen. Sechs Jahre sind verstrichen, seit man zuletzt etwas über Inspektor Gunnar Barbarotti lesen konnte. In "Der Verein der Linkshänder" begegnen sie sich zum ersten (und einzigen?) Mal.

Gelesen von Dietmar Bär.

(2 mp3-CD, Laufzeit: 13h 9)
  • Produktdetails
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • Originaltitel: De vänsterhäntas förening (Albert Bonniers Förlag)
  • Gesamtlaufzeit: 540 Min.
  • Erscheinungstermin: 23. September 2019
  • ISBN-13: 9783844534344
  • Artikelnr.: 55703005
Autorenporträt
Nesser, Håkan
Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt in Stockholm und auf Gotland.

Berf, Paul
Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Bär, Dietmar
Dietmar Bär ist mit dem Genre Krimi eng verbunden. Für seine Rolle als Tatort-Ermittler Freddy Schenk erhielt er den Deutschen Fernsehpreis. Als Hörbuchsprecher hat er sich mit seinen Lesungen der Romane von Stieg Larsson und Håkan Nesser einen Namen gemacht.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.10.2019

Ein uralter, ein taufrischer Fall
Håkan Nesser veranstaltet ein Veteranentreffen

Ein wenig ist Håkan Nesser einem aus dem Blick geraten in den letzten Jahren, das kommt sogar bei großen Autoren vor, auch wenn sie kontinuierlich weiterschreiben. Es mag daran liegen, dass die Welten, in die er einen eingeladen hat, nicht mehr den unwiderstehlichen Reiz der früheren haben. Und wenn dann diese alten Kosmen und deren vertrautes Personal noch einmal wiederkehren, dann ist der Gedanke an Einrichtungen wie die Uwe-Seeler-Traditionself nicht so fern. Nesser bringt einen ja selbst darauf, wenn in dem neuen Roman "Der Verein der Linkshänder" gleich mehrmals von einer "starken Mannschaftsaufstellung" die Rede ist - und einer der alten Ermittler gleich hinzusetzt: "Auf dem Papier."

Auf dem Papier des Romans gibt es ein Nesser-Veteranen-Treffen. Der pensionierte Kommissar van Veeteren natürlich, samt Münster, Jung und Ewa Moreno, die noch im Dienst sind und die wir zuletzt 2003 in "Sein letzter Fall" erlebt haben, wobei der Titel mal wieder bestätigt, dass solchen Ankündigungen bei Krimiserien nie zu trauen ist. Die Crew aus Maardam, dem Hauptort des von Nesser erfundenen namenlosen europäischen Landes, das nicht Holland, auch nicht Schweden ist und von beidem etwas hat, in dem auch manche Ortsnamen baltisch oder deutsch klingen, diese Altgedienten werden durch zwei Mordfälle zusammengeführt mit Gunnar Barbarotti und Eva Backman, die zwischen 2006 und 2012 fünfmal ermittelten, zwar in Schweden, aber in einem fiktiven Städtchen namens Kymlinge, und die jetzt auch nach Maardam fliegen können.

Solche Familienzusammenführungen sind noch riskanter als einfache Revivals mit bekanntem Personal. Sicher nicht für Erstleser, denen lediglich etwaige Entwicklungen der Figuren entgehen. Aber es handelt sich hier ja um den Versuch, gewissermaßen die physikalischen Gesetze, die in dem einen erzählerischen Universum gelten, mit denen des anderen zu synchronisieren, ohne dass daraus Spannungsabfall, Kurzschlüsse oder Assimilierungsverluste entstehen.

Das weiß natürlich ein versierter Weltenerfinder wie der neunundsechzigjährige Schwede. Deshalb lässt er auch reichlich Lesezeit vergehen, bis man vom einen ins andere Universum reist. Zuerst gehört die Bühne van Veeteren, kurz vor dessen fünfundsiebzigsten Geburtstag, vor dem ihm graut. Mit seiner Frau Ulrike Fremdli fährt der Mann, der Intuition und Logik so gut ausbalancierte, ans Meer - zufällig in die Gegend des Ortes Oosterby, wo 1991 vier Menschen in einer Pension verbrannten. Nun wird, was vom vermeintlichen Täter übrig ist, nach mehr als zwanzig Jahren im Wald gefunden. Eindeutig erschlagen. Eine späte Blamage für van Veeteren, die ihn nicht ruhen lassen kann.

Nessers Erzählung bewegt sich dabei geschickt, manchmal allerdings auch ziemlich behäbig, zwischen den Zeiten. Die Opfer werden als Kinder und Jugendliche geschildert, wie sie sich zum Linkshänderverein zusammenschließen, wie sie einander aus den Augen verlieren und dann bei ihrem Wiedersehen, bei dem sie alle um die vierzig Jahre alt sind, ermordet werden. Durch die Zeitsprünge stellt sich automatisch der Effekt ein, dass der Leser den Ermittlern immer ein Stück voraus ist, bis zum Ende, und das tut dem Buch bei dem niedrigen Ermittlungstempo nicht allzu gut.

Gunnar Barbarotti kommt erst nach mehr als dreihundert Seiten ins Spiel, der Witwer ist auf dem Weg zu einer Beziehung mit Kollegin Backman, und bis zwischen einem unbekannten Ermordeten mit einer Axt im Kopf und den Morden von Oosterby eine Beziehung hergestellt ist, vergeht noch mal einige Zeit. Wenn Eva Backman fragt: "Sollen wir ihnen helfen, einen uralten Fall mit fünf Leichen zu lösen, oder sollen sie uns helfen, einen taufrischen mit nur einem Opfer zu lösen?", dann spricht sie spät, auf Seite 486, aus, was man sich selber schon eine ganze Weile gefragt hat.

Das schleppende Tempo hat auch damit zu tun, dass van Veeteren ebenso wie Barbarotti schon immer eine übermäßig ausgeprägte philosophisch-theologische Reflexionsbereitschaft zeigte. In der Doppelung wird das dann doch ein wenig anstrengend. Der Unterhaltungswert scheint sich zu halbieren, während die Fälle zu einem großen Fall zusammenwachsen. Man muss jetzt niemandem erklären, dass Håkan Nesser immer noch eine makellose Prosa schreibt und immer noch formuliert, dass man sofort zitieren möchte: "Ein Zimmer, das wie gemacht dafür war, darin den Verstand zu verlieren." Aber die romaninternen Zweifel an der "starken Mannschaftsaufstellung" sind berechtigt. Aus den van-Veeteren- und den Barbarotti-Akteuren wird nie ein gutes Team.

PETER KÖRTE.

Håkan Nesser: "Der Verein der Linkshänder". Roman.

Aus dem Schwedischen von Paul Berf. btb Verlag, München 2019. 608 S., geb., 24,- [Euro].

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