Aristophanes - Holzberg, Niklas
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"Ohne ihn gelesen zu haben, läßt sich kaum wissen, wie dem Menschen sauwohl sein kann." Hegel hat mit dieser heiteren Formulierung die Komödien des Aristophanes charakterisiert. Und Niklas Holzberg lässt uns 200 Jahre nach Hegel den Spaß fühlen, den die Lektüre des sinnenfrohen und spottlustigen Komödiendichters auch heute noch bereiten kann. Er versetzt uns mitten hinein in die pulsierende Metropole Athen, die vor 2500 Jahren politisch und intellektuell das Zentrum der Welt war. Man diskutierte über Krieg und Frieden, spottete über Philosophen und Politiker und liebte die Knaben und die…mehr

Produktbeschreibung
"Ohne ihn gelesen zu haben, läßt sich kaum wissen, wie dem Menschen sauwohl sein kann." Hegel hat mit dieser heiteren Formulierung die Komödien des Aristophanes charakterisiert. Und Niklas Holzberg lässt uns 200 Jahre nach Hegel den Spaß fühlen, den die Lektüre des sinnenfrohen und spottlustigen Komödiendichters auch heute noch bereiten kann. Er versetzt uns mitten hinein in die pulsierende Metropole Athen, die vor 2500 Jahren politisch und intellektuell das Zentrum der Welt war. Man diskutierte über Krieg und Frieden, spottete über Philosophen und Politiker und liebte die Knaben und die Frauen. Nicht zuletzt aber liebte man das Theater, in dem Tragödien und Komödien als Teil des Gottesdienstes aufgeführt wurden. Die Sprache der Stücke des Aristophanes war freilich alles andere als fromm - so wenig wie seine Verse nach heutigem Empfinden politisch korrekt waren. Niklas Holzberg lässt mit seinen unverblümten Übertragungen ins Deutsche die pralle Lebenswirklichkeit der Werke des Aristophanes lebendig werden - und seine Leserinnen und Leser dürfen sich auf eine ebenso sachkundig geschriebene wie unterhaltsame Einführung in Komödien freuen wie Lysistrate, Die Weibervolksversammlung, Die Ritter und viele andere mehr.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 27. August 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 146mm x 29mm
  • Gewicht: 440g
  • ISBN-13: 9783406605925
  • ISBN-10: 3406605923
  • Artikelnr.: 29004770
Autorenporträt
Niklas Holzberg lehrt als Professor für Klassische Philologie an der Universität München. Seine Forschungsleistungen und Publikationen auf dem Gebiet der römischen Dichtung haben internationale Anerkennung gefunden.
Inhaltsangabe
Vorwort

Dichter und Polis: Das Beispiel der Acharner

Kleon-Schelte und (fast) kein
Ende: Ritter, Wespen, Frieden

Der Bauer und der Philosoph: Wolken

Auf nach Wolkenkuckucksheim: Vögel

Frauen gegen Krieg und Euripides: Lysistrate und Thesmophoriazusen

Rekapitulation vor der Kapitulation: Frösche

Große Pläne in einer neuen Zeit: Ekklesiazusen und Plutos

Anhang

Bibliographie

Zeittafel

Strukturelemente der Aristophanischen
Komödie

Glossar

Personen- und Sachregister
Rezensionen
Besprechung von 07.12.2010
Da lachten die Athener im weiten Rund
Aber ein unpolitischer Spaß waren die Komödien deshalb nicht: Niklas Holzberg weiß die Werke von Aristophanes sachkundig vorzustellen, auch wenn er dabei einige Aspekte ausblendet

Tatsächlich, es gibt sie noch: die geduldig interpretierende Vorlesung über alle Werke eines antiken Autors. Niklas Holzberg hat sich nach mehreren römischen Dichtern nun Aristophanes vorgenommen, den einzigen Vertreter der sogenannten Alten Komödie, von dem vollständige Stücke überliefert sind, elf an der Zahl: "Acharner", "Ritter", "Wespen", "Frieden", "Wolken", "Vögel", "Lysistrata", "Frauen beim Thesmophorienfest", "Frösche", "Frauenvolksversammlung" und "Plutos".

