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Vorwort zur Neuausgabe Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Oder war es umgekehrt? Für dieses Buch gilt beides. Man könnte es endlos weiter schrei-ben. Der durch den Fußball geschärfte Blick auf das Manage-ment findet immer wieder neue Analogien - und es sind pro-funde Ähnlichkeiten, keine frivolen Oberflächenvergleiche. Das Spannende waren die Vorträge, die ich seit der Erstauf-lage zum Thema "Gut aufgestellt" halten durfte. Sie waren bei aller Ernsthaftigkeit ein großer Spaß, auch für jene Zuhörer, die ihre Besonderheit gerne durch die Aussage betonen, dass sie sich nicht für Fußball…mehr

Produktbeschreibung
Vorwort zur Neuausgabe Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Oder war es umgekehrt? Für dieses Buch gilt beides. Man könnte es endlos weiter schrei-ben. Der durch den Fußball geschärfte Blick auf das Manage-ment findet immer wieder neue Analogien - und es sind pro-funde Ähnlichkeiten, keine frivolen Oberflächenvergleiche. Das Spannende waren die Vorträge, die ich seit der Erstauf-lage zum Thema "Gut aufgestellt" halten durfte. Sie waren bei aller Ernsthaftigkeit ein großer Spaß, auch für jene Zuhörer, die ihre Besonderheit gerne durch die Aussage betonen, dass sie sich nicht für Fußball interessieren. Vor allem aber ließen sich komplizierte Zusammenhänge in klare Beispiele und Bilder fassen, die unmittelbar plausibel waren, auf das Wesentliche reduzierten und vor allem wert waren, erinnert zu werden. Wie zum Beispiel, dass es sich bei den amerikanischen Großspielen - Basketball, American Football und Baseball - um coaches games handelt - Spiele, die wesentlich durch das Eingreifen des Trainers von außen bestimmt werden. Fußball hingegen ist ein klassisches players game, ein Spiel, das weit-gehend von den Spielern bestimmt wird. Die Amerikaner versu-chen immer noch, Fußball als coaches game zu spielen. Da-durch entsteht große Hektik, weil permanent alle Trainer von außen auf die Spieler einreden. Bedenkt man die Tatsache, dass die wichtigsten Modelle des Managements in Amerika entwickelt wurden, dann sollten wir uns besinnen, dem eigenen Weg vertrauen, dem Fußball-Weg. Es gilt, Management als players game zu spielen. Seit der Erstausgabe 2008 hat die Konvergenz von Fußball und Management noch zugenommen. Einerseits beobachten wir die beschleunigte Verwirtschaftlichung des Fußballs: die Noten, die Tabulatoren der Leistung, die Bilanzen börsennotier-ter Vereine. Andererseits die Versportung der Wirtschaft: das beliebte Ranking von Vorstandsvorsitzenden, Managergehäl-tern und Geschäftsberichten. Für beide gilt: Die beste Art der Problementsorgung sind nun einmal Tore - oder andere gute Zahlen. Die sich manchmal nicht recht einstellen wollen: Die Strate-gie stimmt, die Taktik auch, ebenso die Technik, Kondition so-wieso - und trotzdem rollt der Ball, wie er will, oft nicht wie wir wollen, gar an uns vorbei. Warum? Weil es ein Spiel ist! Das Licht, dass der Fußball auf das Leben wirft, ist ein spieleri-sches. Im Spiel wird die Lebenswirklichkeit verdichtet und bis-weilen zugespitzt: Siegen und Verlieren, Plan und Zufall, Indivi-duum und Kollektiv - das alles ergreift den Betrachter, nimmt ihn gefangen, lässt ihn bisweilen die Zeit vergessen. Aber es lässt ihm auch die Möglichkeit zur Distanz. Aber ist es nur ein Spiel? Zwar bin ich weit entfernt, den Fußball zur modernen Ersatzreligion zu machen. Aber es ist mir wichtig festzustellen: Fußball ist ein Spiel des Lebens, neben vielen anderen Spielen. Er ist nicht das Leben selbst. Das gilt auch für Management. Es ist nur ein Spiel des Lebens, nicht das Leben selbst. Für