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"Würden wir uns der Angst mehr stellen, dann bekämen wir mehr Zugang zu dem, was geändert werden muss, aber auch zu dem, was uns Halt gibt. Damit würden wir echter werden, mehr mit unseren Gefühlen verbunden, damit würden auch unsere mitmenschlichen Beziehungen wieder echter und damit lebendiger." (Verena Kast)…mehr

Produktbeschreibung
"Würden wir uns der Angst mehr stellen, dann bekämen wir mehr Zugang zu dem, was geändert werden muss, aber auch zu dem, was uns Halt gibt. Damit würden wir echter werden, mehr mit unseren Gefühlen verbunden, damit würden auch unsere mitmenschlichen Beziehungen wieder echter und damit lebendiger." (Verena Kast)
  • Produktdetails
  • Herder Spektrum Bd.5839
  • Verlag: Herder, Freiburg
  • 7. Aufl.
  • Seitenzahl: 224
  • Erscheinungstermin: Juni 2009
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 121mm x 17mm
  • Gewicht: 194g
  • ISBN-13: 9783451058394
  • ISBN-10: 3451058391
  • Artikelnr.: 22487325
Autorenporträt
Verena Kast, Psychotherapeutin, Dozentin, Lehranalytikerin am C.G.-Jung-Institut Zürich, Professorin und Ehrenpräsidentin der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 04.04.1997

Mit dem Teufel gegen die Angst
Verena Kast durchbricht krankmachende Verhaltensmuster

Ein Leben frei von Angst gibt es nicht. Doch wenn die Angst übermächtig wird, ist das Leben in Gefahr. Ernst Bloch setzte auf die Hoffnung, die "Angst ersäuft". Karl Jaspers empfahl "Mut zur Angst" und wies damit den Weg für unterschiedliche Therapien. Auch die Existenzialisten verlangen, daß man sich der Angst stelle, um zu seinem Ursprung, zu sich selbst, zu finden. Wir dürfen uns der Angst nicht ausliefern, es gibt auch Hoffnung und Vertrauen ins Dasein, lautet die Botschaft der Philosophie. Es ist auch die alte Botschaft der Religion. Doch wer vor Angst krank ist, sucht heute nicht mehr allein dort sein Heil. Viel öfter wird Hilfe von Ärzten und Psychotherapeuten erwartet.

Verena Kast, Professorin für analytische Psychologie in Zürich und Dozentin am dortigen C. G. Jung-Institut, hat sich seit Jahren mit der Angst als Krankheit unserer Zeit befaßt. Aus ihrer Erfahrung mit Patienten sind eine Reihe von Büchern entstanden, die das Thema in seinen vielfältigen Formen behandeln.

Ängste kommen vor allem in Lebenskrisen und Übergangsphasen auf: Angst vor Bindungen oder vor Trennungen, Angst vor dem Verschlungenwerden in einer Partnerschaft oder vor dem Verlust der Liebe, Angst vor dem Loslassen oder Angst vor dem Nichts, wie Kierkegaard sie beschrieben hat. Immer auch lauert ein Stück Angst vor dem Tod im Hintergrund aller Ängste. Wenn wir ihr nachgeben, wird das Leben bedroht und kann nicht mehr gelebt werden.

Ausweichen oder verleugnen hilft nur vorübergehend. Auch Autoritäten, die stellvertretend unsere Angst bekämpfen, oder Medikamente, die betäuben und die Angst zumindest zeitweise erträglicher machen, führen letztlich nicht aus dem lähmenden Zustand heraus. Versuche mit Alkohol, der zwar enthemmt, aber nicht heilt, verlängern die Angstspirale nur und gehen nicht selten in Depressionen über.

Psychoanalytiker führen ihre Patienten auf der Suche nach den Wurzeln der Angst zurück in die frühe Kindheit. Verena Kast beschreibt die langen Wege, die der Hilfesuchende an der Hand seines Therapeuten zurücklegen muß, um durch Übertragung und Gegenübertragung aus den krankmachenden Verhaltensmustern herauszukommen und in seiner Angst einen Sinn zu finden.

Ihre detaillierten Fallgeschichten sind eine lohnende Lektüre für alle, die sich den psychoanalytischen Theorien Jungscher Prägung anvertrauen. Verena Kast gelingt es aber auch, weniger überzeugte Leser mit ihren glänzend formulierten Interpretationen zu fesseln. Daß der Therapeut nicht selten die schwierige Rolle der Eltern übernehmen muß, so lange der Patient hilflos ist und die Verantwortung für sich selbst nicht übernehmen kann, leuchtet ein.

Verena Kast hat sich in früheren Büchern intensiv mit Märchen und ihren Symbolen beschäftigt. Sie können "Wegweiser aus der Angst" sein, denn im Märchen überwindet der Held seine Probleme, indem er die Angst wahrnimmt und akzeptiert. Freilich sind da noch die "inneren Begleiter" und deren zauberkräftige Hilfe. Das kann sogar des Teufels Großmutter sein oder aber auch ein unscheinbares Tier, das wertvolle Ratschläge gibt. Vor allem aber müssen Held oder Heldin bereit sein, sich zu läutern und weiterzuentwickeln, Hilfe anzunehmen und Mut zu fassen. "Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen" hat Ernst Bloch gesagt. MARIA FRISÉ

Verena Kast: "Vom Sinn der Angst". Wie Ängste sich festsetzen und wie sie sich verwandeln lassen. Herder Verlag, Freiburg 1997. 223 S., br.,34,- DM.

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