Die Konkurrenz bei den Komödienwettbewerben war hart; in den etwa vierzig Jahren seines Schaffens errang Aristophanes nur fünf, vielleicht sechs erste Plätze. Eine stadtbekannte Person wurde der junge Dichter während der ersten Phase des Peloponnesischen Krieges gleichwohl sehr rasch. Man darf sich den Kreis der Athener, über die gesprochen wurde und die sich auf der Agora, im Theater und in den Säulenhallen auch oft begegneten, nicht allzu groß vorstellen. Und Aristophanes war nicht der einzige Komödiendichter, der zeitgenössische Prominente wie Sokrates, Kleon oder den Feldherrn Lamachos als Karikaturen auf die Bühne brachte, verstorbene Größen aus der Unterwelt herbeizitierte oder Typen von Athenern wie die Holzkohlenbrenner aus Acharnai auftreten ließ. Besonders Kleon setzte sich zur Wehr, wie später Franz Josef Strauß, ohne seinen Dieter Hildebrandt zum Schweigen bringen zu können. Ein reines Wunder, so bemerkte Jacob Burckhardt, was sich die Athener in Zeiten von äußerstem Stress bieten ließen, "während die Französische Revolution jedem den Kopf vor die Füße gelegt haben würde, der im Geringsten an ihrem Pathos gezweifelt oder gar es grotesk verbildlicht hätte".

Gar kein Wunder, so will uns Holzberg nun belehren. Doch der Reihe nach. Soweit es in einem Buch dieses Formats möglich ist, führt der Münchener Klassische Philologe in die Stücke ein, erläutert Aufbau, wiederkehrende Elemente und Variationen, referiert den Gang der Handlung und deckt Anspielungen auf, die nur das athenische Publikum unmittelbar verstehen konnte. Besonders die Verweise auf die Tragödien zumal des Euripides haben es ihm angetan. Die zahlreich eingestreuten Übersetzungsproben können die aristophanische Lust an Sprachschöpfungen und am Spiel mit verschiedenen Stilebenen selbstverständlich nicht adäquat abbilden, doch Holzberg nimmt sich Zeit, wenigstens hier und da auch dem des Altgriechischen unkundigen Leser einen Einblick in das Handwerk des Gräzisten zu geben. Im Hörsaal ist es inzwischen oft auch nicht anders, wenn Vorlesungen auch für "Studierende ohne Griechischkenntnisse" angeboten werden müssen. Leichter als vor einigen Jahrzehnten hat es der Autor ferner, den deftigen sexuellen An- und Kraftreden unverkrampft ihren angemessenen Rang zu geben. In Summa: Wer im Detail nachvollziehen möchte, wie die Komödien des Aristophanes als Lachsäcke, Kunstwerke und Metatexte funktionieren, findet hier eine sachkundige Hinführung.

Leider jedoch schließt sich Holzberg auch in diesem Buch einem Trend an, der die altphilologische Dichtungsinterpretation seit einiger Zeit zu beherrschen scheint und sie zunehmend steril wirken lässt. Die Texte werden rein inwendig betrachtet; sie verweisen lediglich auf sich selbst oder auf andere Texte anderer Dichter, toter wie lebender. Das Dichter-Ich eines Catull, eines Ovid ist Fiktion, die Außenwelt poetische Konstruktion. Was für elitäre Kallimachos-Adepten hingehen mag, widerspricht im Falle von Aristophanes nun jeder Evidenz. Holzberg beharrt gleichwohl auf der Generallinie, indem er jeden politischen Gehalt der Komödien, vom Dichter her wie auch beim Publikum, schlicht leugnet: Das Publikum wollte demnach nur optimal erheitert werden; man "saß im Theater und wollte nichts als lachen, lachen und nochmals lachen, sogar über sich selbst".

Nun wird kein ernstzunehmender Interpret mehr die den Krieg thematisierenden Stücke des Aristophanes als "Agitprop-Theater" oder Lehrstücke bezeichnen, und die politische Einstellung des Dichters zum demokratischen politischen System ist nach wie vor strittig. Aber warum wollten die Athener auch auf der komischen Bühne keine rein eskapistischen Stücke sehen, warum waren selbst der überbordende Genuss jeder Art und die verkehrte Welt so oft politisch ausgelöst und eingebettet? Übertreibung bis zum Absurden macht ja aus dem politischen Kabarett auch keinen Komödienstadel. In Holzbergs Sicht könnte man wohl selbst die Tragödien für politisch irrelevante Ethnographie halten, da sie überwiegend nicht in Athen und überdies in grauer Vorzeit spielen. Zumindest der historische Sokrates aber wusste und sprach in seiner Verteidigungsrede aus, wie leicht der gleichnamige Sophist der "Wolken" mit ihm verwechselt werden konnte.