beide gilt, dass der Ball rund ist. Er lehrt, mit dem zu spielen, was mit uns spielt. Reinhard K. Sprenger, Frühjahr 2010 Warm machen "Das ist doch wie bei Schalke!" Wer so redet, macht zweierlei klar: Erstens, er kommt nicht aus dem Ruhrgebiet, sonst hätte er "auf Schalke" gesagt. Zweitens, er sucht einen besonders bildhaften Vergleich - einen Vergleich, der so allgemein ver-ständlich ist, dass man den Vereinsnamen unterschlagen kann. Das haben auch die Unternehmensstrategen erkannt. Sie set-zen an zu cleveren Werbe-Dribblings: "Setzen Sie auf Europas Spitzenspieler!". Oder: "Werden Sie Rendite-Weltmeister!". Eine Bausparkasse lässt Wimpel bedrucken: "Fanclub Eigen-heim". Eine Landesbank wirbt mit: "Auswärts sind wir stark. Zu Hause fast unschlagbar." Fußballsprache ist im Unternehmensalltag allgegenwärtig: Liegt ein Unternehmen im Wettbewerb weit vorne, dann "spielt es in einer anderen Liga". Manche Unternehmen wollen "zu-rück in die erste Liga", einige wähnen sich gar im "Abstiegs-kampf", beklagen marktabschottende "Mauertaktiken", zeigen Spielverderbern die "Rote Karte". Und dass man ins "Abseits" geraten kann, ist ohnehin klar. Vor allem bei den unternehmensinternen Hochämtern gibt es zuhauf sprachliche Hackentricks und rhetorische Steilpässe: "Wir sind nicht auf Ballhöhe" meint jener, der noch Entwick-lungsbedarf sieht. Finanzvorstände greifen als Auftakt für den jährlichen Neustart regelmäßig zum allzeitweisen Sepp Herber-ger: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Ein anderer beklagt einen Wettbewerbsnachteil: "Da beginnen wir das Fußballspiel mit 0:2-Rückstand!" - bis zwei zählen kann jeder, das ist sofort plausibel. Auch sprichworthafte Wendungen wie "ein Eigentor schie-ßen", "den Ball flach halten" oder Otto Rehhagels erfolgrei-ches Rezept der "kontrollierten Offensive" sind bildhafte Prä-gungen, die Einzug in das Wirtschaftsleben gehalten haben. Auf jeden Fall aber sind wir "gut aufgestellt" - so das Passe-partout für gute Produkte, eine schlagkräftige Mannschaft, die effiziente Organisation und Zukunftsoptimismus. Denn Fußball spricht eine Sprache, die die ganze Welt versteht. Und diese Sprache ist ein wahres Wundermittel - anschau-lich, vielseitig, unerschöpflich. Sie beschreibt, liefert Bilder, Anekdoten, Beispiele, regt die Vorstellung an. Sie ist vielleicht auch die einzige Sprache, in der sich Menschen unterschiedli-cher sozialer Zugehörigkeit ungezwungen verständigen kön-nen. Jedenfalls ist der PISA-Champion Finnland bei der WM 2010 wie schon 2006 nicht dabei. Der Fußballgott hat doch einen Sinn für Gerechtigkeit. Aber ist der Fußball lediglich eine verführerische Metapher? Liefert er nur bildhafte Vorstellungswelten ohne operativen Nut-zen? Genauer gefragt: Lohnt der Vergleich von Fußball und Wirtschaft? Nun, zunächst ist Fußball eine Eigenwelt. Fußball drückt nichts aus und ist auch nicht Ausdruck von irgendwas - außer Fußball. Er ist einfach und gänzlich er selbst. "Das Runde muss ins Eckige" - darum geht es, wie uns Trainerphilosoph Otto Rehhagel erklärte. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn wir aber Fußball als ein Spiel sehen, dann kann er auch ein Bei-Spiel sein. Er kann als Sprachspiel den Anspruch erheben, die Welt der Wirtschaft mit einer Parallelwelt auszu-statten. Er kann uns lehren, Unstimmigkeiten in unserem Den-ken besser zu verstehen und dass es verschiedene Arten gibt, auf solche Unstimmigkeiten zu reagieren. Er kann somit "spie-lerisch" Anschauungsmaterial für kluges Managen liefern. Und genau das will dieses Buch: Die Kunst der Führung im Stadion-licht beleuchten. Es vertritt die These, dass Fußball nicht nur eine