1177 v.Chr. - Cline, Eric H.
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Erscheint vorauss. Juni 2018
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Im Jahr 1177 v. Chr. stehen die ersten großen Zivilisationen unserer Menschheit vor dem Untergang. Marodierende Seevölker bedrohen Ägypten unter König Ramses III. Wie Dominosteine fallen Mykene, Troja und Milet nach Jahrhunderten des Aufstiegs und des Glanzes. Konnte das allein das Werk der Seevölker sein? In seinem internationalen Bestseller erzählt Eric H. Cline die packende Geschichte vom "ersten Untergang der Zivilisation": Erst durch die katastrophale Summe von Krieg, Revolten, Wirtschaftskollaps und Naturkatastrophen stürzte die erste große Zivilisation für Jahrhunderte in die…mehr

Produktbeschreibung
Im Jahr 1177 v. Chr. stehen die ersten großen Zivilisationen unserer Menschheit vor dem Untergang. Marodierende Seevölker bedrohen Ägypten unter König Ramses III. Wie Dominosteine fallen Mykene, Troja und Milet nach Jahrhunderten des Aufstiegs und des Glanzes. Konnte das allein das Werk der Seevölker sein? In seinem internationalen Bestseller erzählt Eric H. Cline die packende Geschichte vom "ersten Untergang der Zivilisation": Erst durch die katastrophale Summe von Krieg, Revolten, Wirtschaftskollaps und Naturkatastrophen stürzte die erste große Zivilisation für Jahrhunderte in die Dunkelheit. Folgen Sie dem renommierten Archäologen Eric H. Cline in eines der spannendsten Kapitel der Menschheitsgeschichte!
  • Produktdetails
  • Verlag: Wbg Theiss
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 336
  • 2018
  • Ausstattung/Bilder: 336 S. 11 SW-Abb., 2 Tabellen, 2 Ktn. 217 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 145mm
  • ISBN-13: 9783806237825
  • ISBN-10: 3806237824
  • Best.Nr.: 52417631
Autorenporträt
Eric H. Cline war mit "1177 v. Chr." bereits für den Pulitzer-Preis vorgeschlagen und hat mit seinem Werk den ersten Preis der American School of Oriental Research gewonnen. Cline ist Professor für Klassik und Anthropologie und Direktor des Archäologischen Instituts an der George Washington Universität.
Rezensionen
"Eric H. Cline hat das alles [...] in einem spannend zu lesenden Buch dargelegt, das nicht umsonst für den Pulitzer Preis 2015 nominiert war." Fränkische Nachrichten "Im Jahr 1177 vor Christi Geburt geschah für den Archäologen Eric H. Cline der erste Zusammenbruch der Zivilisation. Was damals passierte, erzählt der Autor in fünf spannenden Kapiteln." P.M. History "Ein spannendes Buch" Mannheimer Morgen "vorbildhaft verständlich" Evangelisches Sonntagsblatt "eine bereichernde Lektüre" Damals "In seinem neuen Buch entführt uns der Archäologe Eric H. Cline in eine vergangene Welt, die auf geradezu unheimliche Weise an unsere Gegenwart erinnert..." New York Post "Erfrischend und mitreißend." Current World Archaeology "Diese bewundernswerte Einführung in das Studium der Zeit zwischen der glorreichen Vergangenheit Ägyptens (die Pyramiden von Gizeh waren immerhin schon 1500 Jahre alt) und dem Aufstieg des Klassischen Griechenland (immerhin erst 750 Jahre später) ist eine lohnenswerte Lektüre für allgemein interessierte Leser wie auch für Fans der Klassischen Antike." Evan M. Anderson, Library Journal "Ein neuartiges und aufregendes Buch" New Yorker "Eine faszinierende Reise in die Vergangenheit" Prof. Dr. Hermann Parzinger (Autor des Vorworts) "Ein spannendes, fundiertes Buch mit neuen Erkenntnissen über Untergang und Neuentstehung großer Kulturen mit einem nicht zu unterschätzenden zukunftsweisenden Aspekt!" Ancient Mail
Besprechung von 28.08.2015
So lebten die Buddenbrooks der Bronzezeit
Gewagter Spagat: Eric H. Cline erzählt in "1177 v. Chr." vom Untergang der frühen Hochkulturen des Mittelmeers

Geschichten vom Untergang großer Reiche haben den Reiz eines Verkehrsunfalls auf der Gegenfahrbahn. Es ist furchtbar, was es da zu sehen gibt, und es könnte auch uns einmal passieren, aber zum Glück sitzen wir sicher hinter Glas und Blech und schauen zu. Und je weiter die Katastrophe zurückliegt, desto entrückter und harmloser wirken ihre grausigen Details, die verkohlten Leichen und eingestürzten Mauern. Die Weltgeschichte ist ein fernes Schauermärchen, und nur wer mit einer lebhaften Phantasie geschlagen ist, kann in ihren Bildern den Stoff für eigene Albträume finden.

