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Seit kurzem versuchen Hirnforscher, Verhaltenspsychologen und Soziologen gemeinsam neue Antworten auf eine uralte Frage zu finden: Warum tun wir eigentlich, was wir tun? Was genau prägt unsere Gewohnheiten? Anhand zahlreicher Beispiele aus der Forschung wie dem Alltag erzählt Charles Duhigg von der Macht der Routine und kommt dem Mechanismus, aber auch den dunklen Seiten der Gewohnheit auf die Spur. Er erklärt, warum einige Menschen es schaffen, über Nacht mit dem Rauchen aufzuhören (und andere nicht), weshalb das Geheimnis sportlicher Höchstleistung in antrainierten Automatismen liegt und wie…mehr

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  • Größe: 1.4MB
Produktbeschreibung
Seit kurzem versuchen Hirnforscher, Verhaltenspsychologen und Soziologen gemeinsam neue Antworten auf eine uralte Frage zu finden: Warum tun wir eigentlich, was wir tun? Was genau prägt unsere Gewohnheiten? Anhand zahlreicher Beispiele aus der Forschung wie dem Alltag erzählt Charles Duhigg von der Macht der Routine und kommt dem Mechanismus, aber auch den dunklen Seiten der Gewohnheit auf die Spur. Er erklärt, warum einige Menschen es schaffen, über Nacht mit dem Rauchen aufzuhören (und andere nicht), weshalb das Geheimnis sportlicher Höchstleistung in antrainierten Automatismen liegt und wie sich die Anonymen Alkoholiker die Macht der Gewohnheit zunutze machen. Nicht zuletzt schildert er, wie Konzerne Millionen ausgeben, um unsere Angewohnheiten für ihre Zwecke zu manipulieren. Am Ende wird eines klar: Die Macht von Gewohnheiten prägt unser Leben weit mehr, als wir es ahnen.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Berlin Verlag
  • Seitenzahl: 416
  • Erscheinungstermin: 10.09.2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783827070746
  • Artikelnr.: 37588010
Autorenporträt
Charles Duhigg arbeitet als Wirtschaftsredakteur und investigativer Journalist für die New York Times und das Times Magazine. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und war 2009 Finalist für den Pulitzer Prize. Er tritt regelmäßig in TV und Radio auf. Er lebt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn in Brooklyn.
Inhaltsangabe
Vorwort

Gewohnheiten als Therapie

Erster Teil

Die Gewohnheiten von Individuen

1. Die Gewohnheitsschleife

Wie Gewohnheiten funktionieren

2. Die Gelüste des Gehirns

Wie man neue Gewohnheiten schafft

3. Die goldene Regel der Änderung von Gewohnheiten

Weshalb Veränderungen möglich sind

Zweiter Teil

Die Gewohnheiten erfolgreicher Organisationen

4. Schlüsselgewohnheiten oder die Ballade von Paul O'Neill

Auf welche Gewohnheiten es ankommt

5. Starbucks und die Kultur des Erfolgs

Wenn Willensstärke zu einem Automatismus wird

6. Die Kraft einer Krise

Wie Führungskräfte durch Zufall und Planung Gewohnheiten schaffen

7. Woher Target weiß, was Sie wollen, bevor Sie es wissen

Wenn Unternehmen Gewohnheiten vorhersagen (und manipulieren)

Dritter Teil

Die Gewohnheiten von Gesellschaften8. Die Saddleback Church und der Montgomery-Busboykott

Wie Bewegungen entstehen

9. Die Neurologie des freien Willens

Sind wir für unsere Gewohnheiten verantwortlich?

Anhang

WIE MAN DIE EIGENEN GEWOHNHEITEN ÄNDERN KANN

Ein paar praktische Ratschläge

Danksagung

Eine Anmerkung zu den Quellen

Anmerkungen

Register
Rezensionen
Besprechung von 26.09.2012
Schluss mit dem Kantinengang!