Metapher, sondern geradezu ein Modell für modernes Management ist oder zumindest in den letzten Jahren wurde. Denn die Ge-schäftswelt hat sich verändert. Wirtschaftsführer sind da ange-kommen, wo Trainer und Fußballmanager schon lange sind: bei hohem, kurzfristigen Ergebnisdruck, bei dauernder Verände-rung, stetigen Wachstumsansprüchen, globalem Wettbewerb, ständiger Verbesserung, ja Neu-Erfindung. Und insbesondere bei grundsätzlicher Job-Unsicherheit - was die einen als das Ende der Unternehmens-Ethik geißeln, andere als den Beginn beruflicher Selbstverantwortung begrüßen. Es ist kein Zufall, dass die Seiten der Wirtschaftsnachrichten den Sportnachrich-ten verblüffend ähneln (das ist nur deshalb so lange unentdeckt geblieben, weil Fußball eben kein amerikanischer Sport ist). Auch die Rolle von Führungskräften in der modernen Organisa-tion hat sich der des Fußballmanagers angenähert: Sie sind Koordinatoren, die die Talente und Energien von Einzelnen auf gemeinsame Ziele hin steuern. Und nichts ist so spannend wie Wirtschaft - außer Fußball. Man könnte den Satz auch umdrehen. Hier wie dort trifft man auf die alltagspraktische Trivialität, dass man nicht weiß, wie die Din-ge ausgehen. Lernen kann man bei beiden: Mit Würde verlieren, mit Würde gewinnen. Aber auch, dass man in der Unterzahl nicht chancenlos ist. Teamgeist ist gefragt, Entschlossenheit und Ziel-strebigkeit. Hier wie dort herrscht die Spannung zwischen Plan und Zufall, zwischen Scheitern und Erfolg, zwischen Standard und Ausnahme. Vor allem aber ist das Wechselspiel von individu-ellem Können und mannschaftlicher Geschlossenheit geradezu ein Musterbeispiel für beide Lebensbereiche - ja, für unser gan-zes Leben überhaupt. Man kann den Ball wegdenken und ihn durch ein Produkt ersetzen. Man kann sich die gegnerische Mannschaft als Wettbewerber vorstellen. Man kann sich die Fans als Kunden vorstellen. Man kann sich die Spieler als Mitarbeiter vorstellen und den Trainer als Führungskraft. Der Doppelpass kann als soziales System verstanden werden, die Flanke als Ko-operationsangebot. Hier wie dort geht es um Sieg, Kampf und Macht, Mut und Leidenschaft. Strategie, Taktik und Zufall sind dabei, Gefühle und Tragisches. Es gibt hier wie dort Helden, Schurken und Mitläufer, Besetzungen und Fehlbesetzungen. Letztere vor allem. Fußball und Wirtschaft können sich also in vieler Hinsicht austauschen: Dabei kann man sehen, wie sich kommerzielle und authentische Erfahrungen verschränken, wie sie sich im Big Business globalisieren und doch im Graswurzeldenken lokalisieren, wie sie sich ernüchtern und gleichzeitig visionär aufladen, wie sie in Austauschbarkeit verflachen und gleichzei-tig unverwechselbar sein sollen, wie sich kurzfristige Interessen mit langfristigen Traditionsbindungen verknüpfen. Wohlgemerkt: Dieses Buch vergleicht zwei Lebensbereiche - aber es setzt sie nicht gleich. Es gibt wichtige Unterschiede, die unangetastet bleiben. "Flachhalten den Ball … ja, jetzt! … und stören, stören … Mann, zieh mal ab! Doch nicht soooo! Nun geh doch mal, Burgsmüller, geh doch mal … und nun schieß doch, ja, ja, jetzt! Mann-O-Mann." Meinen Vater so begeistert zu sehen, das war schon eine Sache für sich. Gespannt saß er da auf seinem Dauerkartenplatz, wieder und wieder beugte er sich vor, lehnte sich zurück, stand auf, setzte sich wieder hin. Wo? Im Essener Georg-Melches-Stadion, wo seit 1956 die erste Flutlichtanlage Deutschlands steht. Rot-Weiss Essen war sein Verein, sein Held Willi Lippens. Ich selbst ging als Kind nur selten mit ihm ins Stadion ("Pa-pa, wie lang sind 90 Minuten?"). Aber natürlich liebte ich Fuß-ballbilder. Jeden verfügbaren Groschen tauschte