Im Jahr 1177 vor Christus besiegte der ägyptische Pharao Ramses III. in einer Schlacht im Nildelta eine Koalition von Invasoren, für die sich in der heutigen Altertumswissenschaft der Begriff der Seevölker eingebürgert hat. Ramses selbst bezeichnet sie in seinem Tatenbericht im Totentempel von Medinet Habu als Peleset, Tjeker, Schekelesch, Danuna und Wasas, in anderen Quellen ist auch von den Sardana und Turisa die Rede. Auch über diese Namen hat sich die Forschung gebeugt und etwa die Sardana mit Sardinien, die Schekelesch mit Sizilien und die Danuna mit den Danaern, einem alten Begriff für die Griechen, identifiziert. Aber da über all diese Völker nicht viel mehr bekannt ist als das, was der Pharao uns mitteilt - dass sie "auf Schiffen wohnen" und "auf ihren Inseln" sitzen -, sind solche Zuschreibungen reine Spekulation.

Sicher ist nur, dass die Eindringlinge auf ihrem langen Marsch nach Ägypten eine Spur der Verwüstung hinter sich hergezogen hatten, wie die Inschrift in Medinet Habu bezeugt: "Hatti, Qadi, Qarqemis, Arzawa und Alasija" seien "entwurzelt" worden, also das Hethiterreich, die Kulturen West- und Südostanatoliens, die Stadt Karkemisch und die Insel Zypern. Die moderne Archäologie hat diesen Bericht bestätigt, sie hat in fast allen bronzezeitlichen Großsiedlungen des östlichen Mittelmeerraums Zerstörungsschichten und vielerorts auch Kampfspuren aus der Zeit um 1200 vor Christus entdeckt. Es scheint, dass damals eine ganze weitverzweigte Zivilisation untergegangen ist - ein Netzwerk von Städten und Landschaften, die durch Handelswege und diplomatische Beziehungen miteinander verflochten waren. In Griechenland beispielsweise sanken die Burgpaläste von Mykene, Tiryns, Pylos und Theben dahin, die Machtzentren der Achaier wurden durch kleine Dörfer ersetzt, viele Orte für immer verlassen. Nicht nur in Hellas, auch in Kleinasien begannen die "dunklen Jahrhunderte", aus denen keinerlei schriftliche Zeugnisse erhalten sind, weil mit dem Handel auch die Buchführung, die Korrespondenz, die Literatur erloschen.

"1177 v. Chr.", das Buch des amerikanischen Archäologen und Althistorikers Eric H. Cline, verspricht im Untertitel eine Erzählung über den "ersten Untergang der Zivilisation". Für eine wissenschaftliche Studie ist das ein kräftiger Akzent, und tatsächlich springt Cline gleich mitten ins Geschehen, in den Schlachtbericht des Ramses und das Rätselraten der Forscher über die Völker, die sich hinter den darin genannten Namen verbergen. Aber dann tritt er drei Schritte und ebenso viele Jahrhunderte zurück und betrachtet die Welt, deren Ende er schildern will, noch einmal von ihrem Anfang her.

Denn Cline geht es, anders als der Umschlag seines Buches suggeriert, weniger um eine Chronik des Seevölkersturms als um ein Panorama der Ära, die ihm vorausging. In ihr sieht er "die erste wirklich globalisierte Epoche der Menschheitsgeschichte". Sie begann mit der Vertreibung der Hyksos aus Ägypten und der Eroberung des minoischen Kreta durch die Mykener um die Mitte des zweiten Jahrtausends vor Christus, und sie erreichte ihren Höhepunkt nach der Schlacht von Kadesch, mit der die Ägypter und die Hethiter Kleinasiens ihre Machtbereiche gegeneinander absteckten. Zur selben Zeit festigte sich am Oberlauf des Tigris das Reich der Mitanni als Puffer zwischen Hethitern und Assyrern, der Kupferbergbau auf Zypern boomte, und die Küstenstädte der Levante, allen voran das im heutigen Nordsyrien gelegene Ugarit, entwickelten sich zu Drehscheiben des Seehandels.

