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NieR (PlayStation 3)
    PlayStation 3

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Wie schon der Film "John Q" lehrt, sind Väter zu allem bereit, wenn es um das Wohl ihrer Kinder geht. Auch Protagonist Nier, dessen Tochter Yonah sich mit einer mysteriösen Krankheit namens Runenpest infiziert. In der Hoffnung, ein Heilmittel zu entdecken, macht sich der Krieger auf den Weg in eine Welt voller Gefahren heimtückischer Fallen und abgedrehter Charaktere. Niers treuester Begleiter: das fliegende, sprechende Buch "Grimore Weiß". Es versorgt den greisen Helden nicht nur mit Hinweisen, sondern unterstützt ihn während der unzähligen, in Echtzeit ausgefochtenen Kämpfe auch mit…mehr

Produktbeschreibung
Wie schon der Film "John Q" lehrt, sind Väter zu allem bereit, wenn es um das Wohl ihrer Kinder geht. Auch Protagonist Nier, dessen Tochter Yonah sich mit einer mysteriösen Krankheit namens Runenpest infiziert. In der Hoffnung, ein Heilmittel zu entdecken, macht sich der Krieger auf den Weg in eine Welt voller Gefahren heimtückischer Fallen und abgedrehter Charaktere. Niers treuester Begleiter: das fliegende, sprechende Buch "Grimore Weiß". Es versorgt den greisen Helden nicht nur mit Hinweisen, sondern unterstützt ihn während der unzähligen, in Echtzeit ausgefochtenen Kämpfe auch mit mächtigen, optisch brillant inszenierten Zauberattacken. Highlights der Actionabschnitte bleiben jedoch die minutenlangen Duelle gegen XXL-Bossgegner, darunter Tentakelungetüme, aggressive Riesenechsen und fiese, mit turmhohen Lanzen bewehrte Ritter.

Den Niedergang jeder einzelnen Bestie zelebriert das Spiel übrigens mit einer rasant geschnittenen Zwischensequenz, die man so schnell nicht mehr vergisst. Gleiches gilt für die geistreichen Dialoge zwischen Nier und seinem neunmalklugen, eigenwilligen Buch sowie den später dazustoßenden Charakteren. Einer davon ist die makabere Skelettkreatur "Nummer 7", der andere Kaine, ein menschlicher Zwitter - ungewöhnliche, stets amüsante Mitstreiter. Fernab von Schlachten, Smalltalk und Sightseeing lockern die japanischen Entwickler das Gameplay mit soliden Schieberätseln und vielen Minispielen auf. Was die Spielzeit angeht, dürfen Genrekenner gut und gern 40 Spielstunden einkalkulieren. Nebenaufträge eingerechnet, darf man weitere 20 Stunden addieren. Fazit: Schräg, schräger, Nier. Obwohl technisch nicht immer eine Glanzleistung, überzeugt Square Enix neuester Streich in den Punkten, auf die es bei einem feinen Rollenspiel ankommt: packende Kämpfe, einprägsame Figuren und eine unvorhersehbare Story.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Fesselnde Story und unglaubliche Enthüllungen:
Tauche ein in eine komplexe Story aus einer Welt voller verborgener Geheimnisse, in der eine Krankheit wütet und die Menschen in Angst leben. Man muss die Geschichte von NIER, in der überall überraschende Entwicklungen lauern, selbst erleben, um sie zu glauben.

Rollenspiel-Gameplay gepaart mit actiongeladenen Kämpfen:
Stelle dich wilden, geheimnisvollen Feinden in einem Spiel, das Rollenspielelemente wie Magie, Charakterentwicklung und Verbündete mit actiongeladenen Schwertkämpfen und Schlachten kombiniert.

Mächtige magische Fähigkeiten:
Wenn sein Schwert nicht ausreicht, kann Nier zahllose mächtige, graphisch eindrucksvolle Zauber nutzen, um seine Kampfmanöver zu verbessern und seine Feinde niederzustrecken. Wenn du erfahrener wirst, stehen dir verbesserte Zauber zur Verfügung, mit denen du die immer tödlicher werdenden Feinde besiegen kannst.

Gnadenlose Kampfmanöver:
Kämpfe gegen böse Kreaturen und entfessele vernichtende Kampfmanöver und verheerende Kombinationsangriffe. Erspiele ein Vielzahl vernichtender Waffen - jede mit anderem Design und eigenem Kampfstil.

Mächtige Verbündete:
Reise mit einer dynamischen Gruppe von Verbündeten und kämpfe gemeinsam als Gruppe gegen gigantische Riesenmonster.