ich "anne Bude" gegen die kleinen Tütchen, in denen sich - hoffentlich! - der ersehnte Eusebio, der noch fehlende Puskas oder der äu-ßerst seltene DiStefano befanden. Bei einem Kinderheimaufenthalt war ich der "Pöler aussem Pott". Ich beeindruckte offenbar durch wuchtiges Nachvor-nestürmen, weniger durch filigrane Technik. Gleichwohl erinnere ich mich noch an ein elegantes Freistoßtor oben links in den Winkel, das mir gegen die hochnäsige Mannschaft des Gymna-siums Essen-Bredeney gelang. Aus Prestigegründen war es mir ungeheuer wichtig, Mitglied meiner Klassenmannschaft zu sein (was mir nicht durchgängig gelang). Zu den Auserwählten der Schulmannschaft gehörte ich nie. Meine Fußball-Begeisterung reichte aber immerhin aus, um unter anderem Sportwissenschaft zu studieren. Das Studium bestand entgegen meiner Erwartung weitgehend aus Sport-Theorie und nur zu einem geringeren Teil aus Spielen, Schwimmen und Geräteturnen. Wo mir doch meine Eltern auf-gegeben hatten, immer gut für meinen Körper zu sorgen, vor allem mit Frühsport und Waldlauf (so nannte man damals das Joggen). Von den großen Ballspielen wählte ich … na was wohl? Ich erinnere mich, dass unser Dozent an der Ruhr-Universität Bo-chum zu uns Studenten sagte: "Alles, was man zum Leben braucht, kann man vom Fußball lernen." Der Satz fiel fast bei-läufig, aber er hat mich beeindruckt. Ich wusste damals noch nicht, dass mein Fußballlehrer mit dieser Bemerkung auf den Schultern von Riesen stand: Albert Camus behauptete, das Wesen der Moral ließe sich über Fußball erschließen - der große Literat war einst Torwart in seinem Heimatland Algerien. Und Martin Heidegger hat den Bauern von Todtnauberg das "Wesen des Wesens" und das "Sosein des Daseins" am Bei-spiel des Fußballs erklärt. (Ob sie wussten, was er meinte? Ob er wusste, was er meinte?) Jedenfalls wurde mir bald klar, dass man mit Fußball anders denkt über Siegen und Verlieren, Plan und Glück, Foul und Regeln. Wenn ich mich jetzt wieder dem Sport, dem Fußball zuwen-de, dann schließt sich für mich ein Kreis. Wobei hier - das sei klar gesagt - der Fußball dazu dienen soll, Management zu beraten. Nicht umgekehrt. Also keine Doppelpässe. Deshalb will ich mich auch weder ironisch noch kulturkritisch über den Fußball äußern. Nicht, dass ich dem Fußball nicht alles Gute und Schöne wünsche. Mehr noch aber wünsche ich mir kluges Handeln in der Wirtschaft. Einige Jahre habe ich gesammelt und geforscht, in Semina-ren, in Stadien, in Sport- und Tageszeitungen, Büchern sowie Radio- und Fernsehberichten - angeregt durch eben jenes "Das ist doch wie bei Schalke!" Je mehr ich mich mit dem Thema befasste, desto mehr wucherte es ins Uferlose. Es hat mich nicht entmutigt. Im Gegenteil: Ich will die gesamte Breite des Spielfeldes nutzen, um das Führungshandeln mit Analogien aus dem Fußball zu modellieren. Ich habe mich dabei auf jene Aspekte beschränkt, die im ge-genwärtigen Führungsalltag, so wie ich ihn erlebe, besonders aussagestark erschienen. Dabei erwarte ich nicht, dass Sie mit allen Steilpässen einverstanden sind. Manchen werde ich wohl "vor den Kopf stoßen" oder "gegen das Schienbein treten". Oder vielleicht kennen Sie auch ein Gegenbeispiel. Aber ich fände es schön, wenn Sie die eine oder andere Idee "spiele-risch" ausprobierten. Dass Sie nicht nur auf dem Tribünensitz hin und her rutschen, sondern aufstehen und etwas tun. Und "spielerisch" sollte auch Ihr Umgang mit der Lektüre sein. Das Buch muss nicht am Stück gelesen werden, die Kapi-tel folgen keiner besonderen Ordnung, noch sind die ersten wichtiger als die letzten. Folgen Sie Ihrem Interesse. Nun aber, ohne weitere Spielverzögerung - Anpfiff!

