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Als im 18. Jahrhundert die Ästhetik als Disziplin entstand, war das nicht nur der Beginn einer neuen Denkungsart über das Schöne. Die Ästhetik löste sich von der Kunstbetrachtung und begann, philosophische Grundbegriffe neu zu bestimmen. In seiner historischen wie systematischen Rekonstruktion der ästhetischen Debatten des 18. Jahrhunderts wirft Christoph Menke einen neuen Blick auf den höchst produktiven Streit zwischen »Vermögen« und »Kraft« als Grundbegriffe der Ästhetik. Er liest diesen Streit zugleich als die Matrix entscheidender Frontstellungen in der gegenwärtigen Philosophie, zu deren Aufklärung er mit diesem Buch beiträgt.…mehr

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Produktbeschreibung
Als im 18. Jahrhundert die Ästhetik als Disziplin entstand, war das nicht nur der Beginn einer neuen Denkungsart über das Schöne. Die Ästhetik löste sich von der Kunstbetrachtung und begann, philosophische Grundbegriffe neu zu bestimmen. In seiner historischen wie systematischen Rekonstruktion der ästhetischen Debatten des 18. Jahrhunderts wirft Christoph Menke einen neuen Blick auf den höchst produktiven Streit zwischen »Vermögen« und »Kraft« als Grundbegriffe der Ästhetik. Er liest diesen Streit zugleich als die Matrix entscheidender Frontstellungen in der gegenwärtigen Philosophie, zu deren Aufklärung er mit diesem Buch beiträgt.


Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, D ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp Verlag AG
  • Seitenzahl: 154
  • Erscheinungstermin: 06.02.2017
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783518751541
  • Artikelnr.: 47438676
Autorenporträt
Christoph Menke, geboren 1958, ist Professor für Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und dort Leiter des Forschungsprojekts »Normativität und Freiheit« im Rahmen des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen.« Im Suhrkamp Verlag sind erschienen: Die Kraft der Kunst (stw 2044) und Kritik der Rechte (stw 2241).

Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 04.12.2008

Dadurch wird der Gegenstand schön
„Kraft” ist ein sehr deutsches Wort. Der Philosoph Christoph Menke versucht sich an einer Rehabilitierung dieses Begriffes in der Ästhetik
„Kraft” ist ein sehr deutsches Wort. So deutsch ist es, dass es sich der Übersetzung nahezu entzieht. Im Englischen scheint sich vielleicht „strength” anzubieten, doch das meint eher Stärke, das Gegenteil von Schwäche; sodann „power”, aber das bedeutet eher Macht; schließlich „force”, was indes eher in die Richtung von Gewalt, manchmal auch Zwang, weist. Mit französisch „vigueur” oder „puissance” oder „pouvoir” oder „force” geht es einem ähnlich.
Eine Philosophie der Kraft kann es, wie sich die Sache ausnimmt, nur unter Deutschen geben; denn „craft”, das alte germanische Wort, das im Englischen übrig blieb, wanderte ab zu anderem Sinn: Handwerk, Kunst oder manchmal auch List – „crafty” heißt nicht kraftvoll, sondern schlau.
Was genau ist Kraft? Entspricht diesem deutschen Wort etwas, das nicht in Stärke, Macht, Vermögen, Fähigkeit, Gewalt aufginge? Oder ist Kraft am Ende nur ein Figment germanischen Nationalcharakters und seines Sprachgeistes, die außer „Kraft durch Freude” vor allem Freude an der Kraft kennen?
Der Potsdamer Philosophieprofessor Christoph Menke möchte in der deutschen Philosophie des 18. Jahrhunderts Evidenzen ausfindig gemacht haben, die es erlauben, Kraft von Vermögen zu unterscheiden und ihm entgegenzusetzen. Protagonist solcher Evidenz sei Johann Gottfried Herder (1744-1803), den Menke als Vertreter einer Ästhetik der Kraft dem eine Generation älteren Alexander Gottlieb Baumgarten (1714-1762), hiernach Vertreter einer Ästhetik des Vermögens, kontrastiert.
Kraft, so Menke im Zuge seiner „Rekonstruktion der Ausbildung der Ästhetik im 18. Jahrhundert”, komme dem Menschen zu, Vermögen hingegen dem Subjekt. Und: „Kräfte sind die Möglichkeitsbedingung praktischer Vermögen.” Sie „machen die praktischen Vermögen möglich”, haben als Voraussetzungen von Vermögen also den Status einer doppelten Möglichkeit. Denn bereits Vermögen ist (auch sprachlich schon) ein Möglichkeitsbegriff: man kann ein Vermögen wirklich ausüben oder auch nicht. Kraft wäre dann die Möglichkeit einer solchen Möglichkeit.
Das wäre soweit ein Kapitel Ideengeschichte des 18. Jahrhunderts. Christoph Menke indes will nicht Philosophiehistorie um ihrer selbst willen treiben. Vielmehr möchte er Kraft als, wie es im Untertitel seines Buches heißt, „Grundbegriff” der Ästhetik rehabilitieren. Etwa so: „‚Ästhetisierung‘ heißt: Unbestimmtmachen. Dadurch wird der Gegenstand schön: Das ästhetische Spiel zeigt den Gegenstand als schönes Ding; schöne Dinge sind im Spiel der Kraft unbestimmt gemachte Gegenstände”, so Menke. „Das Schöne als das Unbestimmbare kommt durch die Ästhetisierung der Praxis des Bestimmens zur Darstellung, im ästhetischen Spiel.”
Weshalb sich das systematische Interesse gerade jenen historischen Weg – die „Rekonstruktion” der frühen deutschen Ästhetik – gesucht hat, um ans Ziel zu kommen, ist schwer zu sagen. Denn in den angeführten Zitaten des 18. Jahrhunderts stößt man allenthalben darauf, dass Vermögen und Kraft damals gerade nicht so getrennt und entgegengesetzt wurden, wie Menke sie trennen und entgegensetzen möchte.
So wurde damals diejenige Kraft, die man zu jener Zeit Einbildungskraft nannte, durchweg als Vermögen begriffen. Dass Baumgarten, nach Menke Ästhetiker des Vermögens, munter mit dem Kraftbegriff hantierte – „meine Seele ist Kraft” – und sich um dessen Abgrenzung von einem Begriff des Vermögens den Teufel scherte, ist ja auch recht nachvollziehbar. Wenn wir von jemandem sagen: Er hat große Kraft, behaupten wir schließlich nicht, dass er diese Kraft gerade jetzt ausübt, sondern dass er sie ausüben könnte – wir reden also von einem Vermögen.
Der Möglichkeitsstatus von Kraft ist zwar in Menkes These enthalten, Kräfte seien „die Möglichkeitsbedingung praktischer Vermögen”. Diese stimmt aber nicht zusammen mit dem anderen Kriterium der Unterscheidung von Kraft und Vermögen, jene komme dem Menschen zu, dieses hingegen dem Subjekt. „Bedingung der Möglichkeit” ist eine transzendentalphilosophische Bestimmung, ihr Bezugspunkt das Subjekt. „Der Begriff der Kraft” bei Herder, bemerkt Menke in Kantischer Terminologie, „bezeichnet eine Form der Anschauung” – also (wie Raum und Zeit) ein dem transzendentalen Subjekt Zukommendes. Bedingungen der Möglichkeit einer Sache sind allemal abstrakter als diese Sache selbst. Stellt Kraft, nach Menke, die Möglichkeit der Möglichkeit dar, die wir Vermögen nennen, dann ist gerade das Vermögen dem Menschen, diesem leibhaft wirklichen Wesen, näher, nicht die Kraft. Daran zerfallen die anthropologischen Ambitionen, welche Menke mit dem Kraftbegriff verfolgt.
„Herders Ausdrucksbegriff der Kraft findet in seinen Schriften eine schlechthin ubiquitäre Verwendung”, stellt der Autor fest. Ein Begriff aber, der auf schlechthin alles angewendet wird, begreift nichts mehr. So geht die Rolle des philosophiehistorischen Helden einer Rehabilitierung des Kraftbegriffs für die Ästhetik am Ende des Buches von Herder auf einen anderen deutschen Philosophen über: auf Friedrich Nietzsche. Doch der Nietzsche, den Menke vorführt, ist merkwürdig zurechtgestutzt auf die Rolle eines dienstbaren Geistes zur Rehabilitierung des Kraftbegriffs. Kaum ist die Rede davon, dass Nietzsche ja gerade nicht auf Kraft, sondern auf Macht als philosophischen Grundbegriff setzte.
Denn Kraft exemplifizierte für Nietzsche jene Art idealistischen Doppeltsehens, das jede Erscheinung zerlegt in sie selbst und ein dahinterliegendes Prinzip: gleichsam an der Rückseite der Wirklichkeit müsse deren Möglichkeit als Kraft ihr Wesen treiben, sonst könnte die Wirklichkeit ja gar nicht da sein. Ob transzendentalphilosophisch als Möglichkeitsbedingung oder metaphysisch als substanzielles Prinzip gefasst – den Kraftbegriff mochte Nietzsche nicht rehabilitieren. Im Gegenteil, er hat ihn philosophisch diskreditiert.
Die Trennung des Historischen vom Systematischen ist in der Philosophie eine missliche Sache. Jenes kann diesem eine Bresche schlagen. Doch so hilfsbereit beträgt es sich nicht immer. Eigensinnig und kräftig, wie es ist, kann das Historische dem Systematischen auch in die Quere kommen. Im Falle des Kraftbegriffs scheint es dazu arg disponiert. ANDREAS DORSCHEL
CHRISTOPH MENKE: Kraft. Ein Grundbegriff ästhetischer Anthropologie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008. 159 Seiten, 15 Euro.
Ästhetisch heißt „im Spiel der Kraft unbestimmt gemacht”
Hat Nietzsche den Kraftbegriff geadelt oder diskreditiert?
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ludger Heidbrink begrüßt Christoph Menkes "schmales, aber umso gehaltvolleres Bändchen" über die Kategorie der Kraft in der Ästhetik. Darin führt der Autor für ihn vor Augen, wie sich das menschliche Selbstverständnis durch die Herausbildung der Ästhetik im 18. Jahrhundert verändert hat. Heidbrink referiert zentrale Punkte der Ästhetik von Baumgarten, Herder, Kant und Nietzsche. Die Intention des Autors sieht er in einem "erweiterten Bild des Menschen", das auf dem "Widerspiel von unkontrollierbaren Kräften und eigenmächtiger Gestaltung" beruhe. Er bescheinigt Menke, dieses Bild "klug und elegant" zu entwickeln.

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