Kaiser Augustus - Pabst, Angela

Bisher 19,95**
4,99
versandkostenfrei*
**Früherer Preis

Preis in Euro, inkl. MwSt. und vom Verlag festgesetzt.

Liefertermin unbestimmt
Melden Sie sich für den Produktalarm an, um über die Verfügbarkeit des Produkts informiert zu werden.

oder sofort lesen als eBook
0 °P sammeln

  • Gebundenes Buch

Jetzt bewerten

44 v. Chr.: Caesar ist tot. Sein Adoptivsohn steht vor der wichtigsten Entscheidung seines bisherigen Lebens. Das Erbe anzunehmen, gleicht einem Todesurteil. Alle Zeichen stehen gegen den Jungen vom Land. Doch gerade die Tatsache, dass sein Potential allgemein unterschätzt wird, rettet ihm das Leben. Angela Pabst zeigt, wie Augustus es geschafft hat, vom unbedeutenden jungen Mann ohne jeden erfolgversprechenden familiären Hintergrund an die Spitze des Staates zu gelangen und neue politische Lösungen zu gestalten. Nicht zuletzt durch einen erfrischend neuen Blick auf die Kindheit des ersten…mehr

Produktbeschreibung
44 v. Chr.: Caesar ist tot. Sein Adoptivsohn steht vor der wichtigsten Entscheidung seines bisherigen Lebens. Das Erbe anzunehmen, gleicht einem Todesurteil. Alle Zeichen stehen gegen den Jungen vom Land. Doch gerade die Tatsache, dass sein Potential allgemein unterschätzt wird, rettet ihm das Leben. Angela Pabst zeigt, wie Augustus es geschafft hat, vom unbedeutenden jungen Mann ohne jeden erfolgversprechenden familiären Hintergrund an die Spitze des Staates zu gelangen und neue politische Lösungen zu gestalten. Nicht zuletzt durch einen erfrischend neuen Blick auf die Kindheit des ersten römischen Kaisers arbeitet sie Wesenszüge seiner Persönlichkeit heraus - manches Agieren wird dadurch nachvollziehbar.
  • Produktdetails
  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • Seitenzahl: 280
  • Erscheinungstermin: 24. Juli 2014
  • Deutsch
  • Abmessung: 200mm x 134mm x 22mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783150109885
  • ISBN-10: 3150109884
  • Artikelnr.: 40885954
Autorenporträt
Angela Pabst ist Professorin für Alte Geschichte und lehrt an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Schwerpunktmäßig beschäftigt sie sich mit der Erforschung politischer Systeme und gesellschaftlicher Strukturen der Antike sowie mit Mentalitätsgeschichte und historischer Anthropologie.
Inhaltsangabe
Der Mann mit den vielen Namen

Eine Gebrauchsanleitung zu diesem Buch

1 Unterwäsche, Feigen und Schlammschlachten. Mit Sueton auf der Suche nach dem Menschen Augustus

2 "Von einsichtigen Menschen wurde sein Leben bald gepriesen, bald getadelt" Augustus' Selbstdarstellung und sein Bild bei der antiken Mit- und Nachwelt

3 Von Gaius Octavius zum Imperator Caesar Augustus Aspekte einer spektakulären Karriere

- Großvater, Großmutter, Großonkel: Kindheit und Jugend eines Halbwaisen

- Zeit der Gewalt - Die Jahre der Bürgerkriege und Augustus' Anteil an Roms Misere und Rettung

- "Bürgerkriege hat er fünf geführt"; Mehr denn Schicksalsmacht und Laune der Fortuna: Die Wurzeln des Übels und Augustus' Mitwirkung an dessen Verschwinden

- Vom politischen Niemand zum Inhaber der Allgewalt: Die rechtlich-institutionelle Seite von Augustus' Bürgerkriegskarriere

4 Imperator Caesar Augustus oder: Was ist ein römischer Kaiser?

5 Der Neuerer und seine Erfolgsbilanz - Ein Epilog

Anhang

- Augustus' Lebenslauf und sein politischer Werdegang

- Stammbaum: Augustus' familiäre Herkunft und die Beziehung zu den Iuliern

- Karte: Italien

- Karte: Das römische Herrschaftsgebiet zur Zeit der Bürgerkriege

- Verzeichnis der antiken Autoren und Werktitel

- Literaturhinweise

- Register
Rezensionen
Besprechung von 10.04.2015
Der Imperator und die freie Meinungsäußerung
Angela Pabst zeigt, aus welchen Quellen sich unser Bild des Kaisers Augustus seit zweitausend Jahren speist

Wenn nun das Ganze euch wohl gefallen hat, so klatscht Beifall und entlasst uns alle mit Dank nach Hause." Der mit diesen griechischen Versen am 19. August 14 n. Chr. von der Bühne des Lebens abtrat, war kein Geringerer als der Mann, der am 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius das Licht der Welt erblickt hatte, der sich nach dem gewaltsamen Tod seines Adoptivvaters an den Iden des März 44 v. Chr. Gaius (Iulius) Caesar nannte und seit dem 16. Januar 27 v. Chr. Imperator Caesar Augustus war. Zuvor, so die Überlieferung, hatte der Begründer des römischen Kaisertums seine Freunde, die er an sein Sterbebett gerufen hatte, gefragt, ob sie denn der Meinung seien, dass er die Komödie seines Lebens bis zum Ende gefällig gespielt habe.