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in D, A ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 224
  • Erscheinungstermin: 10.05.2010
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783593415864
  • Artikelnr.: 37174287
Autorenporträt
Dr. Reinhard K. Sprenger, promovierter Philosoph, gilt als profiliertester Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. Zu seinen Kunden zählen nahezu alle großen DAX-Unternehmen; er lebt in Zürich und Santa Fe, New Mexico. Sprenger ist bekannt als kritischer Denker, der nachdrücklich dazu auffordert, neues Denken und Handeln zu wagen.
Inhaltsangabe
Inhalt Vorwort zur Neuausgabe 9 Warm machen 11 Tabellenplatz 17 Wir verkaufen keine Leistung, wir verkaufen Erfolg 19 Motivation ist nur eine Voraussetzung für Erfolg 24 Spiele werden im Kopf gewonnen 27 Erfolgsrezepte gibt es nicht 32 Ziel erreicht - was nun? 38 Die Angst vor dem Fehler 42 Die Kunst des Verlierens 49 Schnell wird man mit Vertrauen 54 Man spielt für die Tribüne - der Kunde im Zentrum 59 Trainerwechsel ist meist die falsche Strategie 65 Trainer 69 Eine gute Führungskraft macht sich überflüssig 71 Führung braucht freiwillige Gefolgschaft 75 Führung braucht Reife 78 Gute Spieler sind selten gute Trainer 81 Selbstvertrauen macht innovativ 85 Unbequemes am Anfang durchsetzen 90 Vertrauen beginnt mit Verwundbarkeit 93 Kontakt ist wichtiger als Lob 97 Leidenschaftliche Führung 100 Ziele müssen erreichbar sein 104 Führung hat einen Störungsauftrag. 107 Bestimmen Sie das Ziel, nicht den Weg 112 Stärken stärken 115 Personaleinsatz - im richtigen Moment einwechseln 119 Gute Manager wissen, wann sie gehen müssen 124 Mannschaft 129 Hochleistungsteams - vom Miteinander zum Füreinander 131 Personalauswahl ist alles 136 Kann man Mitarbeiterbindung beinflussen? 142 Stammplätze gibt es nicht mehr 146 Vom Spezialisten zum Alleskönner 150 Warum Individualität zählt 156 Geld schießt keine Tore - oder doch?161 Keiner gewinnt allein - die Bedingungen für Zusammenarbeit 165 Spitzenverdiener drücken die Teamleistung 171 Teamgeist nicht nur fordern, sondern mit Regeln fördern 175 Fankurve 179 Regeln erhalten die Spannung 181 Angriff ist die beste Verteidigung 186 Kurzsichtigkeit - ein Turnier ist nicht die Liga 190 Zahlen sind nicht alles 193 Global Players oder Local Heroes? 199 Frauen in der Männerdomäne 204 Regelgerecht ist noch nicht fair 209 Wettbewerb und Kooperation 214 Literatur 220
Rezensionen
Besprechung von 10.05.2008
Lernen von Klinsmann & Co
Mitte Mai wird das neue Buch von Oliver Kahn herauskommen, und vorab verrät der Torwart in Interviews schon mal, warum es ihn gestärkt hat, wenn gegnerische Fans ihn auf dem Platz mit Bananen bewarfen.