Routinen sind nur Sparprogramme des Gehirns: Der Reporter Charles Duhigg hat herausgefunden, wie man der Macht der Gewohnheit ein Schnippchen schlägt.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier - und das ist zunächst gar nicht mal so schlecht. Denn erledigten wir nicht gut vierzig Prozent unseres Alltags gewohnheitsmäßig und damit automatisch, hätten wir den Kopf nicht frei für wichtigere Dinge. Dummerweise aber sind viele unserer Gewohnheiten schlechte, irrationale oder ungesunde Gewohnheiten, von der Hetzerei beim Frühstück über den zu voll geschaufelten Schreibtisch und das ständige Unterbrechen der Arbeit zum Lesen von E-Mails bis zum abendlichen Griff in die Kartoffelchipstüte. Und wer wüsste nicht, dass die Veränderung von Gewohnheiten wenn überhaupt, nur sehr schwer gelingt? Gewohnheiten sind unser Schicksal, zitiert "New York Times"-Reporter Charles Duhigg den Philosophen William James. Und fügt hinzu: Nur wenn wir verstehen, wie sie funktionieren, haben wir eine Chance, sie zu verändern.

Duhiggs neues Buch ist teils Ratgeber für alle, die ihre schlechten Gewohnheiten nachhaltig verändern wollen, teils Bericht über den Stand der psychologischen, neurologischen und ökonomischen Forschung über Gewohnheiten und ihre Macht, vom individuellen Kampf gegen überschüssige Pfunde über die Umstrukturierung von Unternehmen bis zu den Entscheidungen von Politkern. Dabei arbeitet Duhigg mit einem sehr weiten Begriff von Gewohnheit. So hat in seinem Buch die Psychologie des Glücksspiels ebenso Platz wie die Entstehung von Bürgerrechtsbewegungen. Alles gut lesbar verpackt in spannende Geschichten über ungewöhnliche Schicksale.

Wer sich einfach nur vornimmt, ab morgen das Rauchen dranzugeben, gesund zu essen und täglich zu joggen, so Duhigg, wird höchstwahrscheinlich nach ein paar Tagen mit seiner Willenskraft hadern und weiterleben wie bisher. Wer Gewohnheiten verändern will, brauche erst einmal einen Plan. Im Zentrum dieses Plans steht die Veränderung einer Abfolge aus Auslösereiz, Routine und Belohnung, die Duhigg die Gewohnheitsschleife nennt: Jeden Tag um 15 Uhr vom Schreibtisch aufstehen, in der Kantine ein Stück Kuchen kaufen, ein wenig mit Kollegen schwatzen und dann entspannt zurück an den Arbeitsplatz.

Eine solche Gewohnheit lässt sich nicht komplett aus der Welt schaffen, betont Duhigg. Der Trick bestehe vielmehr darin, Auslösereiz und Belohnungsempfinden beizubehalten, dazwischen aber eine neue Routine, sprich: eine neue Gewohnheit, einzufügen. Wie man sich selbst für Auslösereize sensibilisiert und herausbekommt, ob es einem wirklich um den Kuchen oder vielleicht nur einem eine kleine Pause geht, erläutert der Autor im Anhang.

Im Hauptteil geht es ihm um die größere Perspektive. Denn auch der Staat, Unternehmensführungen und die Werbewirtschaft interessieren sich brennend für unsere Gewohnheiten und die Möglichkeiten, sie zu beeinflussen. Die Gewohnheitsschleife zieht sich dabei als roter Faden durch das Buch: Menschen lassen sich nur auf neue Gewohnheiten ein, wenn diese an bestehende Auslösereize und Belohnungserlebnisse gekoppelt werden, so Duhigg. Als die amerikanische Regierung die Bürger im Zweiten Weltkrieg dazu bringen wollte, Innereien zu essen, weil das Fleisch für die Front gebraucht wurde, knüpfte die Kampagne deshalb gezielt an die bestehenden Gewohnheiten an und vermittelte: Ob nun Steak oder Leber in der Pfanne brutzelt, ein schmackhaftes Essen wird es auf jeden Fall.