Was Historiker längst herausgefunden haben, ist für diese verharmlosende Interpretation verloren: Im demokratischen Athen durchdrang und bestimmte das Bürgersein das Denken und Handeln in einem kaum mehr vorzustellenden Maße. Wer die Komödien des Aristophanes verstehen will, muss sie auch in Beziehung zum Politischen setzen, sonst fehlt eine wesentliche Dimension. Gewiss, Frauenherrschaft und ein durch Sexstreik bewirktes Kriegsende wie in der "Lysistrata" waren keine realistischen Optionen politischen Handelns. Aber dieses Stück und andere zeigen, wie eine leidvoll durchlebte, dabei intensiv erörterte Gegenwart in verschiedenen Formaten zugespitzte gedankliche Experimente und Revisionismen ermöglichte. Euripides, Thukydides, Aristophanes und Platon gehören in dieser Sicht eng zusammen, und die Dramatiker muteten dies, zusammen mit Sokrates, auch einer großen Zahl von Bürgern immer wieder zu. Holzberg indes durchbricht seine konsequent entpolitisierende und individualisierende Leseweise nur selten und dann mit kuriosem Ergebnis: Ausgerechnet Platon, der doch die komische Bühne aus seinem Idealstaat ganz verbannt wissen wollte, soll Praxagoras' Idee einer Besitz- und Frauengemeinschaft in der "Frauenvolksversammlung" zum Vorbild für seinen Wächterstaat genommen haben.

Nicht zufällig klammert Holzberg die überreiche Rezeptions- und Interpretationsgeschichte fast völlig aus. Aus Friedrich Schlegels philosophischer Komödientheorie wäre zu lernen, wie Freiheit und Freude in Aristophanes' Stücken zusammengehören; und dass zwischen Wiener Kongress und Reichsgründung alle elf Stücke als befreiende Texte gleich achtmal komplett ins Deutsche übersetzt wurden, dürfte auch kein bloßer Irrtum gewesen sein.

Aristophanes wollte also ganz einfach amüsant sein und weiter nichts? Es stünde schlecht um eine Altphilologie, die sich so ganz abschneidet vom historischen Kontext, politischen Gehalt und der außerästhetischen Wirkungsgeschichte der von ihr verwalteten Texte.

UWE WALTER

Niklas Holzberg: "Aristophanes". Sex und Spott und Politik.

