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In seinem New-York-Times-Bestseller zeigt Christian Rudder erstmals, wie wir von Big Data profitieren können: indem wir menschlichen Überzeugungen und Vorlieben durch die Analyse großer Datenmengen auf die Spur kommen. Der Gründer der Dating-Seite "OkCupid" hat seine anonymisierten Daten danach befragt, was wir mögen, was wir ablehnen, was wir uns insgeheim wünschen, ob unsere politischen Ansichten unsere Partnerbeziehung verändern - und wie rassistisch wir wirklich sind. "Inside Big Data" bedeutet einen Paradigmenwechsel zu einer konstruktiven Datenauswertung, unabhängig von Konzernen wie…mehr

Produktbeschreibung
In seinem New-York-Times-Bestseller zeigt Christian Rudder erstmals, wie wir von Big Data profitieren können: indem wir menschlichen Überzeugungen und Vorlieben durch die Analyse großer Datenmengen auf die Spur kommen. Der Gründer der Dating-Seite "OkCupid" hat seine anonymisierten Daten danach befragt, was wir mögen, was wir ablehnen, was wir uns insgeheim wünschen, ob unsere politischen Ansichten unsere Partnerbeziehung verändern - und wie rassistisch wir wirklich sind. "Inside Big Data" bedeutet einen Paradigmenwechsel zu einer konstruktiven Datenauswertung, unabhängig von Konzernen wie Google, und verrät uns Erstaunliches darüber, wer wir wirklich sind.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser
  • Artikelnr. des Verlages: 552/44459
  • Seitenzahl: 304
  • Erscheinungstermin: 14. März 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 147mm x 22mm
  • Gewicht: 530g
  • ISBN-13: 9783446444591
  • ISBN-10: 3446444599
  • Artikelnr.: 44192077
Autorenporträt
Rudder, Christian
Christian Rudder, Jahrgang 1975, studierte Mathematik in Harvard und gründete die Online-Dating-Website "OKCupid". Er ist Musiker der Indie-Rockband "Bishop Allen" und trat als Schauspieler in dem Film "Funny Ha Ha" (2002) auf. Er lebt in New York.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Andrea Diener ist erstaunt, was der Mathematiker und Datingportal-Gründer Christian Rudder alles aus dem Kaffeesatz des Datenaufkommens gewöhnlicher Verliebter lesen kann. Pures Geld sind solche Informationen, weiß Diener. Doch für den Laien bergen sie Stoff zum Nachdenken, Schmunzeln und Gruseln, meint sie. Lieblingsbands, Lieblingsessen, Hautfarbe, Sexualität und wie wir warum miteinander auskommen, darüber klärt sie der Autor zahlenlastig auf. Welche Wortfolgen sind typisch für Männer und Frauen, welche Selbstbeschreibung? Hinter einem langweiligen Titel und einem langweiligen Cover verbergen sich laut Diener lauter interessante Informationen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 11.06.2016
Männer sollten gut aussehen oder zumindest Gruselfilme mögen
Erotisches Profiling: Der Gründer des Datingportals OKCupid zeigt, dass in den Daten seines Unternehmens einige Überraschungen stecken

Zugegeben, der Titel klingt langweilig, der Untertitel auch, das Cover ist langweilig, und die Tatsache, dass ein Firmengründer die Datensätze seines Unternehmens auswertet, macht die Sache nicht aufregender. Bei dem Unternehmen handelt es sich allerdings um OKCupid, das amerikanische Datingportal, und bei dem Gründer um Christian Rudder, einen Mathematiker mit ziemlich ausgeprägtem Spieltrieb. Die Daten, über die er verfügt, sind den Profilen der Partnersuchenden entnommen: Lieblingsband, Lieblingsessen, Hautfarbe, Häufigkeit der Interaktion. Dazu kommt die Beantwortung zahlreicher Fragen über Vorlieben in Sachen Sexualität, Lebensstil, Politik und Gesellschaft.

"Who We Are When We Think No One's Looking" ist die Originalausgabe untertitelt, und das kommt der Sache schon deutlich näher. Man findet ja gerne viele warme Worte dafür, wie wunderbar wir Menschen mit besonderer Ausstrahlung finden - auf die nackten Zahlen reduziert, klingt alles schon deutlich nüchterner. Zum Beispiel so: Frauen finden Männer attraktiv, die ungefähr in ihrer eigenen Altersgruppe sind, Männer hingegen finden Frauen attraktiv, die Anfang zwanzig sind. Junge Frauen bekommen viele Nachrichten, ab Mitte zwanzig sinkt der Marktwert rapide. Mit fünfunddreißig sollte man sich besser eine Katze zulegen und in Ehren ergrauen. Und weiße Frauen und Männer werden von nahezu allen als attraktiver empfunden als dunkelhäutige, wohingegen es asiatische Männer durchgehend schwer haben und allenfalls bei Asiatinnen eine Chance. Das klingt alles fürchterlich, aber ganz so einfach ist es zum Glück doch nicht. Erstaunlicherweise sind Männer bei der Bewertung des Äußeren von Frauen nämlich deutlich nachsichtiger als Frauen das umgekehrt bei Männern sind.