Wie Unternehmer von Fußballern und ihren Strategien lernen können, ist auch der Ansatz von Reinhard K. Sprenger in seinem neuen Buch „Gut aufgestellt”. Der Management-Berater fordert dazu auf, das Kuschelgeschwafel im Job sein zu lassen – und geschäftlich endlich in die Champions League einzutreten. Und sich von Fußballern einiges abzuschauen. Sprenger bewegt sich bei der Verbindung von mehreren Welten auf vertrautem Terrain: Er hat fast alle im Dax notierten Firmen bereits zerlegt und der Lebenslügen überführt, etwa im auflagenstarken Klassiker „Mythos Motivation”.
So raubeinig wie sonst kommt der Führungsexperte aber nicht daher. Zunächst stellt er fest, dass die Fußballersprache in der Wirtschaft omnipräsent ist. Auch ein Vorstand schießt „Eigentore”, muss „immer schön den Ball flach halten” und erlebt, dass „nach dem Spiel vor dem Spiel” ist. Doch Sprenger geht tiefer: Bei ihm wird das Spiel zum Bei-Spiel für modernes Management. Wirtschaftschefs steckten mittlerweile in derselben Klemme wie Trainer: „hoher, kurzfristiger Ergebnisdruck, dauernde Veränderung, stetige Wachstumsansprüche und globaler Wettbewerb”.
Auch die Debatten über eine gute Führungskraft klingen mehr nach Coach als nach Firmenchef: Im besten Fall ist der moderne Manager ein Koordinator, der die Energien einzelner Mitarbeiter auf ein gemeinsames Ganzes hinsteuert. Am Schönsten lässt sich das in den Worten von Giovanni Trapattoni sagen, findet Sprenger: „Ein guter Trainer kann ein Team höchstens zehn Prozent besser machen, aber ein schlechter macht sein Team 50 Prozent schlechter.”
Am stärksten wird Sprenger da, wo er vermeintliche Erfolgsrezepte entlarvt. Schießen Teams besonders viele Tore, wird sofort analysiert: Diese Mannschaft ist dank ihrer Taktik siegreich – und jene wegen ihrer überlegenen Spieler! Das Ergebnis solcher Ursache-/Wirkung-Studien versuchen dann alle zu wiederholen. Genauso ist es in der Wirtschaft: Ein Berater untersucht einige erfolgreiche Unternehmen, meint Muster zu erkennen und schreibt ein Buch. Darin steht, dass alle so erfolgreich werden können, wenn sie nur nach besagten Mustern handeln. Fertig ist die Denkfigur: Wenn eine bestimmte Situation X gegeben ist, muss Werkzeug Y ran! „Aber diese ’bestimmte Situation’ ist eine Abstraktion, eine Zurechtbiegung, sie wird nie wieder genauso sein. Nicht mal die berühmten Standardsituationen im Fußball sind identisch”, meint Sprenger.
Dennoch seien Manager bereit, für Richtlinien fast jeden Preis zu bezahlen. All diese Empfehlungen seien jedoch „kontextblind”, es gebe keine Erfolgskultur, meint Sprenger. Ein trauriger Befund? Gar nicht: „Das ist Freiheit. Das Spiel ist prinzipiell offen für Neues. Im Fußball und in der Wirtschaft.”
Spannend sind auch seine Mutmaßungen, warum Erfolge auf die Dauer fast so schwer zu ertragen sind wie Niederlagen. Oder warum der Umgang mit Fehlern häufig so dumm ist – oder warum Sprache im Fußball so farbig sein darf und im Geschäftsleben bloß zum „müden Wortquark” gerinnt. Sprenger liefert eine elegant geschriebene Fibel, die voller Anekdoten steckt: Was sagt der Bezirkstrainer im Ruhrgebiet vor dem Anpfiff? „Männer, denkt an die drei As: Angriff, Abwehr, Angagement!”. Und er verdeutlicht, was im Management den Unterschied zwischen Nationalspieler und Vereins-Diva ausmacht. Chefs, die auf Fußball stehen, werden ihre Freude daran haben. Barbara Bierach
Reinhard K. Sprenger:
Gut aufgestellt.