Fast alles kann ein Auslösereiz sein, ein Werbespot, ein Ort, eine Tageszeit, eine Emotion. Dem Werbefachmann Claude Hopkins gelang es Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit einem einfachen Auslösereiz eine mächtige neue Gewohnheitsschleife in die Welt zu setzen: das Zähneputzen. "Lassen Sie Ihre Zunge über Ihre Zähne gleiten. Sie spüren einen Film - dieser lässt Ihre Zähne ungesund erscheinen und fördert die Fäulnis." Dazu eine Zahnpasta, die schön schäumt - was den Kunden Wirksamkeit signalisiert - und als Belohnung ein frisches Gefühl im Mund. In den dreißiger Jahren war das Zähneputzen für mehr als die Hälfte der Amerikaner zur Gewohnheit geworden.

Was dem Individuum seine Gewohnheiten, sind dem Unternehmen seine Routinen, so Duhigg. Und ähnlich wie das Individuum sollte sich auch der Manager nicht zu viel auf einmal vornehmen, sondern sich Teilziele setzen und abwarten, ob sich nicht infolge lokaler Veränderungen das ganze Gewohnheitsgefüge verschiebt. Paul O'Neill wollte erst einmal nur die Zahl der Arbeitsunfälle beim Aluminium-Konzern Alcoa senken. Als alle nötigen Maßnahmen umgesetzt waren, war der Konzern komplett umstrukturiert. Und ebenfalls für Individuen wie für Unternehmen gilt: Krisen sind eine gute Chance, Gewohnheiten zu verändern, denn sie machen Menschen bereit, Neues zu akzeptieren. Erst ein Großbrand schaffte genug Druck, um die verkrusteten Strukturen der Londoner U-Bahn-Gesellschaft aufzubrechen und ein effizientes Sicherheitskonzept umzusetzen.

Gewohnheiten machen Menschen berechenbar. Eindrücklich schildert der Autor, wie wenig Informationen ein Supermarkt benötigt, um uns gezielt die Angebote zu machen, denen wir am wenigsten widerstehen werden. Wenn Sie einmal in der Woche gegen 18.30 Uhr Eis kaufen und im Juli und Oktober große Müllbeutel, folgern Statistiker, dass Sie Kinder und einen Garten haben und schicken zu den passenden Zeiten Werbung für Rasenmäher und Schulzeug. Sie entnehmen dem Kaufverhalten, egal ob gewohnheitsbedingt oder rational durchdacht, im wievielten Monat eine Frau schwanger ist und können sie dann fristgerecht mit Werbung für Babybetten und Windeln eindecken. Wer Gewohnheiten versteht, so die Botschaft des vielseitigen Buches, kann sie auch verändern. Gewohnheiten, so Duhigg, sind am Ende doch kein Schicksal. Es sind nur Sparprogramme des Gehirns. Wer sie verändern will, muss seinen Kopf dafür frei machen.

MANUELA LENZEN

Charles Duhigg: "Die Macht der Gewohnheit". Warum wir tun, was wir tun.

Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt. Berlin Verlag, Berlin 2012. 416 S., geb., 22,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Kurz vor Jahresende ist der richtige Zeitpunkt, über Gewohnheiten nachzudenken, meint Ursula März. Den in "Die Macht der Gewohnheit" vom amerikanischen Wissenschaftspublizisten Charles Duhigg dargelegten Kernthesen stimmt sie grundsätzlich zu: Gewohnheiten sind ein prägender Faktor des sowohl individuellen als auch gesellschaftlichen des Lebens. Sie sind mächtig, aber nicht übermächtig. Schlechte Gewohnheiten können abgewöhnt oder durch weniger schlechte ersetzt werden. So weit, so gut. Was der Rezensentin allerdings gegen den Strich geht, ist Duhiggs Tendenz, die Macht der Gewohnheiten zu brechen, um gesünder, glücklicher, produktiver zu werden. Darin erkennt sie die neoliberale Mentalitätspolitik der "andauernden effizienzorientierten Selbstoptimierung" nach "Maßstäben, die der Hygienefantasie entstammen". März' guter Vorsatz fürs neue Jahr lautet: keine guten Vorsätze.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Das Buch ist teilweise nicht nur 'spannend' zu lesen, sondern es regt den Leser auch geradezu dazu an, seine eigenen Angewohnheiten zu überdenken und in eine richtige Richtung zu lenken.", oepb.at (A), 28.08.2017