Das leuchtende Zeugnis dieser Handelsblüte ist das Schiffswrack von Uluburun. 1982 vor der türkischen Südküste entdeckt, barg es nicht weniger als zehn Tonnen Kupfer und eine Tonne Zinn, dazu Luxuswaren wie Blauglas, Ebenholz, Elfenbein sowie Gold- und Silberschmuck aus aller mediterranen Herren Ländern. Das im späten dreizehnten Jahrhundert vor Christus gesunkene Schiff muss einem jener Händler gehört haben, die wie in Ugarit in direktem Auftrag und mit Beteiligung der Königshäuser unterwegs waren, zwischen Syrien und Achaia, Troja und Zypern, Kreta und Luxor. Wie bedeutend diese Handelsaristokratie, deren Briefwechsel mit den Machthabern sich teilweise erhalten hat, wirklich war, lässt sich kaum einschätzen. Fest steht, dass sie mit den Städten unterging, in denen ihre Kontore standen. Um 1190 vor Christus wurde Ugarit erobert, geplündert und bis auf die Grundmauern zerstört. Die Ära der bronzezeitlichen Buddenbrooks war vorbei.

Es gibt wissenschaftliche Bücher, deren Faszination mit der Zuspitzung ihrer zentralen Fragestellung von Kapitel zu Kapitel wächst. "1177 v. Chr." gehört nicht dazu. Denn Eric Cline will zwei Dinge gleichzeitig tun, die sich schlecht miteinander vertragen: eine spannende Geschichte erzählen und auf der sicheren Seite des Forschungsstands bleiben. Deshalb igelt er sich, statt die säkulare Katastrophe der Bronzezeit mit kundiger Phantasie zu beschwören, hinter akademischen Kautelen ein. Wer waren die Seevölker? Wir wissen es nicht. Wer zerstörte die Burgen Griechenlands? Vielleicht Eindringlinge, vielleicht Aufständische. Was haben die Eroberung Trojas und der Exodus der Juden mit den Raubzügen der Seevölker zu tun? Vielleicht wenig, vielleicht auch sehr viel.

Cline ist ein ausgewiesener Kenner der Materie, er hat über die Pharaonen des Mittleren Reiches und den Handel in der Bronzezeit publiziert und selbst im biblischen Megiddo gegraben, aber gerade seine Expertise steht ihm, so scheint es, in diesem Buch im Weg. In Amerika ist "1177 v. Chr." als Auftakt einer Reihe erschienen, die sich geschichtlichen Wendepunkten des Altertums widmen will. In diesem Rahmen hat Cline den Spagat zwischen populärer und seriöser Wissenschaft versucht. Er ist ihm missglückt.

Das letzte Wort hat die Systemtheorie. Es gab Erdbeben, Klimawechsel, Hungersnöte und Migrationen in der späten Bronzezeit, aber keiner dieser Faktoren ist allein für den Kollaps der östlichen Mittelmeerwelt verantwortlich. Nur ihr Zusammenwirken kann "das ganze Räderwerk in einen Haufen Schrott verwandelt" (Cline) haben. Dazu kam die geistige Unbeweglichkeit der damaligen Hierarchen: Sie hätten, so Cline mit ungewohnter Flapsigkeit, "früh genug ihre Portfolios diversifizieren müssen". Doch sie taten es nicht.

Es gibt also noch Hoffnung für unsere abermals globalisierte nachbronzezeitliche Zivilisation. So denkt man, während man aus dem Autofenster auf die Gegenfahrbahn blickt, wo sich die Migranten der jüngsten Kriege mit den Wohlstandsverlierern der Metropolen treffen. Und die Sonne des Klimawandels taucht alles in strahlendes Licht.

ANDREAS KILB

Eric H. Cline: "1177 v. Chr.". Der erste Untergang der Zivilisation.

Aus dem Englischen von Cornelius Hartz. Theiss Verlag, Darmstadt 2015. 352 S., Abb., geb., 29,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur WELT-Rezension

Auf ein ganz neues Reservoir für Bilder vom Ende der Zivilisation stößt Berthold Seewald in Eric H. Clines Buch. Der Autor schreibt über den Untergang der Bronzezeit im Jahr 1177 vor Christus. Dass der US-Archäologe Cline seinen Text eher populärwissenschaftlich anlegt, wenig Neues über den "ersten Untergang der Zivilsation" präsentiert und auch die ein oder andere in der Forschung als Unwahrscheinlichkeit gehandelte Quelle anführt, verzeiht ihm Seewald großzügig. Zum einen, weil der Autor verständlich ein gewaltiges Zerfallspanorama entfaltet, das dennoch weitgehend eine gewisse Autorität wahrt, wie der Rezensent einräumt. Zum anderen, da Cline Parallelen zur Gegenwart zieht und "wie in einem fernen Spiegel" die Verbindung von Staaten und Ökonomien, Revolutionen und Katastrophen in einem globalisierten System vorführt, wie Seewald anerkennend erläutert.

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