Karl Ritter von Halt (eBook, PDF) - Heimerzheim, Peter
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Inhaltsangabe:Zusammenfassung: Trotz der weltweiten Popularität des Sports ist die Sportgeschichte bis heute als Teildisziplin der historischen Wissenschaften ein Randgebiet geblieben. Dabei bietet der Sport als gesellschaftliches Massenphänomen und beliebtes Objekt tagespolitischer Auseinandersetzung und Inanspruchnahme genug Anknüpfungspunkte für historisch ergiebige Betrachtungen, die auch dem wachsenden Interesse an Kultur- und Sozialgeschichte genüge tun. Der Name des lange Jahre amtierenden Präsidenten des NOK für Deutschland, Karl Ritter von Halt, stand in der Vergangenheit eindeutig im…mehr

Produktbeschreibung
Inhaltsangabe:Zusammenfassung: Trotz der weltweiten Popularität des Sports ist die Sportgeschichte bis heute als Teildisziplin der historischen Wissenschaften ein Randgebiet geblieben. Dabei bietet der Sport als gesellschaftliches Massenphänomen und beliebtes Objekt tagespolitischer Auseinandersetzung und Inanspruchnahme genug Anknüpfungspunkte für historisch ergiebige Betrachtungen, die auch dem wachsenden Interesse an Kultur- und Sozialgeschichte genüge tun. Der Name des lange Jahre amtierenden Präsidenten des NOK für Deutschland, Karl Ritter von Halt, stand in der Vergangenheit eindeutig im Schatten Carl Diems, der durch sein breites Engagement vielfältigen Anlaß für Bewertungen lieferte. Von Halt hingegen bietet sich als Untersuchungsobjekt in besonderer Weise an, um die Auswirkungen der Wechselbeziehungen zwischen Sport und Politik am Beispiel eines ehrenamtlichen Funktionärs, der sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene tätig war, darzustellen und zu beleuchten. Die Verbindung zwischen Sport und Politik wurde bisher vorwiegend im Hinblick auf die Geschichte von Organisationen, Verbänden und Boykotten untersucht. Die Hintergründe und Motive der handelnden Personen blieben dabei zwangsläufig im Dunkeln. Am Beispiel von Halts soll in dieser Arbeit versucht werden, die Lebensgeschichte eines Athleten und Sportfunktionärs durch die einzelnen Abschnitte deutscher Geschichte und Sportgeschichte zu verfolgen, um mit diesem biographischen Ansatz eine neue sporthistorische Dimension zu eröffnen. Dabei rückt die Frage nach der personellen und ideologischen Kontinuität in vier Epochen deutscher Geschichte in den Vordergrund. Erschöpfende Untersuchungen über die politischen Implikationen des Sports liegen bisher fast ausschließlich für die Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vor. Die wenigen lebensgeschichtlichen Betrachtungen von Spitzenfunktionären beschränkten sich ausschließlich auf einen einzelnen Abschnitt deutscher Geschichte. Aus diesem Sachverhalt, der dem Verfasser bereits bei den Recherchen für seine Diplomarbeit an der Deutschen Sporthochschule Köln auffiel, erwuchs die Überlegung, mit der Biographie eines hochrangigen Funktionsträgers einen weiten Bogen von der Etablierungsphase des Sports in der wilhelminischen Kaiserzeit über seine Blüte in der Weimarer Republik, der anschließenden Gleichschaltung im Dritten Reich bis hin zur Rückkehr in den Kreis der geachteten Sportnationen nach 1949 zu schlagen. Die immer wieder aufflackernde Diskussion um die Rolle Diems in der Zeit des Nationalsozialismus hat gezeigt, daß eine ausschließliche Fokussierung auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 keine differenzierte und gerechte Beurteilung einer Lebensleistung ermöglicht. Hans-Joachim Teichler weist deshalb zurecht daraufhin, daß "eine isolierte Betrachtung des Wirkens von 1933 bis 1945 zudem auch eine Auseinandersetzung mit vielen noch aus der Zeit des Kaiserreichs stammenden Grundüberzeugungen verhindern!" würde. Diesem Ansatz fühlt sich der Verfasser verpflichtet. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.Einleitung4 2.Zum Stand der Forschung6 3.Untersuchungsgegenstand und Vorgehensweise8 4.Der Sportler11 4.1Jugend im Kaiserreich11 4.2Die Königliche Turnschule Oberwiesenfeld14 4.3Banklehre und Sportler im Turnverein17 4.4Erste sportliche Erfolge20 4.5Die Olympischen Spiele 1912 in Stockholm23 4.6Sportler und Übungsleiter27 5.Der Soldat29 5.1Kriegsbegeisterung?29 5.2An der Front35 5.3Exkurs: Die Kriegstagebücher als biographische Quelle37 5.4Vom Stellungs- zum Bewegungskrieg41 5.5"Einer unserer schneidigsten Offiziere"44 5.6Sturmangriff46 5.7Der Ritterschlag49 5.8Kriegsgefangenschaft52 6.Der Sportlehrer58 6.1Start ins Zivilleben58 6.2Übungsleiter und Athlet61 6.3Sportlehrer an der Münchener Infanterieschule63 6.4Promotion68 6.5Das Lehrbuch "Die Leichtathletik"73 7.Der Sportwart77 7.1Abschied im Zorn von der Turnerschaft77 7.2Im Vorstand der Deutschen Sportbehörde für Athletik80 7.3Die Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam86 8.Im Internationalen Olympischen Komitee89 8.1Der deutsche Sport und die Weltwirtschaftskrise89 8.2Die Wahl in das IOC91 8.3Vorsitzender der Deutschen Sportbehörde für Athletik95 8.4Die Olympischen Spiele 1932 in Los Angeles98 8.5Die "Nurmi-Affäre"101 8.6Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung104 9."Führer" der deutschen Leichtathleten111 9.1Vom "unpolitischen Sportfunktionär" zum Parteimitglied111 9.2"Gleichschalter" oder "gleichgeschaltet"?119 9.3Außenpolitische Umsetzung der innenpolitischen Neuordnung: Die IOC-Session in Wien 1933127 9.4Der Kampf um die Zuständigkeit für den Handballsport131 10.Die Olympischen Spiele 1936133 10.1Vorbereitung und Organisation der Olympischen Winterspiele133 10.2Die "Judenfrage"139 10.3Die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen147 10.4Die Leichtathletik bei den Olympischen Spielen in Berlin151 11.Exkurs: Der Bankier157 11.1Personalchef der Deutschen Bank157 11.2Der "Freundeskreis Heinrich Himmler"163 11.3Im Vorstand der Deutschen Bank167 11.4Das Novemberpogrom173 12.Auf dem Höhepunkt der Macht?178 12.1Der Sport in Deutschland nach den Olympischen Spielen 1936178 12.2Neue Ämter185 12.3Die Berliner Gesellschaft193 12.4Die ausgefallenen Winterspiele 1940195 12.5Sport im Krieg205 12.6Erfolgloser Einsatz an verschiedenen Fronten221 12.7Das Volkssturmbatallion auf dem Reichssportfeld229 13.Im Lager232 13.1Die "Verhaftung"232 13.2Buchenwald237 13.3Die Entlassung242 14.Rückkehr nach Olympia246 14.1Vergangenheitsbewältigung und Rehabilitierung246 14.2Widerstand der Alliierten Hohen Kommission256 14.3Kontinuität und Zäsuren in Sport und Beruf262 14.4Die gesamtdeutsche Olympiamannschaft273 15.Rückzug in Raten290 15.1Die Amateurfrage290 15.2Rückkehr in das Exekutivkomitee des IOC295 15.3Der Machtwechsel299 16.Verbitterung und Tod302 17.Zusammenfassung306 Quellen- und Literaturverzeichnis Abkürzungsverzeichnis

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: diplom.de
  • Seitenzahl: 339
  • Erscheinungstermin: 03.01.2000
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783832420147
  • Artikelnr.: 39938918
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.07.2000

Kriegsheld und Zehnkämpfer, Olympier und Opportunist

Nach einer apologetischen Biografie aus dem Jahr 1936 und einer von der DDR-Sportführung inspirierten Schmähschrift aus dem Jahr 1954 liegt nun endlich eine wissenschaftlich fundierte und gut geschriebene Biografie des Sportlers, Sportfunktionärs und "Bankers" Karl Ritter von Halt (1891-1964) vor. Zu Recht als "eine der interessantesten und zugleich schillerndsten Persönlichkeiten im deutschen Sport" des zwanzigsten Jahrhunderts klassifiziert (Lennartz/Teutenberg), entzog sich der Praktiker und Spitzenfunktionär durch das Fehlen eines geschlossenen Nachlasses und geringe publizistische Aktivität lange Zeit einer abwägenden biografischen Darstellung. Auf der Basis umfangreicher Archivrecherchen gelang Peter Heimerzheim mit seiner überarbeiteten sporthistorischen Dissertation die bislang überzeugendste Rekonstruktion einer exemplarischen Sportkarriere, die vom wilhelminischen Kaiserreich bis in die Bundesrepublik Deutschland reichte, ihren markanten Höhepunkt aber in der Zwischenkriegszeit und besonders in der NS-Zeit erreichte.

Im Gegensatz zu Carl Diem (1882-1962) und Guido von Mengden (1896-1982), die oft zusammen mit Halt als Beispiele der erstaunlichen personellen Kontinuität der sportlichen Funktionselite über die politischen Systembrüche hinweg genannt werden, begründete der junge Karl Halt seinen sportlichen und gesellschaftlichen Aufstieg durch eigene sportliche Leistungen. Von 1911 bis 1921 wurde er fünfmal deutscher Meister im Zehnkampf. 1912 wurde er Achter bei den Olympischen Spielen in Stockholm, wo er den amerikanischen Zehnkampfmeister Avery Brundage, später Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), kennen lernte. Während Diem und Mengden hauptamtlich im Sport tätig waren, gelang dem Handwerkersohn Halt ein steiler beruflicher und gesellschaftlicher Aufstieg. Als bayerischer Kriegsheld (Adelstitel durch Verleihung des Max-Joseph-Ritterordens) und als Spitzenathlet zu einer gewissen Berühmtheit gelangt, fielen ihm die ersten Karriereschritte leicht: Als Sportlehrer an der Münchener Militärsportschule materiell abgesichert, promovierte er an der Staatswirtschaftlichen Fakultät der Universität München über "Die Pflege der Leibesübungen an Hochschulen. Ein Beitrag zur regenerativen Bevölkerungspolitik". Obwohl Halt auch in seinem 1922 erschienenen Lehrbuch "Die Leichtathletik" an der gedanklichen Symbiose von sportlichen und militärischen Werten festhielt, gelang ihm im gleichen Jahr die Rückkehr in seinen erlernten zivilen Beruf. Von 1922 bis 1935 war er Personalchef des jüdischen Bankhauses H. Aufhäuser, das ihn 1928 zum Prokuristen beförderte und seine zweite Karriere als Sportfunktionär, die ihn 1929 mit 37 Jahren bis in das IOC brachte, offensichtlich mit Wohlwollen begleitete. Seine guten Verbindungen zum bayerischen Reichsstatthalter von Epp ließen ihn 1933 zu einem der Kontaktmänner des Sports zur NSDAP werden, der er - wie viele andere Sportführer - am 1. Mai 1933 beitrat. 1935 wechselte Halt zur Deutschen Bank, der ein prominentes Parteimitglied in ihrer Leitung fehlte. Seine Prominenz resultierte bis dahin ausschließlich aus seinen sportlichen und olympischen Ämtern. Neben der Präsidentschaft im Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen zählte von Halt in seinem SA-Fragebogen von 1937 sieben weitere Vorstandsämter im Sport auf: Unter anderem war er in das IOC-Exekutivkomitee aufgerückt und Präsident des Internationalen Bobverbandes und des Internationalen Handballverbandes geworden. Mit seinem Wechsel in das Direktorium (ab 1938 Vorstand) der Deutschen Bank, die er im "Freundeskreis Reichsführer SS" vertrat, setzte trotz seiner Inaktivität auch eine steile SA-Karriere ein, die ihm schließlich den Rang eines SA-Brigadeführers einbrachte. In der Agonie des Dritten Reiches ernannte ihn Himmler 1944 zum kommissarischen Reichssportführer. Das Kriegsende erlebte er als Kommandeur des Volkssturm-Bataillons "Reichssportfeld".