Vor allem verfügt OKCupid über Datensätze von Paaren, die es geschafft haben, länger zusammenzubleiben. Die Voraussetzungen dafür sind ganz andere als die, auf welche die Suchenden Wert legen. Wer einen Partner im Internet sucht, fragt nach religiösen und politischen Vorlieben, nach Aussehen und Ernährungsgewohnheiten. Als viel wichtiger stellt sich aber laut Rudder die Frage heraus, ob beide Gruselfilme mögen oder schon einmal allein im Ausland waren. Im Internet, so folgert er, bekommt man schnell, was man will, aber nicht unbedingt das, was man braucht. Denn das weiß man im seltensten Fall.

Auch das Netzwerk des Paares spielt dabei eine Rolle dafür, ob zwei länger zusammenbleiben - wichtig wird dieser Faktor etwa ab dem zweiten Beziehungsjahr. Idealerweise sind die beiden nicht Teil einer Clique, in der jeder jeden kennt, sondern der Kitt, der die Freundeskreise der beiden zusammenhält. Der Partner sollte alle Lebensbereiche des anderen ansatzweise kennen, Kollegen, Schulfreunde, Verwandte und Bekannte gleichermaßen, also die assimilierteste Person im Leben des anderen sein, wie es Rudder ausdrückt. Wie das funktionieren kann, erklärt er anhand der Daten der Beziehung zwischen seiner Frau und ihm selbst. Netzwerkanalyse heißt dieser Forschungszweig, und vor allem Facebookdaten erweisen sich als äußerst dankbares Material.

Ziemlich interessant sind auch die Kapitel zur Sprachnutzung in der Selbstbeschreibung. Welche Wortfolgen sind typisch für Frauen und welche für Männer, und unterscheiden sie sich stark, wenn die Nutzer homo- oder heterosexuell sind? Während Frauen und Männer meist den Wunschpartner beschreiben, den sie suchen, sind homosexuellen Männern vor allem die Musikvorlieben wichtig. Asiaten definieren sich vor allem über ihr Heimatland und Latinos über ihre Lieblingsmusik. Bei den Weißen stehen die Hobbys recht weit vorne: "Im weißen Mann läuft permanent ein Musikfestival für Holzfäller", fasst Rudder zusammen. Das ist doch einmal eine wertvolle Information zum zwischengeschlechtlichen Verständnis!

Was unser Internetverhalten über uns sagt, kann allerdings auch ziemlich erschreckend sein. Aus dem Gebrauch des Like-Klicks auf Facebook kann man mit 95-prozentiger Sicherheit die Hautfarbe erschließen, mit rund 80-prozentiger Sicherheit die sexuelle Orientierung (bei Frauen ist das etwas schwieriger) und immer noch zu 65 Prozent, ob jemand Drogen konsumiert. Die Frage ist nun, resümiert Rudder am Ende seines lesenswerten und verständlichen Buchs, wie man diese Datenkonvolute nutzt. Wenn sie dem Erkenntnisgewinn über Partnerschaft und Psyche oder die Ausbreitung von Grippewellen dienen, sind sie nützlich. Für Firmen hingegen bedeuten sie in der Werbevermarktung bares Geld, für Regierungen Kontrolle. Denn was man aus ein paar unschuldig hingeschriebenen Zeilen ablesen kann, erstaunt den Laien.

ANDREA DIENER

Christian Rudder:

"Inside Big Data". Unsere Daten zeigen, wer wir

wirklich sind.

Aus dem Englischen von Kathleen Mallett. Carl Hanser Verlag, München 2016. 304 S., Abb., geb., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Als einer der Macher des amerikanischen Dating-Portals OkCupid kennt Christian Rudder die Vorlieben und Wünsche der Menschen besser als jeder Wissenschaftler." Michael Lange, Deutschlandfunk, 20.03.16 "Die rasant wachsenden Datenmengen, die wir im Alltag produzzieren, verraten viel über die menschliche Natur. Das beweist der US-amerikanische Autor Christian Rudder in seinem sehr lesenswerten Buch 'Inside Big Data'." Leonid Leiva, NZZ am Sonntag, 24.04.16 "[ein] lesenswerte[s] und verständliche[s] Buch". Andrea Diener, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.16