Eine phantasievolle, atemberaubende Welt:
Erforsche eine unvergessliche Welt mit abwechslungsreichen Landschaften, die auf vertraute Art und Weise an die Überreste einer modernen Gesellschaft erinnern.
  • Produktdetails
  • Hersteller: Square Enix Europe
  • Erscheinungstermin: 23. April 2010
  • USK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • EAN: 5021290041127
  • Artikelnr.: 28956428
Systemvoraussetzungen
  • PlayStation 3
Rezensionen
Alleinerziehender Vater in einer rauen, post-apokalyptischen Welt - kein leichter Job. Erst recht, wenn die geliebte Tochter wie auch manch anderer Zeitgenosse an der heimtückischen Runenpest leidet und monströse Kreaturen zunehmend die Gegend unsicher machen. Die Suche nach den heilenden 'Versiegelten Versen' und die Bekämpfung der Schattenwesen sind dementsprechend wichtige Aufgabengebiete des vom Spieler zu benennenden Helden (bezeichnen wir ihn der Einfachheit halber mal als Nier), der als Mädchen für alles seines Heimatdorfes aber auch weit weniger spektakuläre Missionen zu erledigen hat. Postbote, Einkaufshilfe, Aufspürer vermisster Haustiere/Kinder, Jäger wehrhafter Schafe - was man nicht alles tut, um seine Brötchen zu verdienen...

Monster, Kürbisse und Forellen

Dreh- und Angelpunkt des Heldenalltags ist die heimische Siedlung, wo Töchterchen Yonah angeschlagen das Bett hütet und zwischendurch von ihrem Papa besucht werden möchte. Und auch eine ganze Reihe von Auftraggebern wartet in den Wiesen und Gassen auf einen vorbeikommenden Dummen, der ihnen gegen Bezahlung bei lästigen Arbeiten unter die Arme greift, um sich dann etwa in Apotheken und Waffengeschäften mit Ausrüstung eindecken zu können. Was allerdings keine allzu große Rolle spielt - dank zahlreicher Fundstücke am Wegesrand und automatisch während der Story erhaltener Mordwerkzeuge (Einhänderschwerter, Zweihänder oder z.B. ein scharfkantiger Ring) sind ausgedehnte Shoppingtouren normalerweise kaum nötig. Das Aufleveln der Waffen mit gefundenen oder erkämpften Rohstoffen kann da schon lohnender werden.

Nicht unbedingt genretypisch ist die Betätigung als Hobbygärtner oder Angler - auf seiner Scholle pflanzt und düngt der Held wertvolles Gemüse, während ihm Abstecher zu diversen Gewässern weitere Entspannung vom ewigen Kämpfen versprechen.

Die Gefechte werden actionreich in Echtzeit und in den normalen Umgebungen ausgetragen. Die Kamera zeigt Nier gewöhnlich aus einer dreh- und kippbaren Third-Person-Perspektive, die man für ordentlichen Durchblick häufig nachkorrigieren muss, zumal es keine Funktion zum festen Anvisieren eines Ziels gibt. Das Kampfsystem ist mit Hieben, Blockversuchen, Ausweichrollen und Sprungangriffen solide Actionrollenspiel-Kost, der Clou des Ganzen wäre aber der Magie-Einsatz mithilfe des, nach kurzer Spielzeit, ständigen Begleiters Grimoire Weiss.

Mal was Anderes

Weiss, ein schwebendes, redendes und sehr von sich eingenommenes Buch, erlaubt dem Helden nach und nach immer mehr verschiedene Zauber, etwa eine Schutzmauer, aus dem Boden kommende Stacheln oder einen magischen Speer. Insbesondere durch die an regelrechte Schüsse erinnernden Feuerbälle, die man mit dem rechten Stick unabhängig von der Blickrichtung der Spielfigur auf Feinde prasseln lässt, hat das Geschehen stellenweise schon etwas von einem Shooter. Vor allem, wenn die Darstellung in manchen Gebieten in eine an Action-Jump&Runs erinnernde Seitenansicht wechselt, oder wenn sich der Held steil von oben betrachtet auf einer Lore fortbewegt und wie in einem klassischen Shoot´em Up wahre Gegnergeschwader aus dem Weg ballert. Das Spielgefühl ist für ein RPG auf jeden Fall ungewöhnlich und liefert einen gelungenen Kontrast zu den eher herkömmlichen Nahkampf-Einsätzen.

Auch beim Design der beeindruckenden, teils bildschirmfüllenden Zwischenbosse haben sich die Entwickler spürbar Mühe gegeben und die Biester verlangen dem Spieler über mehrere Phasen hinweg das Ausnutzen von Schwachstellen, geschickte Ausweichmanöver sowie genaues Zielen ab.

Einige Kistenrätsel sind auch noch zu absolvieren, in einem Tempel erkundet man Räume unter Einhaltung wechselnder Regeln - nicht springen, keine Magie etc. - und zwischendurch warten gar Abstecher in komplett aus Text bestehende (Alb)Traumwelten. Während viele der Standardmissionen, siehe oben, sich spielerisch arg unspannend präsentieren (wenngleich sie manch interessante Minigeschichte erzählen), erlebt man so gerade in den eigentlichen Story-Abenteuern einige außergewöhnliche Momente.

Die Charakterentwicklung hat recht wenig von einem echten RPG und beschränkt sich fast auf das automatische Erhöhen von Statuswerten mit wachsender Erfahrung - wären da nicht die 'Worte'. Durchs Besiegen von genug Feinden ergattert man nämlich neue Silben, von denen jeweils zwei gleichzeitig mit Waffen, Zaubern oder auch dem Verteidigungsverhalten verknüpft werden können. So lassen sich z.B. Angriffswerte erhöhen, Magiekosten verringern oder Effekte wie Lähmung erzielen. Die Auswirkungen dieses Tunings sind jedoch nicht allzu weltbewegend.

In Sachen Spieldauer der Story kann Nier nicht ganz mit den Genregrößen mithalten, es existieren aber mehrere Enden bzw. man hat die Möglichkeit, nach dem Durchspielen mit der gesammelten Erfahrung und Ausrüstung in der Mitte des Spiels neu zu beginnen und danach unter anderem weitere Storyschnipsel zu entdecken.

Ein gutes Buch

Die Geschichte von Nier überzeugt dank einer Mischung aus traurigen Untertönen, einem Schuss Verzweiflung und mysteriösen Hintergründen, welcher trotzdem auch eine ordentliche Portion Humor nicht abgeht. Verantwortlich dafür ist neben dem trockenen Witz des ansonsten wortkargen Helden nicht zuletzt das magische Buch mit seinen ständigen Kommentaren über lächerliche Aufträge bzw. Auftraggeber, die Intelligenz des Hauptdarstellers oder den extrem leichtbekleideten Zustand seiner späteren Gefährtin Kaine, die übrigens ebenfalls kein Blatt vor den Mund nimmt - das Fräulein in der gewagten Unterwäsche, das man nicht direkt steuert, aber auf Wunsch mit einfachen Befehlen versorgt, flucht wie ein alter Seemann.

Ähnlich wie etwa in Dragon Age finden die unterhaltsamen Streitgespräche oft einfach während des Laufens statt. Die englische Sprachausgabe (mit recht gut übersetzten deutschen Untertiteln) kann sich, besonders im Fall von Weiss mit seinem eleganten britischen Akzent, wunderbar hören lassen, ertönt aber leider längst nicht in allen Dialogen. Vor allem bei Nebenaufgaben ist Lesen angesagt, doch selbst wichtigere Szenen sind manchmal nur teilweise vertont.

Der Soundtrack lässt atmosphärische Gesänge in einer fremdartigen Sprache ertönen oder sorgt mit instrumentalen Melodien für die passende Stimmung beim Marschieren, ist nur auf Dauer etwas zu wiederholungsanfällig.

Grafik von vorgestern

Kommen wir zum für die meisten Spieler sicherlich größten Schwachpunkt des Spiels: Von Liebe auf den ersten Blick kann hier gewiss keine Rede sein - und auf den zweiten auch nicht. Das liegt schon am Protagonisten selbst. Gegen einen Helden abseits des Japan-typischen Manga-Teenager-Klischees ist ja absolut nichts einzuwenden, aber muss der Heini gleich eine dermaßen hässliche Visage haben? *g* Schlimmer wiegen allerdings die optischen Unzulänglichkeiten seiner Umgebung. Vorsintflutliche Texturen, zwar viel Weitsicht, aber wenig Leben in größeren Landschaften, wiederholte Besuche in den gleichen Abschnitten, abwechslungsarme Räume und äußerst spärliche Verzierungen dominieren in den meisten Gegenden. Zwar haben die Macher versucht, unter anderem durch gleißende Blendeffekte und die erwähnten coolen Bosse ein wenig CurrentGen-Feeling aufkommen zu lassen, das Gesamtbild sagt aber leider eher 'PS2'.

Fazit: Nier bleibt in vielen Bereichen hinter seinen Möglichkeiten zurück, sei es bei der oft altbackenen Optik, der mageren Charakterentwicklung, oder den überwiegend langweiligen Nebenaufträgen.

Trotzdem kann man dem Spiel einen gewissen eigenartigen Charme nicht absprechen, der für Motivation sorgt und sich etwa in humorvollen (Streit)gesprächen der Protagonisten, emotionalen Storymomenten, spektakulären Bossgefechten, dem interessanten Soundtrack oder ungewöhnlichen Anspielungen auf klassische Actiongames bemerkbar macht.

Wer über die Schwachstellen hinwegsehen kann, sollte Nier eine Chance geben und wird durchaus vergnügliche Stunden in der besonderen Welt des weißhaarigen Kriegers verbringen.

Wertung: 74 von 100 Punkten (Christina Schmitt/GameCaptain.de)
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Quelle/Copyright: Captain-Fantastic-Besprechung