Nach vierjähriger Internierung im Speziallager Buchenwald (die Entlassung erfolgte trotz Intervention des IOC erst bei der Auflösung des Lagers) kämpfte Halt um seine private und sportliche Rehabilitierung. Von der Entnazifizierungsspruchkammer Hagen, die ihm sogar "aktiven Widerstand gegen die Partei" bescheinigte, als "politisch entlastet" eingestuft, blieb ihm der berufliche Wiedereinstieg in die Deutsche Bank verwehrt, die ihr ehemaliges Aushängeschild gegenüber der Partei erst bescheiden, dann großzügig finanziell abfand. Dagegen gelang ihm - unter anderem dank des Rückhalts in der IOC-Spitze - die Rückkehr in seine olympischen Ämter. 1951 wählte ihn das Nationale Olympische Komitee als Nachfolger des Herzogs von Mecklenburg zum Präsidenten. Parallel zur Verschärfung des Ost-West-Gegensatzes im olympischen Sport flaute im Westen die Diskussion um Halts Nazivergangenheit ab, dessen Freundschaft zu Brundage ein wichtiger Rückhalt bei der Verhinderung einer autonomen Olympiamannschaft der DDR war. 1961 wurde er von Willi Daume aus dem Amt des NOK-Präsidenten gedrängt, 1963 gab er routinemäßig sein Amt im IOC-Exekutivkomitee ab. Ein Jahr später starb Halt im Alter von 73 Jahren an Kreislaufversagen. Eine umfangreiche und intensive "von-Halt-Debatte" im deutschen Sport, ähnlich der um Carl Diem, hat nur in den frühen fünfziger Jahren stattgefunden.

Heimerzheim trägt mit seiner materialreichen Studie zum Verständnis der Täterprofile bei, die das Funktionieren der NS-Diktatur ermöglichten, und erinnert an den Pakt des Sports mit der NS-Politik und an das Scheitern der Entnazifizierung. Halt, der sich Hitler und Himmler öffentlich andiente, dem "die ganze Verantwortung für die nationalsozialistische Erziehung" seiner Bankbelegschaft oblag, eine Aufgabe, in der er sich "durch niemanden übertreffen" lassen wollte, gelang es, 1950 zwölf entlastende Gutachten in seinem Spruchkammerverfahren einzubringen. Eines davon stammte vom Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ritter von Lex, der ihn aus seiner Tätigkeit als Sportreferent des Reichsinnenministeriums gut kannte. Wie gut, geht aus einem Schreiben, das der Aufmerksamkeit des Autors leider entgangen ist, von Lex an Diem vom 4. Juli 1946 hervor: "Dass man Halt nicht helfen kann, ist mir klar. Während die meisten Leute zunächst aus Gutgläubigkeit im Jahr 1933 zur Partei gingen und dann aus Opportunismus bei ihr blieben, war es bei dem guten Halt umgekehrt. Er ging aus Opportunismus zu den Nazis und steigerte sich dann allmählich in eine geradezu kindliche Gläubigkeit hinein, die ihn ordentlich ungehalten werden ließ, wenn man ihm auf ein braunes Hühnerauge trat." Mit seiner Biografie leistet Heimerzheim nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Zeitgeschichte des deutschen Sports, sondern auch zur Geschichte des IOC, das im Gegensatz zum NOK für Deutschland seine "faschistische" Epoche immer noch verdrängt.

HANS JOACHIM TEICHLER

Besprochenes Buch: Peter Heimerzheim: "Karl Ritter von Halt. Leben zwischen Sport und Politik". Academia-Verlag, St. Augustin. 256 Seiten, 48 Mark.

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