War es bloß Koketterie mit Blick auf ein oft bedrohtes, aber schließlich politisch erfolgreiches Leben, ein intellektueller Scherz im Bewusstsein, wahrlich Außergewöhnliches geleistet zu haben? Oder ließ hier jemand auf dem Sterbebett für die versammelten Vertrauten die Maske fallen? Seit der Antike ist immer wieder darüber debattiert worden, ob der Pater Patriae, der "Vater des Vaterlandes", der Retter des römischen Volkes aus den jahrzehntelangen Wirren der mörderischen Bürgerkriege, ein großer Friedensfürst war oder ob er von Anfang an als abgefeimter und skrupelloser Machtpolitiker stets nur seinen Vorteil gesucht hatte.

Die zweitausendste Wiederkehr des Todestages von Augustus ist von Verlagen und Museen zum Anlass genommen worden, an den ersten römischen Kaiser zu erinnern. In diesen gehört auch die - im besten Sinn des Wortes - populärwissenschaftliche Augustus-Biographie der in Halle lehrenden Althistorikerin Angela Pabst. Souverän führt sie den Leser durch das Dickicht historischer Ereignisse, politischer Ränkespiele, gesellschaftlicher Veränderungen und menschlicher Schicksale - mit dem Fokus auf den alles andere als sicheren oder gar konsequenten Weg von Augustus zur Alleinherrschaft.

Von der frühesten Kindheit über die Jahre des Triumvirats mit Marcus Antonius und Lepidus, die Rache an den Mördern Caesars, die Feindschaft mit Antonius und die Entscheidungsschlacht gegen ihn und Kleopatra bei Actium 31 v. Chr., die Verleihung des Ehrennamens Augustus 27 v. Chr., die Einweihung des Forum Augusti ein Vierteljahrhundert später bis hin zu seinem Tod in Nola spannt sich dabei der Bogen.

Was dieser Biographie geradezu ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der populärwissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema verschafft, ist das, was die Autorin als "Orientierung über Arbeitsmethoden der Forschungsdisziplin der Alten Geschichte" bezeichnet, die es auch dem Leser außerhalb des Faches ermöglichen soll, "den Weg nachzuvollziehen, auf dem wir heute Erkenntnisse über den vor zweitausend Jahren verstorbenen Kaiser gewinnen können". Diese Ausführungen zur Quellenkritik erklären allgemeinverständlich die Grundlagen und möglichen Interpretationsmodelle schriftlicher Überlieferungen speziell zu diesem Thema.

Die beiden wohl wichtigsten Quellen für eine Biographie des Augustus sind Suetons "Vita divi Augusti", also eine Lebensbeschreibung, und die "Res Gestae", ein "Taten-" oder "Rechenschaftsbericht", der nach dem Tod des Kaisers auf Bronzetafeln vor seinem Mausoleum aufgestellt wurde. Diese sind zwar nicht mehr erhalten, aber Kopien in lateinischer und griechischer Sprache sind in Ankara, Apollonia und Antiochia gefunden worden. Der Leser erfährt dazu nicht nur interessante Einzelheiten zur Inschriftenforschung, zur Entdeckung, Identifizierung oder zu Ergänzungen nicht lesbarer Stellen, sondern auch, wie ein solches Dokument oder in diesem Fall besser: Denkmal zu interpretieren ist.

Die Autobiographie des Augustus, "De vita mea", ist nicht überliefert, aber einige darin behandelte Aspekte und Inhalte sind bei anderen Autoren nachweisbar, die das Werk gekannt und gelesen haben müssen, etwa Plutarch, Velleius Paterculus, Appian oder Sueton. Letztgenannter stand vor derselben Schwierigkeit wie ein moderner Biograph: Er hatte den Princeps nicht mehr persönlich gekannt. So musste er bei seiner um das Jahr 121 n. Chr. verfassten Biographie des Augustus arbeiten wie ein Historiker heute, die ihm zur Verfügung stehenden und zugänglichen Dokumente auswerten, ordnen, zusammenfassen und schließlich in eine literarische Form gießen. Angela Pabst zeigt, wie Sueton dabei vorging, wo man seiner Darstellung folgen und wo man Vorsicht walten lassen sollte.

Das Urteil der Autorin über Augustus' Drahtseilakt mit dem von ihm geschaffenen System des Prinzipats, das auch eine Form von kritischer Öffentlichkeit und freier Meinungsäußerung erforderte, könnte auch für die eingangs erwähnten Worte des Kaisers gelten, über deren Bedeutung immer wieder diskutiert wurde: Selbst wenn man das Geschehen am Totenbett " zu einer reinen Schauveranstaltung herabstuft, wird man einräumen, dass sich unser Protagonist mit der Inszenierung äußerst viel Mühe gab und sie sich Zeit und Nerven kosten ließ".

MICHAEL SIEBLER.

Angela Pabst: "Kaiser Augustus". Neugestalter Roms. Verlag Philipp Reclam, Stuttgart 2014. 280 S., geb. 19,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Für zahlreiche Verlage bietet es sich an, anlässlich des zweitausendsten Todestages des Kaisers Augustus noch einmal an ihn zu erinnern, weiß Rezensent Michael Siebler. Angela Pabsts Biografie zeichnet sich dabei durch ein "Alleinstellungsmerkmal innerhalb der populärwissenschaftlichen Literatur" aus, lobt der Rezensent: die Althistorikerin führt am Beispiel ihres Protagonisten in die Probleme der kritischen Quellenarbeit ein und demonstriert äußerst anschaulich, wie unser heutiges Bild des Kaisers sich aus hauptsächlich zwei Texten herleitet, deren Glaubwürdigkeit zudem stellenweise wackelt, erklärt Siebler. Gerade Fachfremden kann dieses Buch also noch über das Thema hinaus etwas nahebringen, verspricht der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH