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Oma hat mich immer beschäftigt. Sie war oft verletzend: Wie kann ein Mensch aus lauter Verbitterung seine nächste Umgebung oftmals so verletzen? In Omas Fall konkret: Diejenigen, die sie immer begleitet haben, noch immer und gerade jetzt begleiten, die zu ihr stehen. Doch das sieht sie nicht so. Denn auch wir haben sie schon verlassen jetzt im Alter und wenn wir es nicht getan haben, dann werden wir es tun. Mit dieser Grundeinstellung bin ich oft konfrontiert, wenn ich wöchentlich Oma besuche. So sitzt man also vor ihm, dem alten, hilflosen Menschen mit diesen weichen, alten Zügen, die…mehr

Produktbeschreibung
Oma hat mich immer beschäftigt. Sie war oft verletzend: Wie kann ein Mensch aus lauter Verbitterung seine nächste Umgebung oftmals so verletzen? In Omas Fall konkret: Diejenigen, die sie immer begleitet haben, noch immer und gerade jetzt begleiten, die zu ihr stehen. Doch das sieht sie nicht so. Denn auch wir haben sie schon verlassen jetzt im Alter und wenn wir es nicht getan haben, dann werden wir es tun. Mit dieser Grundeinstellung bin ich oft konfrontiert, wenn ich wöchentlich Oma besuche. So sitzt man also vor ihm, dem alten, hilflosen Menschen mit diesen weichen, alten Zügen, die tatsächlich wieder denen eines Kleinkindes gleichen. Sensible große Augen, wenn er einen dann bei einer groben Bemerkung ansieht. Und Oma ist auch ein alter Mensch mit Geschichten. Diese Gegensätze vereint in meiner Oma treiben mich in einen Zwiespalt aus Verstehen und echter Abneigung, die mit all den Begleiterscheinungen der Altenpflege auch in Wut über die Unfähigkeiten dieses alten Menschen umschlagen kann - Wut über sie, Aggression gegen sie.Aus Wut und Aggression resultierte auch der Spitzname, den ich Oma gab: kleiner, verbitterter Drache.Dann hat mir jemand einmal gesagt, ob mein Zwiespalt mit Oma nicht daher käme, dass sie mein Spiegel sei. Gestampfe, heftiges Kopfschütteln - pure Abwehr dieser Idee waren meine Reaktion. Ich bin nicht wie meine Großmutter! So ein Drache bin ich nicht und werde ich nie sein! Nein, der Drache bin ich auch nicht, aber ich bin das sensible Wesen mit großen Lebensträumen, die wie in jedem Leben oftmals nicht in Erfüllung gehen. Und gleich wie meine Oma wische ich die Tränen weg, erlaube mir keinen Zorn oder Trauer über die Enttäuschung, sondern denke mir nur: Du bist nicht die einzige, die das erlebt hat, reiß Dich zusammen und stell Dich nicht so an. DAS habe ich von Oma und DAS kann dazu führen, dass man die Enttäuschung in sich frisst und daran verzweifelt und verbittert. Ja, Oma ist mein Spiegel - es gibt auch jetzt im Alter immer wieder innige Momente, wo sie meine sensible, traurige Oma ist, die im Krieg viel erlebt hat und es nie jemanden erzählt hat, die Bruder und Enkel verloren hat und es nicht erzählt. Also werde ich es für sie erzählen und ich werde von Oma lernen und es in meinem Leben anders machen und kein kleiner verbitterter Drache werden.
Autorenporträt
Saje, AlexandraWas bleibt sind Momentaufnahmen. Wenn jemand geht, bleiben diese Bilder im Kopf.Wenn die Zeit vergeht,bleiben Begebenheiten als Bilder im Kopf. Diese Bilder, diese Momentaufnahmen,die will ich einfangen und festhalten!