Fußballstrategien für Manager.
Campus Verlag, Frankfurt 2008, 224 Seiten, 24,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Besprechung von 05.07.2010
Das Runde muss ins Eckige
Analogien zwischen Fußball und Wirtschaft

Reinhard K. Sprenger hat schon etliche Bücher über Führung und Management geschrieben und hält landauf, landab noch mehr Vorträge darüber. Er adressiert seit Jahren die Themen Motivation als eine Voraussetzung für Erfolg, Umgang mit Fehlern, Teamgeist und Teamarbeit und besonders die Substitution von formalen Systemen der Kontrolle durch Vertrauen in die Mitarbeiter. Eigentlich hat er hierzu schon alles gesagt.

Offenbar sind jedoch seine Erkenntnisse und Ratschläge noch nicht überall angekommen und den Managern unter die Haut gegangen. Dies will er nun nachholen mit der vorliegenden, in der zweiten Auflage erschienenen Schrift. Fußball ist für ihn das Vehikel, um den Blick auf das Management zu schärfen. Dies ist originell und zielführend. Fußball ist universell, verbindet - wie man gerade in Zeiten der Fifa-Weltmeisterschaft beobachten kann - alle Gesellschaftsschichten und lässt ansonsten nüchterne Manager nicht kalt.

Sprengers Ziel besteht darin, die Kunst der Führung von Unternehmen im Stadionlicht zu beleuchten und spielerisches Anschauungsmaterial für kluges Management zu liefern. Nach seiner Überzeugung ist Fußball nicht nur eine Metapher, sondern ein Modell für modernes Management. Manager seien wie gute Fußballtrainer in erster Linie Koordinatoren, die Talente und Energien von Einzelnen auf gemeinsame Ziele hinsteuern müssten. Man müsse sich den Ball wegdenken und ihn durch Produkte ersetzen, die Fans als Kunden und die Gegner als Wettbewerber betrachten.

Der Doppelpass könne als soziales System und die Flanke als Kooperationsangebot angesehen werden. Dies ist alles sehr einleuchtend, und die mit Zitaten von Fußballtrainern wie Otmar Hitzfeld, Felix Magath, Jürgen Klopp und anderen garnierten Analogien erzeugen beim Leser zweifellos Aha-Effekte und regen ihn hoffentlich zum Nachdenken über den eigenen Führungsstil an.

Das Buch ist flott geschrieben und leicht lesbar. Es hat keinen stringenten, lehrbuchhaften Aufbau, sondern wirkt eher wie eine Sammlung von Vorträgen. Die Kapitel sind kurz gehalten und können auch einzeln gelesen werden etwa im Flugzeug oder ICE.

Indessen: Völlig neue, bahnbrechende Erkenntnisse vermittelt das Buch nicht. Es beinhaltet auch Banalitäten. Sprenger macht deutlich, dass es weder im Fußball noch im Management Rezepte gibt, die den Erfolg garantieren. Durch gutes Einstellen und Aufstellen des Teams könnten Voraussetzungen für den Erfolg geschaffen werden. Am Ende des Spieles zählt nur, ob das Runde in das Eckige gegangen ist, und dies ist trotz aller Strategie und Taktik nicht ausgemacht, denn Fußball ist ein letztlich nicht berechenbares Spiel. Dies gilt zu einem erheblichen Maße auch für die Wirtschaft.

ROBERT FIETEN

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Gut aufgestellt "Authentisch und fesselnd .... Führungskräfte, die dieses Hörbuch ignorieren, stehen bald im Abseits oder werden ausgewechselt!" (HörBücher, 01.01.2009)
01.01.2009, HörBücher Gut aufgestellt "Authentisch und fesselnd .... Führungskräfte, die dieses Hörbuch ignorieren, stehen bald im Abseits oder werden ausgewechselt!"