Verlag C.H. Beck, München 2010. 240 S., geb., 24,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 13.01.2011
Die Kunst des Spötters
Vergnügliche Lektüre: Niklas Holzberg über Aristophanes
Während Stücke der drei griechischen Tragiker des 5. Jahrhunderts v. Chr., des Aischylos, Sophokles und Euripides, einen festen Platz im Spielplan deutschsprachiger Theater haben – man denke nur an Antigone, Elektra, Ödipus, Medea oder in den letzten Jahren vor allem an die Orestie –, muss man die Theaterprogramme lange durchblättern, um auf Inszenierungen des vierten Dramatikers aus der klassischen Zeit des attischen Theaters, des Komödiendichters Aristophanes (ca. 450- 385 v. Chr.), zu stoßen.
Abgesehen von der an derb-drastischer Komik reichen Lysistrate und den phantastischen Vögeln, deren Heimat Nephelokokkygia, Wolkenkuckucksheim, sprichwörtlich geworden ist, zählen die immerhin elf erhaltenen Komödien nicht zum literarischen Kanon. Die Folge ist, dass im Gegensatz zum angelsächsischen Raum neue, vor allem im Theater spiel-, sprech- und verstehbare deutsche Übersetzungen des ‚ungezognen Lieblings der Grazien‘ (Goethe) dünn gesät sind; die klassischen deutschen Übertragungen stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Johann Gustav Droysen, Ludwig Seeger).
Die Gründe für die mangelnde Aufmerksamkeit, die Aristophanes auf sich zog und auf sich zieht, sind vielfältig und vielschichtig: Gerne führt man den Voraussetzungsreichtum seiner Stücke an, die ihren Witz aus den sozialen, politischen und kulturellen Umständen der Aufführungszeit ziehen; hemmender sind ohne Zweifel wohl aber die Derbheit, die Fülle an Obszönitäten, die Lust am Unflätigen, die die Forschung mit dem Gräzismus ‚skatologisch‘ zu verschleiern pflegt, und der fehlende Respekt vor allem Erhabenen, vor allem sich erhaben Dünkenden, das vom hohen Sockel seiner Einbildung und seines Dünkels gestoßen wird, sei es die hohe Literatur, sei es die Religion, sei es die Wissenschaft.
Der Münchner klassische Philologe Niklas Holzberg, der 2009 bei Reclam eine vielbeachtete Übersetzung der aristophanischen Lysistrate vorlegte, unternimmt in seinem neuesten Buch einen Erklärungsversuch für die gut dokumentierten Triumphe des Aristophanes auf der Bühne seiner Zeit und fragt, weshalb das athenische Publikum des letzten Viertels des 5. und des ersten Jahrzehnts des 4. Jahrhunderts v. Chr. an den Stücken so großen Spaß hatte und worüber ein Athener dieser Jahre in Lachen ausbrach.
Holzberg gelingt die Beantwortung dieser Fragen in überzeugender Weise. Das erste Kapitel „Dichter und Polis“ bildet die Ouvertüre: am Beispiel des ersten erhaltenen Stücks, der Acharner des Jahres 425. Darin lässt der noch sehr junge Dichter den braven Bauern Dikaiopolis aus der Welt des Kriegs, von dem er die Nase voll hat, aussteigen und einen privaten Friedensraum gegen jede Art von Widerstand errichten und verteidigen. Holzberg zeigt in seiner Interpretation die Vielzahl der komischen Themen auf, aus denen sich die Polyphonie einer aristophanischen Komödie zusammensetzt: da ist die aktuelle Dimension, das Aufführungsjahr mit seinen in erster Linie politischen Problemen, in denen die Komödie ihren Nährboden hat; da ist die parodistisch-kritische Auseinandersetzung mit der großen Schwester, der Tragödie, die anlässlich desselben Dionysosfestes aufgeführt wurde; da ist der Spott gegen bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Politiker in erster Linie, aber auch Intellektuelle wie Sokrates oder der Tragiker Euripides, eine bevorzugte Zielscheibe aristophanischer Boshaftigkeit.
In den folgenden Kapiteln entfaltet Holzberg im Durchgang durch die anderen zehn Komödien exemplarisch diese Themen; am Ende ergibt sich ein stimmiges Bild der Lachkultur im alten Athen und zugleich ein politisches und kulturelles Panorama, in dem die Stücke ihren ‚Sitz im Leben‘ hatten. Holzberg gelingt es mit Bravour, ohne ex cathedra dozierend zu wirken, die Streit- und Diskussionspunkte der Aristophanes-Forschung mit eigenen dezidierten Stellungnahmen in die einzelnen Kapitel einzubauen.
Indem er durchgängig in eigener Person spricht, gibt er dem Leser den Freiraum, Gegenpositionen in Erwägung zu ziehen. So ist es zwar durchaus richtig, dass der persönliche, gegen stadtbekannte Personen gerichtete Spott in erster Linie dem Amüsement diente; doch scheint es fraglich, ob das ausgrenzende Lachen, dem diese Personen ausgesetzt wurden, tatsächlich einzig und allein des Spaßes wegen eingesetzt wurde. Dass mehr dahinter stecken könnte, kommt einem in den Sinn, wenn man den Kommentar des anonymen Autors, der in der Forschung gerne als „der Alte Oligarch“ bezeichnet wird, zum persönlichen Spott in der Komödie liest: er sieht darin ein probates Mittel der politischen Auseinandersetzung, das im athenischen Volk dazu eingesetzt wird, um alle, die sich auf irgendeine Weise auszeichnen, auf das demokratische Normalmaß herunterzustutzen. Und dass im kollektiven Gedächtnis etwas von dem Spott haften bleiben und nach Jahren zum Nachteil der Person wieder auftauchen kann, betont Platon in seiner Apologie des Sokrates.
Niklas Holzberg gelingt es, selbst staubtrockene philologische Fragen wie die nach den ‚Bauformen‘ der Komödie, also die stereotypen Handlungselemente, zu dramatischem Leben erwachen zu lassen. Dies gelingt ihm vor allem dadurch, dass er eine Vielzahl eigener Übertragungen aristophanischer Passagen in die Darstellung einlegt, die auf diesem Weg an Kontur und Farbe gewinnt. Die Übersetzungen wecken die Hoffnung, dass Holzberg seine Übersetzungskunst nach der Lysistrate auch den anderen Komödien zuwendet. Das Vademekum für jeden Komödienfreund und jede Komödienfreundin wird sein Aristophanes-Buch – es führt auf jeder Seite vor, wie es „dem Menschen sauwohl sein kann“ (Hegel). BERNHARD ZIMMERMANN
NIKLAS HOLZBERG: Aristophanes. Sex und Spott und Politik. Verlag C. H. Beck, München 2010. 240 Seiten, 24,95 Euro.
Der Tragiker Euripides war
eine bevorzugte Zielscheibe der
Boshaftigkeiten der Komödie
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Zwiespältig fällt Uwe Walters Urteil über Niklas Holzbergs Aristophanes-Buch aus. Detailliert interpretiere der Münchner Altphilologe Aristophanes' Komödien, deute "unverkrampft" die sexuellen Anspielungen und kläre Textverweise, die dem heutigen Leser undurchsichtig bleiben müssten, lobt der Rezensent. Auch die Erläuterungen der sprachlichen Besonderheiten, die der Autor auch und gerade für die Leser gibt, die kein Altgriechisch können, findet der Rezensent gewinnbringend. Dass sich Holzberg aber auf textimmanente Interpretationen zurückzieht und dem politisch-historischen Kontext keine Aufmerksamkeit schenkt, dass er Aristophanes zum reinen Unterhaltungsschriftsteller macht, das erregt den Unmut Walters. Hier sieht er einem unguten "Trend" in der Altphilologie gefolgt, den er als "steril" verurteilt und dem er nichts abgewinnen kann.

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